Elternmitwirkung offensichtlich nicht erwünscht
Alexander Grimm | 28. Januar 2010 | 20:35 Uhr
Pressemitteilung
Elternmitwirkung offensichtlich nicht erwünscht
Im Moment gibt es im Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur wohl kein wichtigeres Thema als die Fertigstellung des Rahmenkonzeptes für die Thüringer
Gemeinschaftsschule. Bereits im Jahr 2008 setzte sich die SPD-Landtagsfraktion um Christoph Matschie folgenden bildungspolitischen Schwerpunkt:
„…Unser Ziel ist daher die Thüringer Gemeinschaftsschule mit individueller Förderung und gemeinsamem Lernen aller Schüler bis einschließlich Klassenstufe 8. Wir werden im Laufe des Jahres unser Konzept der Thüringer Gemeinschaftsschule vorstellen und zeigen, welche konkreten Schritte zu deren Einführung gegangen werden müssen…“ (Beschluss Fraktionsklausur, Oberhof, 30.01.2008)
Jetzt, knapp zwei Jahre später und nun in Regierungsverantwortung, wurde eine Arbeitsgruppe zur Erarbeitung des Konzeptes einberufen. In dieser Arbeitsgruppe sind, trotz eines entsprechenden Angebotes der Landeselternvertretung zur Mitarbeit, Eltern nicht eingebunden. In der Zusammenarbeit zwischen dem Ministerium und der Landeselternvertretung der letzten Jahre war es eine Selbstverständlichkeit, dass Landesvertreter der Eltern in den verschiedenen Arbeitsgruppen zu Reformen und Entwicklungen der Thüringer Bildungslandschaft mitarbeiteten. Schließlich ist das sogar gesetzlich verankert (§1 Thüringer Verordnung über die Mitwirkung der Landesschülersprecher, der Landeselternsprecher und des Landesschulbeirats (Thüringer Mitwirkungsverordnung – ThürMitwV0 – vom 14. November 1996 (GVBl. S. 303)).
Auch das Konzept der Thüringer Gemeinschaftsschule liegt uns Eltern am Herzen. Nur in der direkten Zusammenarbeit zwischen Ministerium, Schulen und Eltern entsteht ein Konzept, das bestehen kann und gelebt werden will. Ein nur nachträgliches Mitsprache- und Informationsrecht im Gesetzgebungsverfahren, insbesondere wenn erste Beispielschulen schon im August an den Start gehen sollen, reicht hierfür nicht.
„…”Aber wenn Schulträger, Lehrer und Eltern mitziehen, könnten die ersten Schulen im August an den Start gehen.” …Allerdings lasse sich die neue Schule nicht im Hauruck-Verfahren durchsetzen, sagte der Minister…“ (MDR Thüringen, 07.01.2010)
Unsere bereits im Dezember 2009 gestellten Fragen zum Thema Thüringer Gemeinschaftsschule wurden jedenfalls bis zum heutigen Tag mit der Begründung des noch unfertigen Konzeptes nicht beantwortet.
Die Thüringer Eltern fordern das Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur auf, zu einer vertrauensvollen und konstruktiven Zusammenarbeit zurück zu finden.
Alexander Grimm
Landeselternvertretung Thüringen
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Lieber Alex,
Elternmitwirkwirkung war noch nie wirklich erwünscht und wird es auch in Zukunft nicht sein – denn wir haben ja – nach Meinung der Pädagogen – nicht wirklich Ahnung sondern nur einen anderen Standpunkt. Wir werden gerne gehört und dienen oft als Alibi und “Wahlvolk” (siehe vorletzter LET!!!!).
Deshalb lassen wir uns aber nicht enttäuschen oder entmutigen, denn steter Tropfen höhlt den Stein.
Wir Thüringer Eltern haben viele wirksame Stimmen, öffentliche und im Verborgenen wirksame. Du stehst nicht allein, wir stehen hinter Dir!
Ralf
Lieber Alex,
vielen Dank für deine offenen und konkreten Worte. Wir stehen an deiner Seite, der Elternseite. Wir sind vielleicht keine Experten, aber genau aus diesem Grund, sollten die von uns gewählten Landeselternsprecher bei diesen Neukonzeptionen unbedingt eingebunden sein.
Martin
Eltern warnen vor Schul-Schnellschuss
Erfurt. (tlz/mar) Thüringens Eltern wehren sich gegen einen “Schnellschuss” bei den neuen Gemeinschaftsschulen. Die Landeselternvertretung kritisierte scharf das Kultusministerium, das offenbar einen solchen Parforce-Ritt vorbereite. Peggy Katzer vom Landeselternverband regte im TLZ-Gespräch eine Verschiebung des Starts der neuen Schulform um ein Jahr an. So habe man genügend Zeit, gemeinsam mit Eltern und Lehrern alle Probleme im Vorfeld zu klären.
Vor allem beklagen die Eltern, dass ihre Mitwirkung bei der Erstellung des Konzepts für die neue Schulart, die längeres gemeinsames Lernen bis zur 8. Klasse bringen soll, überhaupt nicht erwünscht sei. “Nur in der direkten Zusammenarbeit zwischen Ministerium, Schulen und Eltern entsteht ein Konzept, das bestehen kann und gelebt werden will”, so Katzer. Ein nur nachträgliches Mitsprache- und Informationsrecht im Gesetzgebungsverfahren reiche dafür nicht aus. Katzer verwies darauf, dass erste Modellschulen schon im August an den Start gehen sollen. Mitte Februar soll dem Landesschulbeirat das Rahmenkonzept für die neue Schulform vorgestellt werden.
moin moin,
Klasse: ” Elternmitwirkwirkung war noch nie wirklich erwünscht und …
Deshalb lassen wir uns aber nicht enttäuschen oder entmutigen, denn steter Tropfen höhlt den Stein.”
Da sind wir seit 2001 dabei, im Bürgerfunk von Radio Bad SEgeberg / Offener Kanal Lübeck.
“Wir haben den Kanal, wir haben den Kanal, wir haben den Kanal… noch lange nicht voll … und machen deshalb weiter. Dazu wollen wir heute Abend kurz auf die PM und den Kommentar eingehen.
Klasse Arbeit, die Sie hier machen! Kein Wunder, dass Thüringen bei den PISA-”Siegern” ist in D.
MfG
reinhörn: http://www.rabs.info
reinlesen: http://www.schultid.de