Landeselternvertretung Thüringen

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« Landeselterntage review Der “Neue” – Willkommen… »

Pressespiegel vom 09. November 2009

Alexander Grimm | 9. November 2009 | 21:04 Uhr
Vorlesen mit webReader

Guten Abend,
ein proppenvoller Tag geht dem Ende zu.

Der 9. November, historisch – immerhin sind zwei Tage vergangen seit unseren Landeeselterntagen ;-)

Heute vor 20 Jahren – es ist allen bekannt, heute ausgerechnet bin ich dran. Kaum waren damals die Grenzen offen bin ich aus dem Westen abgehauen. :-) Spass beiseite, viel hat sich seitdem verändert und ich habe alles miterleben dürfen. Gerne erinnere ich mich an die ersten Tage als ich hier sehr herzlich aufgenommen wurde, meine neue Heimat, sie gefällt mir sehr.

Veränderungen die uns alle geprägt haben und täglich aufs neue bewegen, Veränderungen die durch uns entstanden – an vielen Orten.

Die Berliner Mauer, in der DDR auch als „befestigte Staatsgrenze“ oder (propagandistisch) als „antifaschistischer Schutzwall“ bezeichnet, war über 28 Jahre ein Teil der innerdeutschen Grenze. Vom 13. August 1961 bis zum 9. November 1989 trennte sie innerhalb der Viersektorenstadt West-Berlin von Ost-Berlin und von dem Gebiet der DDR, das ganz Berlin umgab. Die Mauer war eines der markantesten Symbole für den Ost-West-Konflikt und die Teilung Deutschlands.

Der 9 November in der Weltgeschichte

In den nächsten Tagen und Wochen werden wir uns mit den Themen der Landeselterntage beschäftigen, immer wieder werden neue Artikel erscheinen und die Tage beleuchten, aus einem anderen Blickwinkel betrachten. Noch heute werden Ergebisse aus  einem Interview veröffentlicht. Geführt von unserem Pressespiegelteam in Friedrichroda, mit niemand geringerem als Herrn Kultusminister Matschie. Ein Bericht von Axel Hoppe. Also, bleiben Sie noch ein bisschen wach ;-)

Bleiben Sie neugierig, bleiben Sie mutig, bleiben Sie uns wohlgesonnen.

Für Wunder muss man beten, für Veränderungen muss man arbeiten.
Thomas von Aquin – katholischer Kirchenlehrer
* 1225 in Aquino, † 07.03.1274 in Fossanova

Gemeinsam, niemals einsam
Ihr/Euer Alex Grimm

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TLZ

Matschie für Revision im Missbrauchsprozess

Erfurt. (ddp/tlz) Das Kultusministerium unter der neuen Führung von Christoph Matschie (SPD) setzt im Fall des am Donnerstag in einem Missbrauchsprozess vor dem Erfurter Landgericht freigesprochenen Grundschullehrers auf eine Revision der Staatsanwaltschaft. Zudem werden vom Ministerium mögliche Disziplinarmaßnahmen geprüft, so ein Sprecher.
Dem 41 Jahre alten ehemaligen Grundschullehrer war sexueller Missbrauch von Schutzbefohlenen in elf Fällen vorgeworfen worden. In dem Prozess hatte der seit Mai suspendierte 41-Jährige die Vorwürfe zurückgewiesen. Zudem hatten Gutachter die Glaubwürdigkeit der Kinderaussagen angezweifelt.
Dem Gericht zufolge hatte zwar vieles für eine Verurteilung gesprochen. Dem Angeklagten konnten die ihm vorgeworfenen Taten jedoch nicht mit der für eine Verurteilung erforderlichen Sicherheit nachgewiesen werden. Mit seinem Urteil entsprach das Gericht der Forderung der Verteidigung. Die Staatsanwaltschaft hatte auf eine dreijährige Haftstrafe plädiert.
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TLZ

Lesefest in der Abbe-Bibliothek

Jena. (tlz/lp) 150 Kinder und ihre Eltern folgten am Sonnabend der Einladung der Enst-Abbe-Bücherei zum Lesefest ins Volkshaus. Höhepunkt war am Nachmittag die Auszeichnung der besten Jenaer “Leseratten”. Bei diesem Wettbewerb standen sechs Bücher zur Auswahl, deren Inhalt in schriftlicher oder zeichnerischer Form verarbeitet werden konnte. Die Jury kürte am Ende die beiden Schülerinnen Filiz Mert und Lynn Henning von der Jenaplanschule zu den Siegern des Wettbewerbs für Grundschüler. Auch die Lobdeburg- und die Westschule beteiligten sich. Als Preise gab es Büchergutscheine und als Anerkennung ein Buch.
“Solche Lesefeste veranstalten wir zweimal pro Jahr, im Herbst gekoppelt mit dem Lesemarathon und in diesem Jahr mit der Aktion Deutschland liest”, sagte Bibliotheks-Leiterin Dr. Annette Kasper. Am Sonnabend stellte zudem der Schriftsteller Andre Pfeifer sein Erstlingswerk “Traumkinder. Die vier Elemente” vor. Nadja Sühnel aus der 7. Klasse der Jenaplan-Schule, die kürzlich Deutschlands beste Vorleserin geworden war, gab Lesetipps an Gleichaltrige weiter.
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TLZ

Langweilige Mathestunden

Jena. (tlz) “Helmut” ist Julia Tribkes Lieblingsfigur und “stiller Teilhaber” ihres kleinen ” Ein-Frau-Unternehmens”. “Helmut” taucht daher in ihren Arbeiten immer wieder auf: auf alltäglichen Gebrauchsgegenständen ebenso wie auf Bildern. Und sogar als Anziehpuppe ist “Helmut” zu haben – ganz so wie früher – aus Pappe.
Julia Tribke ist Cartoonistin. Doch wie wird man das? “Schuld daran sind die langweiligen Mathestunden in der Schule gewesen”, sagt sie und lacht. “Ehrlich. Meine Freundin und ich haben dort schon Comics gezeichnet. Die eine gab eine Figur vor, die andere zeichnete weiter und so fort.”
Studiert hat Julia Tribke Philosophie und Soziologie. “Brotlose Künste” also, mit denen man, wenn man nicht gerade in den Hochschuldienst einsteigen möchte, nur wenig Chancen hat auf dem Arbeitsmarkt. “Ich habe damals schon für eine Zeitung in Südthüringen Cartoons gezeichnet und ich kann sagen: Cartoons machen glücklich.”
Die Ideen für ihre Zeichnungen entstammen dem Alltag. “Manchmal erzählen mir aber auch Leute lustige Geschichten, die ich dann umsetze”, so Julia Tribke, die sich gestern zum ersten Mal am Jenaer Kunstmarkt im Volksbad beteiligte.
Beruflich illustriert sie unter anderem Firmengeschichten und “übersetzt” schwierige Produkte in Cartoons, “damit sie für die Kunden verständlicher sind”.
32 Jenaer Künstler und Kunsthandwerker zeigten gestern im Volksbad ihr Können. Fast 1000 Besucher kamen, 200 mehr als im Vorjahr.
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TLZ

Kindergärtnerin zu Bewährungsstrafe verurteilt

Gera. (ddp/tlz) Wegen Freiheitsberaubung sowie Nötigung und Körperverletzung in drei Fällen ist am Montag eine Kindergärtnerin vom Amtsgericht Gera zu einer Bewährungsstrafe von neun Monaten verurteilt worden. Die Richter verhängten zudem ein zweijähriges Berufsverbot gegen die 59-Jährige. Der stellvertretenden Leiterin eines Kindergartens im Landkreis Greiz wurde unter anderem vorgeworfen, Kleinkinder geschlagen sowie einen einjährigen Jungen in einem fensterlosen und unbeleuchteten Raum eingesperrt zu haben. Darüber hinaus hatte sie laut Anklage Kinder zum Essen gezwungen und sie als Strafe für volle Hosen kalt abgeduscht. In einem weiteren Fall soll sie ein an Neurodermitis leidendes Kind beim Wickeln derart grob abgerieben haben, dass es erhebliche Schmerzen erlitt.
In dem seit drei Tagen andauernden Prozess hatten Zeugen die Angeklagte mehrfach belastet. Die 59-Jährige hatte indes die Vorwürfe zum Prozessauftakt bestritten. Nach eigenen Angaben sei sie ein Mobbingopfer und seit September vorigen Jahres wegen psychischer Probleme krank geschrieben.
Die Staatsanwaltschaft hatte eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten gefordert. Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert. Das Gericht ordnete zudem an, dass die 59-Jährige 2400 Euro zugunsten des Kinderschutzbundes und einer Kindertagesstätte zahlen muss.
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
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TLZ

Junge mit lebensgefährlicher Alkoholvergiftung in Klinik

Ein erst sieben Jahre alter Junge ist in Berlin mit einer lebensgefährlichen Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert worden. Wie die Polizei mitteilte, fanden Passanten das zitternde und sich übergebende Kind am Sonntagabend auf einem Gehweg im Stadtteil Spandau. (DDP/AFP, Michael Gottschalk)
Berlin (AFP) – Ein erst sieben Jahre alter Junge ist in Berlin mit einer lebensgefährlichen Alkoholvergiftung ins Krankenhaus eingeliefert worden. Wie die Polizei mitteilte, fanden Passanten das zitternde und sich übergebende Kind auf einem Gehweg im Stadtteil Spandau. Der Junge, bei dem ein Blutalkoholwert von zwei Promille festgestellt wurde, musste demnach stationär auf der Intensivstation behandelt werden. Ersten Erkenntnissen der Polizei zufolge soll er mit seinem zwei Jahre älteren Bruder alkoholische Getränke auf einem Spielplatz getrunken haben, die er von dort ebenfalls anwesenden Jugendlichen erhalten hatte.
Angaben der Techniker Krankenkasse (TK) vom Frühjahr zufolge landen immer mehr Kinder und Jugendliche nach Alkoholexzessen im Krankenhaus. Allein in Hamburg seien im Jahr 2008 1765 Minderjährige mit der Diagnose “psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol” in Kliniken eingeliefert. Das waren 174 mehr als im Jahr zuvor. Hochgerechnet auf das gesamte Bundesgebiet sind das nach Angaben der TK fast 20.000 alkoholbedingte Krankenhausaufenthalte von Minderjährigen pro Jahr. Damit stehe das so genannte Komasaufen unter den häufigsten Ursachen für Klinikaufenthalte bei Kindern und Jugendlichen mittlerweile auf Platz 15.
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TLZ

100 Anmeldungen für Evangelische Grundschule

MÜHLHAUSEN. Groß war der Andrang zum Tag der offenen Tür der Evangelischen Grundschule, der, noch, im Ausweichquartier in der Langensalzaer Landstraße stattfand.
Auf den letzten Metern zog der Duft der Martinshörnchen, die die Schüler buken, die Besucher magisch an. Überhaupt erwartete sie im Inneren des Gebäudes nach DDR-Plattenschulbaustandard eine wohlige Atmosphäre, so bei einer langen Kuchentafel, für die etliche Eltern gesorgt hatten. Während die Erwachsenen das Team mit Fragen rund um das Konzept, zu Themen von Morgenandachten über Räumlichkeiten für den Sportunterricht bis hin zur Essenversorgung löcherten, wurden die Sprösslinge bei Experimenten oder Seifenblasenpusten gut unterhalten.
Groß war der Andrang zum Tag der offenen Tür in der Evangelischen Grundschule. Der fand am Wochenende statt, pünktlich vor den Schulanmeldungstagen. 100 an der Zahl hat Schulleiterin Andrea Röth-Wenkel schon vorliegen, bei maximal 66 zu vergebenen Plätzen für die erste Klasse des kommenden Schuljahrs, die erneut dreizügig sein wird. Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden die neuen Erstklässler im frisch sanierten Schulzentrum in der Friedensstraße eingeschult. Dahin gehe, trotz anderslautender Diskussionen der vergangenen Wochen (diese Zeitung berichtete), eindeutig die Tendenz, erklärte Röth-Wenkel. Allerdings werde der Umzug aufgrund baulicher Schwierigkeiten wohl erst in den Februarferien und nicht zum Jahreswechsel stattfinden. Eine endgültige Entscheidung werde morgen in der Sitzung des Bauausschusses getroffen.
“In den elf Jahren unseres Bestehens haben wir schon viele Provisorien erlebt, auch dieses meistern wir mit viel Ehrgeiz und Optimismus”, blickte die Schulleiterin zurück. Zudem hätten die vielen Herausforderung das Team zusammengeschweißt, zu einer besonderen, harmonischen Atmosphäre geführt. Das spürten auch die meisten Eltern, teilten die Ansicht, dass nicht die Fassade eines Schulhauses entscheidend ist, sondern der Einsatz für das Wohl der Kinder.
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FW

Koalition beschließt erste Steuerentlastungen

Sechs Wochen nach der Bundestagswahl haben Union und FDP die ersten Steuerentlastungen auf den Weg gebracht. Auf einer Sondersitzung billigte das Kabinett am Montag die Pläne mit Entlastungen für Eltern, Unternehmen, Erben und die Hotelbranche um bis zu 8,5 Milliarden Euro im Jahr.
Berlin (dpa)
Sie sollen von Januar 2010 an greifen. Am Nachmittag gaben die Fraktionen von Union und FDP grünes Licht. Der enge Zeitplan soll ermöglichen, dass die Entlastungen noch in diesem Jahr verabschiedet werden.
Das dritte Konjunkturpaket, das Deutschland innerhalb eines Jahres gegen die Wirtschaftskrise auflegt, heißt offiziell Wachstumsbeschleunigungsgesetz. «Steuerpolitik ist Wachstumspolitik», sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm. Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sprach von einer Chance, um vor allem dem Mittelstand und den Familien zu helfen. «Das muss schnell sein.» Vorwürfe einer Klientelpolitik – etwa für Hotelbetreiber – wies er zurück.
Am stärksten profitieren Familien, die von Januar an jährlich bis zu 4,6 Milliarden Euro mehr in der Tasche haben. Der Kinderfreibetrag soll von 6024 auf 7008 Euro im Jahr angehoben werden. Nutznießer sind vor allem Besserverdiener. Zum Ausgleich für untere und mittlere Einkommen soll das Kindergeld um 20 Euro im Monat steigen. Verbände, Gewerkschaften und Opposition kritisierten das Steuerpaket angesichts steigender Schulden.
Nach dem Willen der EU-Kommission muss Deutschland sein Defizit bis 2013 unter die erlaubte Schwelle von drei Prozent drücken. Brüssel pocht darauf, dass Deutschland wie andere Mitgliedstaaten 2011 mit dem Sparen anfangen. In Brüssel wurden Erläuterungen von Schäuble erwartet, wie dies mit den Steuersenkungen der neuen Koalition in Einklang gebracht werden kann.
Die SPD nannte das Paket «eine dreiste Mogelpackung und ein unverantwortliches finanzpolitisches Abenteuer». Die Koalition erhöhe das Finanzierungsdefizit für das nächste Jahr auf über 100 Milliarden Euro. Aus Sicht der Linkspartei werden mit der Besserstellung «reicher» Familien neue «Gerechtigkeitslücken» geschaffen. Die Grünen sprachen von einem «Klientel-Bedienungsgesetz».
Der Städte- und Gemeindebund kritisierte, Investitionen in bessere Betreuung und Bildung von Kindern seien wichtiger als 20 Euro mehr im Monat. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) kritisierte, mit dem Gesetz wachse nicht das Steueraufkommen, «sondern die öffentliche Armut». Der Caritasverband mahnte, arme Kinder und ihre Familien dürften nicht vergessen werden, weil sie weder vom Kindergeld noch vom Freibetrag profitierten.
Vor allem auf Druck der CSU sollen Hotels, Pensionen oder Gasthöfe für Übernachtungen statt 19 Prozent nur 7 Prozent Mehrwertsteuer zahlen. Dies kostet den Staat Einnahmeausfälle von fast einer Milliarde Euro. Schäuble geht davon aus, dass die Vergünstigungen an Verbraucher in Form günstigerer Preise weitergereicht werden.
Für Firmen sind weitere Steuersenkungen von fast 2,4 Milliarden Euro geplant. Zudem werden Geschwister, Nichten und Neffen bei der Erbschaftsteuer entlastet. Die schwarz-rote Vorgängerregierung hatte bereits Steuerentlastungen von bis zu 14 Milliarden Euro beschlossen, die vom Januar an greifen.
Union und FDP planen ab 2011 weitere Entlastungen und eine Einkommensteuerreform. Insgesamt strebt Schwarz-Gelb Steuersenkungen von jährlich bis zu 24 Milliarden Euro an. Schäuble ließ erneut offen, ob es für die FDP-Forderungen nach einer großen Reform genug Spielraum geben wird. «Der Koalitionsvertrag gilt.» Es gebe aber Formulierungen, «wo wir über das Ziel einig sind, aber über die Einzelheiten noch reden müssen». CSU-Chef Horst Seehofer stimmte die FDP auf schwere Verhandlungen über eine Reform ein.
Auch CDU-geführte Landesregierungen verweisen auf die Ausfälle in ihren Etats. Von 8,48 Milliarden Steuerausfällen im Jahr entfallen 4,63 Milliarden Euro auf den Bund. Rund 2,28 Milliarden müssen die Länder schultern und etwa 1,57 Milliarden die Gemeinden. Es wird erwartet, dass die Entlastungen nicht schon 2010 voll wirksam werden.
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FW

Geboren am 9.11.89: Ein Novemberkind wird 20

Von Wolf von Dewitz, dpa
Ihr Geburtstag ging in die Geschichte ein: Als Christin Heda in Ost-Berlin zur Welt kam, fiel die Mauer. Es war der 9. November 1989. Das historische Datum in ihrem Pass hat Christin mit rund 80 Jungen und Mädchen gemeinsam, die am Tag der Maueröffnung in Berlin geboren wurden.
Berlin (dpa)
Oft wurden sie Novemberkinder oder Mauerkinder genannt, über ihr Leben wurde stellvertretend für die Entwicklung der Stadt berichtet. Heute sind sie Schüler und Studenten, Azubis oder Arbeitslose, berichtet der Organisator ihrer jährlichen Treffen, Dietrich Pusch. «Die Novemberkinder haben sich sehr unterschiedlich entwickelt – so wie die Stadt Berlin.»
Pusch ist VW-Händler. Der Wolfsburger Autokonzern übernahm nach der Wende symbolisch Patenschaften für die Jungen und Mädchen bis zu deren 18. Geburtstag. Jedes Jahr trafen sie sich, bekamen Zaubershow oder Profi-Basketballspiel geboten. «Wirklich kennengelernt haben sich wenige, dafür war die Zeit zu kurz und die Familien waren zu verschieden», sagt Pusch.
Christin Heda bestätigt das. Zu keinem anderen Novemberkind habe sie Kontakt, sagt die schlanke junge Frau mit hellbraunem Haar. Sie sitzt in einem Café in Berlin-Mahlsdorf, einem Stadtteil am östlichen Stadtrand. Neben ihr ist Mutter Editha Heda, die sich an die Worte des Grenzsoldaten erinnert, als sie mit der wenige Tage alten Tochter nach West-Berlin fuhr: «Was für ein tolles Geburtsdatum, da wird die Kleine ein Leben lang drauf angesprochen werden», sagte der Grenzer.
Ausgerechnet in der Schule war der 9. November 1989 aber kein Thema. Kein einziges Mal sei sie von den Lehrern auf das besondere Datum angesprochen worden, sagt Christin. «Die hätten die Klasse doch nur mal kurz fragen können, wisst ihr, was damals passiert ist, und dann zehn Minuten drüber reden können», findet sie. Die DDR und den Mauerfall habe sie im Unterricht überhaupt nie behandelt. Das kann aber noch kommen: Nachdem Christin nach der 10. Klasse eine Lehre gemacht hatte, drückt sie wieder die Schulbank und peilt das Abitur an.
Was sie von der DDR weiß, habe sie von ihren Eltern oder aus dem Fernsehen, sagt Christin und schüttelt den Kopf: «Eigentlich weiß ich ziemlich wenig.» Nur dass sie es heute besser habe als ihre Eltern in jungen Jahren damals. Ihre Mutter nickt. Die Mauer sei bis in ihre Familie spürbar gewesen. Am Tag vor dem Mauerbau am 13. August 1961 sei ihre Cousine in den Westen geflohen, deren Bruder sollte am Tag darauf nachkommen. Dann schaffte er es nicht mehr – die Geschwister waren getrennt. «Als die Mauer fiel, waren sie sich fremd geworden, das ist heute auch noch so», sagt die 53-Jährige.
Ihre Tochter sagt, sie könne sich kaum vorstellen, wie das wäre, nicht dahin reisen zu dürfen, wohin man wolle. Reisen führten sie bislang durch Westeuropa. Nun drängt sie das Fernweh nach Asien. Sie wolle Japanologie studieren und ein paar Auslandssemester in Tokio verbringen. Bezahlen will sie den Flug mit dem Patenschafts-Geld von VW: Jedes Jahr bekamen die Kinder 100 Mark, später 51 Euro auf ein Sparbuch überwiesen.
Ihre Ausbildung führte die Ostberlinerin Christin in das Kaufhaus des Westens (KaDeWe). Das war für ihre Mutter bis zur Wende noch der «Konsumtempel» – unerreichbares Symbol der Bundesrepublik. Die Tochter absolvierte dort ihre Lehre. Für die Arbeit in der Spielzeugabteilung sei sie stundenlang mit der S-Bahn gefahren, sagt Christin. Eine ganz normale, alltägliche Pendel-Fahrt von Ost nach West und West nach Ost – über die einstige Mauer hinweg, die Geschichte wurde, als Christins Lebensgeschichte begann.
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FW

Matschie am Ziel seiner Wünsche

Ab sofort Kultusminister
Von Eike Kellermann
Erfurt – Klettern und Bergsteigen gibt Christoph Matschie als Freizeitbeschäftigung an. Gestern Vormittag ist es sein Vertrauter und Büroleiter Frank Schulze, der ihm als Pfadfinder dient. Schulze führt – wortwörtlich – den neuen Kultusminister in sein Amt ein. Zunächst bringt er ihn zur Pforte.
Erfurt – Klettern und Bergsteigen gibt Christoph Matschie als Freizeitbeschäftigung an. Gestern Vormittag ist es sein Vertrauter und Büroleiter Frank Schulze, der ihm als Pfadfinder dient. Schulze führt – wortwörtlich – den neuen Kultusminister in sein Amt ein. Zunächst bringt er ihn zur Pforte. Die Dame vom Empfang sagt ein herzliches Willkommen. Dann geht es, der Pfadfinder vorneweg, die Treppen hinauf zum Ministerflur.
Für den 48-jährigen Matschie ist es wie eine Erstbesteigung. Wohlweislich hat er bis nach seiner Berufung gewartet, ehe er zum ersten Mal sein Büro betritt. “Ganz schön schwarz hier”, kommt ihm spontan über die Lippen. Er meint das schwarze Furnier der Schränke, das dunkle Leder der Sessel, die Sitzauflagen auf den Stühlen.
Aber mehr noch als das Büro war die Politik schwarz, die hier gemacht wurde. Das Ministerium stand für die CDU immer im Zentrum. Seit der Neugründung Thüringens hat sie es nicht aus den Händen gegeben. Der Kultusminister der Aufbaujahre, Dieter Althaus, wurde später Regierungschef.
Das Kultusressort ist ein Schlüsselministerium. “Bildung ist die vielleicht wichtigste Baustelle im 21. Jahrhundert”, hat Matschie zuvor zu den Mitarbeitern in der Kantine gesagt, als er sich ihnen vorstellte. Ihm muss dieses Ministerium wie die Erfüllung seiner Wünsche vorkommen. Bereits von 2002 bis 2004 war er der für Bildung zuständige Staatssekretär in der Bundesregierung.
Jetzt ist er sogar Vize-Regierungschef der Koalition mit der CDU. Trotz des mageren Wahlergebnisses von 18,5 Prozent besetzt seine SPD die Hälfte der Ministerien. Dass sie ihre Personalvorstellungen mit der CDU besser durchsetzen konnte, dürfte auch eine Rolle gespielt haben für ihre Entscheidung gegen ein rot-rot-grünes Bündnis. “Die SPD hat aus reiner Postengier die Chance auf einen Politikwechsel verspielt”, zürnte Links-Fraktionschef Bodo Ramelow.
Aber was sind Ministerien anderes als Macht, die zu erobern das Ziel jeder Partei ist. Nur mit Ministerien lässt sich Politik machen. So setzte die CDU mit dem Kultusressort Kernelemente ihrer Politik durch: Die Regelschule etwa. Im Ministerium wurden die Grundlagen gelegt für das gute Abschneiden der Thüringer Schüler bei den PISA-Vergleichen.
Matschie sagt nicht von ungefähr, dass er als Oppositionsführer zwar die Bildungspolitik kritisiert habe, aber wisse, dass Thüringen auf “solidem Fundament” stehe. Die Mitarbeiter des Ministeriums danken ihm die Begrüßungsrede mit Beifall. “Ich schätze Leistung und Loyalität”, teilt er ihnen mit.
Denn jetzt sollen einige der bisherigen Wege verlassen werden. “Mit den Kitas fangen wir an. Und die zweite große Aufgabe ist die Weiterentwicklung der Schule”, sagt Matschie. So sollen die Kindergärten mit 2000 neuen Erzieherinnen gestärkt werden. Der noch größere Bruch mit bisheriger CDU-Politik ist die neue Gemeinschaftsschule, in der die Schüler nicht mehr nach der vierten Klasse auf Regelschule und Gymnasium aufgeteilt werden.
Von der Opposition beäugt
Eltern, Lehrer und Behörden sollen sie in den Landkreisen selbst einführen können. Ob das gelingt, hängt vom Rahmen ab, den das Kultusministerium schafft. Wenn Matschie über Schwarz-Rot sagt, dass die Koalition etwas Neues will und jetzt die “Stunde der Wahrheit” kommt, dann trifft das gerade auf die Bildungspläne zu.
Die Opposition wird sehr genau hinsehen. Die Linke etwa hat bereits von Wahlbetrug gesprochen. “Die viel zu frühe Trennung der Kinder nach Klasse 4 wird auch unter Regierungsbeteiligung der SPD die traurige Realität in Thüringen bleiben”, sagte ihre Bildungspolitikerin Michaele Sojka.
Wie es mit dem längeren gemeinsamen Lernen vorankommt, das wird auch ein Gradmesser für die Zusammenarbeit der Koalitionäre. Matschie und CDU-Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht werden harmonieren, davon ist auszugehen. Offenheit und das Einbinden verschiedener Positionen sind für beide wichtig. So werde eine Gesellschaft stärker, sagt Matschie. “Das gelingt aber nicht, wenn eine abgekapselte Regierung einsame Entscheidungen trifft.”
Einsam entscheiden, das müssen manchmal Bergsteiger. Aber das ist der neue Kultusminister ja nur in seiner Freizeit.

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9 November, Alex, Antifaschistischer Schutzwall, Berliner Mauer, Ddp, Ddr, Einsam, Erfurt, Grimm, Historisch, Ost West, Sexueller Missbrauch, Sprecher, Staatsanwaltschaft, Thomas Von Aquin, Tlz, West Berlin

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