Pressespiegel vom 25. November 2009
Martin Oeltermann | 25. November 2009 | 10:29 Uhr
Guten Morgen liebe Leser/Innen,
endlich bin ich wieder online und kann mich an den Pressespiegel wagen. Es waren dann doch eher turbulente zwei Wochen seit den Landeselterntagen. Da ich noch keine Gelegenheit hatte, an dieser Stelle nochmal ein ganz dicker – wenn auch später – Dank an das Orgateam. Es war nicht einfach nur schön, es war wieder viel Neues an Infos, an Erfahrungen, an guten Gesprächen mit “Alten” und “Neuen”, an spannenden Gästen und nicht zuletzt an Bestätigung, weil Elternengagement einfach lohnenswert ist und auch in Zukunft immer wichtiger wird.
Arbeite, als bräuchtest Du kein Geld .
Liebe, als wärest Du niemals verletzt worden.
Und tanze, als ob Dich niemand beobachtet.
Singe, als würde Dich niemand hören.
Lebe, als wäre es der Himmel auf Erden.
Darum: Carpe diem!
Ihr/Euer Martin Oeltermann
Demokratie als Lebensform
Das Staatliche Gymnasium Neuhaus am Rennweg hat sich eine eigene Schulverfassung gegeben.
Quelle: FW vom 24.11.2009 von Norbert Kleinteich
Neuhaus – Idyllisch liegt der Schulkomplex am Apelsberg am Rande der Rennsteigstadt in Waldnähe. Daneben der Skilift, die altehrwürdige Jugendherberge, die der Reihe nach den Bau der Schulen und der GutsMuths-Sporthalle miterlebt hat. In naher Zukunft wird sich wohl auch ein neuer Sportplatz dazu gesellen.
Mit dem Bau des Staatlichen Gymnasiums im Bauhausstil hat sich eine Bildungseinrichtung entwickelt, die inzwischen zu den fortschrittlichsten in Thüringen gehört. Neu ist nicht nur das Gemäuer, die Ausstattung, das Feeling – auch was das Klima und die Art und Weise, Wissen zu vermitteln, betrifft, ist für die zu DDR-Zeit höchstgelegene Kreisstadt im Thüringer Wald neu. Seit der Kreisreform gehört man bekanntlich zu Sonneberg. Damit liegt man jedoch auf keinen Fall “hinter dem Wald”.
Schulleiter Ralph Leipold formuliert es in einem Interview so: “Ein respektables Miteinander und Akzeptanz sind die Grundlage unserer Schulkultur. Wir legen Wert auf eine Atmosphäre des Vertrauens und der Offenheit. Demokratisches Unterrichten, Sprechen und Handeln sind die Grundlage der Gestaltung unseres Schullebens. Ziel ist es, die Freude am Lernen und Lehren zu befördern, den Sinn des Lernstoffes zu vermitteln und durch kooperative Lernformen Eigenverantwortung, Zusammenarbeit und Individualität zu stärken.”
Die als Dalton- und Modellschule im BLK-Programm “Demokratie leben und lernen”, auf Bildungsebene im Freistaat bekannte Bildungseinrichtung hat zur Zeit 495 Schüler der 5. bis 12. Klasse, die von 50 Lehrern unterrichtet werden. Allein in diesem Jahr wurden über 90 Schüler in das Gymnasium aufgenommen.
Die Philosophie nach dem Daltonplan verfolgt man bereits gut vier Jahre. Der Weg in die Demokratie- und Reformpädagogik wurde über 13 Jahre zielgenau verfolgt. Der Daltonplan wurde von der amerikanischen Pädagogin Helen Parkhurst (1886 – 1973) begründet und nach der Kleinstadt Dalton benannt, wo Parkhurst 1919 mit der “Dalton Public High School”, einer öffentlichen Sekundarschule, eine neue Bildungsära einläutete.
Als erste Schule in Thüringen und eventuell auch in ganz Deutschland hat man nun eine eigene Schulverfassung im Rahmen einer Schulversammlung verabschiedet. Alle Lehrer und Schüler haben dieser nach jahrelanger Vorbereitung in der GutsMuths-Sporthalle einstimmig ihr Votum erteilt.
Damit hat sich das Gymnasium im Kleinen wie im Großen für die Demokratie als Lebensform entschieden und dies als Grundlage, ähnlich dem Grundgesetz in der BRD, ins Haus geholt. Sie soll Leitfaden und Wegweiser sein. Grundsätzlich geht es nicht um die Frage, wie der Schüler sein muss, um der Schule gerecht zu werden, sondern wie muss die Schule sein, um dem Schüler gerecht zu werden.
In den 18 Artikeln der Schulverfassung des Neuhäuser Gymnasiums geht es u.a. um Menschenwürde sowie Wertschätzung – darum, dass man grundsätzlich Abstand nimmt von Gewalt in jeglicher Form. Nicht nur gegen seine Mitmenschen, nein, auch gegen Sachen und Äußerungen. In der Praxis sieht das so aus, dass die Schule die Ausbildung und die Tätigkeit von Streitschlichtern unterstützt.
Die Formulierung von Umgangsformen schreibt nachdrücklich das fest, was eigentlich vom Elternhaus her bereits als Voraussetzung bekannt sein sollte. Ebenso schreibt man Fairness und Vertrauen als Grundlagen für einen gemeinsamen Lebensraum in der Schule fest, um auch schwierige Anforderungen und Situationen bewältigen zu können.
Gefragt ist dazu in gleicher Weise das Lehrerkollegium, das sich eine “partizipative Führungskultur und persönliche Verantwortungsübernahme” auferlegt hat, was Schülerinnen und Schüler ermutigen und stärken soll. Mit dem Daltonplan, als “a way of learning for the way of live” hat man nach Helen Parkhurst bereits das Ziel im Visier. “Ein allmählicher Prozess, der über viele Jahre wachsen musste, von dem Lehrer überzeugt sein und in ihrer Haltung zu Veränderungen bereit sein müssen”, weiß Schulleiter Leipold als Vater der Schulverfassung.
Das Gymnasium versteht sich als Ganztagsschule, in der die Partizipation als wesentliches Element des demokratischen Lebens gesehen wird. Schülerparlament, Klassenrat, Schulversammlung, Lehrerkonferenz und Schulkonferenz sind Institutionen, die dazu dienen sollen, dieses Ziel zu erreichen.
Weil Sport mit einer gesunden Lebensweise einhergeht und wie Schulsportkoordinator Wolfgang Leipold-Büttner es auf den Punkt bringt, Sport das Doping des Gehirns ist, strebt das Gymnasium Neuhaus auch das Zertifikat “Bewegungsfreundliche Schule” an. Mit der Errichtung eines Sportplatzes neben der GutsMuths-Halle mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II setzte man einen weitern Meilenstein in dieser Hinsicht.
Der Beitrag der Eltern ist in der Schulverfassung als eine weitere Säule in der Entwicklung des Gymnasiums verankert, genauso wie jedes Bindeglied der Kette, ob Schüler, Lehrer oder Mitarbeiter der Schule, wo Verantwortung übernommen und somit der Ruf für die Schule im Rahmen eines Corporate Identity mitgetragen wird.
Nicht immer geht alles reibungslos, so auch im Schulleben. Für diesen Fall, dass es einmal Verstöße gegen die Schulverfassung gibt, hat man seit Jahren vorgesorgt: Schülerparlament, Klassenlehrer, Beratungs- und Vertrauenslehrer, Klassenelternsprecher, Personalrat und Schulleitung sind Ansprechpartner. Und so gibt es dazu eine Schulkonferenz, die die Einhaltung überwacht und eine Schlichtungsstelle einberuft, für den Fall, dass es einmal “brennt”.
Partizipation wird am Gymnasium wirklich gelebt
Lehrer, Schüler und Elternsprecher haben seit drei Jahren an der Verfeinerung der Schulverfassung gearbeitet. “In dieser Zeit haben wir mit großen Namen zusammengearbeitet”, erklärt Leipold und nennt im selben Atemzug die Bund-Länder-Kommission (BLK), die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung und das Institut für Schulentwicklung an der Universität Dortmund, von denen Impulse bei der Erarbeitung der Verfassung mit eingeflossen sind.
Angetan von dem, was in der Neuhäuser Bildungseinrichtung passiert, äußert sich Christine Wolfer, Deutsche Kinder- und Jugendstiftung, Serviceagentur “Ganztägig Lernen” in Jena: “Das Gymnasium Neuhaus, welches ich seit zirka vier Jahren im Schulentwicklungsprozess begleite, erlebe ich als eine Schule, in der Partizipation nicht nur im Leitbild oder Schulkonzept festgehalten ist, sondern auch wirklich gelebt wird. Ein Beispiel dafür ist die maßgeblich von Schülerinnen und Schülern entwickelte Schulverfassung.” Dabei erinnert sie sich an einen Fortbildungstag im April 2008, bei der alle Lehrerinnen und Lehrer der Schule versammelt waren, um sich hinsichtlich veränderter offener Unterrichtsformen weiter zu bilden. Parallel arbeiteten die Schüler selbstorganisiert an den Schwerpunkten zur neuen Schulverfassung. Im Laufe eines Jahres wurde konsequent weiter gedacht und weiter formuliert.
Das Besondere hierbei sei, so Wolfer weiter, dass auch die Kinderrechte der UN-Menschenrechtskonvention in die Schulverfassung mit einfließen – beispielgebend, auch bundesweit.
“Hier wird “groß” gedacht und in kleinen Schritten konsequent gehandelt”, betont Wolfer, die auch am 28. April 2009 wieder eine Fortbildung erlebte (auch dieses Mal organisiert durch die Serviceagentur “Ganztägig lernen der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung”). Hier war dieses Mal der niederländische Daltonplan-Pädagoge Hans Wenke zu Gast an der Neuhäuser Schule, wie viele andere Lehrerinnen und Lehrer aus ganz Thüringen.
“Und die Schüler?”, fragte Wolfer. “Diese arbeiteten an der Endfassung ihrer Schulverfassung mit, wieder selbstständig, Große leiten Kleine an. “Die Schüler am Gymnasium Neuhaus haben Mitspracherechte, die über das Gewohnte und Bekannte an anderen Schulen hinausgehen. Ein langjähriger demokratiepädagogischer Entwicklungsprozess trägt seine Früchte” erkennt die Jenaerin.
Zum Jahreskongress 2008 des Programms “Ideen für mehr! Ganztägig lernen”, welches sich rund um Partiziplation drehte, war das Gymnasium als Ausstellerschule für Thüringen vertreten, auch Schüler waren wieder mit dabei.
Wolfers Erfahrung lassen am Ende nichts offen: “Die Schüler gestalten nach wie vor das Leben an ihrer Schule aktiv mit, Mitbestimmung heißt hier: Weit mehr als die Wahl des Essenanbieters und des Ortes zur Klassenfahrt. Es geht um Beteiligung an Entwicklungen, um veränderte Lernformen, um Schule als Lebenswelt.”
Schulnetz-Debatte geht auf Zielgerade
Quelle: TLZ vom 25.11.2009 von Peter Rossbach
Wartburgkreis/Ruhla. (ep) Die Schulnetzdebatte im Kreis geht auf die Zielgerade: Am morgigen Donnerstag läuft die Frist ab, in der die betroffenen Schulen und Gemeinden ihre Stellungnahmen zu den Plänen einreichen können. Dann werden diese Stellungnahmen dem Schulausschuss vorgelegt, damit dieser eine Empfehlung für den Kreistag verfasst. Dieser wiederum wird wohl am 16. Dezember abstimmen.
“Schulschließung kurz vor Weihnachten – tolle Idee”, so der sarkastische Kommentar einer Schulelternsprecherin am Montagnachmittag in der Grundschule Ruhla. Dort war nämlich der Schulausschuss zusammengekommen, um in einer mehrstündigen Sitzung den Schulen und Gemeinden Gelegenheit zu geben, ihre Argumente dem Gremium auch direkt vorzutragen und mögliche Fragen zu klären. Aber es durften nicht alle dabei sein, schließlich tagt das Gremium ja nicht öffentlich. Und so war KVG-Chef und SPD-Mann Hans-Joachim Ziegler schon ziemlich sauer: Obwohl er Beigeordneter der Stadt Ruhla ist, wurde er, trotz Einladung, von Ausschuss-Chef Manfred Grob (CDU) vor die Tür gesetzt. “Da bin ich schon sehr verwundert”, sagt auch CDU-Bürgermeister Mario Henning.
Die Überraschung dürfte sich bei den Mitgliedern des Ausschusses in Grenzen gehalten haben, dass die Pläne des Kreises in dieser Runde kaum auf Gegenliebe stießen. Der Vorschlag der Verwaltung geht ja dahin, die Grundschule Farnroda zu schließen und die Schüler in die Schule nach Wutha zu schicken. Dann soll die Grundschule in Thal dicht gemacht werden, diese Schüler sollen nach Ruhla. Von den beiden Regelschulen in Wutha-Farnroda und Seebach soll die in Seebach übrig bleiben. Und selbst bei den Schulen, die erhalten bleiben sollen, hält sich die Freude durchaus in Grenzen. Zu Beginn der Schulausschusssitzung hatten sich viele Kinder aus Thal, Kittelsthal und Ruhla eingefunden und auf den Schulhof gestellt, um zu zeigen, wie eng es dort jetzt schon und nach einer Zusammenlegung dann erst Recht zugeht. Und auch Seebachs Regelschulleiterin Zänker macht deutlich, dass sie dankbar für die guten materiellen Bedingungen an ihrer Schule ist – diese würden aber durch eine Zusammenlegung gefährdet.
Ebenso protestieren betroffene Gemeinden gegen die Pläne. Im Ruhlaer Stadtrat wurde am Montag ein Positionspapier gegen die geplante Schließung der Grundschule Thal verabschiedet – bei einer Gegenstimme.
Im Papier stellt sich der Stadtrat auf die Seite von Schule und Ortschaftsrat, erinnert an die negativen Folgen für die Kinder und den Stadtteil Thal. Und auch hier werden die vom Kreis angesetzten Sanierungskosten für das Schulgebäude (2,8 Millionen Euro) massiv in Zweifel gezogen. 500 000 Euro, so Ruhlas Bürgermeister Mario Henning, seien kurzfristig völlig ausreichend, mittel- und langfristig käme vielleicht noch einmal diese Summe dazu. Fazit des Positionspapieres: “Als Stadtrat der Stadt Ruhla wenden wir uns entschieden gegen die Schließung der Schule. Gemeinsam mit den Eltern und Schülern fordern wir, die Grundschule Thal für unsere gemeinsame Zukunft zu erhalten.”
Auch wenn er einer Schließung des Grundschulstandortes Thal nicht das Wort reden wolle, stimmte Linke-Abgeordneter Hans-Jörg Lessig dennoch gegen das Positionspapier. “Wer eine kleine Schule erhalten will, möchte gute Gründe dafür haben.” Und die im Positionspapier genannten hält Lessig für zumindest diskussionswürdig. Man müsse bedenken, dass der Landkreis nur dann die Kommunen so gut finanziell unterstützen könne, wie etwa bei der Sanierung der Turnhalle oder wie erhofft beim Neubau des Gerätehauses, wenn er das Geld habe. “Aber den Erhalt der Grundschule mit den nötigen Nachfolge-Investitionen in einem Atemzug mit der Forderung nach Senkung der Kreisumlage zu nennen, halte ich für fragwürdig”, so Lessig.
Mit dieser Auffassung stand er allein auf weiter Flur, alle anderen Mitglieder des Ruhlaer Stadtrates, auch seine eigene Fraktion, votierten für das Positionspapier.
Papa muss aufstehen
Quelle: TLZ vom 24.11.2009
Jena. (tlz/fw) Der Wecker klingelt und man kommt einfach nicht aus dem Bett. Keine Lust darauf, zur Arbeit zu gehen oder sich Frühstück zu machen. An solchen Tagen scheint sich die Welt gegen einen verschworen zu haben.
Malou ist 43 Jahre und hat öfter mal solche Tage, an denen einfach nichts geht. Doch eigentlich sollte er sich aufraffen, denn sein neunjähriger Sohn Biba braucht seinen Papa. Er muss sich darum kümmern, dass Biba sich ordentlich anzieht, seine Hose nicht vergisst und pünktlich zur Schule kommt. Doch heute läuft alles schief und Biba muss sehr viel Kraft aufwenden, um seinen Papa überhaupt aufzuwecken und dann gibt es auch noch Ärger auf Malous Arbeit…
In dem neuen Kinderstück “Mein lieber verrückter Vater” geht es um starke Söhne und kindische Väter, die sich gegenseitig brauchen und wieder aufbauen. Es stammt aus der Feder von Paula Fünfeck, die bereits im letzten Jahr mit dem Stück “Die gestiefelte Katerina” die jungen Theatergäste begeisterte. Das Stück erzählt davon, wie Kinder bereits im jungen Alter viel Verantwortung übernehmen müssen, wenn die Eltern einmal nicht aus ihrer Haut können. “Es geht darum, Strategien zu entwickeln, wie man gemeinsam den inneren Schweinehund besiegen kann”, sagt Regisseur Markus Steinwender.
In die Rollen von Malou und Biba schlüpfen die beiden “Neuen” am Theaterhaus: Mohamed Achour und Anne Haug. Sie wirbeln durch das farbenfrohe Bühnenbild. Denn ist der innere Schweinehund einmal besiegt, sprüht auch Malou vor Ideen und mit viel Glück gibt es für den liebenswerten Erfinder von Überraschungsei-Inhalten und seinen selbstständigen und aufgeweckten Sohn ein Happy End, ganz ohne träge Tage.
i Uraufführung “Mein lieber verrückter Vater” am Donnerstag, 26. November, 10 Uhr im Theaterhaus Jena. Weitere Aufführungen am 27. November und 5., 19. und 26. Dezember jeweils 16 Uhr. An den Adventssamstagen erwartet die jungen Theatergäste ab 15 Uhr ein weihnachtlicher Bastelspaß. Karten zu 3 und 5 Euro, Familienkarte 12 Euro an der Tourist-Info und unter 03641/886944.
Papa Malou (Mohamed Achour) hat verschlafen und auch sonst scheint heute keien guter Tag für ihn zu sein. Sohn Biba (Anne Haug) will ihn auf andere Gedanken bringen.
Viele Länder sagen EU-Schulobst-Programm ab
Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern wollen sich an der Schulobst-Kampagne beteiligen
Quelle: Bildungsklick vom 24.11.2009 (dpa)
Wegen knapper Kassen und bürokratischer Hürden machen viele Bundesländer beim EU-Schulobst-Programm nun doch nicht mit. Eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa vom 18. November ergab, dass bisher nur sieben Länder an dem Plan festhalten wollen, von 2010 an kostenloses Obst an Schulen zu verteilen. Dagegen wollen sich Hessen, Sachsen, Niedersachsen, Berlin sowie Mecklenburg-Vorpommern und Bremen nicht an der EU-Initiative beteiligen. Bremen und Mecklenburg- Vorpommern wollen allerdings landeseigene Programme auflegen. Die anderen Länder prüfen noch, ob sie die notwendige Mitfinanzierung leisten können.
Der Bundesrat hatte das Programm im September nach langem Streit beschlossen. Als Ziel wurde die verbesserte Ernährung der Schüler genannt. Die EU stellt dafür 20 Millionen Euro zur Verfügung, die Länder müssen weitere 18 Millionen Euro beisteuern. Zuvor hatten sie darauf gedrängt, dass der Bund die Kosten trägt. Nach Angaben der EU beteiligen sich bis auf Lettland, Finnland und Schweden alle Mitgliedsstaaten an der Schulobst-Initiative.
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) wertete die Absage vieler Bundesländer als im “höchsten Maße beschämend für ein reiches Land wie Deutschland”. “Wieder einmal sind die Länder ihren Aufgaben, die aus der von ihnen stets lautstark reklamierten Alleinverantwortung für Bildung und insbesondere Schulen entstehen, nicht gewachsen”, sagte GEW-Schulexpertin Marianne Demmer am 19. November. Zudem offenbarten diese Länder angesichts des Votums des Bundesrats vom September ein “erstaunliches Demokratieverständnis”. Demmer nannte das EUSchulobst- Programm einen “sinnvollen Beitrag zur Gesundheitsprävention, von dem insbesondere Kinder aus ärmeren Elternhäusern profitieren”. Wegen der wachsenden Kinderarmut forderte sie ein über Steuern finanziertes, kostenloses Schulessen für alle Kinder und Jugendlichen.
Die größten Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern wollen sich an der Schulobst-Kampagne beteiligen. In Baden- Württemberg soll das Ganze aber über Sponsoren finanziert werden. Erste Gespräche mit möglichen Geldgebern seien “ordentlich” verlaufen, sagte ein Sprecher des Agrarministeriums. Baden-Württemberg erhält von der Gesamtsumme aus Brüssel rund zwei Millionen Euro. Man sei optimistisch, die Co-Finanzierung in gleicher Höhe hinzubekommen.
In Nordrhein-Westfalen soll das Programm im Februar/März 2010 an ausgewählten Grund-, Förder- und Ganztagsschulen starten. “Die Finanzierung für 2010 ist gesichert”, sagte der Sprecher des Umweltministeriums, Stephan Malessa. Insgesamt vier Millionen Euro stehen in NRW zur Verfügung – zwei Millionen aus EU-Mitteln und zwei Millionen vom Land. Welche Schulen teilnehmen und wie das Schulobst verteilt wird, sei noch in Planung.
In Bayern ist die Obst-Ausgabe für das zweite Schulhalbjahr ab Februar 2010 geplant. 2,36 Millionen Euro der EU-Fördermittel für Deutschland sollen hierhin fließen. Das Förderprogramm soll sich vorrangig an Grundschulen richten, die sich um die Teilnahme bewerben müssen. Vorgesehen ist eine Belieferung mit frischem Obst und Gemüse möglichst aus regionaler Herkunft.
Auch Rheinland-Pfalz, das Saarland und Hamburg wollen das Programm trotz klammer Kassen stemmen. Gleiches gilt für Sachsen-Anhalt. Schleswig- Holstein prüft noch, ob und in welcher Form es mitmachen will. Gleiches gilt für die Koalition von CDU und SPD in Thüringen, die dem Plan aber wohlwollend gegenübersteht. Auch in Brandenburg gibt es noch kein Votum.
In Hessen begründeten die Regierungsparteien CDU und FDP ihre Ablehnung des EU-Programms angesichts der “angespannten Haushaltslage” mit den Kosten für das Land. Zuvor hatten auch Sachsen, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern angekündigt, nicht mitzumachen und vor allem die überbordende Bürokratie als Grund genannt. Der Schweriner Agrarminister Till Backhaus begründete die Nicht-Teilnahme am EUProgramm auch damit, dass sich der Bund nicht an der Finanzierung beteilige. Die rot-rot regierte Hauptstadt Berlin macht ebenfalls nicht mit. “Wir finanzieren bereits mit 17 von insgesamt 40 Euro die Schulverpflegung, und da ist Obst und Gemüse dabei”, hatte ein Sprecher von Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) gesagt.
Ein Sonderfall ist Bremen: “Weil wir denken, dass wir es besser können” – so hatte Bildungssenatorin Renate Jürgens-Pieper (SPD) am 17. November die Entscheidung für ein eigenes Schulobstprogramm begründet. Der Senat beschloss, nur Grundschulen in sozial schwachen Stadtteilen jährlich mit 100 000 Euro zu unterstützen.
Schulessen lässt zu wünschen übrig
Nach einer Umfrage der AOK lässt allerdings das Essen an Berliner Schulen zu wünschen übrig. Vor allem gebe es zu wenig Gemüse, Obst und Fisch und zu viel Süßes. So böten nur 19 Prozent der Schulen täglich frisches Obst an. 39 Prozent der Schulen setzten ihren Schülern häufig genug Fisch vor, bei Gemüse als Rohkost sind es 20 Prozent. Vollkornprodukte gab es nirgends. Ganz schlecht schnitten Schulkioske ab: Dort dominierten Kuchen, Schokoriegel und Cola.
Die Umfrage ergab zudem: Viele Schüler verschmähen das Schulessen, weil es ihnen zu teuer ist. “Bei den weiterführenden Schulen sehen wir einen hohen Informations- und Handlungsbedarf”, sagte Werner Mall, Ernährungsexperte der AOK am 17. November. Im Bundesvergleich steht Berlin nach Angaben der Bildungsverwaltung allerdings gut da.
Die Krankenkasse hatte gemeinsam mit dem Senat Angaben aus gut der Hälfte (431) der allgemeinbildenden Schulen Berlins ausgewertet. Ergebnis: Je älter die Schüler, desto seltener essen sie in der Schule. In den Klassen eins bis vier sind es noch fast drei Viertel – nach Verwaltungsangaben bundesweit ein sehr guter Wert. In den Klassen fünf und sechs essen aber nicht mal mehr ein Viertel in der Schule, bei den Älteren teils nur noch 12 Prozent.
“Die Schulen sagen: Die Kosten sind möglicherweise der entscheidende Faktor”, erklärte Michael Jäger von der Vernetzungsstelle Schulverpflegung in der Bildungsverwaltung. “Man sollte sich Gedanken machen, wie man sicherstellt, dass alle Schüler unabhängig vom sozialen Status des Elternhauses teilnehmen können.”
Ein Mittagessen in den Berliner Schulen kostet laut Umfrage zwischen 1,60 Euro und 4,20 Euro – im Durchschnitt an Grundschulen 2,04 Euro und 2,26 Euro an Gymnasien. Viele Schüler ziehen die elterliche Küche der Schule vor, andere schreckt der Geschmack des Schulessens ab, das meist länger als drei Stunden warm gehalten wird. Die Vernetzungsstelle will nun mit den Lieferfirmen diskutieren. Die Initiatoren der Umfrage messen das Schulessen an den Standards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung – und keine Berliner Schule erfüllt alle Vorgaben.
Für Erhard Laube von der Senatsbildungsverwaltung ist die Umfrage ein Erfolgsbeleg. Innerhalb weniger Jahre sei es gelungen, dass 98 Prozent der Grundschulen ein warmes Mittagessen anbieten. Damit erreiche Berlin einen bundesweiten Spitzenwert. Auch 56 Prozent der weiterführenden Schulen bieten Mittagessen an. Der Senat stehe nun vor einer neuen Herausforderung, weil die vom nächsten Schuljahr an neuen Sekundarschulen ganztags laufen sollen. “Das Ziel ist, dass jeder Schüler Zugang zu einem gesunden Essen hat.” (dpa-Dossier Kulturpolitik 48/23.11.2009)
Der 25. November in der Weltgeschichte
Auch heute – wie immer – eine Menge historisches, aber da diese kleine Kolumne prinzipiell subjektiv ist, gibt es heute nur Glückwünsche an Christina Applegate, unvergesslich als Dumpfbacke Kelly, Tochte von Al Bundy.
Wer wie immer mehr über diesen Tag wissen möchte schaue bei
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