Pressespiegel 26. April 2012
Sven Senier | 26. April 2012 | 21:55 Uhr
Erfurt gedenkt der Opfer des Amoklaufs vor zehn Jahren
Quelle: Nicole Meißner / 26.04.12 / tag
Am heutigen Donnerstag gedenken viele Menschen in Thüringen, Deutschland und der Welt den Opfern des Amoklaufs am Gutenberg-Gymnasium vor zehn Jahren. Die Glocken der Andreaskirche, die der Schule benachbart ist, wurden um 10.55 Uhr geläutet. Zur Erinnerung an den Beginn der Tat am 26. April 2002 stimmten 11 Uhr für fünf Minuten auch alle anderen Glocken der Landeshauptstadt mit ein.
Erfurt. Am Gutenbergplatz hatte sich die Schulgemeinde des Gutenberg-Gymnasiums 11 Uhr an der Gedenktafel getroffen, wo die Namen der Opfer der Bluttat verlesen worden. Neben Schülern, Lehrern und Schulleiterin Christiane Alt nahmen auch Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU), Kultusminister Christoph Matschie und Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein (beide SPD) teil. “Die Wunden sind noch nicht verheilt”, sagte Lieberknecht. Es sei, als wäre es gestern erst geschehen. Matschie sagte, dass die Trauer bleibe, die Ohnmacht jedoch nicht geblieben sei.
Insgesamt hielten hier etwa 300 Menschen inne. Sie gedachten der Opfer des Amoklaufs auch mit weißen Luftballons, Blumen, Texten und Musik. Viele Menschen umarmten einander minutenlang und weinten. Besonders bewegend war die Rede eines Schülers. Die Schule steht noch bis 14 Uhr für Begegnungen offen.
In der Andreaskirche findet bereits zur Mittagszeit eine Andacht statt, eine weitere wird es um 18 Uhr unter dem Motto “Tausend Jahre – wie ein Tag” geben. Ruth-Elisabeth Schlemmer, Pfarrerin der Andreaskirche, sagte dazu: “Für viele Menschen ist auch nach zehn Jahren der 26. April ein schwerer Tag. Das, was damals in unserer Stadt im Gutenberg-Gymnasium geschah, veränderte ihr Leben. Bruder, Partner, Freundin, Mutter, Tochter, Großvater, Enkel fehlen.” Als Zeichen der Verbundenheit lädt daher die Andreaskirche zum Gedenken ein. Hier sollen Kerzen für die Opfer des Massakers angezündet werden.
Um 13 Uhr wird im Gebäude der Polizeidirektion Erfurt ein Raum der Stille eröffnet. Dort soll künftig auch des am 26. April 2002 in der Gutenbergschule erschossenen Polizisten Andreas Gorski gedacht werden.
Bereits am Vormittag hatte das Theater im Palais um 10 Uhr ein zu dem Theaterstück “Escape”. Das Einpersonenstück frei nach R. Lewandowski widmet sich dem Thema der Gewalt an der Schule eingeladen. Am Abend geht es auch im Theater Erfurt um das Thema der tödlichen Waffen im Schießsport. Unter dem Titel “Die Würde der deutschen Waffenschränke ist unantastbar” treten in einer einmaligen Aufführung neben bekannten Schauspielern auch die Liedermacher Gerhard Schöne und Stephan Krawczyk auf. Sie hatten nach den Geschehnissen in Winnenden vor drei Jahren mit anderen Künstlern den Aufruf “Keine Mordwaffen als Sportwaffen” verbreitet. Darin forderten sie das Verbot von tödlichen Waffen für den Schießsport. Im zweiten Teil des Abends sprechen der Autor Roman Grafe und der Bundestagsabgeordnete Wolfgang Wieland von den Grünen. Der einstige Vorsitzende des Schulfördervereins am Gutenberg-Gymnasium, Prof. Harald Dörig, verwies im Vorfeld des Tages darauf, dass auch der norwegische Massenmörder Anders Breivik als Sportschütze legal an Schusswaffen gelangte. Dörig spricht sich seit Jahren für das Verbot der Lagerung von Schusswaffen in Privathaushalten aus.
Am heutigen 26. April 2012 wird an vielen öffentlichen, und natürlich auch privaten, Orten an die Opfer des Amoklaufs erinnert.
Am 26. April 2002 hatte der 19-jährige Robert Steinhäuser zwölf Lehrer, eine Sekretärin, zwei Schüler und einen Polizisten erschossen. Anschließend tötete er sich selbst. Der sogenannte Amoklauf war der erste durch einen Schüler verübte Amoklauf an einer Schule in Deutschland.
Nicole Meißner / 26.04.12 / tag
Ilmkreis: Unklarheit über Verlängerung der Verträge von Hortnerinnen
Quelle: TA
Die befristeten Arbeitsverträge für die Erzieherinnen laufen aus und es wird zwischen Kreis und Land noch über die Verlängerung gestritten. Der Landrat sichert aber allen Betroffenen zu, dass sie weiter beschäftigt werden.
Ilmkreis. Es gibt Aufregung derzeit in den Horten des Kreises und bei den Eltern der Hortkinder. “Ich fände es gut, wenn Sie über die Streichung von Erzieherinnen-Stellen in der Hortbetreuung berichten würden”, schrieb eine Leserin. “Wir Eltern sind aufgeregt und wissen davon nur vom Hörensagen.”.
Tatsächlich stehen derzeit 57 Horterzieherinnen im Kreis vor dem Problem, dass sie nur einen befristeten Arbeitsvertrag bis Ende Juli haben – und noch nicht wissen, wie es weiter geht. Das liegt an dem 2008 begonnenen Pilotprojekt zur Kommunalisierung der Schulhorte. Es hat sich bewährt, da sind sich alle Seiten einig. Dazu wurden 57 zusätzliche Hortnerinnen und Erzieherinnen in den Grundschulen des Ilmkreises eingestellt doch das Projekt läuft jetzt nach vier Jahren aus – und damit auch die befristeten Arbeitsverträge. Das Arbeitsrecht schreibt vor, dass sich Arbeitnehmer mit einem befristeten Vertrag ohne klare Abschlusslösung rechtzeitig beim Arbeitsamt zu melden haben. Dies wurde auch den Hortnerinnen geraten, rein formal, sagt das Landratsamt. Doch die Aufregung war trotzdem groß.
Denn es ist zwar geplant, das Modellprojekt fortzuführen und auch die Hortnerinnen weiter zu beschäftigen, aber über die Bedingungen gibt es Streit zwischen Kultusministerium und Kreis. Der Kreistag hat in seiner jüngsten Sitzung zwar einer Verlängerung des Hortmodells zugestimmt, aber nur für ein Jahr, um Nachverhandlungen über die Bedingungen zu erzwingen. Das lehnt das Kultusministerium ab: Einen Vertrag soll es nur über vier Jahre geben – oder gar nicht. “Wir können nicht nur für ein Jahr eine neue Lösung finden”, sagt Gerd Schwinger, Sprecher des Kultusministeriums in Erfurt, “das wäre unverantwortlich gegenüber den betroffenen Hortnerinnen, die eine sichere Perspektive brauchen”.
Landrat Benno Kaufhold (CDU) weist diesen Deutungsversuch zurück. “Wir wollten nie eine Verunsicherung der Hortnerinnen”, sagt er, “sondern wir sind einfach nicht mit den Bedingungen zufrieden, die uns das Land in den Vertragsentwurf geschrieben hat”. Es ginge dabei zum Beispiel um die Ungleichbehandlung der neu eingestellten Kolleginnen gegenüber jenen, die aus dem Landesdienst gekommen sind: “Es sind einige Fragen offen”.
Und so sehen viele Hortnerinnen im Augenblick auch ihre eigene Zukunft offen. Margit Reber, Hortkoordination der Grundschule Am Stollen in Ilmenau, sagte unserer Zeitung, dass über das Modell an ihrer Schule im Hort fünf Erzieherinnen zusätzlich eingestellt worden sind. “Würden diese Stellen ersatzlos wegfallen”, so Reber, “ist der Hortbetrieb nicht aufrecht zu erhalten.” Am Mittwoch nach einer Zusammenkunft von 22 Hortleiterinnen in Gräfenroda gab es auch keine neuen Erkenntnisse. “Wir wissen nicht, an wem es bisher scheitert”, sagte Reber.
Ein Scheitern der Verhandlungen wäre eine Katastrophe, das sehen auch der Kreis und das Ministerium so. “Würden die Horte jetzt wieder in Landesträgerschaft fallen, könnte das Land die anstehenden Aufgaben gar nicht erfüllen”, sagt Kaufhold. Und es stünden außerdem gute Horterzieherinnen auf der Straße.
Deshalb gab es am Mittwoch dann doch noch einige Telefonate zwischen Arnstadt und Erfurt – und wohl auch eine Lösung. Der Ilmkreis-Landrat wird den vom Kultusministerium vorgelegten Vier-Jahres-Vertrag unterschreiben, in dem auch eine Kündigungsklausel enthalten ist. Und er wird in der nächsten Sitzung den Kreistag über diese Veränderung informieren. Verbunden ist das mit der Zusicherung an alle Horterzieherinnen, dass ihre befristeten Verträge verlängert werden. “Ich garantiere, dass jede Hortnerin auch nach dem 1. August noch in ihrem Hort arbeitet.”
André Heß / 26.04.12 / TA
7. Schul-Energie-Tag in Arnstadt
Quelle: TA
Etwa 300 Schüler aus dem gesamten Ilmkreis nahmen am Mittwoch am 7. Schul-Energie-Tag in Arnstadt teil. Die Stadtilmer verteidigten erfolgreich ihre Projektarbeit. Sieger im Solarbau-Wettbewerb gekürt.
Arnstadt. “Erneuerbare Energien – gut fürs Klima” stand mit großen Lettern an der Bühne, auf der am Mittwoch der 7. Schul-Energie-Tag im Ilmkreis eröffnet wurde. Gastgeber der Veranstaltung in der Turnhalle in der Goethestraße waren diesmal die Regelschule “Robert Bosch” sowie die Grundschule “Dr. Harald Bielfeld”. Sie haben auf ihrem gemeinsamen Schuldach eine große Solarstromanlage und arbeiten seit 2010 auch als “Sonnenschulen” zusammen – gute Voraussetzungen also, um junge Leute für das Thema zu begeistern.
Gemeinsam wurde auch das Eröffnungsprogramm gestaltet. Dabei stellten die Grundschüler ihren brandneuen Solar-Song vor, mit dem sich Grundschule und Kindersolarzentrum “Prof. Solarius” für den Wettbewerb “EU-Preis Erneuerbare Energien” bewerben. Die Regelschüler wiederum zeigten, welche Talente unter anderem als Sänger, Tänzer und Trommler in ihren Reihen schlummern.
Anschließend begann die Praxisbörse mit zahlreichen Ständen und Informationen zu Projekten, Ausstellungen, Präsentationen und Experimenten mit dem Schwerpunkt erneuerbare Energien. So traten die Schüler am Stand der Stadtwerke kräftig in die Pedale, um kleine Rennautos anzutreiben. Bei der Firma Bosch Solar-Energie konnte sich Mädchen und Jungen über berufliche Perspektiven informieren.
Unterdessen schlug in Raum 8 für Maximilian Winckler, Florian Börner und Philip Zillmer die Stunde der Wahrheit. Die Zehntklässler aus der Regelschule Stadtilm verteidigten vor zahlreichen Zuhörern ihre Projektarbeit, in der sie sich mit Unterstützung durch die Firma Karber & Breitwieser in Griesheim mit der Nutzung der Sonnenenergie beschäftigt hatten. Wobei neben technischen und ökologischen auch die ökonomischen Aspekte von Photovoltaik- sowie Solarthermieanlagen eine wichtige Roll spielten. So bewerteten die Schüler die neu beschlossene Kürzung der Einspeisevergütung kritisch. Sie macht die Investition für Verbraucher zunehmend unwirtschaftlich und gefährdet in der Region viele Arbeitplätze. Für die souveräne Präsentation erhielten alle drei ein Glatte 1.
Grund zur Freude hatten auch die sechs Gewinner im Solarbauwettbewerb, an dem sich sowohl Grund- als auch Regelschüler beteiligten. “Es wurden 97 Startersets ausgegeben – und 34 Solarmobile haben wir zurückbekommen”, freute sich Angelika Schröder vom Energie- und Umwelt e.V. in Ilmenau, in dessen Händen die Koordination der Woche der erneuerbaren Energien liegt, über die rege Teilnahme am Wettbewerb sowie an der gestrigen Veranstaltung. Aus dem Südkreis war ein ganzer Bus voll Interessierter nach Arnstadt gekommen, insgesamt gab es nach Schätzungen 300 Teilnehmer. Der 8. Schule-Energie-Tag wird 2013 im Goethe-Gymnasium in Ilmenau stattfinden.
Antje Köhler / 26.04.12 / TA
23 Mini-Streicher
Quelle: TA
Die Käthe-Kollwitz-Grundschule in Nordhausen verfügt über eine ausgesprochen musikalische Klasse: die Streicherklasse. 23 Mädchen und Jungen aus der zweiten Klassenstufe lernen in Zusammenarbeit mit der Nordhäuser Kreismusikschule seit Jahresanfang Violine, Bratsche, Cello und Kontrabass.
Nordhausen. “Wir wollen mit dem Projekt möglichst viele Kinder mit den Streichern in Berührung bringen und Talente entdecken”, erklärte gestern Kreismusikschulleiter Holger Niebhagen. Mit der Bläserklasse am Humboldt-Gymnasium habe man in dieser Hinsicht sehr gute Erfahrungen gemacht, so Niebhagen weiter. Seine Einrichtung war auf die Kollwitz-Schule zugegangen. “Wir waren von Beginn an sehr begeistert”, erläutert Musiklehrerin Nicol Orth, die die Streicherklasse unterstützt. Seit Januar verwandelt sich einmal in der Woche – immer dienstags in der vierten Stunde – die Aula der Käthe-Kollwitz-Schule in eine kleine Konzerthalle.
Dann üben die Mädchen und Jungen mit den Musikschullehrerinnen Annamaria Sass und Ulrike Neubert auf ihren Instrumenten. In einem ersten Schritt konnten die kleinen Musiker die verschiedenen Instrumente ausprobieren und sich für eines entscheiden. Der Klassensatz der in China produzierten Instrumente wird über das Land Thüringen finanziert, der Unterricht über Elternbeiträge und den Zuschuss des Landkreises. Statt mit Noten und Saitennamen arbeiten die Lehrerinnen mit Symbolen, Farben und Lauten. Am Anfang wird gezupft, später werden die Bögen zu Hilfe genommen. “Auf diese Art und Weise lernen die Kinder sehr schnell”, erklärt Musiklehrerin Orth.
So schnell, dass die Kinder nach nur dreimonatiger Probezeit mit zwei Musiktiteln am Thüringer Streicherklassentreffen in Weimar teilnehmen konnten. Nicht alle Zweitklässler lernen in der Streicherklasse. Kinder, die schon ein Instrument lernen oder an dem Unterricht nicht teilnehmen wollen, haben sogenannten Ergänzungsunterricht. Für das kommende Schuljahr plant die Kollwitz-schule eine weitere Streicherklasse. Ein zweiter Instrumentensatz steht dafür schon zur Verfügung. Die Kreismusikschule plant darüber hinaus, in Kooperation mit einer weiteren Schule eine Akkordeonklasse anzubieten. Die Schüler Jona-Faye Diener, Amelie Vogt und Leyla Özkaplan (von links) mit ihren Violinen.
Susanne Bernstein / 26.04.12 / TA
Landrat Benno Kaufhold (CDU) weist diesen Deutungsversuch zurück. “Wir wollten nie eine Verunsicherung der Hortnerinnen”, sagt er, “sondern wir sind einfach nicht mit den Bedingungen zufrieden, die uns das Land in den Vertragsentwurf geschrieben hat”. Es ginge dabei zum Beispiel um die Ungleichbehandlung der neu eingestellten Kolleginnen gegenüber jenen, die aus dem Landesdienst gekommen sind: “Es sind einige Fragen offen”.
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