Interview mit Herrn Roman R. Rüdiger von Buddy e.V.
Martin Oeltermann | 1. Dezember 2009 | 22:25 Uhr
Das Buddy-Projekt gibt es seit 10, den Buddy e.V. seit 5 Jahren. Die Vodafone-Stiftung ist die eigentliche finanzielle Säule des ganzen. Im Jahr 2011 läuft der Vertrag mit der Stiftung aus. Wie geht es danach weiter? Gibt es Signale anderer Träger oder wird der Vertrag neu ausgehandelt?
Ich gehe davon aus, dass die Stiftung uns weiterfinanzieren will. Es gibt bereits Signale seitens der Stiftung, da das Buddy-Projekt einen bedeutsamen Teil des gesamten Clusters darstellt und gemeinsam ein langfristige Planung aufgebaut wird.
Die hochkarätige Besetzung des Vorstandes und Beirates lässt den Schluss zu, dass das Projekt bundesweit als sehr wichtig angesehen wird. Ist die Besetzungsstruktur eine Gewährleistung für eine stabile Zukunft des Projekts? Im Beirat sind auch drei Schülerinnen vertreten – wieso kommen alle aus dem gleichen Ort?
Ich nehme das mal als berechtigte Kritik auf. Zu dem Zeitpunkt als wir den Beirat zusammengesetzt haben, dachten wir vielleicht ein wenig zu einfach. Jedoch war damals Niedersachsen das einzige Landesprogramm und so fiel unsere Wahl auf die entsprechende Schule. In Zukunft müssen wir darüber nachdenken mehr Schüler aus verschiedenen Teilen Deutschlands in den Beirat mit einzubinden.
Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit den Schülern? Ist es schwierig sie in die Prozesse mit einzubinden?
Hier haben wir ein grundlegendes Problem. Wir als Erwachsene haben uns angewöhnt, unsere Arbeits- und Organisationsstrukturen den Jugendlichen überzustülpen. Wenn wir ernsthaft die Partizipation der Schülervertreter erreichen wollen, das müssen wir uns bedarfsgerecht an den Möglichkeiten der Schüler orientieren.
Wenn ich das Buddyprogramm richtig verstanden habe, dreht sich alles um die zentrale Säule „Lernen lernen“, also sollten sich doch hier die Schüler mit ihren Ideen und Bedarf einbringen können. Um das Überstülpen zu vermeiden, sollte man dann eventuell über zwei parallele Gremien nachdenken, die sich dann gegenseitig Anschub leisten können?
Wir denken bereits über einen gesonderten Schülerbeirat nach. Wir werden auch im nächsten Jahr das erste reine Schüler-Buddykonzept machen, also ein Forum, moderiert und vorbereitet von Schülern für Schüler. Wenn man Buddy allerdings genau betrachtet, sind wir ursprünglich ein reiner Dienstleister für Erwachsene, d.h. das wir arbeiten mit Lehrerinnen und Lehrern und sind in unseren Strukturen dem Modell natürlich stärker verhaftet. Deshalb denken wir sukzessive darüber nach, wie wir das Modell in Richtung der Buddys weiterentwickeln können, z.B. indem wir Kooperationen mit Internetplattforen anstreben. Im Bereich der Social Networks wären Buddys denkbar, die eine Steuerfunktion auf Plattformen wie z.B. Schüler VZ übernehmen können. Das Ziel hierbei kann z.B. sein, den Eltern mehr Sicherheit zu geben, wenn ihre Kinder im Netz unterwegs sind.
Sie haben gerade den ersten Buddy Bildungskongress hinter sich. Können Sie hierzu ein kurzes Fazit ziehen?
Der entstandene Gesamteindruck ist durchweg positiv, sowohl was die Teilnehmerzahlen angeht, als auch die Qualität der Beiträge die geliefert wurden. Wir haben uns bewusst für eine Konferenz entschieden, auf der keine unterschiedlichen Positionen aufeinander prallen sollten, sondern wir das schülerorientierte Lernen aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten wollten. Die Referenten haben aus den verschiedenen Projekten die Erfahrungen und auch die Power widerspiegeln können, das natürlich in unterschiedlichsten Nuancen. Es gab keine negativen Stimmen zu den Projekten, wenn dann ehr Kritik an den Rahmenbedingungen, so dass wir insgesamt sehr zufrieden sein Können.
Schüler machen Schule und das an bereits 800 Schulen in Deutschland. Ihr Ziel sind 1000. Ist damit Ihr Auftrag erfüllt? Wo sieht sich Buddy e.V. in 5 Jahren? Wie passt sich das Konzept den ständig sich ändernden Umfeldbedingungen an?
Dadurch das inzwischen weitere Landesprogramme und auch weitere Bundesländer hinzugekommen sind, rückt das quantitative Ziel für uns vollkommen in den Hintergrund. Wir haben einen Strategiewechsel vorgenommen, in dem wir gesagt haben, es ist wichtiger die Schulen lange zu begleiten, als enorm viele Schule zu erreichen. Daraus resultiert auch die Aufbauphase die wir gestaltet haben. wir haben die Schulen nach anderthalb bis zwei Jahren zwar motiviert und informiert, aber noch nicht den ganzen Weg gemeinsam gestaltet. Deshalb wollen wir unsere Kapazitäten in die Vertiefung stecken. Mir ist es viel wichtiger dauerhaft mit den Schulen zu arbeiten.








Aktuelle Kommentare