Landeselternvertretung Thüringen

Ein gemeinsamer Internetauftritt der Elternsprecher der Schulen im Freistaat Thüringen
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Pressespiegel vom 12. März 2009

Christoph Werz | 12. März 2009 | 17:08 Uhr
Vorlesen mit webReader

Träumen lernen

Am 11.März 2009 war es wieder soweit – es bleibt wieder nur das “warum”?!

Teilen wir still die gemeinsame, unfassbar große Trauer.

Bevor wiederum Andere unsere Fragen teilen – bis nichts mehr auf zu teilen geht.

Dann mag wieder keiner mehr sich mit zu teilen.

Durchbrechen wir unser Schweigen durch aktives Zuhören.

Lasst uns in der Not unserer Kinder nicht allein.

Danke. Ihre GST/LSV

Amoklauf in Winnenden – Kultusministerium bietet Hilfe an

Quelle: TKM 11.3.2009

Thüringens Kultusminister Bernward Müller (CDU) zum heutigen Amoklauf in Winnenden: “Mit großer Betroffenheit habe ich die Meldungen von der unfassbaren Tragödie an der Schule in Winnenden zur Kenntnis nehmen müssen. Die Anteilnahme aller Thüringerinnen und Thüringer gilt insbesondere den Familien der Opfer, aber auch allen Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Lehrern. Ich bringe mein tiefes Mitempfinden zum Ausdruck.

Nach den schrecklichen Ereignissen am Erfurter Gutenberg-Gymnasium im Jahr 2002 wissen wir, welch schwieriger Weg nun allen bevorsteht. Daher bietet das Kultusministerium Hilfe an. Thüringer Notfallpsychologen können zur Unterstützung entsandt werden. Entsprechende erste Kontakte wurden aufgenommen.”

Dr. Detlef Baer
Pressesprecher

Nur im Computerspiel stehen Opfer wieder auf

Quelle: OTZ 12.3.2009
Was Schulen aus Erfurter Amoklauf lernten

Stadtroda (OTZ). Nach dem gestrigen Amoklauf an einer Realschule im baden-württembergischen Winnenden sprach OTZ mit der stellvertretenden Leiterin des Staatlichen Schulamtes Jena-Stadtroda, Gudrun Nethel.

OTZ: Frau Nethel, was hat sich seit dem Amoklauf vor knapp sieben Jahren am Gutenberg-Gymnasium Erfurt an den Schulen in unserer Region verändert?

Gudrun Nethel: Wir haben an jeder Schule einen Krisenstab eingerichtet. Im Grünen Ordner, der vom Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien und dem Kultusministerium erarbeitet wurde, sind für jedes Mitglied des Stabes konkrete Aufgaben vorgegeben, die es im Fall des Falles ausüben muss, den wir aber hoffentlich nie erleben müssen. Ferner haben wir unsere Beratungslehrer intensiv für den Umgang mit Schülern ausgebildet, die Probleme haben. Ebenfalls wurden in unseren Schulen Streitschlichterprogramme umgesetzt. Drei Schulpsychologen und sieben Beratungslehrer mit psychologischer Ausbildung arbeiten intensiv mit den Schulen zusammen. Außerdem halten wir engen Kontakt zu den Jugendämtern, weil sich ja solche Dinge im Vorfeld ankündigen.

OTZ: Den Amokläufer von Winnenden hatte man aber an seiner früheren Realschule als unauffälligen Schüler in Erinnerung…

Gudrun Nethel: Das kann ich schlecht beurteilen. Unsere Lehrer versuchen, bestimmte Entwicklungsprozesse bei den Schülern zu erkennen. Trotz aller Prävention kann man Anschläge wie diese nie ganz ausschließen. Wobei ich sagen möchte, um auch die Eltern zu beruhigen, dass es an unseren Schulen sehr sicher ist und unsere Lehrer sehr sensibel reagieren.

OTZ: Worauf achten die Lehrer? Auf Gewalt auf dem Pausenhof?

Gudrun Nethel: Zum Beispiel. Aber auch, wenn sich ein Schüler total zurückzieht und sich nicht mehr am Leben der Klassengemeinschaft beteiligt. Die Lehrer kennen ihre Schüler und bemerken die Veränderungen. Dann wird das Gespräch mit dem Schüler, aber auch mit seinen Eltern gesucht.

OTZ: Werden die Lehrer in diesem Fall von den Eltern unterstützt, oder drohen diese stattdessen mit einer Verleumdungsklage?

Gudrun Nethel: Es gibt auch solche Fälle. In der Regel haben wir aber eine gute Zusammenarbeit mit den Elternhäusern.

OTZ: Wie begegnen Pädagogen der Gewalt unter Schülern?

Gudrun Nethel: Durch Eingreifen, nicht durch Wegsehen. Es wird versucht, mit den Kindern zu reden und die Ursache der Auseinandersetzung zu ergründen. Das ist nicht immer einfach.

OTZ: Was unternehmen Lehrer und Schulpsychologen, um Schüler in ihrer Freizeit von Gewalt dominierenden Computerspielen abzubringen?

Gudrun Nethel: Unsere Schulen haben alle ein Medienkonzept, mit dem Schüler an die Medien dieser Zeit heran geführt werden. Eine Aufgabe dabei ist es, wiederholt Einfluss zu nehmen, damit die Schüler die Gefahr erkennen, die von diesen Spielen ausgeht. Denn es sieht so harmlos aus: Den Opfern im Computerspiel passiert ja nie etwas. Anders als im wahren Leben stehen sie am Ende des Spiels meist wieder auf. Damit Schüler über den Konsum von Computerspielen nicht mit der Zeit Gewalt als Normalität ansehen, versuchen die Lehrer auch zu Elternabenden, auf diese Problematik aufmerksam zu machen. Kinder sollen nicht unkontrolliert am Computer oder Fernseher sitzen.

Interview: Peter Cissek

Wieder Tote bei Amoklauf

Quelle: TA 12.3.2009
Bei einem Amoklauf in Baden-Württemberg wurden gestern 15 Menschen getötet, darunter neun Schüler. Der Täter richtete sich nach einem Schusswechsel mit der Polizei selbst.

STUTTGART/ERFURT. Tim K. betrat gegen 9.30 Uhr das Gebäude seiner ehemaligen Realschule Albertville in Winnenden, 20 Kilometer nordöstlich von Stuttgart. Der 17-Jährige erschoss neun Schüler der Klassen 9 und 10, eine Referendarin und zwei Lehrerinnen.

Auf seiner Flucht tötete er vor einer psychiatrischen Klinik einen dort Beschäftigten. Dann zwang er mit Waffengewalt einen Autofahrer, ihn ins etwa 30 Kilometer entfernte Wendlingen zu fahren; dort ließ er den Fahrer frei. In einem Autohaus erschoss er noch zwei Menschen. Nachdem Tim K. bei dem folgenden Schusswechsel mit der Polizei am Bein verletzt wurde, richtete er sich selbst. Die Waffe, eine Beretta, stammt aus der Sammlung des Vaters. …

Mehr dazu lesen Sie in der Thüringer Allgemeine

16 Tote

Quelle: TA 12.3.2009
Ein junger Mann erschießt 15 Menschen und dann sich selbst: Natürlich weckt der Amoklauf nahe Stuttgart Erinnerungen an den 26. April 2002, an die Bluttat am Erfurter Gutenberg-Gymnasium. Deshalb war die Anteilnahme in Thüringen gestern besonders groß.

WINNENDEN/ERFURT. Schreie. Das ist fast alles, was die Beamten in der Polizeiwache in Winnenden am Morgen verstehen. Um 9.33 Uhr trifft ein Notruf ein, dem kaum zu entnehmen ist, was passiert.

Nur eines wird den Polizisten klar, erzählt Ralf Michelfelder, der Einsatzleiter, später: “Es gibt eine Schießerei in der Albertville-Realschule.”

Sofort wird ein Streifenwagen losgeschickt, während die Wache mit Notrufen geradezu bombardiert wird. Die Schüler am anderen Ende sind panisch, verängstigt. Sie alle erzählen dasselbe: Schüsse und Tote.

Nur zwei Minuten nach dem Notruf treffen die ersten drei Polizisten an der Schule ein. Der Täter, Tim K., bemerkt die Beamten, schießt auf sie, flieht. Zwei Lehrerinnen, die ihm über den Weg laufen, werden seine letzten Opfer an der Schule.

Die Polizei evakuiert das Gebäude und bringt die Schüler in einem nahe gelegenen Hallenbad unter, bis die Eltern sie abholen können. Dann sperrt sie die Gegend weiträumig ab, Helikopter kreisen über Winnenden, Hunderte Polizisten durchkämmen die Siedlung aus Einfamilienhäusern, die vor einem Weinberg liegt.

Die Polizei weiß schnell, wer der Schütze ist. Tim K., 17 Jahre alt, Absolvent der Schule. Doch eine Durchsuchung der Wohnung seiner Eltern bringt nur die Erkenntnis, dass eine der 15 Schusswaffen des Vaters fehlt. Der ist Sportschütze. Die Pistole mit der K. Menschen ermordet, lag unverschlossen im Schlafzimmer der Eltern, genauso wie die Munition.

“Ich war platt, als ich hörte, dass Tim das getan hat”, sagt Mehmed Üdler, der auch vor einem Jahr die Albertville-Realschule beendet hatte. “Er ging in eine Parallelklasse, war ein ruhiger Schüler. Er hatte kaum Kontakte”, erinnert er sich.

Tischtennis habe er gespielt, eine Freundin, die gab es nicht.

Die Polizei teilt mit, dass es auffällig sei, dass Tim K. an der Schule acht Mädchen und drei Lehrerinnen getötet habe, aber nur einen Schüler. “Ob das etwas zu bedeuten habe, können wir noch nicht sagen”, sagt Erwin Hetger, der Landespolizeipräsident. “Zum Motiv können wir noch keine Angaben machen, da sind die Ermittlungen noch ganz am Anfang.”

Während sich halb Württemberg im Ausnahmezustand befindet, laufen aus Thüringen Nachrichten und Mitteilungen fast im Minutentakt ein. Sie bekunden Beileid und Mitgefühl.

Die amtierende Regierungschefin Birgit Diezel, Innenminister Manfred Scherer (beide CDU), aber auch die Spitzenkandidaten von Linke und SPD, Bodo Ramelow und Christoph Matschie äußern ihre Anteilnahme, bieten Hilfe an.

Auch Kultusminister Bernward Müller (CDU) meldet sich. “Wir wissen, welcher schwierige Weg nun allen bevorsteht.” Unter der Meldung steht der Name Detlef Baer. Er ist der Ministeriumssprecher – und auch er verlor seine Ehefrau durch die Schüsse eines Amokläufers. …

Mehr dazu lesen Sie in der Thüringer Allgemeine

GEW-Chef: An Schulen fehlen die Psychologen

Quelle: TA 12.3.2009

Der Chef der Lehrergewerkschaft GEW, Ulrich Thöne, betont, dass nach dem Amoklauf in Erfurt fast überall Krisenpläne erarbeitet wurden, allerdings deutschlandweit Schulpsychologen fehlen.

Hat sich an den Schulen nach dem Amoklauf von Erfurt etwas verändert?

Zunächst gehört mein Mitgefühl den Angehörigen und dem Kollegium. Und ja: Ich finde es erstaunlich, was in den letzten Jahren trotz der hohen Belastung und der vergleichsweise schlechten personellen Ausstattung der Schulen geleistet wurde. Es gibt inzwischen in den allermeisten Bundesländern Krisenpläne für solche Fälle.

Die wurden nach den Schüssen vom Gutenberg-Gymnasium erstellt?

Die Ereignisse von Erfurt gaben sozusagen den letzten Anstoß für diese Krisenpläne. …

Mehr dazu lesen Sie in der Thüringer Allgemeine

Kerzen im Schulhaus

Quelle: TA 12.3.2009
Die Nachrichten aus Winnenden lösten gestern bei hunderten Menschen in Erfurt eine Re-Traumatisierung aus. Besonders betroffen: Lehrer und Schüler des Gutenberg-Gymnasiums.

ERFURT. Alle Bilder sind wieder da und alle Gefühle von damals. Angst, Schrecken, Verzweiflung. Gänsehaut. Besonders schwer zu verkraften für Lehrer und Schüler des Gutenberg-Gymnasiums: die Parallelen. Ein einstiger Mitschüler, der zum Täter wird und schwarz maskiert in die Schule stürmt. Der Tod, der mitten in einen friedlichen Unterrichtstag schlägt. Eine Stadt, die in Schock erstarrt und in Leid ertrinkt. “Man gefriert innerlich, ist ganz erstarrt”, beschreibt der Lehrer Lutz Pockel sein Gefühl, als er die Nachricht vom Amoklauf an der baden-württembergischen Realschule hörte. “Für viele Kollegen, die damals dabei waren, ist es eine Katastrophe”, schildert eine Lehrerin, die erst nach dem 26. April 2002 an die Schule kam. Während die Fernsehbilder aus Winnenden über den Bildschirm flirren, werden immer wieder auch Aufnahmen vom Erfurter Polizeieinsatz aus dem Jahr 2002 eingeblendet. So wird der Schrecken für manche überlebensgroß. Außerdem ziehen vor dem Gutenberg-Gymnasium Kamerateams auf. “Das ist wie ein Deja-vu”, schüttelt eine Abiturientin den Kopf.

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in unserer Druckausgabe

Eine Sache des Blickwinkels

Quelle: TA 12.3.2009
Den ersten Thüringer Astronomie-Wettbewerb zum Thema “Populäre Irrtümer” konnten fünf Zehntklässler der Kooperativen Gesamtschule für sich entscheiden. Mit einer Arbeit über die Mondphasen schafften sie den ersten Platz und überzeugten anschließend bei “Jugend forscht”.

DABERSTEDT. Mit dem Blick zum Himmel gingen Sabine Heinze, Loisa Wagner, Sarah Müller, Julia Wezyk und Josefin Wiedenhöft von der KGS in die Sommerferien 2008. Sie untersuchten in Erfurt, Schweden, Alicante, Miami und Malta die Mondphasen. Die Anregung dazu gab ihnen die Astronomielehrerin Kerstin Schoele. Sie stellte der zehnten Klasse den Wettbewerb zu populären Irrtümern in der Astronomie vor. Mondphasen und Finsternisse würden oft mit Hilfe des Erdschattens erklärt werden. “Dabei ist es eine Sache des Winkels”, wissen die Schülerinnen nun. Fünf Wochen lang beschäftigten sie sich mit dem Thema. Sie bauten ein Modell, mit dem sie genau erklären konnten, wie die einzelnen Mondphasen entstehen, legten eine Mappe mit Fakten und Erläuterungen vor. Im September 2008 kam dann die erfreuliche Nachricht. Voller Stolz verkündete Kerstin Schoele in ihrer Zehnten die Sieger.

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in unserer Druckausgabe

Thüringen hilft nach neuem Schul-Amoklauf

Quelle: TLZ 12.3.2009

Erfurt. (tlz) Thüringen hilft nach dem Amoklauf von Winnenden in Baden-Württemberg. Die spontanen Hilfsangebote der Stadt Erfurt und des Freistaates wurden im Südwesten dankbar angenommen. Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein sagte der TLZ, man werde helfen, wo Hilfe gebraucht werde. Vor allem bei der psychologischen Betreuung der Schüler und Angehörigen verfüge die Stadt nach dem Massaker am Gutenberg-Gymnasium vor sieben Jahren über große Erfahrung. Das vierköpfige Kriseninterventionsteam der Stadt Erfurt soll bei der Schulorganisation und der Versorgung der Opfer helfen. Das Thüringer Kultusministerium entsendet drei Schulpsychologen und einen Ministerialbeamten für logistische Dienste. Sie könnten Unterstützung bei der Betreuung und Organisation in den ersten Stunden nach der Katastrophe leisten. Ein 17-jähriger Amokläufer hatte an einer Realschule in Winnenden und auf der Flucht 15 Menschen getötet. Anschließend erschoss er sich nach ersten Ermittlungen selbst.

Die Nachrichten von dem neuen Amoklauf lösten in Thüringen Erschütterung aus. Sofort wurden die Erinnerungen an das Massaker am Gutenberg-Gymnasium am 26. April 2002 wieder wach. Dort hatte ein Schüler 16 Menschen und anschließend sich selbst getötet. Bis heute werden neun Schüler und sechs Lehrer nach Angaben der Unfallkasse Thüringen vor allem wegen so genannter posttraumatischer Belastungsstörungen betreut. Dort befürchtet man, dass nach dem nach dem Amoklauf in Baden-Württemberg “viele weitere an dieses Ereignis erinnert und auch wieder rückfällig werden”. 11.03.2009 Von Hartmut Kaczmarek

Kerzen brennen für Winnenden

Quelle: TLZ 12.3.2009

Erfurt/Winnenden. (tlz) Es werden Kerzen brennen heute im Gutenberg-Gymnasium, kündigt Direktorin Christiane Alt an. Wo gewünscht, wird statt normalem Unterricht ein Gesprächsangebot gemacht. Ein Kondolenzbuch für die Opfer von Winnenden wird ausliegen, um den Angehörigen Solidarität und Anteilnahme zu versichern.

Gestern, kurz nach 10 Uhr: Eine Presseagentur fragt im Gutenberg-Gymnasium nach – und liefert so Christiane Alt die erste Informationen über einen Amoklauf in Winnenden, der sich eine gute halbe Stunde zuvor ereignet hat. Die Bilder vom 26. April 2002 sind sofort wieder da. Die Erinnerung an weinende Menschen, die Gesichter voller Angst, Entsetzen und Trauer angesichts der unfassbaren Tat. Bei einem Amoklauf am Gutenberg-Gymnasium hatte damals der 19-jährige Schüler Robert S. binnen zehn Minuten 16 Menschen und sich selbst getötet. Unter den Toten sind zwölf Lehrer, die Schulsekretärin, zwei Schüler und ein Polizist.

Gestern stürzte binnen Minuten ein 17-Jähriger das Städtchen Winnenden in einen ebensolchen Alptraum. Tim K. richtete in der Schule ein Massaker an, lieferte sich eine Schießerei mit der Polizei – und tötete sich dann selbst. Neun Schüler sterben, alle zwischen 14 und 15 Jahre alt. Auch drei Lehrer trifft er tödlich.

Es dauert nicht lange, da tauchen gestern auch erste Kamera-Teams vor dem Gutenberg-Gymnasium auf. Schüler bemerken dies, wundern sich, berichtet Christiane Alt. Schnell verbreitet sich die Nachricht im Haus. Das Medieninteresse stört, macht wütend. “Wir haben eine interne Strategie entwickelt, wie wir mit solchen Nachrichten umgehen. Es ist ja nicht das erste Mal nach unserer Geschichte”, sagt Christiane Alt. Es gibt Ansprechpartner, Unterricht wird ausgesetzt, es werden Rückzugsmöglichkeiten geboten. “Jeder weiß, wohin er sich wenden kann, wenn er Unterstützung braucht”. Gleich, ob Schüler oder Lehrer. Die jetzigen Zwölftklässler, das Abitur zum Greifen nah, gingen damals in die fünfte Klasse, als das Schreckliche geschah. Damals waren sie gerade zehn Jahre alt, erlebten den Auszug aus dem Schulgebäude und späteren Rückzug in allen Details: “Sie haben die Phase danach eigentlich am längsten erlebt”, sagt die Schuldirektorin. Am Thema seien sie gerade jetzt, in den Vorbereitungen für den 7. Gedenktag, ganz nah dran. Weil es der letzte Jahrgang sein wird, der das Massaker im Schulgebäude erlebt hat, soll der Tag auch eine Art Übergabe an die nachfolgenden Jahrgänge sein, sagt Christiane Alt.

Auch der gestrige Auflauf von Medienvertretern vor der Schule habe Erinnerungen geweckt an die Tage nach dem Amoklauf. Und laut Christiane Alt dringen penetrante Kamerateams in die Schule ein, befragen Schüler, belügen sie, behaupten, die Schuldirektorin habe den Dreh genehmigt. Nicht nur die Schüler seien angewidert, ob solcher Geschmacklosigkeiten. Schon 2002 hatte es Derartiges gegeben.

Anfragen der “Wills und Illners dieser Welt” habe sie abgelehnt, sagt Christiane Alt: Worte in Talkshows würden jetzt niemandem helfen, der sich erst einmal selbst mit der Lage einrichten müsse. Und in Richtung Winnenden sagt sie: “Wenn unsere Hilfe gewünscht wird, sind wir da”. Titel/Thema des Tages

11.03.2009 Von Frank Karmeyer

“Wir alle müssen zusammen rücken”

Quelle: TLZ 12.3.2009

Jena/Stadtroda. (tlz/piek) “Schulen dürfen nicht zu Festungen werden. Sie müssen ihren offenen Charakter behalten. Ich bin strikt gegen Schulen wie in den USA.” Das sagte gestern Abend Thomas Fügmann, Schulamtsleiter des Schulamtes Jena-Stadtroda als erste Reaktion auf den Amoklauf in Winnenden.

“Wir versuchen es mit präventiver Arbeit, mit Schulsozialarbeit. Ein Patentrezept, so etwas Schlimmes zu verhindern, gibt es leider nicht.” “Überdenken sollte man aber”, so Fügmann weiter, “bestimmte Sicherheitsmaßnahmen, wie die Schließsysteme an den Türen und Eingangsbereichen zu den Schulen.” Noch wichtiger sei der tägliche Umgang miteinander: “Allen, die mit Schule zu tun haben, muss es gelingen, näher an die Schüler zu gelangen. Nur dann verstehen wir die Sorgen und Nöte der jungen Leute. Das verlangt Vertrauen und Verständnis von allen Seiten. Wir müssen alle eine Stück näher zusammenrücken.” Fügmann sah nach den ersten Nachrichtenbildern von Stuttgart sofort Parallelen zum Schulmassaker in Erfurt vor sieben Jahren. “Ich hoffe, dass die Betroffenen die Situation gut verarbeiten, dass sie die nötige Hilfe bekommen. Sie haben mein volles Mitgefühl.”

Thema des Tages, Lokalseite 3, TLZ.de

Fragen zur Bewerbung? Antworten gibt’s beim planet-chat

Quelle: Per Mail 11.3.2009
Schüler und Experten chatten auf www.planet-beruf.de

Im Chat von planet-beruf.de geht es wieder um das Thema “Bewerben”: Vom 23. bis 26. März 2009 können Schüler/innen täglich zwischen 14.00 und 16.00 Uhr ihre Fragen stellen. Antworten werden Berufsberater/innen der Agentur für Arbeit und Experten aus der Wirtschaft.

An jedem Chat-Tag steht ein anderes Thema im Mittelpunkt: Am 23. März dreht sich alles um die Frage “Wie zeige ich, was ich kann?” Am 24. März heißt es: “Wie bewerbe ich mich richtig?” Am 25. März erfahren die Schüler/innen mehr über Auswahltests und Vorstellungsgespräche. Am 26. März geht es schließlich um die

Frage “Was tun bei Absagen?”

Wer am planet-chat teilnehmen möchte, registriert sich einfach mit einem Fantasienamen unter http://www.planet-beruf.de/planet-chat.html. Anschließend genügt es, sich täglich um 14.00 Uhr unter der gleichen Internetadresse einzuloggen und die Fragen im Chatroom zu stellen. Wer für den Chat keine Zeit hat oder die Antworten nachlesen möchte, kann die Protokolle einsehen, die online gestellt werden.

Mit der Medienkombination “planet-beruf.de – Mein Start in die Ausbildung” richtet sich die Bundesagentur für Arbeit an Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren (Sekundarstufe I) und unterstützt sie im Berufswahlprozess. Das Portal www.planet-beruf.de beantwortet Fragen rund um die Themen Berufswahl und Ausbildung. Im BERUFE-Universum, einem interaktiven Selbsterkundungsprogramm, erfahren die Jugendlichen, wo ihre Stärken und Interessen liegen und welche Berufe gut zu ihrem Profil passen.

Die Bewerbungs-Chats finden regelmäßig auf www.planet-beruf.de statt. Sie werden rechtzeitig im Portal und in den Newslettern für Lehrkräfte und Eltern angekündigt.

Fit für’s Studium – Fit für die Zukunft

Quelle: Per Mail 11.3.2009
- so lautet die Botschaft des im Jahr 2001 gegründeten regionalen Netzwerkes “Wege ins Studium – Studieren in Mitteldeutschland”

Die rasanten Veränderungen im Hochschulsystem, die im internationalen Vergleich geringe Zahl an Hochschulabsolventen in Deutschland, der gewachsene Bedarf an hochqualifizierten Kräften – als Schlüsselfaktor für den Wirtschaftsstandort Deutschland – erfordern nicht nur eine umfassende, sondern auch adressatengerechte Information der Studieninteressierten und Studierenden.

Dementsprechend stimmen die Netzwerkpartner überein, dass die Aufnahme eines Studiums und die damit einhergehende Persönlichkeitsentwicklung nicht daran scheitern dürfen, dass die jungen Menschen mit ihren Fragen allein gelassen werden.

Die 5. Ausgabe der Hochschulmesse “Studieren in Mitteldeutschland” bietet die beste Gelegenheit, Informationsdefizite und Studienhemmnisse abzubauen um damit die Entscheidungskompetenz der uns anvertrauten studieninteressierten Jugendlichen zu erhöhen. Organisation und Durchführung der Messe liegen in der Federführung der Regionaldirektionen Sachsen und Sachsen-Anhalt/ Thüringen der Bundesagentur für Arbeit.

An jeweils rund 90 Informationsständen und in fast 40 Fachvorträgen haben bei den voran gegangenen Messen Fachleute und Experten den Besuchern Rede und Antwort gestanden.

Wie die Rückmeldungen der künftigen Abiturienten, deren Eltern, Beratungsfachkräfte, Vertreter/innen aus Wirtschaft, Institutionen, Ministerien, Schulen und Hochschulen hierzu beweisen, ist diese Veranstaltungsreihe mittlerweile zu einem allseitig anerkannten und intensiv nachgefragten Meeting geworden, wenn es um Fragen rund um das Studium und den Akademikerarbeitsmarkt geht. Selten gibt es eine solche Konzentration von kompetenten Gesprächspartnern und Informationsangeboten sowie die Möglichkeit des Vergleichens der vorgestellten Studienangebote.

Die Fortführung dieser Veranstaltungsreihe am 5. September 2009 von 9 Uhr bis 16 Uhr im Congress Center der Neuen Messe Leipzig ist uns, den Mitgliedern des mitteldeutschen Netzwerkes, ein Ansporn und Freude zugleich. Im Mittelpunkt werden auch in diesem Jahr die hervorragenden und attraktiven Studienmöglichkeiten in unseren Ländern stehen sowie die Möglichkeiten, die sich auf dem Akademikerarbeitsmarkt bieten. Der Eintritt ist wie immer kostenfrei.

Wir, die Organisatoren, würden uns freuen, wenn wir auch Ihr Interesse an der geplanten Veranstaltung geweckt haben und Sie als Multiplikator oder Akteur gewinnen könnten.

Die Mitglieder des Netzwerkes “Wege ins Studium – Studieren in Mitteldeutschland”

Einstieg Abi Karrieretag Hamburg: Beratungsforum für Abiturienten

Quelle: Per Mail 11.3.2009
Durchstarten mit dem Abi!

Köln, 10. März 2009 – In wenigen Monaten wird der Abiturjahrgang 2009 seine bestandene Reifeprüfung feiern. Gleichzeitig rückt die Frage nach dem “danach” immer näher: Auf dem Einstieg Abi Karrieretag in Hamburg gibt es am 9. Mai 2009 individuelle Beratung zu den verschiedenen Karrieremöglichkeiten für Abiturienten. Auf dem Beratungsforum für Oberstufenschüler informieren über 30 Unternehmen, Hochschulen sowie unabhängige Experten der Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen und der Bundesagentur für Arbeit über das duale Studium, den Bachelor- und Masterabschluss, Ausbildungsberufe und die Bewerbung. Da die Teilnehmerzahl auf 500 Jugendliche beschränkt ist, empfiehlt sich eine frühzeitige Anmeldung unter www.go.einstieg.com/hamburg.

Auf der Suche nach engagiertem Nachwuchs sind Unternehmen wie Siemens, Otto, die Deutsche BP, die HypoVereinsbank und Volkswagen Coaching. Aber auch die Polizei Hamburg sucht Abiturienten unter anderem für den dualen Studiengang “Sicherheitsmanagement”. Wer ein Studium anstrebt, dem stehen Studienberater von renommierten Hochschulen Rede und Antwort: Mit dabei sind unter anderem die Universität Hamburg, die Technische Universität Hamburg-Harburg, die Fachhochschule Westküste, die Zeppelin University, die WHU – Otto Beisheim School of Management und die Jacobs University Bremen.

Darüber hinaus bietet die Einstieg Karriereberatung Bewerbungsmappenchecks und Tipps rund um das Vorstellungsgespräch und die Studien- und Berufsfindung an. Wer noch kein Bewerbungsfoto für seine Unterlagen hat, kann dies auf dem Karrieretag kostenlos anfertigen lassen. Bis zum 20. März können sich interessierte Unternehmen und Hochschulen noch einen Stand auf dem Karrieretag reservieren.

Informationen zum Einstieg Abi Karrieretag Hamburg gibt es unter 0221. 3 98 09-30 und auf www.einstieg.com.

Der Eintritt für interessierte Oberstufenschüler ist frei.

EINSTIEG Abi Karrieretag Hamburg:

Termin: 09. Mai 2009, 10 – 16 Uhr

Ort: MagnusHall in der Amsinckstraße, Hamburg

Neue Krippenplätze

Quelle: TA 10.3.2009
Die Stadt Erfurt will zum 1. September 51 neue Stellen im pädagogischen Bereich der Kindertagesstätten besetzen.
Das kostet zwei Millionen Euro pro Jahr. Sie reagiert damit auf die Anforderungen aus dem Thüringer Bildungsplan, mehr Zeit in die Vor- und Nachbereitung der Kinderbetreuung zu investieren. Ein weiterer Grund ist der gestiegene Bedarf an Kindergärten- und vor allem Krippenplätzen.

ERFURT (vd). Das Jugendamt geht in seiner jetzt vorgelegten Bedarfsplanung für Kindertageseinrichtungen und die Tagespflege in den Jahren 2009/2010 und 2010/2011 von 7184 Kindergartenplätzen (ab zwei Jahre bis Schuleintritt) aus. Tatsächlich zur Verfügung stehen 7186 Plätze. Ungemindert groß ist die Nachfrage nach Betreuungsplätzen für Kinder unter zwei Jahren. Das Jugendamt errechnete einen Bedarf von 808 Plätzen: 372 in Kinderkrippen, 215 in Kleinkindgruppen und 221 in der Tagespflege. 60 der benötigten Kinderkrippenplätze stellt die neue Einrichtung des Trägers Aktion Sonnenschein Thüringen e.V., die restlichen stellen kommunale und freie Träger.

Kitas haben Konjunktur

Quelle: TA 10.3.2009

Erfurt. (tlz) Wer für sein Kind einen Kindergartenplatz sucht, der soll künftig nicht mehr etliche Kindereinrichtungen abklappern müssen. Eltern-Frust, dass die so genannte Kita-Card als Aufnahmebestätigung ihres Kindes dort nur äußerst schwer an Frau oder Mann zu bringen ist, soll künftig nicht mehr entstehen. Eine zentrale Anlaufstelle zur Information und Anmeldung soll noch dieses Jahr ihre Arbeit aufnehmen, kündigte Bürgermeisterin Tamara Thierbach gestern an. Beginnend mit der Vermittlung in die 16 kommunalen Einrichtungen, perspektivisch mit möglichst vielen der 80 Kindergärten in freier Trägerschaft.

Weil vermutlich nicht alle an dieser zentralen Lösung mitwirken würden, ließe sich die Kita-Card wohl nicht gänzlich ablösen. Ihren Zweck aber habe sie nicht erfüllt, erklärte Thierbach das Modell für gescheitert. Sie war eingeführt worden, um Doppel- und Dreifach-Anmeldungen zu verhindern und Planungssicherheit zu geben. Das nun neu zu entwickelnde Modell bedürfe noch einiger komplizierter Hausaufgaben, so Thierbach. Ziel sei mehr “Elternzufriedenheit”.

Ob auch die Kindertagesstättenbedarfsplanung, diesmal erstmals ein Doppel-Jahrgang für 2009/10 und 2010/11, auf Zufriedenheit stößt? Sie liegt von heute an aus im Bürgerservicebüro am Fischmarkt. Vorgesehen ist darin ein Bedarf von 808 Plätzen. Diese teilen sich auf in 372 Plätze in Kinderkrippen, 215 in Kleingruppen und 221 in der Tagespflege.

7184 Plätze nötig

60 der benötigten 372 Kinderkrippenplätze entfallen dabei auf die neue Einrichtung des Trägers Aktion Sonnenschein Thüringen, die restlichen entfallen auf kommunale Einrichtungen und freie Träger. Im Kleinkinderbereich sollen 2010/2011 die Ersatzneubauten der Kindertagesstätten Rasselbande und Glückskäfer, beide in Trägerschaft des Landesverbandes Thepra, ihre Arbeit aufnehmen und je eine Kleinkindgruppe mit zehn Plätzen öffnen.

Für die Kinder zwischen zwei Jahren und Schuleintritt wurde ein Bedarf von 7184 Plätzen ermittelt, tatsächlich zur Verfügung stehen 7186 Plätze. Anteil daran hat auch die E.ON Thüringer Energie AG, die nach dem Helios-Klinikum und Ikea einen “Betriebskindergarten” eröffnen will.

Der neue Bedarfsplan stockt auf – um 51 Personalstellen im Kindertagesstättenbereich. Gründe dafür sind der Mehraufwand, den der Thüringer Bildungsplan vorgibt, sowie der erhöhte Anteil an Vor- und Nachbereitung. 24 Stellen sind im Entwurf hinzugekommen, weil der Platzbedarf im Vergleich zum Vorjahresplan um 231 Kindergartenplätze zugenommen hat. Zwei Millionen Euro koste dieser erhöhte Personalbedarf, heißt es. Ein Klima, das Frauen den Wunsch auf eine schnelle Rückkehr in den Beruf ermöglicht, wünscht sich Thierbach für Erfurt. Nicht alle Wünsche seien derzeit realisierbar, sagt sie. Und Kritik an zu geringem Personal in den Kindereinrichtungen sei bei der Stadt an der falschen Adresse: Hier werde geplant nach gesetzlichen Vorgaben des Landes. Statt auf nur sechs Minuten für die Vor- und Nachbereitung der pädagogischen Arbeit, wie sie von den Liga-Verbänden in Thüringen errechnet wurde und als völlig unzureichend kritisiert wird, bringe es Erfurt immerhin auf 20 Minuten, ergänzt Jugendamtsleiter Hans Winklmann. Größere Veränderungen und ein Mehr an Betreuungszeiten fordere eine Entscheidung vom Landesgesetzgeber.

Der Bedarfsplan-Entwurf, der nun noch im Stadtrat beschlossen werden muss, birgt laut Winklmann keine großen Überraschungen. Hoher Bedarf bestehe weiterhin in Innenstadtbereichen und einigen Ortsteilen. Abgenommen habe dieser beispielsweise am Roten Berg.

“Spitze” überbrücken

In einigen Jahren werde der Bedarf insgesamt sinken, derzeit sei noch eine “Spitze” zu überbrücken, ehe sich sinkende Geburtenzahlen niederschlagen würden. Dies allein verlange einiges an logistischem Geschick. Hinzu komme die Grundsatzplanung, bis spätestens 2012 alle Kindereinrichtungen saniert oder ersetzt zu haben. Unfreiwillig erschwert werde dies nun durch das Konjunkturpaket der Bundesregierung. Denn wo gebaut werde mit dem 7,6-Millionen-Euro-Programm, müsse eine Ersatzunterkunft her. So sei ein Neubau für die Kitas in der Wendenstraße nicht innerhalb eines Jahres umsetzbar, weil für die 220 Kinder dort ein Ausweich fehle. “Schließlich haben wir keine Kindergärten leer herumstehen”, beschreibt Thierbach die Misere.

10.03.2009 Von Frank Karmeyer

Eltern zahlen weiter die Beförderungskosten

Quelle: TLZ 10.3.2009

Erfurt/Weimar. (tlz/el) Sechs Familien müssen die Beförderung ihrer Kinder per Bus und Straßenbahn zur Integrierten Gesamtschule (IGS) weiterhin selbst bezahlen: Ihre Klage hat das Thüringer Oberverwaltungsgericht in Weimar gestern in zweiter Instanz abgewiesen.

Die Eltern wollten, dass die Stadtverwaltung die Kosten übernimmt: Ihre Anträge hatte das Amt für Bildung abgelehnt mit Verweis auf die Richtlinien des Thüringer Kultusministeriums. Danach kann die Stadt die Kosten unter zwei Voraussetzungen übernehmen: Der Schulweg ist für Grundschulkinder mindestens zwei Kilometer, für alle anderen mindestens drei Kilometer lang, um die nächstgelegene Schule zu erreichen, an der der angestrebte Abschluss möglich ist. Sprich: Wer das Abitur machen möchte, kann zwar das Gymnasium frei wählen – wenn aber ein anderes Gymnasium näher am Hauptwohnsitz liegt, werden die Fahrtkosten nicht übernommen. Für das Kultusministerium ist die IGS von Klasse 5 bis 10 aber wie eine Regelschule zu behandeln – und für einen Regelschulabschluss sei die IGS nicht die dem Wohnsitz der Klagenden nächstgelegene Schule.

Da hatten die Eltern eingehakt und waren vor Gericht gegangen (TLZ berichtete mehrfach). Sie argumentierten, dass ihre Kinder Abitur machen wollten, demzufolge die IGS wie ein Gymnasium zu behandeln und daher die für sie nächstgelegene Schule sei. In erster Instanz hatten sie vor dem Verwaltungsgericht Weimar am 6. Dezember 2007 Recht bekommen – dagegen hatte die Stadt Berufung eingelegt und gestern vor dem Oberverwaltungsgericht Recht bekommen. Das Oberverwaltungsgericht hat keine Revision zugelassen: Dagegen kann Beschwerde eingelegt werden.

Kinderbonus kommt später

Quelle: MDR 10.3.2009

Familien in Deutschland müssen wahrscheinlich noch bis April auf den sogenannten Kinderbonus warten. Die “BILD”-Zeitung schreibt unter Berufung auf das Bundeszentralamt für Steuern, es gebe noch bürokratische Hindernisse. Die Auszahlung sei noch nicht genau geregelt. – Eigentlich sollte der einmalige Kinderbonus von 100 Euro schon in diesem Monat zusammen mit dem Kindergeld ausgezahlt werden. Der Bonus gehört zum Konjunkturpaket der Bundesregierung.

Workshop für die ganze Familie in Hütten

Quelle: OTZ 10.3.2009

Pößneck (OTZ/ka). “Groß und Klein zusammen” heißt es am kommenden Wochenende in der Jugendbildungsstätte Hütten des Bildungswerks Blitz e.V.

Bei dem Workshop für Familien oder einzelne Erwachsene mit Schulkindern geht es um die Sinne, teilte die nahe Pößneck gelegene Einrichtung mit. Von Freitag 18 Uhr bis Sonntag 14 Uhr stehe nicht nur im Blickpunkt, was mit welchen Materialien hergestellt wird, sondern auch wie die Beteiligten zusammenarbeitet. Der Workshop im Rahmen des Projekts “Demokratie auf dem Acker” werde von der Bundeszentrale für politische Bildung gefördert. (Anmeldung bis 11.3.; Tel. 03647/414771)

Weitere Kitas beteiligen sich an AOK-Projekt

Quelle: OTZ 10.3.2009
Erfurt (OTZ). Weitere 45 Kindertagesstätten aus Thüringern beteiligen sich am AOK-Präventionsprojekt “Tigerkids”.

Damit sei es hierzulande und in Sachsen in insgesamt rund 500 Einrichtungen umgesetzt, teilte die Krankenkasse in Erfurt mit. Ziel des Projektes sei es, den Kleinen zwischen drei und sechs Jahren spielerisch richtiges Ernährungs- und Bewegungsverhalten im Kindergartenalltag zu vermitteln. Dazu gehöre beispielsweise, dass die Kinder mehr frisches Obst und Gemüse statt kalorienreicher Nahrungsmittel essen oder Wasser, ungesüßten Tee und Saftschorle als Durstlöscher trinken.

Kinderarmut wird gezielt bekämpft

Quelle: OTZ 10.3.2009

Erfurt. (tlz) Die Landesregierung will die Kinderarmut in Thüringen künftig unter anderem durch ein Wiedereingliederungsprojekt für Langzeitarbeitslose eindämmen. Noch in der ersten Hälfte dieses Jahres solle die neue Thüringer Initiative zur Integration und Armutsbekämpfung – Nachhaltigkeit (“Tizian”) starten, sagte Sozialministerin Christine Lieberknecht (CDU) auf TLZ-Anfrage.

Ein anderer Vorschlag zur Bekämpfung der Armut kommt von der Thüringer Arbeitsloseninitiative: Deren Vorsitzender Hans Hermann Hoffmann verlangte ein neues Konjunkturpaket, um öffentliche Beschäftigungsprogramme für Langzeitarbeitslose zu finanzieren. Die bisherigen Maßnahmen für den ersten Arbeitsmarkt müssten durch Initiativen im zweiten Arbeitsmarkt ergänzt werden.

Ziel der mit kommunalen Trägern durchgeführten Maßnahme “Tizian” ist ein abgestimmtes Vorgehen zur Integration und Armutsbekämpfung für so genannte Bedarfsgemeinschaften mit Kindern. Dazu gehört nach der der TLZ vorliegende Projektbeschreibung die Unterstützung bei persönlichen Problemlagen, die Steigerung der Erwerbsfähigkeit insbesondere von Alleinerziehenden und das Heranführen an den Arbeitsmarkt mit Nachbetreuung. Im ersten Jahr des auf zunächst drei Jahre ausgelegten Projekts sollen 1000 Hartz-IV-Empfänger teilnehmen. Zwei Millionen Euro kommen aus dem Europäischen Sozialfonds. Mehr zu diesem Thema in der TLZ-Printausgabe vom Dienstag – siehe Landesspiegel

Kein Schulgeld, aber Sanierung

Quelle: OTZ 10.3.2009
Tautenhainer Eltern informierten sich zur Zukunft der Grundschule Weißenborn

Von Angelika Kemter Tautenhain. Der Schulförderverein der Grundschule Weißenborn hatte für Freitag eingeladen zu einem Informationsabend über die Bedingungen an der Schule, wenn die Gemeinde Weißenborn sie in ihre Trägerschaft übernehmen wird. Rund 15 Eltern waren der Einladung gefolgt, doch offenbar solche Väter und Mütter, die sich bereits mit der Materie auseinandergesetzt haben.

Vereinsvorsitzender Mike Lichtner fasste zunächst noch mal das Ansinnen zusammen, die Grundschule Weißenborn als einzügige Grundschule zu erhalten. Das heißt, sie wird eine Staatliche Schule bleiben, doch wird die Gemeinde das Gebäude in ihre Regie nehmen.

Um Details dazu zu erläutern, war Weißenborns Bürgermeister René Pooch willkommener Gast der Beratung. Er unterstrich, dass auf die Eltern keinerlei Schulgeld zukommen werde – wie das bei Freien Trägern zumindest in den ersten drei Jahren der Fall sei – weil es für Gemeinden als Träger wesentlich günstigere Förderbedingungen gibt. Zudem müsse die Gemeinde keinen Schullastenausgleich mehr ans Landratsamt abführen, so dass auch dieses Geld ausschließlich für die Grundschule zur Verfügung stünde.

Dass das Schulgebäude derzeit von außen keinen einladenden Eindruck macht, was ein Vater bemängelte, kann sich aber erst nach und nach ändern, wurde in der Diskussion klar. Doch immerhin sind rund 1,6 Millionen Euro innerhalb von drei Jahren für die Sanierung vorgesehen.

Zu allererst sollen die Toiletten für den Hort dran kommen, aber auch Fenster und andere Dinge bedürfen einer Erneuerung, rechnet Pooch damit, dass noch in den kommenden Sommerferien mit der “ersten Sanierungswelle begonnen werden kann.”

Lichtner verwies darauf, dass die Eltern in den vergangenen Jahren schon viel in Eigeninitiative gemacht haben, was sich auch in Zukunft sicher nicht ändern wird.

Eltern sprachen sich dafür aus, dass auch sie als Tautenhainer ihre Sprösslinge weiter nach Weißenborn zur Schule schicken wollen, weil sie hier im gewohnten Umfeld bleiben können. Auch jene, die noch in den Kindergarten gehen, der ja ebenso wie die Arztpraxis mit ins Schulgebäude integriert werden soll.

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4 Responses to “Pressespiegel vom 12. März 2009”

  1. Sören G. Prüfer sagt:
    12. März 2009 um 17:12 Uhr

    Ich zitiere Jörg Kantel. Im Kern bin ich auch seiner Meinung

    Aber ein Wort zur überall reflexartig wiederholten Forderung nach einer Verschärfung des Waffengesetzes. Als ob Waffen das Problem wären. Wenn ich zum Beispiel lese, daß in Neukölln nur 15 Prozent der Realschüler ein Jahr nach Schulabschluß einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz haben, hat das sicher nichts mit Waffen zu tun. Aber etwas mit Frust und Perspektivlosigkeit. Realschüler! Ich hatte ja nur einen Volksschulabschluß, aber damals (mein Schulabschluß war 1967) waren Realschüler etwas Besseres. Sie bekamen die Stellen bei der Sparkasse, in der Verwaltung oder in der Herrenoberbekleidung, während wir Volksschüler zu Mannesmann, Thyssen oder Krupp mußten. Aber auch wir bekamen alle eine (Lehr-) Stelle. [mehr]

    Im Übrigen gibt es genau die von Jörg angesprochenen reflexartigen Reaktionen, wenn man dann was mit gewaltverherrlichenden Computerspielen oder dem unkontrollierbaren Internet feststellt. Dabei werden einfach Ursache und Wirkung verwechselt.

  2. Sören G. Prüfer sagt:
    12. März 2009 um 17:58 Uhr

    Lange musste man auf beide Reflexe nicht warten:

    Amoklauf in Winnenden – Politiker kritisieren USK

    Nach dem Amoklauf von Winnenden fordern CSU-Politiker Konsequenzen im Hinblick auf gewalthaltige Computerspiele. Der innenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, Hans-Peter Uhl, fordert klare Verbot und eine Umgestaltung der Altersfreigabestelle USK. [mehr]

    Tim K. kündigte Tat im Internet an

    Er schoss auf die Köpfe seiner Opfer, tötete insgesamt 15 Menschen – was trieb Tim K. zur Tat? Nach Erkenntnissen der Polizei war der 17-Jährige wegen Depressionen in psychiatrischer Behandlung – und kündigte die Tat nur Stunden vor der Ausführung in einem Internet-Chat an.Er schoss auf die Köpfe seiner Opfer, tötete insgesamt 15 Menschen – was trieb Tim K. zur Tat? Nach Erkenntnissen der Polizei war der 17-Jährige wegen Depressionen in psychiatrischer Behandlung – und kündigte die Tat nur Stunden vor der Ausführung in einem Internet-Chat an. [mehr]

  3. Sören G. Prüfer sagt:
    16. Mai 2009 um 11:59 Uhr

    Zum Thema gelesen bei wildbits:

    Nicht fürs Leben lernen

    Schlicht unglaublich ist die Meldung auf der Titelseite der Neuen Westfälischen von heute Morgen. Es soll in Nordrhein-Westfalen 5.600 so genannte ortsfeste Schießstände geben – viele davon auf dem Gelände von Schulen.

    Wer immer dafür in der Vergangenheit verantwortlich war, kann nicht mehr ganz bei Trost gewesen sein. Angesichts der aktuellen Diskussionen um Verbote und Kontrollen wäre das wohl der Punkt, wo zu aller erst angesetzt werden sollte.

    Angeblich gibt es keine Zusammenhänge zwischen den Schießständen und Amokläufen in Schulen. Vor allem aber, so ist von Sportschützen aus Minden zu hören, können sich Kinder, die schießen, besser konzentrieren und erzielen bessere Noten – vermutlich, weil die Lehrer Angst vor dem bewaffneten Nachwuchs haben.

    Der Begriff ABC-Schützen bekommt auf jeden Fall eine ganz neue Bedeutung.

  4. Sören G. Prüfer sagt:
    5. Juni 2009 um 19:32 Uhr
    Innenminister greifen durch

    von law blog von Udo Vetter

    Die deutschen Innenminister fordern ein schnelles Verbot von Hausaufgaben. Auf ihrer Frühjahrstagung waren sie sich einig, dass Hausaufgaben Jugendliche frustrieren. “Frust ist ein wesentlicher Grund dafür, dass junge Menschen Amok laufen”, erklärten die Politiker. “Fast alle Amokläufer haben sich mit Hausaufgaben beschäftigt, bevor sie sich zu ihren gefährlichen Aktionen hinreißen ließen.”

    Hausaufgaben sollen möglichst noch vor der Bundestagswahl verboten werden. Wegen der Gefahr, dass emsige Schüler sich von indischen Nachhilfelehrern Hausaufgaben übers Internet aufgeben lassen, erwägen die Innnenminister die Einführung des sogenannten Internetpasses. Dieser muss vorgezeigt werden, wenn Domains im Ausland aufgerufen werden.

    Mit anderen möglichen Anreizen für Amokläufe werden sich die Innenminister aus Zeitgründen erst in der Zukunft beschäftigen können. Über privaten Waffenbesitz wird nach dem jetzigen Terminplan auf der Herbstkonferenz im Jahre 2022 beraten.

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