Pressespiegel vom 18. September 2012
Jörg Esser | 18. September 2012 | 07:34 Uhr
Jena: 750 neue Kindergartenplätze bis 2014
Stadtrat verabschiedet die Fortschreibung der Bedarfsplanung für Kindertagesstätten. Neubauten dauern länger als erwartet, aufgrund bautechnischer Prozesse.
Jena. Junge Eltern können aufatmen. Im kommenden Jahr soll die Durststrecke bei Plätzen in Kindertagesstätten überwunden sein. Sechs neue Einrichtungen mit insgesamt rund 500 Plätzen für Kinder im Alter zwischen 0 und 6 Jahren werden fertig. Das sagte am Mittwochabend Bildungsdezernent Frank Schenker (CDU) bei der Verabschiedung der jüngsten Bedarfsplanung im Stadtrat.
Zu den Engpässen kommt es, weil die reale Bevölkerungsentwicklung Jenas selbst alle nach oben korrigierten früheren Prognosen längst überholt hat. So sollte das Jenaer Geburtenhoch bereits in diesem Jahr überschritten sein. Die Planer rechneten mit 960 Geburten. Tatsächlich erblickten im Jahr 2011 aber 1114 Babys in Jena das Licht der Welt. Der Trend setzt sich fort. Inzwischen geht die Stadt von einem Bedarf von etwa 5750 Plätzen aus.
Seit 2006 sind in Jena 750 neue Plätze für die Kinderbetreuung geschaffen worden. Bis Ende 2014 soll noch einmal die gleiche Anzahl hinzukommen. So wird in diesem Jahr u. a. eine neue Kita am Sportforum mit 140 Plätzen eröffnet. 2013/2014 sollen die Kita in der Schützenhofstraße, in der Dammstraße, in den Heimstätten, die Zeiss Kita, die Kita am Theaterplatz und der Waldkindergarten “ans Netz” gehen.
Kritik, dass der Ausbau insbesondere im stark wachsenden Nordgebiet nicht rasch genug vorangeht, kam von Ortsbürgermeister Siegfried Ferge. Stadträtin Heike Seise sagte, dass viele Eltern zumindestens das Gefühl haben, dass die Stadt ihrer Verantwortung nicht nachkomme, in Wohnortnähe ausreichend Plätze zu schaffen. Bürgermeister Frank Schenker räumte ein, dass er sich den Bau neuer Kindertagesstätten schneller vorgestellt habe. Doch er habe die Rechnung ohne bautechnische Tücken gemacht. So ergaben sich etwa in der Schützenhofstraße Probleme mit dem Baugrund. “Wir haben sicherlich eine falsche Entscheidung getroffen, in dem wir das Dresdner Modell, Kindergärten sehr rasch aus fertigen Raumzellen zu bauen, nicht weiter verfolgt haben”, sagte Schenker.






