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Pressespiegel vom 24. April 2012

Jörg Esser | 24. April 2012 | 09:14 Uhr
Vorlesen mit webReader

Liebe Leserinnen und Leser,

ihr nächste Landeselterntag steht vor der Tür, es wird sicher Zeit für viele interessante Gespräche geben. Wir als Elternvertretung der Kindertagesstätten in Thüringen werden mit vor Ort sein und freuen uns auf das Treffen am Samstag.

Ihr Jörg Esser
stelv. Landeselternsprecher Kindertagesstätten

 

Zum Tag des Buches schließen Kinder Bekanntschaft mit dem Lesen

Quelle: TA

Claudia Weiß in Großengottern hatte ihr Haus bunt geschmückt zum Tag des Lesens. In zwei Gruppen führte die Bibliothekarin der Schul- und Gemeindebibliothek Grundschüler des Ortes durch ihre Räume, zeigte, warum es sich lohnt zu lesen.

Landkreis. “Es hätten noch mehr kommen wollen, aber mehr als zwei Gruppen am Tag, das ist nicht drin”, sagt sie.

Um das große Thema Lesen ging es auch an der Margaretenschule in Mühlhausen, wo die Stadtbibliothek zu Gast war.

Im Rahmen dieses Welttages des Buches gab es nicht nur eine Buchgutscheinaktion für Schulen, sondern es konnten sich Literaturbegeisterte als Buchschenker registrieren. Mit ein wenig Glück wurden sie als Buchschenker ausgewählt. Wie die 23-jährige Tina Zengerling aus Heyerode. Sie ist Lehramtsanwärterin und hatte sich als Buchschenkerin beworben, weil sie selbst eine Leseratte ist und gern ihren Freunden, Bekannten und Verwandten mit einem Buch eine Freude machen möchte. Leseratten eine Freude zu machen, sei die eine Seite, ließ Tina Zengerling verlauten; aber Menschen zum Lesen zu animieren, die wenig oder gar nicht literaturbegeistert sind, das ist die andere.

Als Abholungsort hatte sich Tina Zengerling für die Bibliothek in Rodebergs Ortsteil Struthentschieden. Die Bibliothek der Gemeinde ist einmal wöchentlich geöffnet und wird immer mehr von der älteren Generation genutzt.

Bibliothekarin Beate Peterseim, die als Lehrerin an der Gemeinschaftsschule in Struth tätig ist, gab bereitwillig auf Tina Zengerlings Fragen Antwort. So erzählte sie ihr zum Beispiel, dass die Schule bei der Stiftung Lesen angemeldet ist und noch drei Buchpakete mit je 30 Büchern auf ihre Abholer warten.

Sie ließ weiterhin verlauten, dass die Schule sich an wechselnden Vorleseaktionen beteiligt und ein Lesecafé ins Leben gerufen hat, um eine große Zahl der Gemeindemitglieder zu interessieren. Nachdem die Bücher abgeholt waren, ließ es sich die angehende Lehrerin nicht nehmen, diese zu verschenken. Die Glücklichen waren ihre Patentante, Freunde, Bekannte und auch Nachbarn.

Sogar der Bibliothek ihres Heimatortes ließ sie ein Exemplar zukommen. Sie verschenkte vielen Menschen aus ihrem Umfeld dieses Buch. So kam auch Anke Hohlbein in den Genuss eines kostenlosen Lesevergnügens. Sie ist Bäckereiverkäuferin und freute sich, da das Lesen für sie einen entspannenden Ausgleich zur Arbeit darstellt. Besonders historische Bücher haben es ihr angetan.

Bundesweit wurden 1 Million Bücher verschenkt, dazu zählten 25 ausgewählte Werke, die in einer Sonderedition für den Welttag des Buches gedruckt wurden. Auf der Liste standen nicht nur Klassiker, wie Umberto Ecos “Der Name der Rose” und Siegfried Lenz “Schweigeminute”, sondern auch Bestseller wie Daniel Kehlmanns ”Vermessung der Welt”.

Heidi Zengerling / 24.04.12 / TA

 

Fünftklässler aus Greußen begehen Welttag des Buches

Maria Hecker studiert aufmerksam den Text auf ihrem Zettel. Hier findet sie beschrieben, was sie später als richtige Antwort ankreuzen muss.

Greußen. Währenddessen grübelt Nils Krieger darüber nach, wie er die wirre Buchstabekombination auf dem Plakat an der Wand zu einer schlüssigen Lösung des Rätsels sortieren kann.

Undine Gräfe hat mehrere dieser Poster an den Wänden ihrer Buchhandlung am Greußener Markt aufgehängt. Die beiden 5. Klassen des Gymnasiums haben sich angemeldet. Denn zum gestrigen Welttag des Buches hat der Börsenverein der deutschen Buchhandels die Schüler zu dieser Art Schnipseljagd, wie Undine Gräfe es nennt, aufgerufen.

Im November vergangenen Jahres hatte das Thüringer Kultusministerium die Schulen auf diese Aktion hingewiesen, erinnert Deutschlehrerin Annegret Zahn. Bis Mitte Januar habe man dann die Gutscheine für die Teilnahme bestellen können. Dafür gab es dann für jeden das Büchlein “Ich schenk dir eine Geschichte”, aus dem auch die Fragen für das Rätsel stammen. Die richtig ausgefüllten Fragebögen gehen dann zurück nach Frankfurt, wo sie an einer großen Verlosung teilnehmen. Bei der man eine Reise oder andere Preise gewinnen kann, weiß die Buchhändlerin.

“Ich finde es gut, dass wir die Bücher hier abholen und sie nicht in die Schule geschickt werden”, sagt Annegret Zahn. Dadurch betritt manches Kind zum ersten Mal eine Buchhandlung. Obwohl: In diesem Alter gehörten sie noch zur Lese-Generation, weiß die Lehrerin. Die sitzen noch nicht den größten Teil ihrer Freizeit vor dem Fernseher. Auf jeden Fall fördere eine derartige Veranstaltung das Interesse am Lesen.

So fragte Gräfe als Erstes auch nach dem Unterschied zwischen einer Buchhandlung und einer Bibliothek - für Annegret Adelmeyer leicht zu beantworten. Sie verstärkt demnächst das Team der Schulbibliothek. Weil die Schüler der 10. Klassen, die hauptsächlich die Ausgabe der Literatur übernehmen, wegen der Prüfungen kaum noch Zeit haben, rückt nun der Nachwuchs nach.

Dass mit solchen Veranstaltungen die neue Generation von Lesern herangezogen wird, hat auch Gräfe beobachtet. Wenn die Mädchen und Jungen mit der Klasse im Geschäft waren, kommen sie oft mit ihren Eltern wieder und werden treue Kunden. “Die Hemmschwelle ist weg”, sagt sie.

Jörg Riesmeyer / 24.04.12 / TA

 

Im Golmsdorfer Kindergarten wird noch selbst gekocht

Im Pumuckel-Kindergarten in Golmsdorf wird viel Wert auf gesunde Lebensweise gelegt. Mit eigener Küche und Sauna. Die Tariferhöhung belastet die Gemeinde jedoch enorm, weshalb die Elternbeiträge erhöht werden müssen.

Golmsdorf. Fragt man die Knirpse aus dem Pumuckel-Kindergarten in Golmsdorf, was sie am liebsten essen, dann kommt die Antwort prompt: Nudeln. Mit Tomatensoße oder mit Fleisch, das ist egal. Vielleicht auch noch Eierkuchen und Bratwurst mit Kartoffelbrei.

Köchin Edelgard Beyer kennt natürlich die Lieblingsgerichte der Kinder und kocht sie auch. Aber nicht jeden Tag. “Bei uns gibt es jeden Tag Gemüse und Obst, weil das gesund ist”, sagt sie. Dafür steht sie jeden Tag frühmorgens schon in der kleinen Küche des Kindergartens, putzt Gemüse, kocht Pudding und rührt in Töpfen. Kurz nach 11 Uhr steht das Essen, dasEdelgard Beyer gekocht hat, auf dem Tisch. Dann heißt es “Guten Appetit!”

Der Kindergarten in Golmsdorf ist einer von zwei im nördlichen Saaletal, der noch selbst kocht. “Wir haben uns bewusst dafür entschieden, weil wir Wert auf gesunde Ernährung legen”, sagt Kita-Leiterin Petra Apel. “Essen aus der Assiette, das schon in aller Herrgottsfrühe gekocht und dann kilometerweit herangefahren wird, wollen wir nicht haben.” Daneben lernen schon die Jüngsten, wie man sich ein gesundes Frühstück zubereiten oder leckere Kuchen selbst backen kann dafür steht eine Kinderküche zur Verfügung, in der man nicht nur Koch und Köchin spielen, sondern richtig sein kann.

Dass eine eigene Küche den finanziellen Rahmen der Kindereinrichtung sprengen würde, das stimme nicht, sagt Apel. “Unsere Eltern zahlen 1,75 Euro für das Mittagessen, inklusive aller Getränke für den ganzen Tag 2,05 Euro”, ergänzt sie. Um die Betreuung der Mädchen und Jungen kümmern sich in dem gemeindeeigenen Kindergarten sechs Erzieherinnen, angestellt sind daneben die Köchin und eine Reinigungskraft. “Die Gemeinde gibt jährlich 121 000 Euro für den Kindergarten aus, das ist eine Menge Geld”, sagt Bürgermeister Peter Ganß. Rund 178 000 Euro kommen an Elternbeiträgen und Zuschuss vom Land dazu. “Doch ein Kindergarten bringt Leben ins Dorf, deshalb betreibt die Gemeinde die Kindereinrichtung”, sagt er. Daran werde nicht gerüttelt auch wenn die jetzt vereinbarten Gehaltserhöhungen für die Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes erhebliche Probleme bringen.

“Wir müssen dadurch allein in diesem Jahr 18 000 Euro mehr aufbringen”, sagt Ganß. Im Haushalt der Gemeinde findet sich das Geld nicht. “Wir werden um eine Erhöhung der Elternbeiträge nicht umhin kommen”, räumt er ein. Dass es da Diskussionsbedarf geben wird, ist ihm klar. Dennoch gibt er zu bedenken, dass der Kindergartenplatz in Golmsdorf, verglichen etwa mit einem in Jena, sehr preiswert ist. “Wir verlangen höchstens 100 bzw. 120 Euro für ein Kind unter drei Jahren. In Jena kostet das 100 Euro mehr. Und in Golmsdorfwerden auch einige Jenaer Kinder betreut zu Gemeindepreisen selbst gekochtes Essen und eigene Sauna inklusive.”

Die benachbarte Großstadt dafür anders in die Pflicht zu nehmen, ist die zweite Sache, die der Golmsdorfer Bürgermeister angehen will.

Angelika Schimmel / 24.04.12 / OTZ

 

Kleine Zwergenland-Gärtner aus Eisenberg pflanzen mit Feuereifer

Mädchen und Jungen des Montessorihauses Zwergenland in Eisenberg pflanzen Rote Beete und Salat. Komplettes Hochbeet mit Erde, Samen und Stecklingen von der Edeka-Stiftung geschenkt.

Eisenberg. Als kleine Gärtner hatten die Kinder der Hase-und-Igel-Gruppe des Eisenberger Montessorihauses Zwergenland gestern alle Hände voll zu tun.

Begeistert waren sie dabei, ein Gemüse-Hochbeet anzulegen. Alles, was sie dazu brauchten, bekamen sie von der Edeka-Stiftung Hamburg geschenkt Beet-Rahmen, Erde, Pflanzen und Samen, sogar die “Äpfli und Karottina”-Schürze. “Die Kinder lernen Gemüse als gesundes und leckeres Lebensmittel kennen und können an den Beeten Verantwortung für die Pflanzen übernehmen. Gemüse wächst nun einmal nicht im Supermarkt”, sagte Roberto Jungmann, einer der Stiftungsmitarbeiter, die die Aktion begleiteten. “Nehmt eure Hände hoch, schüttelt sie kräftig durch und dann gehen wir damit in die Erde und machen alles schön glatt”, forderte er die Knirpse auf. Es brauchte keine fünf Minuten bis nahezu alle befanden, dass sie einmal Gärtner werden wollen. Viel zu schnell waren dann die 27 Pflanzen und Saatbänder in die Erde gebracht.

Roberto Jungmann zeigte den Zweieinhalb- bis Fünfjährigen die verschiedenen Samen und Pflanzen, ob Eisbergsalat, Lollo Rosso, Mangold, Radieschen, Rote Beete, Kohlrabi, Möhren oder Kapuzinerkresse. “Was ist das ?”, wollte er wissen. “Gras”, so die vielstimmige Antwort. Nun wissen sie, dass es Schnittlauch ist.

Die Aktion der Edeka-Stiftung “Aus Liebe zum Nachwuchs. Gemüsebeete für Kids” wird 2012 fünf Jahre alt. Seit ihrem Startschuss im Jahr 2008 haben bundesweit rund 50 000 Kinder in 550 Kindergärten und Kindertagesstätten zu Harke, Schaufel und Gießkanne gegriffen und Gemüsebeete eingerichtet. Die Stiftung fördert bundesweit einige Tausend Projekte, die auch Themen wie “Gesunde und bewusste Ernährung” zum Inhalt haben. Auch in diesem Frühjahr geht die “grüne Welle” weiter und 250 neue Gemüsebeete kommen hinzu. Das des “Zwergenlandes” ist auf Initiative von Thomas Wenzel, Inhaber des Edeka-Marktes Eisenbergdabei. “Ich habe mich dafür beworben. Unter allen Bewerbern entscheidet dann das Los. Da es auf mich fiel, wollte ich den Mädchen und Jungen der in der Nähe unseres Marktes gelegenen Kindereinrichtung eine Freude machen”, sagte er.

Das Beet wird nun vom Kindergarten bewirtschaftet, und die Kinder können die Früchte ihrer Arbeit selbst ernten. Fünf Jahre lang wird die Pflanzaktion von dem Eisenberger Markt betreut immer mit neuer Erde, Samen und Pflanzen. Zusätzlich erhielten die Kinder Lernmaterialien, ein Buch über Gemüse mit Liedern, Gedichten, Geschichten und Wissenswertem sowie ein kleines Bastel-Malbuch.

“Liebe zur Natur, Achtung vor der Arbeit, das ist ganz wichtig”, sagt die Leiterin des Montessorihauses, Ina Fiedler. “Jedes Jahr wird sich eine andere Gruppe um das Beet kümmern. Im Herbst gibt es dann ein Erntefest.”

Margit Kasper / 24.04.12 / OTZ

 

Schüler aus Großengottern gestalten neue Sonderausstellung

Mit der Bauweise und den Handwerkstechniken der Germanen von vor über 2000 Jahren hat sich die Klasse 7c des Friedrich-Ludwig-Jahn-Gymnasiums aus Großengottern im vergangenen Schuljahr einmal intensiv beschäftigt.

Niederdorla. Während eines Geschichtsprojektes haben die jungen Leute die rekonstruierten historischen Wohnstall- und Grubenhäuser des Freilichtmuseums Opfermoor im Maßstab von etwa 1:25 möglichst detailgetreu nachempfunden.

Für die Modelle wurden ebenso wie einst bei den Originalen als Baumaterialien nur Lehm, Schilf und Holz verwendet. Zu den kreativen Baumeistern gehört Alina Görmar ausNiederdorla, die sich das große Wohnstallhaus des Freilichtmuseums als Vorlage ausgewählt hatte.

So bestehen die Hauswände des Modells aus Flechtwerk mit Lehm und Holz, wobei das Dach mit Schilf gedeckt ist. Alina gab dem Reporter gegenüber hinter vorgehaltener Hand zu, dass ihr der Opa geholfen habe.

Besonders viel Mühe gab sich beispielsweise auch Lara Panknin aus Schönstedt, die mit dem Wohnstallhaus, dem Speicher, einer Feuerstelle, einem Brunnen, Holzlagerplatz und Getreidegarben nahezu eine komplette germanische Siedlungsstelle en Minature entstehen ließ.

“Wir sind dem Gymnasium Großengottern sehr dankbar, dass es unser Museum in den vergangenen Jahren immer wieder durch Seminarfacharbeiten unterstützt und bereichert hat”, sagte Siegfried Fernau vom Museum am Mittelpunkt Deutschlands gestern Nachmittag bei der offiziellen Eröffnung der kleinen Sonderausstellung mit den 19 Schülerarbeiten. Diese sollen für zwei Monate in Niederdorla zu sehen sein.

Bei der gestrigen Veranstaltung erinnerte Fernau daran, dass bereits drei Schüler des Gymnasiums Großengottern ein Grubenhaus auf dem Freigelände gebaut hätten. Zu den Schülerbeiträgen zählen weiterhin Modelle und Zeichnungen der Heiligtümer und Kultstätten sowie ein Baum-Lehrpfad auf dem Freigelände.

Reiner Schmalzl / 24.04.12 / TA

 

100 Jahre Grete-Unrein-Schule in Jena

Die Jenaer Grete-Unrein-Schule feiert mit 2000 Gästen 100 Jahre Schulgebäude. Alte und junge Absolventen erinnern sich gern an ihre Schule. Das Schulmuseum ist weiter geöffnet und das Musical “Gretes Blues” wird am Donnerstag noch einmal aufgeführt.

Jena. Das hatte die Grete-Unrein-Schule so noch nicht erlebt: Dicht bevölkert war das altehrwürdige Gebäude am Sonnabend zum Treffen der Ehemaligen anlässlich 100 Jahre Schulhaus. Gut 2000 Besucher werden es gewesen sein, die der Jubilarin im Laufe des Tages ihre Ehre erwiesen, darunter viele Schüler von einst, aber auch eng mit der Schule verbundene Lehrer wie Renate Herbig, Helga Hucke, Siegbert Mantek und Ruth Dorsch, um nur einige zu nennen.

Einen ganz besonderen Grund hatten Ursula und Rudolf Schäfer wieder in die Schule zu kommen. Sie erwarben nicht nur vor 50 Jahren hier ihr Abitur, sondern fanden auch ihr Lebensglück. “Mit uns hat sich damals der Pädagogische Rat befasst. Schülerliebe so was ging ja gar nicht”, erinnert sich Ursula Schäfer. “Doch als die Lehrer sich das genauer anschauten, merkten sie, dass wir beide schon 18 und damit volljährig waren,” erzählt Rudolf Schäfer. Beide heirateten später, studierten und arbeiteten an der Akademie der Wissenschaften und am Uniklinikum.

So manche Geschichte aus alten Schultagen kam am Sonnabend hoch, zum Beispiel während der lockeren Gesprächsrunde in der voll besetzten Aula. Renate Herbig, von 1992 bis 2007 auch Schulleiterin, kam 1970 an die Grete-Unrein-Schule. Sie weiß noch genau, wie stark doch damals die Bürokratie ins private Leben eingegriffen hatte. “Ich übernahm damals eine 8. Klasse, und einige Mädchen war schon recht attraktiv und schminkten sich natürlich. Doch das war genauso wenig gern gesehen bei der Schulleitung wie lange Haare oder westliche Werbung auf Kleidung und Taschen. Manches Mal musste ich mit einigen Mädels auf die Toilette gehen und bei kaltem Wasser warmes gab es gar nicht die Schminke wieder abwaschen.”.

Auch der Unternehmer und Betreiber des traditionsreichen Elektrogeschäfts Unterm Markt, Helmut Uhrlau, berichtet von schwierigen Zeiten. “Ich habe hier 1953 das Abitur geschafft, aber erst im 2. Anlauf, weil man es mir als Kind aus einer privaten Unternehmerfamilie wahrlich nicht leicht gemacht hatte. Dann kam der 17. Juni 1953, und ich ging mit vielen Mitschülern über die Straße zu der Menschenmasse, die das Gefängnis belagerte. Eine Woche später trat ich dann nochmals vor der Prüfungskommission an, und ich packte es.”

Die Erinnerungen der meisten Besucher am Sonnabend an ihre Jahre in der Grete-Unrein-Schule waren sehr gut, wie auch aus jener Klasse zu hören war, die wie fünf andere das Jubiläum genutzt hatte, um gleich ihr Klassentreffen zu machen. Es sei das erste nach 48 Jahren gewesen, und gekommen wären fast alle, obwohl sie überall in Deutschland und sogar in der Schweiz verstreut leben. Eine der Damen weiß noch genau, wie sie ihrem Werklehrer, Herrn Kober, Rizinusöl in den Tee gemacht hatte.

Schulleiter Rüdiger Schütz freute sich, dass mit dem Jubiläum alles so gut gelaufen ist. Man habe viel Zuspruch erfahren. Das zeige, wie sehr sich die Schüler von einst verbunden fühlen mit ihrer Schule. Deshalb soll das Schulmuseum noch zwei Wochen länger geöffnet bleiben, wie er gestern ankündigte. Und auch das Buch “Aus der Geschichte einer Hundertjährigen” über die Entwicklung der Grete-Unrein-Schule wird weiterhin in der Schule und auch in der Bücherstube am Johannisplatz zu haben sein. Besucher sollten sich einfach im Sekretariat melden. Außerdem wird das Schulmusical “Gretes Blues” nach erfolgreicher Wiederaufführung in der Vorwoche nun noch einmal eine Zugabe erleben: Am Donnerstag, 26. April, 19 Uhr, sind alle Interessenten dazu in der Aula der Schule willkommen.

Michael Groß / 24.04.12 / OTZ

 

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