Pressespiegel vom 24. Mai 2009
Axel Hoppe | 24. Mai 2009 | 09:30 Uhr
Herbsleben: Debatte um Schulteil neu entfacht
Quelle: Thüringer Allgemeine, Lokalredaktion Nordhausen
Der Kampf um den Erhalt des Gymnasiumsteils in Herbsleben scheint in eine neue Runde zu gehen. Am Freitag erhielten die in der Projektgruppe beteiligten Eltern einen Brief von Peter Krippendorf, der im vergangenen Jahr vom Kultusministerium als Moderator in die Debatte eingeschaltet wurde. Darin heißt es, dass die Klassen fünf bis neun weiterhin parallel in Bad Langensalza und Herbsleben unterrichtet werden. Die zehnten bis zwölften Klassen sollen indes künftig in der Kurstadt den Unterricht absolvieren. Krippendorf betrachtet mit dem Schreiben, das das Datum vom 20. Mai trägt, seine Aufgabe als Moderator als abgeschlossen. Diese Lösung soll ab dem kommenden Schuljahr gelten.
Die Eltern sind jedoch sehr verärgert. Dem habe die Projektgruppe, die einen Kompromiss im Schulstreit aushandeln sollte, nie zugestimmt. Denn bisher werden Schüler von der fünften bis zur zehnten Klassenstufe in Herbsleben unterrichtet. Akzeptieren wollen die Eltern die Lösungsvariante von Krippendorf jedenfalls nicht. Am Samstag, so ist es geplant, wird Landrat Harald Zanker, darüber informiert.
23.05.2009 TA
CDU-Vorschlag schlägt ein
Quelle: Thüringer Landeszeitung, Lokalredaktion Gera
Von Sylvia Eigenrauch Gera. Die Berufsschule Gesundheit, Soziales und Sozialpädagogik in der Maler-Fischer-Straße 2 soll komplett saniert werden und höchstens in der künftig benachbarten Berufsschule Gewerbliche Berufe einen Außenstandort haben.
Darauf verständigte sich Geras Bildungsausschuss nach einem CDU-Vorschlag, während der Bauausschuss zeitgleich mit den Stimmen der CDU den Beschlussvorschlag der Verwaltung bestätigte. Jener sieht nur eine Teilsanierung vor und schreibt den ausgelagerten Schulteil über 2012 hinaus fest. Die Berufsschule unterrichtet ihre 1000 Schüler derzeit an vier Standorten. Im Haupthaus, gegenüber in der Robert-Erbe-Straße 1 – die ab 2013 die Berufsschule Gewerbliche Berufe aufnehmen soll – , in der Grundschule Bieblacher Hang und im Waldklinikum.
Die “Ungleichbehandlung” im Vergleich zu den anderen vier Geraer Berufsschulen kritisierte Schulleiterin Monika Wilutzky. “Wir schlagen vor, den Anbau für die Gewerblichen Berufe um einen auf vier Stockwerke zu erhöhen”.
Die bessere Lösung lieferte CDU-Stadträtin Iris Gerhardt im Bildungsausschuss. Ausschussmitglieder und Verwaltungsvertreter waren perplex.
Sie schlug einen Anbau mit zehn Räumen an die Maler-Fischer-Straße 2 vor, der sieben Millionen Euro mehr kosten würde. Drei Millionen Euro hätte die Stadt, wenn der Stadtratsbeschluss vom März nicht umgesetzt werde. Er sieht die Sanierung der Ämtergebäude Gagarinstraße und Amthorstraße für drei Millionen Euro aus dem Konjukturpaket II vor. Vier Millionen Euro würde das Land aus seinem Konjukturpaket-Budget beisteuern. Baustaatssekretär Roland Richwien habe im Gespräch mit CDU-Bürgermeister Norbert Hein und CDU-Stadtrat Bernd Koob angekündigt, Geld für zwei Berufsschulen zu haben.
“Mit dem Schulnetzplan wollen wir ein ehrgeiziges Versprechen des OB einlösen: für alle Schüler gleich gute Lernbedingungen”, erinnerte Prof. Thomas Weil. Insofern habe der Beschlussvorschlag für ihn “ein Geschmäckle”. “Es trifft mal wieder die Sozialen, die auch keine Schulsozialarbeit brauchen”, meinte er und erklärte: “Der CDU-Vorschlag hat den Charme, die Gleichberechtigung hinzubekommen”.
Ausschussvorsitzender Carsten Kruse (PDS/Linke) setzte einen Beschluss aus: “Sollte die Stadtverwaltung diese Lösung nicht hinbekommen, kommt von der Schule der nächste Einwohnerantrag.”
22.05.2009
Schulstarterpaket von 100 Euro ab diesem Jahr
Quelle: Thüringer Landeszeitung, Lokalredaktion Gera
Gera (eig). Das Schulstarterpaket in Höhe von 100 Euro pro Schuljahr kann dieses Jahr in Gera erstmals beantragt werden, wenn der Arge SGB II der Stadt Gera in der Reichsstraße 15 bis zum 31. Juli eine Schulbescheinigung vorgelegt wird.
Darüber informierte Bernd Kriebitzsch, Fachdienstleiter Bildung und Sport der Geraer Stadtverwaltung, den Bildungssausschuss diese Woche. Hintergrund ist, dass mit dem Familienleistungsgesetz eine zusätzliche jährliche Leistung für die Schule in das Zweite Sozialgesetzbuch aufgenommen wurde. Anspruchsberechtigt sind Schüler, die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, Unterricht in den Jahrgangsstufen 1 bis 10 erhalten und von denen mindestens ein im Haushalt lebender Elternteil am 1. August des jeweiligen Jahres Anspruch auf Arbeitslosengeld II hat.
Mit dem Geld soll der Erwerb eines allgemeinbildenden Schulabschlusses unterstützt werden. Das heißt, die 100 Euro dürfen nur für Schulbedarf ausgegeben werden. Die Arge kann sich das im Nachhinein mit Kaufbelegen nachweisen lassen.
Die Schulsachbearbeiter seien informiert, dass sie die Schulbescheinigungen auf Anfrage ausgeben. Auch für Schulanfänger kann die Bescheinigung in der zukünftigen Schule abgeholt werden, so Kriebitzsch. Schulamtsleiter Bernd Bergner kündigte an, Informationsblätter in den Schulen auszuhängen.
Hingewiesen wird, dass ein Antrag nach dem 31. Juli nicht berücksichtigt werden kann.
22.05.2009
Halbes Jahrhundert Kindergarten
Quelle: Ostthüringer Zeitung, Lokalredaktion Stadtroda
Die Tröbnitzer Kindereinrichtung feiert kommende Woche ihr 50-jähriges Bestehen
Von OTZ-Redakteurin Monika Schöler Tröbnitz. Im “Wirbelwind” wird sich in der nächsten Woche alles um ein Jubiläum drehen. Der jetzt in DRK-Trägerschaft befindliche Kindergarten in Tröbnitz feiert sein 50-jähriges Bestehen.
Bereits am Montag wartet ein Geburtstagskuchen auf die Kinder. Bei Spielen und einer kleinen Zauberschau werden sie auf die Jubiläumswoche eingestimmt. Am Dienstag wollen geladene Gäste im Feuerwehrhaus auch anhand einer Ausstellung und eines Diavortrages 50 Jahre Kindergarten Revue passieren lassen. Am darauffolgenden Tag feiern Kinder, Eltern und Erzieher gemeinsam. Bei einem bunten Programm mit Musik, Tanz und allerlei weiteren Aktionen soll der Nachmittag zusammen verbracht werden.
Am Donnerstag sind Interessierte zwischen 15 und 17 Uhr in die Einrichtung eingeladen, um sich anzuschauen, was sich im Laufe der Jahre verändert hat. Auch an diesem Tag der offenen Tür kann man noch einmal die Fotoausstellung betrachten. Die Aufnahmen, die der Heimatverein und der Kindergarten zusammentrugen, reichen bis zu den Anfängen der Kinderbetreuung in Tröbnitz zurück, berichtet Ute Rosenkranz. Sie leitet seit Oktober 2008 die Einrichtung.
Denn bevor der Kindergarten gebaut wurde, spielten und lernten die Kleinen in einem Gebäude auf dem Grundstück von Robert Schumann. Bis der erste Spatenstich Auf der Gebind 1 erfolgte. Das war zu Pfingsten 1957. Über 1500 Stunden wurden im Nationalen Aufbauwerk geleistet, so geht aus den Unterlagen hervor. Auch, dass die Kosten 231 600 DM betrugen.
Am 4. Januar 1959 konnten 54 Kinder aus Tröbnitz und Geisenhain von ihrem neuen Kindergarten Besitz ergreifen. In den 70er-Jahren halfen viele Eltern bei der Verschönerung der Einrichtung.
Nach 1990 hat sich viel verändert. 1993 ging der Kindergarten in die Trägerschaft des DRK über. Die Kinderkrippe wurde geschlossen. Vier Jahre später konnten dann wieder Kinder ab dem ersten Lebensjahr aufgenommen werden. Seit 1998 trägt die Einrichtung den Namen “Wirbelwind”. Und dann wurde fleißig gebaut. 2001 bekam der Kindergarten einen Anbau, der ein Jahr später übergeben wurde. Parallel wurde der Spielplatz neu gestaltet. Im Mai 2007 erhielt der Kindergarten eine Sauna. Damit wurde auch eine Voraussetzung für die künftige inhaltliche Ausrichtung geschaffen. Die Einrichtung verschrieb sich dem Kneipp-Konzept. Im November 2008 wurde sie offiziell als Kneipp-Kindertagesstätte zertifiziert.
Mit 73 Kindern aus 12 Gemeinden ist der “Wirbelwind” voll ausgelastet und sieht einer guten Zukunft entgegen. Schon jetzt will sich die Leiterin bei allen bedanken, die die Jubiläumswoche mit vorbereitet und den Kindergarten unterstützt haben. Wenn fröhlich gefeiert wird, dann sollten alle Mühen vergessen sein.
22.05.2009
Millionen-Investition für den Nachwuchs
Quelle: Freies Wort, Lokalredaktion Hildburghausen
27 Unternehmen engagieren sich für ein neues Ausbildungszentrum der Metallindustrie in Eisfeld
Eisfeld – Am 6. August dieses Jahres soll der Grundstein für den Ersatzneubau der Eisfelder Ausbildungsstätte des Sonneberger Ausbildungszentrums (SAZ) für die Metallindustrie gelegt werden. Eine Initiativegruppe aus 27 Betrieben der Region hatte sich für den Neubau stark gemacht. Sie repräsentiert insgesamt 3700 Arbeitsplätze und will mit diesem Zentrum auch für einen hochqualifizierten Facharbeiternachwuchs in der Zukunft sorgen. Reinhard Jacob, Betriebsleiter der Analytik Jena AG, Niederlassung Eisfeld, stellte das Projekt zum jüngsten Wirtschaftsstammtisch der CDU in Eisfeld noch einmal vor: “Um Ihnen die Größenordnung unserer Bemühungen zu verdeutlichen: Wir reden hier von einem Investitionsvolumen von 4,6 Millionen Euro, von einer Ausbildungsfläche von 2100 Quadratmetern, auf denen wir 150 statt der bisher 74 Ausbildungsplätze schaffen wollen.”
150 statt 74 Ausbildungsplätze
Eindrucksvoll schilderte er die fast zwei Jahre währenden Bemühungen, die Außenstelle des Sonneberger Ausbildungszentrums (SAZ) in Eisfeld zu sanieren oder besser: durch einen Ersatzneubau für die Zukunft fit zu machen. Der Vorsitzende der CDU-Ortsgruppe Eisfeld, Andreas Krapp, bedankte sich für das “leidenschaftliche Plädoyer” von Reinhard Jacob und sicherte den Vertretern der Wirtschaft Unterstützung zu.
Im SAZ Eisfeld werden bereits heute Lehrlinge in den Metallberufen ausgebildet, und das für viele Firmen in der Region. Mit dem Neubau soll aber auch die Metallausbildung des Hildburghäuser Bildungszentrums mit in Eisfeld konzentriert werden. Eine Entscheidung, die dem Hildburghäuser Bürgermeister Steffen Harzer gar nicht behagt. Er sieht darin eine Strukturschwächung der Kreisstadt. “Dass in einem Jahr, in dem wir 150 Jahre Metallindustrie in Hildburghausen feiern, die praktische Ausbildung nach Eisfeld gegeben wird, kann ich nicht gutheißen”, hatte er erst wieder zu Beginn der Woche bei Betriebsbesuchen im Hildburghäuser Gewerbegebiet betont. Sicher, die Entscheidung sei gefallen und als Demokrat akzeptiere er den Mehrheitsbeschluss. Trotzdem finde er es sehr bedauerlich, dass das Zentrum nicht in Hildburghausen ausgebaut werde. Zumal hier auch theoretische Ausbildung stattfinde und ein Internat vorhanden sei. Mit seiner Auffassung traf er jedoch auf wenig Resonanz bei den Unternehmen. “Wo das Ausbildungszentrum steht, ist letzlich egal”, erwiderte Vosseler Geschäftsführer Arno Schmidt am Montag. “Hauptsache, es wird dort gut ausgebildet.”
Betriebe unterstützen Ausbau
Und dafür sorgen auch viele Betriebe selbst mit, indem sie mit großzügigen Spenden dazu beigetragen, dass die Ausbildungsbedingungen immer besser werden. So hat die Geräte- und Pumpenbau GmbH Dr. Eugen Schmidt in Merbelsrod eine leistungsstarke CNC-Maschine für die Auszubildenden zur Verfügung gestellt. Auch die Niederlassung Eisfeld der Analytik Jena AG hat Technik beigesteuert, damit die Lehrlinge an den neuesten Maschinen ausgebildet werden können, um nur zwei Beispiele zu nennen.
Gute Lehrlinge übernehmen
Die anschließende Diskussion zeigte auch, welche Anforderungen heute an die jungen Leute gestellt werden. Dass ein Metallbauer von heute auch über Sprachkenntnisse verfügen müsse, sei in einer globalisierten Welt dringend erforderlich. “Wir haben Standorte in den USA und in Brasilien”, so der Vertreter von GPM Merbelsrod, “da brauchen wir Monteure, die dort auch mal eine Maschine einrichten können.” Deshalb sei die bilinguistische Ausbildung am SBZ Hildburghausen sehr zu begrüßen.
Dass bei GPM Merbelsrod jeder Lehrling, der seine Facharbeiterprüfung gut besteht, von der Firma auch einen Arbeitsplatz erhält, wurde ebenso begrüßt wie die vielen anderen Bemühungen der Firmen der Region. Auch für die Stadt Eisfeld sei es eine neue Herausforderung, für die künftig 150 Auszubildenden in der Stadt ein soziales Umfeld zu schaffen, mit Freizeitangeboten und Übernachtungsmöglichkeiten, hieß es zum Wirtschaftsstammtisch, in dem es allgemein um berufliche Perspektiven für die Jugend in der Region ging.
Zu wenig Schulabgänger
Karin Säger, die stellvertretende Schulleiterin des Staatlichen Schulbildungszentrum Hildburghausen (SBZ), hatte das Thema eingangs mit einigen Zahlen beleuchtet. War vor einigen Jahren noch ein akuter Lehrstellenmangel zu verzeichnen, suchen jetzt viele Unternehmen Hände ringend nach geeignetem Fachkräftenachwuchs: Die geburtenschwachen Jahrgänge bilden jetzt ein wesentlich geringeres Reservoir an potenziellen Auszubildenden.
Thüringenweit gab es im Jahr 2006 noch mehr als 80 000 Lehrlinge, ab Herbst 2009 wird ihre Zahl nur noch gut halb so groß sein. 2010/11 ist noch mal ein weiterer Einbruch zu erwarten, ehe es dann wieder leicht bergauf geht.
Karin Sänger präsentierte ihre Schule als moderne Bildungseinrichtung, verschwieg aber auch nicht, mit welchen Problemen sich die Lehrerschaft täglich konfrontiert sieht – Schulabgänger aus fünften oder sechsten Klassen, Jugendliche mit einer psychischen oder physischen Behinderung, auch Lernunwillige. Und neben diesen Problemen sei auch ein wachsendes Gewaltpotenzial – auch oder vor allem zwischen deutschen und ausländischen Jugendlichen – auszumachen. Drogenprobleme kommen hinzu und nicht zuletzte rechtsextreme Haltungen einiger Schüler.
Jeder hat eine Chance verdient
Neben den Lehrern bemühen sich Sozialpädagogen um die Jugendlichen. Denn auch diese Schüler – das betonte Karin Säger ausdrücklich – verdienten eine Chance. Auch wenn sie sicher nicht jeder nutze. ws/ng
23.05.2009
Warum bloß reden nicht genug ist
Quelle: Freies Wort, Lokalredaktion Bad Salungen
Acht junge Leute sind für die Arbeit am Kinder- und Jugendsorgentelefon ausgebildet worden
Bad Salzungen – “Es ist nicht genug, dass man redet”, beginnt ein Spruch auf einem der gemalten und beschrifteten Plakate. “Die Sprache ist die Quelle aller Missverständnisse”, steht auf einem anderen, “Gespräch ist eine gegenseitige distanzierte Berührung” auf einem dritten.
Mit dem Reden, mit Sprache, mit Gesprächen haben sich acht junge Leute in den vergangenen Monaten viel beschäftigt – auch in kritischer Selbstbefragung, in der nicht immer leichten Auseinandersetzung mit dem eigenen Selbst. Nicht nur deshalb ist die Ausbildung zum Gesprächspartner am Kinder- und Jugendsorgentelefon kein Schonprogramm – 80 Stunden, meist am Wochenende, haben Maria Annemüller, Aline Fischer, Artjom Fritzsch, Aline Hoßfeld, Anja Kühndorf, Christin Schleder, Belinda Schmidt und Aniko Spyrka seit dem vergangenen Herbst gelernt und geübt, Gleichaltrigen am Telefon Beistand zu leisten, im besten Falle zu helfen, mit Problemen, Sorgen und Nöten besser zurechtzukommen. Jetzt haben sie für die bestandenen Kurse in Theorie und Praxis ihre Zertifikate bekommen.
Rommy Schulz-König, in Bad Salzungen Bereichsleiterin der Kinder- und Jugendhilfe des Sozialwerks Meiningen gGmbh und ihre Mitarbeiterinnen Petra Notroff und Sabine Wenzel, die die acht jungen Leute ausgebildet haben, freuen sich, dass es wieder gelungen ist, eine Berater-Gruppe zu gewinnen. “Nicht alltäglich”, sagt Rommy Schulz-König, sei die Bereitschaft, Freizeit zu opfern und eine nicht einfache ehrenamtliche Arbeit zu übernehmen.
Nicht alltäglich ist das Projekt selbst, das vom Thüringer Ministerium für Soziales, Familie und Gesundheit und vom Wartburgkreis finanziert wird. Kinder- und Jugendsorgentelefone gebe es im Land einige, berichtet Martina Reinhardt, Leiterin des Referats Jugendpolitik Ministerium, die zur Feier der Zertifikatsübergabe Grüße und Lob der Ministerin Christine Lieberknecht mitbringt. Nur in Bad Salzungen aber habe sich das Konzept “Jugendliche beraten Jugendliche” etabliert – was nach Ansicht Martina Reinhardts nicht zuletzt wohl “am Motor Kinder- und Jugendschutzdienst” und am intensiven Engagement der Schulen in der Stadt liege.
Die neuen Berater, zwischen 15 und 20 Jahre alt, kommen aus der ersten Stadtschule, dem Gymnasium und aus der Medizinischen Fachschule, ihre Direktoren und Lehrer haben sie nicht nur zur Feierstunde begleitet. Die passenderweise, befindet Hans Joachim Wenzel, Direktor der ersten Stadtschule, in der “Woche des Miteinanders” stattfinde. Seine Schüler beteiligten sich zum wiederholten Male am Projekt Sorgentelefon “und was sie hier lernen, wird auch an der Schule wirksam”. Anerkennung für die jungen Leute äußert auch Kornelia Leuchtmann, Sachgebietsleiterin im Jugendamt des Wartburgkreises und dort für allgemeine und besondere Erziehungshilfen zuständig: “Es macht mir Spaß, zu sehen, dass es Jugendliche gibt, die sich einsetzen für andere, die in Schwierigkeiten sind.”
Und weil die Schwierigkeiten, in denen sich junge Leute befinden, zeitlos sind, hofft Rommy Schulz-König, dass die acht neuen Berater “sich in den Dienstplan eintragen, dabeibleiben, hier mitarbeiten”. Sie hätten bereits “gezeigt, dass ihr es könnt”. Und dass sie wissen: “Es ist nicht genug, dass man redet, man muss auch richtig reden.” m
23.05.2009
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