Landeselternvertretung Thüringen

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Pressespiegel vom 30.April 2012

Sylke Wolf | 30. April 2012 | 16:59 Uhr
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Elternvertreter beklagen thüringenweiten Unterrichtsausfall

Die Landeselternvertretung in Thüringen hat am Samstag den anhaltenden Unterrichtsausfall an Thüringer Schulen beklagt. Kultusminister Christoph Matschie (SPD) erklärt die Probleme an den Schulen mit dem Mangel an Lehrern in Thüringen

Bad Berka. Zum Auftakt des Landeselterntages in Bad Berka (Kreis Weimarer Land) berichteten Vertreter über teils erheblichen Unterrichtsausfall an einzelnen Schulen.

Kultusminister Christoph Matschie (SPD) hörte sich die Klagen der Betroffenen an und versicherte, die Fälle zu prüfen. Auf Kritik darüber, dass nicht an allen Thüringer Schulen der Fremdsprachenunterricht nach dem Bedarf gestaltet werden kann, reagierte der Minister mit dem Hinweis, dass in manchen Fächern die benötigten Lehrer fehlen würden. Das betreffe Latein, aber auch Spanisch.

Der Minister verteidigte zudem, dass es an kleineren Gymnasien im Land auch bei anderen Fächern schwierig werden könne, diese im vollen Umfang anzubieten. So kritisierte eine Mutter, dass am Gymnasium ihrer Tochter kein Leistungskurs Physik angeboten werde. Damit aber hätte ihre Tochter nach dem Schulabschluss keine Möglichkeit, ein Ingenieur-Studium aufzunehmen.

Bisher sei es in Thüringen immer gelungen, die Bildungsausgaben zu erhöhen, verteidigte der SPD-Politiker seine Politik. Allerdings sehe er in den nächsten Jahren angesichts der Haushaltsentwicklung größere Probleme. Matschie forderte, dass sich der Bund intensiver an der Finanzierung beteiligen müsse.

Derzeit verhandeln Kultusminister und Finanzminister über zusätzliche Lehrerstellen für den Freistaat. Das Geld sei da, erklärte Matschie. “Derzeit habe ich aber die notwendigen Stellen nicht”, fügte er an. Weil über einen längeren Zeitraum in Thüringen kaum Lehrer eingestellt wurden, fehlen jüngere Lehrer, die nur über Neueinstellungen gewonnen werden können.

Hinzu kommt, dass Lehrer, die sich im sogenannten Floating-Modell mit einer Arbeitszeitreduzierung einverstanden erklärt hatten, in den nächsten Jahren wieder 90 Prozent ihrer regulären Arbeitszeit erreichen. Auch daraus ergibt sich ein zusätzlicher Stellenbedarf. Christoph Matschie sprach von bis zu 600 Stellen und verwies darauf, dass die Gespräche mit dem Finanzminister noch nicht abgeschlossen seien.

Kai Mudra / 30.04.12 / TA

Erfurter Schülerfirma punktet bei UN-Projekt

Mit ihrem Kunstverleih-Unternehmen “Artemis” punkteten Gymnasiasten des Ratsgymnasiums erneut bei einem UN-Projekt. Bilder und Fotos, die im Kunstunterricht entstehen, verleihen die Schüler an interessierte Einrichtungen.

Erfurt. Die Jugendlichen der Schülerfirma “Artemis” haben Grund zur Freude: Erneut darf sich das Unternehmen als offizielles Projekt der Weltdekade “Bildung für nachhaltige Entwicklung”, einer Initiative der Vereinten Nationen, bezeichnen.

Nach ihrem ersten Erfolg bei der Bewerbung im Zeitraum 2010 bis 2011 konnte ihr Kunstverleih auch in diesem Jahr wieder die Jury überzeugen. Im Rahmen der UN-Dekade, die von 2005 bis 2014 stattfindet, sollen Projekte gefördert werden, die sich durch das Anstreben und Vermitteln von Nachhaltigkeit auszeichnen.

Nachhaltigkeit hat sich die Schülerfirma “Artemis” auf die Fahne geschrieben. Bilder und Fotos, die im Kunstunterricht des Ratsgymnasiums entstehen, verleihen die Schüler an interessierte Einrichtungen.

“Die Idee war, dass die Bilder, die im Unterricht entstehen, nicht einfach verstauben, sondern noch einen sinnvollen Zweck erfüllen”, sagt Schülerin und Firma-Mitarbeiterin Gesine Winter. Wenn die Kunden etwas wünschen, was die Schüler nicht im Fundus haben, fertigen sie auch Auftrags-Fotogra-fien an.

“Das Prinzip ist, dass ein Bild nicht nur einmal ausgestellt und dann weggeschmissen wird. Die Kunstwerke wandern von einem Kunden zum nächsten”, erklärt Mitarbeiter Leo Oelze. Zielgruppen der Firma sind Arztpraxen, Anwaltskanzleien, Büroräume, Geschäfte, Cafés und andere Einrichtungen.

Im Jahr 2000 gründeten Schüler die Firma auf Initiative des Wirtschaft-Lehrers Jürgen Junker. Neun- bis Zwölftklässler in wechselnder Besetzung kümmern sich seitdem um den Verleih-Betrieb im Keller des Ratsgymnasiums. Derzeit sind es etwa 15 Gymnasiasten.

Schülerfirma besteht bereits seit zwölf Jahren

Einmal in der Woche treffen sie sich. Vom Akquirieren neuer Kunden über die Präsentation auf Messen bis hin zum Auf- und wieder Abhängen der Bilder liegt alles in den Händen der Schüler. “Es ist viel Arbeit, da wir manchmal auch über mehrere Tage weg sind und das Ganze noch mit der Schule in Einklang bringen müssen. Aber am Ende ist man immer stolz darauf, was man geschafft hat”. sagt Schülerin Ngoc Ha Vu.

Jeder Aufgabenbereich hat seine Spezialisten: Für Kunst, Marketing und Technik gibt es Fachfrauen und -männer. “Aber es ist nicht streng getrennt”, sagt Sophie Faulstich, “jeder soll mit den Kunden in Kontakt kommen.” Lehrer Jürgen Junker hat zwar Mitspracherecht, aber bei Entscheidungen zählt seine Stimme nicht mehr als die der Schüler.

Fünf Mitarbeiter der Firma machen gerade ihr Abitur und verlassen das Projekt noch dieses Jahr. Die Firma setzt also auf Nachwuchs aus den verschiedenen Klassenstufen.

Zur Zeit ist im Café Paul eine Ausstellung der Schülerfirma zu sehen. Hier hängen Zeichnungen nach dem Vorbild von Höhlenmalerei, die von Sechsklässlern des Ratsgymnasiums angefertigt wurden. Als Untergrund dienten alte Wahlplakate – auch hierzu das Stichwort Nachhaltigkeit.

Um in diesem Jahr wieder bei der Jury der UN-Dekade punkten zu können, musste sich die Firma weiterentwickeln. “Am Anfang hat die Idee gereicht. Für die jetzige Bewerbung mussten wir zum Beispiel eine Internet-Seite einrichten”, sagt Sophie Faulstich.

Ein weiteres Ziel haben sich die Schüler auch schon gesetzt: Die Bewerbung für den Zukunftspreis der Stadt Erfurt im Bereich Bildung und nachhaltige Entwicklung ist schon eingereicht.

Saskia Fritsche / 30.04.12 / TA

Schule in Ranis hat hervorragenden Ruf

Die Schüler und Lehrer der Grund- und Regelschule in Ranis feiern mit hunderten Gästen den 30. Geburtstag ihres Schulgebäudes in der Lindenstraße, in das bis heute mehr als 1000 Kinder eingeschult wurden

Ranis. Mit einer bunten und sehr lebendigen Zeitreise haben die Mädchen und Jungen der Grund- und Regelschule in Ranis am Sonnabendvormittag die Feier des 30. Geburtstag ihres Schulgebäudes in der Lindenstraße eröffnet. Rund 450 Zuschauer erlebten die Darbietungen in der Schulturnhalle und nicht nur die Gäste des Schulamtes Ostthüringen lobten am Ende: “Das war ein sehr schönes Programm.”

Geschenke gab es auch gleich zu Beginn, denn Landrat Thomas Fügmann (CDU) würdigte ausdrücklich die inhaltliche Arbeit und das gute Miteinander an der Schule. “Die Qualität der Schule ist sehr gut bis hervorragend”, weiß er als ehemaliger Leiter des Schulamtes Jena-Stadtroda die pädagogischen Leistungen einzuschätzen.

Die angenehme Atmosphäre an der Schule wurde für das Publikum während des zweistündigen Musicals “Eine Zeitreise durch 30 Jahre Abenteuer an der Schule mit Burgblick” spürbar. Und so mancher Zuhörer konnte die Erinnerungen, die vor allem aus den Anfangszeiten erzählt wurden, teilen. So hätten die Schüler in der Zeit des Baubeginns in vielen Aufsätzen geschrieben, wie sie sich ihre neue Schule vorstellen. “Ein Schwimmbad, ein Kindercafé und einen extra Raum für die Schuldisko habe ich mir gewünscht”, blickte Christina Groß zurück, die damals Schülerin in Ranis war und heute die Grundschule leitet. Als Moderatoren des Musicals nahmen die Drittklässlerin Fabiene und der Sechstklässler Morris Rommel diese Worte aufmerksam auf, war doch ihre Großmutter Liane Rommel vor 30 Jahren Deutschlehrerin an der Raniser Schule und mit dabei, als fleißige Schüler, Eltern und Lehrer das fertiggebaute Schulhaus vor dem Einzug putzten. Ende April 1982 wurde die Schule eröffnet.

“Mit Beginn des neuen Schuljahres wurde es noch mal spannend, denn die Schule in Peuschen wurde aufgelöst”, wusste Christina Groß außerdem. Damit lernten neben Ranisern nun auch Kinder aus Wernburg, Peuschen, Bahren, Keila, Paska, Gössitz, Schmorda, Wilhelmsdorf und Kalte Schenke in dem Neubau. 49 Mädchen und Jungen wurden im Sommer 1982/83 in die Schule in der Lindenstraße eingeschult, bis heute sind es insgesamt 1232 Kinder gewesen, hieß es.

Zwei Schulchöre, ein Mandolinenorchester, verschiedene Arbeitsgemeinschaften und eine Schuldisko gab es einmal an der Schule. Doch auch heute wird hier im Chor gesungen, geschauspielert, getanzt und gedichtet. Das zeigten die Schüler mit ihren schwungvollen Tänzen, den für das Schuljubiläum sympathisch-frech umgetexteten Pop-Titeln und gespielte Geschichten.

Nach dem stimmungsvollen Höhepunkt fand das Fest gleich im Anschluss seine Fortsetzung und mit einer Vielzahl von Aktivitäten einen ebenso guten Anklang. “Wir sind sehr zufrieden. Die Woche vor dem Fest war eine richtige Hammerwoche für die Schüler. Sie haben mir richtig leid getan”, sagte Maren Lindig, Leiterin der Regelschule. Lehrerin Birgit Junge, Vorsitzende des Fördervereins der Regelschule, hatte gemeinsam mit ihren fleißigen Mitstreiterinnen am Kuchenbasar reichlich zu tun. “Es war ganz prima, ein super Fest. Dabei hat sich gezeigt, dass die Zusammenarbeit zwischen Regelschule und Grundschule sehr gut funktioniert.” Dieser Ansicht war auch die Mutter Sylvia Karol aus Wernburg: “Die zwei Schulen unter einem Dach arbeiten richtig gut zusammen.”

“Es hat gepasst”, fasste Philipp Bauer, Schüler der 8. Klasse, seine Eindrücke zusammen.

Sandra Hoffmann und Mario Keim / 30.04.12 / OTZ

Amok-Doku “Erfurt – Die andere Wahrheit”: Premiere in Jena

Der Regisseur Winfried Bonengel stellt in seinem jüngsten Film die Frage, ob es tatsächlich nur einen Täter beim Schulmassaker am 26. April 2002 gegeben hat. “Erfurt – Die andere Wahrheit” wurde jetzt in Jena erstmals der Öffentlichkeit gezeigt – weitere Aufführungstermine gibt es derzeit nicht.

Jena/Erfurt. In der 80-minütigen Dokumentation kommen Zeitzeugen zu Wort. Sie behaupten, einen Täter gesehen zu haben, dessen Beschreibung nicht auf den identifizierten Täter Robert S. zutrifft. Einige Schüler berichten davon, zum Zeitpunkt des Amoklaufes Robert S. mit einer zweiten Person sprechen gehört zu haben. Auch der damalige Innenminister Thüringens, Christian Köckert (CDU), sagt, dass es bis heute nicht auszuschließen sei, dass es einen weiteren Täter gegeben hat. Hinzu kommt die Behauptung des Schulhausmeisters, dass ein Täter die verschiedenen Räume in der Zeit nicht habe erreichen können. Bonengel führt noch weitere Beweise an: Die mehr als 70 abgefeuerten Projektile konnten von den Ballistikern nicht eindeutig einer bestimmten Waffe zugeordnet werden. Die Beweisstücke sind von den Behörden nach der Analyse zerstört worden. Für Bonengel eine nicht nachvollziehbare Aktion, die den Ruch des Vertuschens mit sich trage.

Der Film zeigt anhand von Tagesthemen-Ausschnitten, dass am 26. April 2002 die Polizei zunächst selbst von zwei Tätern ausgegangen war. Doch kurze Zeit später wurde von den Behörden ein zweiter Täter ausgeschlossen. Das sei ein fataler Fehler gewesen, behauptet Regisseur Winfried Bonengel in seiner Dokumentation. Nach dieser – aus seiner Sicht – voreiligen öffentlichen Bekanntgabe sei eine Revidierung wohl unmöglich gewesen…

Der 50-jährige Regisseur hat sich Vernehmungsprotokolle angeschaut: Seiner Meinung nach hat die Polizei den Opfern Suggestivfragen gestellt, die einen zweiten Täter von vornherein ausgeschlossen haben – schließlich habe es nach der offiziellen Version auch keinen zweiten Täter mehr geben dürfen. Seine These: Es wäre psychologisch nicht zu bewältigen gewesen, hätte eingestanden werden müssen, dass der zweite Täter nicht gefasst werden konnte. Zudem habe man das Bestreben gehabt, mögliche Ermittlungsfehler nicht nach außen dringen zu lassen.

Die Dokumentation zeigt auf, wie die Zeitzeugen mit ihrer Wahrheit leben – einer Wahrheit, die es offiziell nicht gibt, nicht geben darf. Viele von ihnen fühlen sich als Lügner hingestellt und zweifeln an ihrer eigenen Erinnerung, an ihrer eigenen geistigen Gesundheit. Sie können mit dem Erlebten nicht abschließen, weil es ihre Version nicht gab. Bei einigen ist das Leben durch diese Ereignisse komplett aus den Fugen geraten.

Was bleibt am Ende des Bonengel-Films? Vor allem Fragen. Vieles wird behauptet, kann nicht bewiesen werden. Für Bonengel ist klar: So, wie die Ereignisse offiziell dargestellt worden sind, sind sie nicht abgelaufen. Doch wie es wirklich war, das kann auch er nicht beantworten.

“Verletzte Seelen” liefert Antworten

Regisseur Bonengel hat auch mitgearbeitet bei der Dokumentation “Verletzte Seelen”, die jüngst bei ZDF info zu später Stunde gezeigt wurde und für die der ZDF-Studioleiter Andreas Postel verantwortlich zeichnet. Auch dort kam zur Sprache, dass es bei Betroffenen in der Schule die Überzeugung gab, einem zweiten Täter begegnet zu sein. Allerdings wurde in dieser Sendung – die in der ZDFmediathek abrufbar ist und deren Anschauen lohnt – für diesen als irrig dargestellten Eindruck eine psychologische Erklärung geliefert. Wer einen zweiten Täter meinte gesehen zu haben, erlitt ein doppeltes Trauma. So laboriert eine heute 22-Jährige noch immer daran, dass sie damals in der Schule einem Bewaffneten begegnet ist, der für sie nicht der Person glich, die nachher als Einzeltäter dargestellt wurde.

Ein Mittäter wird nicht nur von den Ermittlern ausgeschlossen. Auch Linke-Fraktionschef Bodo Ramelow , der sich sehr kritisch mit der Aufarbeitung des Amoklaufs auseinandergesetzt hat, verweist diese neuerlichen Hinweis auf einen zweiten Täter in den Bereich des Mythos’. “Es gibt dafür keine Hinweise”, betonte Ramelow im Gespräch mit unserer Zeitung zum Jahrestag.

Stefanie Bühlchen und Gerlinde Sommer / 30.04.12 / TLZ

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Bad Berka, Der Bund, Gymnasium, Lehrer, Politik, Spd

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