Pressespiegel vom 10. Februar 2010
Martin Oeltermann | 10. Februar 2010 | 08:28 Uhr
Guten Morgen liebe LeserInnen,
gestern Morgen las ich folgendes Zitat. “Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist.” (Henry Ford) Kurz darauf hatte ich eine Diskussion mit meiner Tochter über die Möglichkeit etwas Neues auszuprobieren und sie weigerte sich grundsätzlich darüber nachzudenken, in ihren gewohnten Ablauf etwas Neues einzufügen. Mit knapp 13 schon so unflexibel zu sein, warf ich ihr vor, sei doch nicht zu glauben. Daraufhin machte sie mich auf verschiedene Verhaltensweisen von uns Eltern aufmerksam und ich musste die Segel streichen. Den restlichen Tag habe ich versucht in meinem Umfeld bewusst unter diesem Aspekt auf Kollegen und Freunde zu achten. Ja, wir neigen dazu, am liebsten nur die Aufgaben zu übernehmen, die uns leicht von der Hand gehen. Ja, auch versuchen die meisten von uns eher einen gewohnten Rythmus zu leben (was ja prinzipiell nicht nur negativ sein muss). Aber wie oft zeigt sich im alltäglichen Umgang mit unseren Kindern, dass wir in viel zu festen Bahnen denken und leben. Natürlich brauchen Kinder ein festes Gerüst, um sich orientieren zu können und wir Eltern haben die Aufgabe die nötige Stütze für die Entwicklung zu sein. Doch leider und das stelle ich auch immer wieder selber fest, neigen wir allzu oft dazu unsere Kinder unnötig zu reglementieren und ihre kreative Entwicklung einzuschränken oder gar zu unterbinden. Ich wünsche mir, dass jeder von uns ein klein wenig die Kreativität, die Lust aufs Leben, die Neugier auf das noch Ungewisse und die rebellische, hinterfragende Haltung der Jugend wiederfindet. Lasst uns den Kindern nicht nur ein starres Regelkorsett vorleben, sondern ihnen das besondere am Leben und Lernen mit auf den Weg in die Zukunft geben.
In diesem Sinne: Carpe diem!
Ihr/Euer Martin Oeltermann
Kauder fordert Sanktionen gegen Schulschwänzer
Der Unions-Fraktionsvorsitzende Volker Kauder (CDU) fordert ein härteres Vorgehen gegen die Eltern von Schulschwänzern. „Ich finde es skandalös, dass in Berlin hingenommen wird, dass junge Leute Deutsche, aber vor allem Zuwanderer die Schule schwänzen.“
Quelle: Handelsblatt vom 30.01.2010
dpa BERLIN. Der Unions-Fraktionsvorsitzende Volker Kauder (CDU) fordert ein härteres Vorgehen gegen die Eltern von Schulschwänzern. “Ich finde es skandalös, dass in Berlin hingenommen wird, dass junge Leute Deutsche, aber vor allem Zuwanderer die Schule schwänzen.”
Das sagte Kauder dem Nachrichtenmagazin “Focus”. Zu den Sanktionen könne die Reduzierung staatlicher Leistungen etwa beim Kindergeld gehören. Viele Menschen glaubten, ihre einzige Perspektive sei Hartz IV und das Verweilen im Arbeitslosengeld II ihr natürlicher Lebensweg, sagte Kauder. “Diese Leute müssen wir aus der Isolations-Ecke rausholen”, forderte der Fraktionschef von CDU/CSU. Natürlich müsse man “immer zuerst versuchen, mit den Eltern ins Gespräch zu kommen, um ein Problembewusstsein zu erzeugen”, sagte der CDU-Politiker. “Verweigern die Eltern sich, muss aber über Konsequenzen nachgedacht werden.”
Von der Leyen sieht Chance für Kinder
Quelle: FW vom 09.02.2010
Arbeitsministerin Ursula von der Leyen hat das Hartz-IV-Urteil des Bundesverfassungsgerichts als Chance für Kinder begrüßt. Gerade der in der bisherigen Regelung vernachlässigte Bereich von Bildung und Bedarf in der Schule müsse jetzt in den Vordergrund rücken, sagte die Ministerin.
Karlsruhe (dpa)
Sozialverbände sprachen von einer «schallenden Ohrfeige» für die Regierung, da nun das gesamte Hartz-IV-System reformiert werden müsse. Karlsruhe entschied, dass die Hartz-IV-Regelsätze verfassungswidrig sind. Der Gesetzgeber muss bis zum 31. Dezember eine Neuregelung schaffen.
„Wir wollten, dass Schule mehr ist als nur Unterricht“
Tag der offenen Tür – Anstrengen, entspannen, bewegen – Zeit der Veränderung
Quelle: FW vom 8.02.2010
Meiningen. Einen Tag der offenen Tür bietet die Meininger Regelschule Am Kiliansberg morgen von 13 bis 15.30 Uhr allen
zukünftigen Fünftklässlern und deren Eltern an. Hintergrund sind erfolgreiche anderthalb Jahre als „Schule mit ganztägigem Angebot“, im Volksmund schlicht Ganztagsschule genannt.
Es folgt ein Elternabend für die Regelschüler in spe am 23. Februar ab 19 Uhr – Beratungslehrerin Bianka Hohmann wird auch hier den Interessenten das Ganztagskonzept vorstellen.
„Nach anderthalb Jahren haben wir uns an den neuen Ablauf gewöhnt“, schmunzelt Schulleiterin Christina Eichhorn. „Denn der Tagesrhythmus ist nun wirklich einschneidend anders. Früher gingen die Schüler 12.45 Uhr nach Hause. Jetzt geht der Unterricht bis 14.30 Uhr. Bis 15.30 Uhr schließen sich die Kurse an. Nach anfänglichen Diskussionen und viel Skepsis können wir jetzt feststellen: Das Modell hat sich bewährt. Eltern wie Schüler sind begeistert.“ Denn die Ganztagsschule bringt nun mehr Farbe, mehr Lebendigkeit in den Schulalltag, Lernen wird mit Spiel und Spaß verknüpft und In-die-Schule-Gehen bereitet den Fünft- und Sechstklässlern mehr Freude.
Übergang erleichtern
„Wir wollen mit dem Modell den beiden ersten Jahrgängen der Regelschule den Übergang von der Grundschule erleichtern. Ein weiterer positiver Effekt: In den Klassen fünf haben wir seit Jahren erstmals wieder Eltern, die sich engagieren. Auch der Elternstammtisch ist zur regelmäßigen Institution geworden“, ergänzt Bianka Hohmann, Beratungs- sowie Deutsch- und Geschichtslehrerin.
Rhythmus mit Pause
Der neue Tagesablauf der Ganztagsschule „hat einen immer wiederkehrenden Rhythmus von Anstrengung, Entspannung und Bewegung mit Pausen. Die Disziplin der Schüler hat sich spürbar verbessert“, so die Schulleiterin. 7.25 Uhr starten die ersten beiden Stunden in den fünften und sechsten Klassen. Von 9 bis 9.10 Uhr gibt es ein gemeinsames Frühstück. Es folgt die dritte Stunde. 10 Uhr ist Hofpause – „alle gehen an die frische Luft, um richtig durchschnaufen zu können. Das überlassen wir nicht dem Selbstlauf“.
Individuelle Lernzeit
Nach der vierten Stunde folgt von 11 bis 12 Uhr die individuelle Lernzeit und der wiederum bis 13 Uhr die Mittagsfreizeit. „Dabei ist unser Schwerpunkt, dass Schüler und Lehrer gemeinsam essen. Der Erzieher kann dabei Einfluss auf Tischsitten nehmen, auf Benehmen. Denn viele Kinder essen zu Hause nicht mehr mit den Eltern, sind auf sich selbst gestellt“, betont Bianka Hohmann. Und: „Die Schüler müssen nicht das essen, was im Angebot ist. Sie können durchaus Leckereien von zu Hause mitbringen.“
Von 13 bis 14.30 Uhr sind weitere zwei Unterrichtsstunden eingetaktet. Danach bis 15.30 Uhr die Kurse. Ob kochen, tanzen, basteln, Computerarbeit, Theater oder Alte-Spiele-Spielen in der Turnhalle: Die Lehrer organisieren diese Stunde über das Projekt „Jugendarbeit an Schulen“ und rechnen sie beim Jugendamt des Landratsamtes ab. Eingebunden dabei ebenso Eltern, ehemalige Schüler oder Vereine als Kursleiter. Der Träger der Jugendarbeit ist im Landkreis Schmalkalden-Meiningen im Übrigen das DRK. „Das ist uns eine riesige Unterstützung. Sie glauben gar nicht, wie viel Arbeit – Ehrenamtsarbeit in großen Teilen – in den Kursen steckt“, betont Christina Eichhorn.
Spielerisch lernen
Dienstag ist Mathe-Tag. Mit einem sogenannten Rechentrainer lernen die Kinder das mathematische Denken auf rein spielerische Art und Weise. Mittwoch ist Lese- und Sprachentag. „Unter anderem bieten wir dabei das Pro-Lesen-Projekt an. Die Kinder sitzen dann bei mir auf dem Fußboden und lesen – im Wechsel zwischen laut und leise“, so Bianka Hohmann.
Keine Hausaufgaben
Donnerstag haben die anderen Fächer den Vorrang. „Der Vorzug des Ganztagskonzeptes ist ohne Zweifel, dass die Kinder zu Hause keine Hausaufgaben mehr zu erledigen haben. Damit stehen allen die gleichen Voraussetzungen für gute oder schlechte Leistungen zur Verfügung. Die Kinder besitzen alle das gleiche Ausgangswissen für die nächste Stunde.“ Unabhängig davon, ob ein Kind in einer sozial schwachen Familie lebt oder eben nicht.
Bianka Hohmann: „Natürlich sind dafür ganz enge Absprachen aller Kollegen notwendig. Wenn ich zum Beispiel im Geschichtsunterricht die Pyramiden behandle, dann kann ich sie nicht auch noch basteln. Das erledigen die Kinder dann mit einem anderen Kollegen in der individuellen Lernzeit am Donnerstag.“ So visualisieren die Schüler das im Unterricht Gelernte und prägen es sich besser ein.
Christina Eichhorn: „Wir wollten, dass Schule mehr ist als nur Unterricht. Im vorigen Jahr knüpfte die Hausaufgaben-Stunde noch direkt an den Unterricht an. Das erschien uns in der Praxis als nicht so günstig. Hausaufgaben sind vor 150 Jahren entstanden, weil der Unterricht verkürzt wurde. Um das zu kompensieren, führte man Hausaufgaben ein. Nach 150 Jahren schein es uns an der Zeit, etwas zu verändern! Also haben wir das geändert 2010. Hausaufgaben haben sich also überholt. Jetzt gibt es die individuellen Lernzeiten – da knüpfen die Kinder dort an, wo sie Defizite haben und können so ihre Wissenslücken schließen.“
Vorreiter
Schulen mit ganztägigem Angebot „gibt es in unserem Schulamtsbezirk meines Wissens nur bei uns und dann noch in Floh-Seligenthal. Wir jedenfalls fühlen uns unterdessen sehr wohl mit dem Modell.“ Kerstin Hädicke
EU bemängelt Schwächen beim Schutz von Minderjährigen im Internet
Quelle: OTZ vom 9.02.2010
Brüssel (AFP) – Minderjährige müssen nach Ansicht der EU-Kommission in sogenannten sozialen Netzwerken im Internet besser geschützt werden. Darum sollten persönliche Angaben und Fotos standardmäßig nur von Bekannten eingesehen werden dürfen, forderte die Behörde in einem zum “Tag des sicheren Internets” am Dienstag veröffentlichten Bericht. Die Anbieter sozialer Netzwerke seien ihren Pflichten bislang nicht voll nachgekommen.
Die Kommission hatte mit externen Fachleuten rund 25 Internetangebote wie Facebook, SchülerVZ, MySpace und Youtube unter die Lupe genommen. Sie gehören zu 20 Unternehmen, die sich 2009 selbst verpflichtet hatten, den Schutz Minderjähriger im Internet zu erhöhen. Sie wollten beispielsweise Vorkehrungen gegen Pädophile verbessern, die dort Informationen über Kinder sammeln oder Kontakte zu knüpfen versuchen.
Die meisten Firmen hätten die Risiken tatsächlich vermindert, “indem sie die Änderung von Datenschutz-Einstellungen, das Blockieren von Nutzern und das Löschen unerwünschter Kommentare und Inhalte erleichtert haben”, urteilte die Kommission. “Ich erwarte jedoch von allen Unternehmen, dass sie mehr tun”, erklärte die scheidende Medien-Kommissarin Viviane Reding, die in der neuen Kommission für Justiz und Grundrechte zuständig ist.
Besonders bemängelte die Kommission, dass nur in 40 Prozent der Fälle bei minderjährigen Nutzern die Profile standardmäßig allein von Bekannten eingesehen werden können. Ist das nicht der Fall, können sich Fremde etwa ungehindert die von Kindern und Jugendlichen eingestellten Fotos ansehen oder lesen, was diese in der Freizeit tun oder wo sie zur Schule gehen.
Die Kommission kritisierte auch mangelhafte Reaktionen auf die Bitte um Hilfe. “Nur ein Drittel der einschlägigen Unternehmen” antworte auf solche Meldungen. Und nur die Hälfte der Firmen habe es unmöglich gemacht, Profile Minderjähriger per Suchmaschine aufzuspüren.
Die in Deutschland sehr populäre Seite SchülerVZ enthalte ausführliche altersgemäße Informationen über Gefahren im Netz, heißt es in dem Bericht. Auch dass persönliche Daten standardmäßig nur für Freunde einsehbar seien, lobten die Tester. Es fehle aber eine externe Alterskontrolle, so dass sich Erwachsene auf SchülerVZ als Jugendliche ausgeben könnten. Die Tester kritisierten zudem mangelhafte Möglichkeiten, persönliche Angriffe zu melden.
Den US-Giganten Facebook kritisierte Reding am Dienstag dafür, noch im Januar und damit nach Fertigstellung des Berichts Einstellungen so geändert zu haben, dass persönliche Daten standardmäßig Fremden offenstünden. “Facebook war einer der besten” bei der Umsetzung der Selbstverpflichtung, erklärte Reding. Sie hoffe daher, dass das Unternehmen den Schritt rückgängig mache.
Die Kommission wandte sich auch an die Nutzer selbst. Jeder zweite Teenager in Europa gebe im Netz Persönliches preis. Unter Umständen könne dies “für immer” online bleiben und von aller Welt gesehen werden. Das Motto bei Einträgen (“Posts”) im Netz müsse darum lauten: “Erst denken, dann posten!”
Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) forderte anlässlich des Tags des sicheren Internets in Berlin “ein staatliches Siegel” für vertrauenswürdige Internetangebote. Dies gelte nicht nur im Blick auf Minderjährige, sondern auf alle Nutzer. Der Staat und die Wirtschaft müssten mehr gegen die Sammlung und Nutzung von Daten ohne ausdrückliche Zustimmung der Verbraucher tun.
Verfassungsrichter kippen Hartz IV-Regelungen
Quelle: OTZ vom 9.02.2010
Karlsruhe (AFP) – Die Hartz-IV-Sätze verstoßen nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts gegen das Grundgesetz und müssen bis zum Jahresende neu berechnet werden. Nach dem Richterspruch aus Karlsruhe kündigte die Bundesregierung rasche Korrekturen an. Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) betonte am Abend die soziale Tragweite des Urteils.Die Sozialverbände sprachen von einer “schallenden Ohrfeige” für die Politik und forderten eine schnelle Erhöhung der Hartz-IV-Sätze vor allem für Kinder.
Der Gesetzgeber muss dem Urteil zufolge bis zum Jahresende die Hartz-IV-Leistungen neu fassen und für Kinder grundsätzlich neu berechnen. Die Verfassungsrichter machten dabei keine Vorgaben über die Höhe der Leistungen, bemängelten aber deren pauschale Festsetzung. Rückwirkend höhere Leistungen für die knapp sieben Millionen Betroffenen lehnte das Gericht ab.
Gerichtspräsident Hans-Jürgen Papier sagte, die Höhe der Leistungen sei aus dem Grundgesetz nicht direkt abzuleiten. Die gegenwärtigen Sätze seien aber “nicht in verfassungsmäßiger Weise ermittelt worden”. Die gegenwärtigen Hartz-IV-Leistungen gehen von einer “Eckregelleistung” von 359 Euro aus. Kinder zwischen sieben und 14 Jahren bekommen davon 70 Prozent (251 Euro), jüngere Kinder 60 Prozent (215 Euro). Hinzu kommen Ausgaben für eine “angemessene” Unterkunft und Heizung und gegebenenfalls “Mehrbedarfszuschläge”, etwa für Alleinerziehende.
Besonders scharf rügte das Bundesverfassungsgericht die Leistungen für die rund 1,7 Millionen betroffenen Kinder. So gehörten Ausgaben für Schulsachen “zum existenziellen Bedarf eines Kindes”, blieben bislang aber unberücksichtigt.
Das Gericht habe in seinem Urteil neben dem “körperlichen Existenzminimum” auch die Bedeutung von gesellschaftlicher Teilhabe und sozialen Beziehungen unterstrichen, sagte von der Leyen im ZDF-” heute-journal”. “Das gehört für das Gericht und für uns alle hier im Staat zum Existenzminimum hinzu.”
Die geforderten Neuregelungen müssten nicht zwangsläufig durch Geldleistungen gewährleistet werden, sondern könnten auch in Dienst- oder Sachleistungen erbracht werden, sagte die Ministerin. Als Beispiele nannte sie Materialien für die Schule, oder Nachhilfe für die Kinder, deren Eltern ihnen in einem bestimmten Fach nicht helfen können. Inwiefern mit dem Urteil höhere Kosten für den Staat entstehen und wie diese bezahlt werden könnten, dazu wollte sich von der Leyen nicht äußern.
Schule für das Umfeld öffnen
Vor einem Jahr startete im Unstrut-Hainich das Testmodell “Weiterentwicklung der Thüringer Grundschulen”. Erstes Fazit des Landratsamtes: Mehr Personal ist für die Kinder da und die Schulen profitieren von den Freiräumen bei der Gestaltung zusätzlicher Angebote.
Quelle: TLZ vom 8.02.2010 von Anke KÜHN
Bessere Qualität in der Betreuung und die Möglichkeit, individueller auf die Schüler einzugehen. Was sich nach einem Wunschtraum vieler Lehrer und Eltern anhört, soll – unter anderem – durch das Erprobungsmodell “Weiterentwicklung der Thüringer Grundschulen” erreicht werden. Gestartet 2008 als Modellversuch in vier Landkreisen nimmt daran seit einem Jahr auch der Unstrut-Hainich-Kreis teil, schloss dazu eine Vereinbarung mit dem Kultusministerium, die vorerst bis Ende Juli 2012 läuft. Nun wurde im Landratsamt eine erste Bilanz gezogen.
Der Erfolg, den Landrat Harald Zanker (SPD) dem Projekt grundsätzlich bescheinigt, sei zum einen an der Personalentwicklung ablesbar: 120 Erzieher und drei Sozialpädagogen arbeiten mittlerweile im Rahmen des Modells in den 24 kommunalen Grundschulen im Kreis. Dabei gab es 19 zusätzliche Neueinstellungen, 14 Übernahmen von Landesbediensteten und zusätzlich 17 befristete Beschäftigungserhöhungen. Dazu kommen seit Anfang 2010 zwölf befristete Helferkräfte zur Unterstützung im Schulalltag. War vor dem Einstieg in das Modell statistisch gesehen ein Erzieher für 25 Kinder zuständig, sind es inzwischen durchschnittlich nur noch 20. Gleichzeitig stieg der Anteil der Grundschüler, die einen Hort besuchen, von rund 72 auf 76 Prozent an.
Und auch die inhaltliche Umsetzung könne sich, so Zanker, sehen lassen. Wie theoretisch beabsichtigt hätten sämtliche Grundschulen das Projekt genutzt, um ihre Nachmittagsangebote im Sinne des jeweiligen Konzepts auszubauen. Bewährt hätte sich dabei, dass die Schulen viel Eigenverantwortung bei der Ausgestaltung haben, individuell entscheiden können, ob sie beispielsweise einen Sozialpädagogen einstellen oder verstärkt auf externe Partner, etwa örtliche Vereine oder Organisationen, setzen wollen.
Durch letztere Variante wurden übrigens 61 Honorar- und Leistungsvereinbarungen für Angebote von Sport über Umwelt bis zum Buschtrommeln geschlossen. Anknüpfungspunkte gab es auch für die Bürgerstiftung und das Projekt “Kinderfreundlicher Landkreis”. “Die Kreativität der Schulleiter und ihrer Hortkoordinatoren ist gefragt. Und es ist gewollt, dass unter den Schulen ein gewisser Druck herrscht, sich zu bewegen”, schildert Zanker einen weiteren Effekt.
“Deutlich geworden ist, dass wir uns dem Ziel nähern, die Bildungslandschaft in unserer Region nachhaltig weiterzuentwickeln, die Schulen zu öffnen und das Umfeld hereinzulassen”, erklärt Kerstin Grünewald, Regionalkoordinatorin für das Projekt im Landratsamt. Oder wie es Harald Zanker formuliert: “Schule muss wieder mehr im Leben stehen.”
Stärker möchte er in diesem Jahr in dem Zusammenhang das Thema Ganztagsschule angehen, was seiner Meinung nach im Freistaat bisher “nicht gelebt” werde. “In einem Jahr um diese Zeit sollen sich Schulen im Kreis positioniert haben, die diesen Weg gehen wollen”, so Zankers Ansage. Das soll deshalb auch einer der Schwerpunkte sein, die bei einer Fachtagung mit Erfahrungsaustausch im April im Mittelpunkt stehen.
Der 10te Februar in der Weltgeschichte
Was soll ich sagen, es war doch wieder eine Menge los im Laufe der Vergangenheit. So fand 1605 die Uraufführung von Shakespeares “Kaufmann von Venedig” und 1653 die von Molières Komödie “Der eingebildete Kranke” statt (übrigens spielte M. die Titelrolle selbst und starb nur eine Woche später während der Aufführung auf der Bühne). 1823 findet der erste Rosenmontagszug in Köln statt und 1942 erhält Glenn Miller die erste Goldene Schallplatte überhaupt (nicht der Sonderzug nach Pankow, aber so ähnlich). Für uns Thüringer natürlich interessant, vor allem im Hinblick auf Olympia am Wochenende, schafften die Biathletinnen Henkel, Glagow (damals noch nicht unter der Haube) und Wilhelm bei der WM vor genau drei Jahren einen Dreifachsieg im Massenstart-Rennen. Unter den vielen Geburtstagskindern fällt die Wahl heute eher schwer, daher Glückwünsche an alle.
Noch mehr vom Historischem unter: Wiki-ich-krieg-einfach-nicht-genug-de
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