Fragen auf die es (noch) keine Antworten gibt
Alexander Grimm | 29. Januar 2010 | 20:59 Uhr
Liebe Leserinnen und Leser,
gestern erschien eine Pressemitteilung Ihrer LEV, unsere Partner zeigen Solidarität, teilen unsere Ansicht.
Hier nun die Fragen auf die wir bisher leider keine Antwort aus dem TMBWK bekommen haben, auch ein Aspekt der beigetragen hat diese Pressemitteilung zu verfassen.
Erste FAQ zum Thema Gemeinschaftsschule:
Werden die gleichen Lehrpläne an der GemS unterrichtet wie an anderen staatlichen Schulen in Thüringen? Gibt es inhaltliche Unterschiede, wenn ja, welche? Sind diese Lehrpläne kompatibel mit denen der Regelschulen und Gymnasien?
Wie durchlässig ist die GemS? Ist ein Wechsel an eine Regelschule oder ein Gymnasium jederzeit möglich?
Werden alle Schüler von Klasse 1-8 in einem Schulgebäude unterrichtet? Wechsel von der Grundschule an GemS jederzeit möglich?
Wird in der GemS G8 oder G9 angestrebt? Wie befähigt sind die Schüler, einen G8-Abschluss zu erhalten? Werden sie womöglich am Gymnasium zurückgestuft? Was passiert nach Klasse 8, bezogen auf den Schulwechsel?
Wie hoch sind die Gemeinsamkeiten zur jetzigen Gesamtschule? Wo liegen die Unterschiede?
Wie werden die Lehrkräfte qualifiziert? Wird es einen separaten Studiengang geben? Wer wählt die Lehrkräfte für die GemS aus?
Werden in der GemS alle Lehrkräfte gleich entlohnt? Wird es Abstufungen zwischen Grundstufe und Sekundarstufe geben?
Thüringen leidet unter einem Fachlehrkräftemangel im Sprach- und NaWi-Bereich! Werden zusätzliche Lehrkräfte für die GemS eingestellt? Werden alle anderen staatlichen Schulen benachteiligt?
Sollten sich 50% der Schüler einer Klasse 4 entscheiden, doch auf ein Gymnasium zu wechseln, wie wird die dann stark verkleinerte Klasse weiter unterrichtet?
Werden die Mittel zur Anschubfinanzierung der GemS aus dem Finanzbudget aller anderen staatlichen Schulen entnommen? Entsteht hier eine Benachteiligung?
Wie werden die Fahrtkosten reguliert, wenn die GemS nicht im Einzugsgebiet liegt?
Wird die GemS eine Ganztagsschule mit Hortbetreuung? Können auch die Schüler der Sekundarstufe betreut werden?
Diese Fragen stellen unter anderem die Anliegen der Thüringer Eltern dar, entweder aus Sorge um entsprechende Berücksichtigung, zum anderen aus der Weitsicht die eben auch Eltern haben und in der Vergangenheit immer einbringen konnten.
Sie können die Fragen gerne hier kommentieren, Ergänzungen oder Hinweise hinterlassen.
Wir werden dazu auch hier ein Forum bereitstellen in dem diskutiert werden kann, dazu am Montag mehr.
Nun schauen wir ob es schnell wieder zu einer konstruktiven Zusammenarbeit kommt, wir sind bereit!
Ihr/Euer Alex Grimm
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Eltern warnen vor Schul-Schnellschuss
Erfurt. (tlz/mar) Thüringens Eltern wehren sich gegen einen “Schnellschuss” bei den neuen Gemeinschaftsschulen. Die Landeselternvertretung kritisierte scharf das Kultusministerium, das offenbar einen solchen Parforce-Ritt vorbereite. Peggy Katzer vom Landeselternverband regte im TLZ-Gespräch eine Verschiebung des Starts der neuen Schulform um ein Jahr an. So habe man genügend Zeit, gemeinsam mit Eltern und Lehrern alle Probleme im Vorfeld zu klären.
Vor allem beklagen die Eltern, dass ihre Mitwirkung bei der Erstellung des Konzepts für die neue Schulart, die längeres gemeinsames Lernen bis zur 8. Klasse bringen soll, überhaupt nicht erwünscht sei. “Nur in der direkten Zusammenarbeit zwischen Ministerium, Schulen und Eltern entsteht ein Konzept, das bestehen kann und gelebt werden will”, so Katzer. Ein nur nachträgliches Mitsprache- und Informationsrecht im Gesetzgebungsverfahren reiche dafür nicht aus. Katzer verwies darauf, dass erste Modellschulen schon im August an den Start gehen sollen. Mitte Februar soll dem Landesschulbeirat das Rahmenkonzept für die neue Schulform vorgestellt werden.