Pressespiegel vom 28. Januar 2010
Sylke Wolf | 28. Januar 2010 | 23:05 Uhr
Liebe Leser, liebe Eltern
Nur noch ein Tag …… dann ist es so weit. Unsere Kinder bringen ihre Zeugnisse nach Hause. Wir sind gespannt, zum Teil wissen wir bereits welche Note für welches es Fach es gibt. Zeugnisse sind Noten und Ausdruck der schulischen Leistung.
Verleihen sie wirklich diesen Ausdruck? Welcher Wert steckt hinter der Leistung. Ist uns das wirklich bewußt was unsere Kinder Tag täglich leisten müssen? Sie sitzen mehrere Schulstunden auf ihrer Schulbank…… hören zu dem erklärenden Wort…….. Schülersprüche zeigen es auf.
Wer weiß schon, wie viel er wissen muss, um zu wissen, dass er noch zu wenig weiß.
Schülerspruch
Am Vormittag hat der Lehrer Recht, am Nachmittag frei.
Schülerspruch
Ich wünsche mir mehr Lehrer, die so in ihrem Beruf und ihrer Berufung aufgehen und die Klasse besitzen ihre Schüler mitzureißen. Viele davon hat Thüringen zu bieten. Sie leisten ihren Beitrag aus wissbegierigen Kindern schlaue Köpfe zu formen. Sie helfen den Unmut zu überwinden, wenn z.B. das Rechnen mal nicht so klappt. Sie setzten auch Grenzen, wenn der Übermut überschwappt und können genauso herzlich Lachen, wie es unsere Kinder tun. Helfen wir mit, das dies so bleibt.
Freuen wir uns auf den Zeugnistag und loben den Wert des Erlernten der uns immer und überall begleitet.
Ein Dank soll an dieser Stelle an alle meine männlichen Pressespiegel – Schreiber gehen. Danke für das Vertrauen in mein feministisches Wesen, Danke ein Teil – nun mit offiziellen Tag – dieser Seiten sein zu können. Danke
Herzlichst Eure/ Ihre Sylke Wolf
heute geht der erste Blick über den thüringischen “Tellerrand”
Ministerium gibt Handlungsbedarf bei Unterrichtsausfall zu
Region
Das Brandenburgische Bildungsministerium sieht Handlungsbedarf beim Ausfall von Unterrichtsstunden. Das geht aus der Antwort auf einen Hilferuf aus dem Landkreis Dahme-Spreewald hervor. Hunderte ausgefallener Schulstunden hatten im vergangenen Schuljahr für Diskussionen gesorgt. Ein Problem, dass es so ähnlich auch im Landkreis Oberspreewald-Lausitz geben dürfte. Konkrete Lösungen stellt das Ministerium jedoch nicht in Aussicht.
23.01.2010
Die vagen Aussagen des Ministeriums bedauert Sieglinde Borchert (CDU), Vorsitzende des LDS-Bildungsausschusses, der sich in dieser Woche mit dem Schreiben aus Potsdam beschäftigte. Nachdem allein in einem Halbjahr 5600 Schulstunden im Dahme-Spreewald-Kreis ausgefallen waren, hatten vor allem Eltern des stark betroffenen Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums in Königs Wusterhausen Alarm geschlagen. Daraufhin hatte der Bildungsausschuss die Verwaltung beauftragt, das Bildungsministerium auf die prekäre Situation aufmerksam zu machen. Inzwischen haben auch die Lübbener Schulleiter Ulrich Haase und Andreas Kurzhals bestätigt, dass Langzeiterkrankungen bei Lehrern und eine insgesamt zu geringe Vertretungsreserve die gesunden Lehrkräfte an die Grenzen ihrer Belastbarkeit führe. Auch die Möglichkeiten, durch gute Organisation Ausfälle aufzufangen, seien ausgereizt.
Weitere Forderungen
Während die Reaktion des Ministeriums aus Sieglinde Borcherts Sicht unkonkret und „nicht zufriedenstellend“ ausfiel, richteten besorgte Eltern ihre Forderungen in dieser Woche erneut ans Land. Diesmal im Gespräch mit dem SPD-Landtagsabgeordneten Klaus Ness im Friedrich-Wilhelm-Gymnasium. „Einige Eltern sagten, sie seien nicht länger bereit, den Nachhilfe-Unterricht für ihre Kinder zu bezahlen, weil die staatliche Schule es nicht mehr schaffe, ihnen das Notwendige für die Prüfungen beizubringen“, berichtet Sieglinde Borchert. Klaus Ness verspricht unterdessen auf seiner Internet-Seite, sich „in Gesprächen mit dem Bildungsministerium dafür einzusetzen, dass dieses Problem dort bald behoben wird“. Auch für die Förderschule Groß Köris werden laut Kreis-Bildungsdezernent Carsten Saß (CDU) vom Land konkrete Unterstützungsmöglichkeiten geprüft.
Mehr Langzeitkranke
Das Bildungsministerium schreibt an den Landkreis Dahme-Spreewald, dass sich die Unterrichtsausfallstatistik in den vergangenen zehn Jahren kaum verändert habe. „Auf das ganze Land bezogen hat der Ausfall nicht zugenommen“, heißt es weiter. Auch der Krankenstand der Lehrkräfte habe sich in den vergangenen Jahren nicht signifikant verändert, „und er ist im Vergleich mit dem Krankenstand im sonstigen öffentlichen Dienst auch nicht übermäßig hoch“. Richtig sei jedoch, dass die Zahl der langzeiterkrankten Lehrkräfte etwas zunehme. Das Ministerium empfiehlt daher den Schulen, „den möglichen Unterrichtsausfall durch bessere Planung von Ausflügen, Fortbildungen oder Prüfungen zu beeinflussen“, legt ihnen weiterhin Stillbeschäftigungen und Klassenzusammenlegungen nahe.
Dennoch gesteht das Ministerium in seinem Antwortschreiben ein, „dass das Thema Bekämpfung von Unterrichtsausfall auch in den nächsten Jahren einer dringenden Bearbeitung bedarf“. Dabei gehe es auch darum, „schwer betroffenen Schulen zusätzliche Unterstützung zu geben“.
Der Bildungsausschuss-Vorsitzenden Sieglinde Borchert geht das nicht weit genug. „Wir werden an dem Thema dranbleiben“, kündigt sie an, „und notfalls wieder unsere bildungspolitischen Sprecher einladen.“ Angesprochen werden soll das Thema erneut gegenüber Bildungsminister Holger Rupprecht (SPD), der am kommenden Montag in Lübben und Luckau zu Besuch sein wird.
Kreis hat „vitales Interesse“
„Der Landkreis hat ein vitales Interesse an diesem Thema“, bestätigt Bildungsdezernent Saß und schließt dabei die Gemeinden mit ein. „Denn in die Schulen sind in den vergangenen Jahren viele Millionen Euro investiert worden. Wir wollen, dass die neuen Sporthallen, Fachkabinette und Gebäude möglichst gut genutzt werden und nicht durch Ausfallstunden brach liegen.“ Großes Interesse habe der Landkreis zudem daran, die jungen Leute gut auszubilden, damit sie als erfolgreiche Fachkräfte Arbeit finden – möglichst im Landkreis selbst, der einen zunehmenden Fachkräftemangel erwartet.
Deshalb bleibe dieser bei seiner Forderung, „endlich eine Entscheidung zugunsten einer deutlich höheren Vertretungsreserve zu treffen und gleichzeitig mit verbesserten Rahmenbedigungen den Ursachen des hohen Stundenausfalls entgegenzuwirken“, heißt es in dem Brief ans Minsterium. Dazu gehöre auch „eine grundsätzliche Positionierung des Landes als Gewährsträger für gute Bildung“, weshalb „nun auch zusätzliche Lehrerstellen eingerichtet werden sollten und nicht wie bisher durch Kürzung in anderen Bereichen neue Angebote personell abgesichert werden“.
Von Ingvil Schirling
Jahrelanger sexueller Missbrauch an Berliner Jesuitenschule
An einer katholischen Eliteschule in Berlin hat es offenbar jahrelang systematischen Missbrauch von Schülern durch Jesuiten-Pater gegeben. Der Rektor der Schule entschuldigte sich nun in einem Brief an 600 ehemaligen Schülern.
Berlin (AFP) – An einem als Eliteschule geltenden katholischen Berliner Gymnasium hat offenbar jahrelang systematischen sexuellen Missbrauch von Schülern durch Priester gegeben. Der Rektor des von Jesuiten betriebenen Canisius-Kollegs, Pater Klaus Mertes, schrieb laut einem Bericht der Berliner “Morgenpost” in einem Brief an 600 ehemalige Schüler, dass mindestens zwei Padres in den 70er und 80er Jahren die Straftaten begangen hätten.
“Mit tiefer Erschütterung und Scham habe ich diese entsetzlichen, nicht nur vereinzelten, sondern systematischen und jahrelangen Übergriffe zur Kenntnis genommen”, schrieb Pater Mertes an die früheren Schüler. Die beiden unter Verdacht stehenden Padres haben die Schule und auch den Jesuiten-Orden laut Rektor Mertes in den 80er Jahren verlassen und seien seitdem nicht mehr an einer Schule tätig gewesen. Unter welchen Umständen sie das Kolleg verlassen hätten, sei unklar und soll untersucht werden.
Mertes wollte der “Morgenpost” nicht die genauen Opferzahlen nennen. “Die Wucht der Vorfälle hat mich aber erschlagen”, sagte er. Er habe den Opfern volle Diskretion zugesagt. Es stehe den Opfern frei, sich an die Polizei oder Öffentlichkeit zu wenden.
Wie eine Sprecherin der Berliner Staatsanwaltschaft auf Anfrage sagte, sind der Behörde gegenwärtig keine Anzeigen zu sexuellem Missbrauch am Canisius-Kolleg bekannt. Die in den 70er Jahren verübten Taten dürften zumindest weitgehend strafrechtlich verjährt sein, je nach Tatzeitpunkt könnten aber die Taten aus den 80er Jahren durchaus noch zu einer juristischen Verfolgung führen.
Die Verjährungsfrist für sexuellen Missbrauch beträgt zwar 20 Jahre, womit das Jahr 1990 das letzte in Frage kommende Tatjahr wäre. Allerdings setzt die Verjährung bei sexuellem Missbrauch von Kindern erst mit dem Vollenden des 18. Lebensjahrs des Opfers ein, sagte die Sprecherin.
Mertes räumte ein, dass bereits in den vergangenen Jahren vereinzelt Missbrauchsfälle bekannt geworden seien. Die Betroffenen hätten sich aber nicht offenbaren wollen. Nach einer schulinternen Veröffentlichung seien zum Jahreswechsel mehrere ehemalige Schüler auf ihn zugegangen. Deren Berichte hätten ihn überzeugt, dass es sich nicht um Einzelfälle, sondern einen systematischen und jahrzehntelangen Missbrauch handle.
28.01.2010 AFP
Lehrer zu verleihen
Bildung
Eine private Agentur will flexible Junglehrer an Schulen verleasen. Später können sie auf andere Berufe umsatteln.
Von FOCUS-SCHULE-Redakteurin Andrea Hennis
Künftig könnten sich Schulen Lehrer einfach leasen Noch existiert Lehrer-Lease, die „Beschäftigungsagentur für Lehrer“, nur auf dem Papier. Doch wenn alles nach Plan läuft, wird das Unternehmen ab 1. Januar2011 mit einem Geschäftsführer, einer Sekretärin und 20 Lehrkräften den Betrieb aufnehmen. Bis 2013 will man insgesamt 50 ausgebildete Pädagogen an Schulen vermitteln.
Ein cleveres Geschäftsmodell, das aus Lehrermangel und Unterrichtsausfall Kapital schlägt? Ein Sammelbecken für all jene, die nach dem Referendariat nicht unterkommen? Weder noch. Hinter dem Projekt stecken die gemeinnützige „Ruck Stiftung des Aufbruchs“, ein Berliner Notar und seine Vision. Hans Eike von Oppeln-Bronikowski möchte beweisen, dass Schule vom Beamtentum so wenig profitiert wie Obelix vom Zaubertrank. Und dass das Prinzip Fördern und Fordern nicht nur vor, sondern auch hinter dem Pult – also auch für Lehrer – Gültigkeit haben muss, wenn Bildung erfolgreich vermittelt werden soll.
Lebenslänglich Lehrer? Nein danke! Oppeln-Bronikowski ist überzeugt, dass gerade die qualifizierten Absolventen den Schuldienst auf Lebenszeit nicht als Abrahams Schoß, sondern als Sackgasse betrachten – weshalb sie dann doch lieber in die freie Wirtschaft gehen. „Insbesondere in den sogenannten MINT-Fächern (Mathe, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) kann nicht gewährleistet werden, dass das bisherige Berufsbild des Lehrers für junge Menschen noch attraktiv ist“, erklärt er. Ebenjene besonders Talentierten und Motivierten möchte der Notar über seine Vermittlungsagentur ans Lehrerpult locken. Das Unternehmen erwartet von seinen Bewerbern ein gutes bis sehr gutes Zweites Staatsexamen, die Bereitschaft zu ständiger Fortbildung, eine erfolgsorientierte Berufsauffassung sowie hohe kommunikative und soziale Kompetenzen.
Geboten werden ein auf drei Jahre befristetes Anstellungsverhältnis, ein erfolgsorientiertes Gehalt sowie die Möglichkeit, sich unterrichtsbegleitend in anderen Berufsfeldern zu qualifizieren. Die Probanden könnten sich beispielsweise bei einem Partnerunternehmen wie Apple oder Telekom technisch oder betriebswirtschaftlich weiterbilden oder in einer Nichtregierungsorganisation auf einen Job in der globalisierten Welt vorbereiten. Wesentlich sei der Blick über den Tellerrand, der den Lehrern auf Zeit nachhaltige Berufs- und Lebensperspektiven eröffne, die Unterrichtsqualität verbessere und „eine klare Win-win-Situation für Schulen, Betriebe und Absolventen“ darstelle.
Zwei Jahre Probezeit
In klassischen Vorstellungsgesprächen sollen Schulen und passende Bewerber zueinanderfinden. Maximal zwei Jahre haben sie Zeit, sich gegenseitig zu prüfen. Soll die Partnerschaft Bestand haben, mündet das Arbeitsverhältnis in einen Langzeitvertrag. Nach spätestens drei Jahren endet die Orientierungsphase der „Zeitarbeiter“ mit dem Eintritt in den Schuldienst oder der Entscheidung für einen anderen Berufsweg. In diesen drei Jahren, hoffen die Initiatoren, setzen sie an den Schulen Maßstäbe für ein neues Lehrerbild.
So weit der Plan. Fehlt nur noch ein Bundesland, das sich als Partner und Geldgeber zur Verfügung stellt. Grundsätzlich stehen die Chancen für Bildungsexperimente aller Art seit Pisa ja nicht schlecht. Noch dazu rangiert das Thema Lehrergewinnung und -qualifizierung derzeit ganz oben auf der Agenda der Kultusministerien.
Baden-Württemberg hat dabei eine ganz ähnliche Idee wie Lehrer-Lease – nur in umgekehrter Richtung. Dort bildet man nicht Lehrer bei der Telekom technisch weiter, sondern Telekom-Beamte aus dem technischen Bereich zu Lehrern aus. Die ersten zwölf Anwärter haben im September mit ihrer zweijährigen Ausbildung zum Grund- und Hauptschullehrer begonnen. Eine Qualifizierungsinitiative der ganz anderen Art.
Mit Gesten fesseln
Körpersprache
Stimmt die Körpersprache, klappt die Motivation. Wie Lehrer dank einfacher Tricks die Kommunikation mit der Klasse verbessern.
Von FOCUS-SCHULE-Redakteurin Simone Scheufler
Mit Körpersprache Aufmerksamkeit erwecken Auch wenn man nichts sagt, spricht man Bände. Denn der Körper sendet immer Signale darüber aus, was man gerade denkt oder fühlt. Blicke, Mimik, Gesten, Bewegung, Haltung und Spannung des Körpers, aber auch Tonlage der Stimme und Sprachstil übermitteln Informationen.
Diese Signale beeinflussen uns weit mehr, als wir glauben. Experten gehen davon aus, dass zwei Drittel der zwischenmenschlichen Kommunikation nonverbal funktionieren. Besteht ein Widerspruch zwischen dem, was eine Person sagt, und ihrer Körpersprache, vertraut das Gegenüber den Aussagen des Körpers. Denn viele Zeichen, wie rote Stressflecken im Gesicht, sind kaum zu kontrollieren und sagen deshalb unmittelbar, was Sache ist. Aufmerksamkeit schaffen
Körpersprache ist ein mächtiges Instrument, wenn man sie bewusst einsetzt. Vor allem für Lehrer: Sie stehen nämlich nie nur als Wissensvermittler vor ihren Klassen, sondern immer auch als Person. Wie sie das tun, entscheidet mit über den Lernerfolg ihrer Schüler. Denn Pädagogen mit wirkungsvoller Körpersprache bringen den Schulstoff nicht nur besser rüber, beim Publikum kommt auch mehr an. Weil sie Aufmerksamkeit schaffen für ihre Worte, die Zuhörer mit nicht sprachlichen Signalen motivieren. Sie machen so nebenbei müde Schüler munter. Oder umgekehrt.
Ein Beispiel: „Hält jemand mit der Körpersprache eines nassen Waschlappens vor einer Gruppe einen Vortrag und fängt an zu gähnen, wird jedes noch so interessierte Publikum müde“, sagt Joachim Bauer, der als Arzt, Neurobiologe und Psychotherapeut am Uniklinikum in Freiburg lehrt und arbeitet. „Denn das Gehirn simuliert, was andere tun oder fühlen.“ Dafür sind die sogenannten Spiegelneuronen verantwortlich. Das sind Nervenzellen im Gehirn, die beim Beobachter die Emotion auslösen, die er bei einem anderen wahrnimmt, zum Beispiel Müdigkeit. Sie spiegeln das Verhalten des Gegenübers.
Nonverbale Signale
Schüler entschlüsseln intuitiv nonverbale Signale ihrer Lehrer. Sie merken sofort, wie engagiert jemand auftritt, ob er bei der Sache ist oder schon während des Unterrichts das Ende der Stunde herbeisehnt. Das hat Folgen für ihre eigene Lernbegeisterung und Motivation. „Die zwischenmenschliche Beziehung von Lehrenden und Lernenden ist von überragender Bedeutung für das Lernen“, betont Joachim Bauer. „Schüler wollen vom Lehrer gesehen werden. Das spornt sie an. Kinder und Jugendliche sind bereit, für Beachtung und Anerkennung eine Menge zu tun.“
Kontakt richtig aufnehmen
Der Lehrer muss von Anfang an präsent sein Spiegeln Erwachsene durch freundliches, zugewandtes Verhalten mit entsprechender Körpersprache die Lernbemühungen der Kinder positiv wider, erhalten diese wichtige Aussagen über sich selbst: Zeigt ein Pädagoge etwa einem Schüler, dass er ihm zutraut, ein kompliziertes Problem zu lösen, wird dieser sich motivierter der Aufgabe stellen. Gibt der Erwachsene zu verstehen, dass das Kind die Hürde eher nicht nehmen kann, wird es dem Problem anders begegnen. Diese wechselseitige Reaktion ist nicht nur in der Schule wichtig. Sie gilt für alle zwischenmenschlichen Beziehungen, auch zwischen Eltern und ihren Kindern. Präsent sein von Anfang an ist die Herausforderung an einen Lehrer, der in die Klasse kommt. Die ersten Minuten des Unterrichts entscheiden, ob er mit den Schülern gleich den Faden aufnehmen, eine Kommunikation in Gang bringen kann. Keinesfalls sollte ein Lehrer den Start in die Stunde mit organisatorischen Fragen wie „Wer fehlt?“ oder „Wer hat das Heft vergessen?“ ruinieren.
Pausen gezielt einsetzen
Sofort mit einer Klasse Kontakt aufnehmen – wie geht das? „Ohne Körperspannung und Blickkontakt ist alles andere nichts“, weiß Rudolf Heidemann, Erziehungswissenschaftler an der Universität Tübingen. Erfahrene Redner machen vieles richtig, etwa mit einer dem Publikum zugewandten Körperhaltung. Sie schauen einzelne Zuhörer im Publikum an, während sie sprechen. Pausen setzen sie gezielt ein, variieren Stimmlage und Tonfall. Oft genug aber scheitert der Auftritt an seiner wichtigsten Voraussetzung: Die Körpersprache eines Lehrers kann nur dann wirkungsvoll sein, wenn die Schüler ihn auch sehen können und er sich nicht hinter seinem Pult verschanzt.
Die beste Position im Klassenraum befindet sich in der Nähe des Lehrertischs. Der Pädagoge steht frei, aufrecht, mit Spannung. Die Hände stecken nicht längere Zeit in den Hosentaschen. Sie unterstreichen mit ihren Bewegungen die Aussagen des Vortragenden. Ideal: weite, offene Kontaktgesten in Richtung der Schüler. Die Handflächen zeigen dabei nach oben.
Authentisch bleiben
Gelegentlich wechselt der Lehrer während seiner Ausführungen ruhig den Platz. Hastiges Hin-und-her-Laufen aber zieht die Aufmerksamkeit vom Inhalt der Rede ab. Und immer wieder: Blickkontakt mit dem Publikum, sonst fühlt es sich ignoriert. Denn Absichten drücken sich auch durch Blicke aus. Schweift beispielsweise der Blick des Lehrers öfter aus dem Fenster oder zur Tür, scheint er auch in Gedanken schon draußen zu sein.
Bewusste Körpersprache ist keine Schauspielerei. Sie soll die Ausstrahlung einer Person stärken. Je widerspruchsfreier das gelingt, umso glaubwürdiger, authentischer und überzeugender kommt ein Lehrer an – und auch das, was er seinen Schülern vermitteln will. Körpersprache Die typischen Lehrerposen
Die typischen Lehrerposen
- Verschränkte Arme gelten als Abwehrhaltung Die Barriere-Haltung
- Vor der Brust straff verschränkte Arme gelten als Abwehrhaltung, die Distanz schafft. Dazu passen der verkniffene Blick und die ausdruckslose Mimik.
- Besser: Hände in Höhe des Bauchnabels locker verbunden halten, dabei die Handflächen nach oben drehen. Oberarme nicht an den Körper drücken.
- Lehrer-Fachzeitschriften mit An- regungen für die Arbeit mit Kindern
Mit Gestik wichtige Inhalte betonen
Die Definitions-Öse
„Achtung, wichtig!“ drücken Gestik und Mimik aus. Das funktioniert gut, solange die Haltung nicht überstrapaziert wird.
Besser: Dynamischer wirkt eine asymmetrische Pose – rechte Hand mit Definitions-Öse nach oben führen, linke Hand auf Bauchnabelhöhe halten.
Der Zeigefinger schüchtert eher ein Die Lehrer-Pistole
Je näher der Lehrer beim Schüler steht, umso bedrohlicher wirkt der ausgefahrene Zeigefinger – und schüchtert damit ein, anstatt zu motivieren.
Besser: den gestreckten Arm etwas beugen, mit allen Fingern leicht aufwärts zeigen, Handfläche nach oben, den Körper dem Schüler zuwenden.
Milliardengewinne durch bessere Bildung
OECD-Studie
Schon kleine Verbesserungen bei der Qualifikation der Erwerbstätigen ziehen einer OECD-Studie zufolge enorme Wachstumseffekte nach sich, von denen kommende Generationen profitieren könnten.
Bessere Bildung bringt laut OECD enorme Vorteile für die Volkswirtschaft Zu geringe Investitionen in Bildung werden sich einer Studie zufolge auch für die deutsche Wirtschaft jahrelang bitter rächen. Eine langfristig finanziell gestärkte Ausbildung zahle sich für eine Volkswirtschaft viel spürbarer aus, als es kurzfristige Änderungen wie etwa die Steuerpolitik jemals leisten könnten. Das geht aus einer Untersuchung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervor. „Auch wenn es notwendig ist, die Rezession weiter zu bekämpfen, sollten dabei langfristige Politikziele nicht aus den Augen verloren gehen“, kommentieren die Autoren der Studie die Ergebnisse.
Reformen machen Deutschland reich
Ende vergangenen Jahres hatten Bund und Länder sich darauf verständigt, die Ausgaben für Bildung und Forschung bis 2015 auf zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts anzuheben. Auch angesichts der Wirtschaftskrise gilt dieses Vorhaben jedoch nicht als gesichert.
Pisa-Punkte sind Milliarden wert
Der OECD-Studie zufolge ist nicht die Dauer der Schulzeit, sondern die Qualität der erzielten Lernergebnisse ausschlaggebend. Besonders nachteilig sei es aus volkswirtschaftlicher Sicht, die Masse der Schüler mit nur geringem Kompetenzniveau anwachsen zu lassen. Die Forscher spielten verschiedene Szenarien durch. „Würde man es schaffen, alle Schüler in den kommenden 20 Jahren mindestens auf das Basiskompetenzniveau von 400 Pisa-Punkten zu bringen, könnte Deutschland zwischen 2010 und 2090 eine zusätzliche Wirtschaftsleistung von 12 000 Milliarden Dollar zu heutigen Preisen erwarten“, schreiben die Autoren der Studie. Dies entspreche mehr als dem Vierfachen der gesamten Wirtschaftsleistung eines Jahres. Für Österreich und die Schweiz ergäben sich laut OECD zusätzliche Wachstumseffekte in der Größenordnung des Dreifachen des gegenwärtigen Bruttoinlandsprodukts.
Die Organisation wies darauf hin, dass sich die Gewinne aus besserer Bildung mit solchen Projektionen nur grob abschätzen ließen. Trotzdem zeige die Studie, dass die Effekte bei Weitem größer seien als bei kurzfristiger makroökonomischer Steuerung: Auch wenn es notwendig sei, die Rezession weiter zu bekämpfen, „sollten dabei langfristige Politikziele nicht aus den Augen verloren gehen“, verlangte die Organisation. Ähnlich Ergebnisse hatte bereits eine Analyse des Münchner Ifo-Instituts ergeben. Der Ökonom Ludger Woßmann errechnete, dass durch effektive Bildungsreformen Deutschland langfristig 2,8 Billionen Euro erwirtschaften könnte – mehr als das derzeitige Bruttoinlandsprodukt.
mb/dpa
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Liebe Sylke,
klasse Worte und den Dank zurück an das schon immer zum Team gehörende feministische Wesen.
Martin
Quelle: Süddeutsche Zeitung 1995
Ihr Lieben
)
……..ich bleib der femininen Seite erhalten…………..
Danke Stimme – ein berechtigter Hinweis