Pressespiegel vom 11. März 2009
Martin Oeltermann | 11. März 2009 | 06:19 UhrGoogle Suchergebnisse
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„Wie soll ich wissen was ich denke, bevor ich höre was ich gesagt habe.“
(A. Eder, dtsch. Philosoph)
Guten Morgen liebe Leser,
mit dem Zitat meines Leib- und Magenphilosophen, möchte ich Ihnen eine kleine Botschaft mit in den heutigen Tag geben: Bedeutet Nachdenken im eigentlichen Sinne Hinterherdenken? Ist es nicht oft so, dass wir unser Gesagtes, in dem Moment, in dem wir es hören, völlig unsinnig finden? – Versuchen Sie doch heute einmal bewusst auf Ihre Aussagen, besonders den Kindern gegenüber, zu achten und versuchen Sie es mit der Aussage obigen Zitats abzugleichen.
Ich wünsche Ihnen einen er-denklich schönen Tag und bleiben Sie uns gewogen.
Ihr Martin Oeltermann
Schülerlabore
Unternehmen fördern Forschergeist
Quelle: Handelsblatt vom 9.03.2009 von Carolyn Braun
Forschen statt pauken – nach dieser Devise kämpfen bereits gut 200 Schülerlabore in Deutschland für einen neuen Forschergeist. Die Firmen wollen Nachwuchs für Naturwissenschaften gewinnen. Wie die Unternehmen Schüler mit Ideen und einem erkennbaren Alltagsbezug ködern.
BERLIN. „Wie viel Rost ist auf einer Schraube?“ Regelmäßig versucht Klaus Wannowius, diese Frage zu beantworten – besser gesagt: Er hilft Dritt- und Viertklässlern, sich selbst daran zu versuchen. „Am Beispiel des Rostens und des Entfernens von Rost wird gezeigt, wie man eine chemische Gleichung aufstellen kann“, sagt der promovierte Chemiker. Die Schrauben-Frage ist nur eine von vielen, die Kinder und Jugendliche im „Merck-TU Darmstadt-Juniorlabor“ mit Hilfe von Experimenten beantworten. Nicht nur die Kleinen dürfen sich als Forscher ausprobieren, bis zur Oberstufe sind Schüler willkommen. Die befassen sich dann mit Themen wie der „Chemischen Reaktionskinetik“.
Forschen statt pauken – nach dieser Devise kämpfen bereits gut 200 Schülerlabore in Deutschland für einen neuen Forschergeist. Seit Ende der neunziger Jahre bauen Universitäten und Forschungseinrichtungen, aber zunehmend auch Unternehmen die externen Lernorte auf. Grund des erheblichen finanziellen Engagements: Viele junge Menschen werden von naturwissenschaftlichen und technischen Fächern durch missglückte Schulstunden abgeschreckt. In diesen „harten“ Fächern schneiden deutsche Schüler bei internationalen Vergleichsstudien häufig unterdurchschnittlich ab. Mit der Folge: Potenzielle Fachkräfte und Ingenieure fehlen, die der Wirtschaftsstandort Deutschland aber braucht.
Die Unternehmen setzen sich langfristig Ziele. „Merck fördert den Schulunterricht schon seit acht Jahren, vom Kindergarten bis zur Oberstufe, und zwar nicht nur im Fach Chemie“, sagt Christa Jansen, eine promovierte Biochemikerin, die für den Chemiekonzern die Schulförderung ausgebaut hat. „Das Schülerlabor war eine Lücke in unserer Schulförderung, die wir gemeinsam mit der Technischen Universität Darmstadt schließen konnten.“ Die TU stellte die Räume zur Verfügung, Merck richtete das Labor ein und finanziert die laufenden Kosten. Mit Erfolg: Wie alle anderen Labore auch ist die Darmstädter Einrichtung über Monate hinaus ausgebucht – die Nachfrage ist groß.
„Im Schulunterricht lernt man mit Geräten, aber nicht mit Ideen umzugehen, der Bezug zum Alltag und zur Lebenswelt ist häufig kaum erkennbar“, sagt Manfred Euler, Professor am Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften in Kiel. Der Bildungsforscher beobachtet die Entwicklung der Schülerlabore, seitdem 1996 das Deutsche Elektronen-Synchrotron (DESY) in Hamburg das erste Angebot auf die Beine stellte: „Wir fanden es spannend, dass neben den Schulen etwas passierte, was schneller reagierte als das etablierte System.“ Mit Hilfe eines Förderprogramms des Bildungsministeriums entstand damals auch die Dachorganisation „Lernort Labor“, eine ganze Reihe von Einrichtungen gründeten sich. Doch als die Unterstützung des Bundes 2004/05 auslief, wurde bei vielen das Geld knapp. Heute sind die Schülerlabore deshalb auf die Hilfe von Stiftungen und der Industrie angewiesen.
Vor allem die chemische Industrie hat den Nutzen der anfänglich wissenschaftlich getriebenen Schülerlaborentwicklung für sich entdeckt. Wie BASF, in deren fünf Schülerlaboren bis zu 18 000 Schüler jährlich experimentieren. Dem Unternehmen sei es wichtig, Kinder aktiv an die Naturwissenschaften heranzuführen, sagt Karin Elbl-Weiser, Leiterin Umfeldkommunikation Europa des Konzerns. „Natürlich wollen wir damit auch dem Mangel an qualifiziertem Nachwuchs begegnen, aber für uns sind solche Projekte vor allem Teil unseres gesellschaftlichen Engagements.“
Das Baylab Plastics von Bayer Material Science hat seit Januar 2007 rund 5 000 Teilnehmer begrüßt. Das „Schülerlabor der zweiten Generation“ demonstriert, wie man Schüler an das wissenschaftliche Arbeiten in Industriebetrieben heranführt, sie lernen, wie man mit echten Maschinen zum Beispiel das Gehäuse einer Computermaus herstellt. In Teams übernehmen sie alle Aufgaben vom Design über das Marketing bis hin zur Finanzierung. „Schüler, die ein dröges und wenig dynamisches Bild von Naturwissenschaft und Technik haben, sehen die Anwendungsmöglichkeiten. Das ändert ihre Einstellung – selbst ein Vierteljahr später lässt sich dieser Sinneswandel noch nachweisen“, sagt Euler. Der Erfolg ist so groß, dass man in Leverkusen darüber nachdenkt, das Angebot zu erweitern, in Richtung eines größeren, bundesweiten Netzwerks an Einrichtungen auf Basis des Baylab-Plastics-Konzepts.
„Ein großes Unternehmen kann sich ein solches Engagement selbst leisten, aber wenn es kleiner ist, ist eine Kooperation mit einer Forschungseinrichtung sinnvoll“, sagt Malte Detlefsen. Er koordiniert das berlin-brandenburgische Netzwerk „Genau“ (Gemeinsam für naturwissenschaftlich-technischen Unterricht) und bringt Firmen und Wissenschaft an einen Tisch, wie etwa die Berliner Firma Atotech und das NatLab der Freien Universität Berlin. „Das Konzept Schülerlabor ist in Deutschland gerade mal zehn Jahre alt und noch nicht überall bekannt, und wenn, dann vor allem bei den wissenschaftlichen Einrichtungen, bei Unternehmen nicht so sehr“, sagt Detlefsen. Jetzt gelte es, die Firmen zu überzeugen, dass diese Art der Bildungsförderung zwar nur selten kurzfristige, dafür aber umso nachhaltige Erfolge zeitige.
Projekt „Kids und Knete“
Frühzeitig den Umgang mit Geld erlernen
Staatliche Grundschule Neuhaus klärt Drittklässler auf, damit sie gar nicht erst in die Schuldenfalle tappen
Quelle: FW vom 11.03.2009
Neuhaus – „Dass man den richtigen Umgang mit Geld nicht früh genug lernen kann, beweist die steigende Zahl überschuldeter Haushalte. Großen Konsumwünschen von Kindern und Jugendlichen steht dabei deren fehlende Finanzkompetenz gegenüber“, begründet Sabine Hubert, Beratungslehrerin an der Staatlichen Grundschule Neuhaus, weshalb dieses Thema bereits in der Klassenstufe 3 behandelt wird.
Einige Menschen überlassen ihre finanzielle Situation dem Zufall und sind eher leichtsinnig, wenn es um die privaten Finanzen geht. Die Wenigsten haben den richtigen Umgang mit Geld gelernt. In unserer heutigen Konsumgesellschaft geht es für viele nur darum, Dinge besitzen zu wollen und wenn nicht genügend Geld vorhanden ist, wird auf Kredit gekauft. Diese falsche Grundeinstellung führt dazu, dass immer mehr Menschen in prekäre finanzielle Situationen geraten. Das rührt daher, dass viele nicht systematisch mit Geld umgehen. Sie haben keinen oder wenig Überblick über ihre finanzielle Lage, wissen nicht über ihre monatlichen Einnahmen und Ausgaben Bescheid.
Das Thema „Rechnen mit Euro“ befindet sich in den Bildungsplänen für die Grundschule fast aller Bundesländer. Der richtige Umgang mit Geld muss von den Kindern erst erlernt werden. Der Mathematikunterricht der ersten Schuljahre bildet dabei eine besonders wichtige Grundlage. Ziel ist es, dass die Kinder die einzelnen Münzen und Banknoten erkennen, unterscheiden und ihnen ihre unterschiedlichen Werte zuordnen können. Außerdem sollen sie die Grundrechenarten so weit beherrschen, dass sie mit dem Euro rechnen können, führt Sabine Hubert weiter aus.
Geldbeträge zählen, wechseln und ergänzen, aber auch Geldbeträge addieren und subtrahieren – dies können Grundschulkinder auch mit einem wöchentlichen Taschengeld üben und festigen. Am besten ist es, Kinder beim Einkaufen mitzunehmen und ältere mit einzubeziehen, wenn Anschaffungen in der Familie vorbereitet werden. Bein Einkaufen können die Kinder sehr gut sehen, wie viel Geld es kostet, das Essen für eine Woche zu kaufen.
Haben Kinder einen größeren Wunsch, den sie sich selbst erfüllen möchten, kann man auch schon mit Zehnjährigen so etwas wie einen Finanzplan entwickeln: Wie viel Geld liegt auf dem Sparkonto? Wie viel wird benötigt, um den Wunsch zu erfüllen? Wie lange muss welcher Anteil vom Taschengeld zur Seite gelegt werden, um die Differenz zu decken?
„Kinder und Jugendliche müssen lernen Verantwortung zu übernehmen. Das bedeutet auch, dass sie es ertragen sollten, zu warten und zu sparen, wenn sie das Geld nicht sofort zusammen haben“, so die Beratungslehrerin.
Um Kinder und Jugendliche entsprechend aufzuklären und zu informieren, um sie gar nicht erst in die Schuldenfalle tappen zu lassen, ist vor allen Dingen Prävention gefragt. „Aus diesem Grund führen wir seit vier Jahren in der Klassenstufe 3 unserer Grundschule das Projekt Kids und Knete durch“, verweist Sabine Hubert darauf, wie die Grundschule mit diesem Thema umgeht. Die Kinder zeigen von Anfang an großes Interesse. Sie beschäftigen sich mit solchen Themen wie Wünsche und Bedürfnisse, das Euro-Verbreitungsgebiet, die Einheiten des Geldes, die Arbeit mit dem Taschengeldplaner, der Kreislauf des Geldes sowie die Werbung.
„In Partner- und Gruppenarbeiten entstanden in den letzten Wochen anspruchsvolle Plakate, eigene Geldgeschichten, eine Hitliste zum Taschengeld, Spiele, kleine Bücher und mathematische Denkaufgaben“, so Hubert weiter. Ideen und eine Materialsammlung für das Projekt findet jeder interessierte Lehrer in einem Präventionskoffer, der im Staatlichen Schulamt Neuhaus kostenlos zur Ausleihe zur Verfügung gestellt wird. Der Koffer enthält u.a. Foliensätze, Arbeitshefte, Bücher und Spiele.
Den Abschluss des Projektes „Kids und Knete“ bildete ein gemeinsamer Besuch in der Sparkasse Neuhaus. Im Vorfeld hatten sich die Jungen und Mädchen zahlreiche Fragen ausgedacht, die ihnen von Carola Englert geduldig beantwortet wurden. „Ein großes Dankeschön sagen die Schüler und Lehrer der Staatlichen Grundschule Neuhaus den Mitarbeitern der Sparkassen-Geschäftsstelle Neuhaus für die tolle Betreuung“, so Sabine Hubert abschließend. red
SPD fordert nach Hartz-IV-Studie Ausbau zur Kinderbetreuung
Quelle: OTZ vom 10.03.2009
Frankfurt/Main (AFP) – Die SPD hat einen Ausbau der Kinderbetreuung gefordert, um Alleinerziehende besser zu unterstützen. “Um ihnen zu helfen, brauchen wir einen Rechtsanspruch auf eine ganztägige Kinderbetreuung mindestens bis zum zehnten Lebensjahr”, sagte SPD-Vize Andrea Nahles der “Frankfurter Rundschau” vom Dienstag. Laut einer Studie sind Alleinerziehende am längsten auf Arbeitslosengeld II angewiesen.
Alleinerziehende seien zeitlich oft nicht flexibel, sagte Nahles. SPD-Fraktionsvize Christa Humme erklärte in Berlin, Alleinerziehende hätten besondere Belastungen und Risiken zu meistern. Helfen würde dabei ein erweiterter Rechtsanspruch. “Deshalb begrüßen wir einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung – für die Kita und für die Schule.” Denn nur wenn Alleinerziehende ihre Kinder “gut und den ganzen Tag aufgehoben wissen”, könnten diese einer existenzsichernden Erwerbstätigkeit nachgehen.
Alleinerziehende müssten außerdem in den Jobcentern besonders wirkungsvoll unterstützt werden, forderte Humme. “Dazu wollen wir sie zu einer besonderen Zielgruppe der Bundesagentur für Arbeit machen.” Laut der am Montag veröffentlichten Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) benötigt die Hälfte der Alleinerziehenden Arbeitslosengeld II drei Jahre nach Leistungsbeginn noch immer oder nach einer Unterbrechung bereits wieder. Bei Paaren ohne Kind gilt dies nur für ein Drittel.
NORDHAUSEN: Erfolg bei IGLU-Lesetest
Quelle: TA vom 10.03.2009
Bei der Internationalen Grundschule-Lesetest-Untersuchung (IGLU) 2008 haben die Kinder der Salzaer Albert-Kuntz-Schule weit besser als der Thüringer und deutsche Durchschnitt abgeschnitten. Das zeigen die Ergebnisse des Tests vom Institut für Schulentwicklungsforschung und der Technischen Universität Dortmund, die jetzt vorliegen. Getestet worden waren im Schuljahr 2006/2007 die Dritt- und Viertklässler hinsichtlich ihrer Lese- und Verstehenskompetenzen sowohl bei literarischen- als auch informierenden Texten. Hinzu kamen Prüfungen zum sinnentsprechenden Lesen, zu textimmanenten Verstehensweisen und zu wissensbasierten Verstehensleistungen. Die Schule war für den Test ausgelost worden.
Das gute Abschneiden begründet sieht Schulleiterin Monika Flagmeyer “in unserem sehr guten Lehrerteam und den begeisterungsfähigen Schülern, von denen wir viel verlangen, was sich aber letztlich auszahlt”.
An Bildungstradition anknüpfen
Quelle: TLZ vom 10.03.2009
Gotha. (tlz) Eine reformpädagogische Schule biete Eltern neue Wahlmöglichkeiten für den schulischen Weg ihrer Kinder an, heißt es in einer Stellungsnahme des Kreiskirchenrates. Dieser nahm sich des Streits um die geplante Evangelische Reformschule gestern Abend an.
In der schulischen Vielfalt liege ein deutlicher Standortvorteil, den Wirtschaftsunternehmen und Ausbildungsbetriebe zu schätzen wissen, heißt es weiter. Im Kindergarten- und Grundschulbereich sei diese Vielfalt in Gotha eine “unhinterfragte Wirklichkeit”, die momentan jedoch nach der vierten Klasse abbreche. Aus diesem Grund beantwortet der Kreiskirchenrat die von Kreiselternsprecher Jens Rose aufgeworfene Frage “Braucht Gotha eine neue Reformschule” mit einem deutlichen Ja. Da der Staat Bildungsverantwortung an freie Träger vergibt, um Vielfalt zu stärken, könne nicht davon gesprochen werden, dass mit einer neuen Schule Steuergelder verschwendet werden, wenn durch eine Kommune ein Gebäude zur Verfügung gestellt wird. Bereits in Schulgebäude investierte Gelder hätten ausschließlich den schulischen Zweck als solchen im Blick, ohne eine inhaltliche Vorgabe zur Form der darin gelebten Pädagogik oder zum Träger der Schule zu machen.
Der Kreiskirchenrat ist der Meinung, dass sich die staatlichen Regelschulen in Gotha der Herausforderung eines neuen Schulangebotes stellen sollten, “ohne bereits im Vorfeld eine Blockadehaltung einzunehmen”.
Das neue Angebot sei nicht nur eine christliche Regelschule mit reformpädagogischem Konzept, sondern auch mit integrativem Ansatz. Insbesondere für Kinder mit Integrationsbedarf oder mit Behinderungen werde bislang keine adäquate schulische Fortführung angeboten, heißt es in der Stellungnahme. Hier müsse dringend gehandelt werden, um den betroffenen Schülern ein gemeinsames Lernen und Leben mit anderen Kindern zu erlauben.
Den Vorwurf, mit einer Reformschule werde Elitenbildung betrieben, weist der Kreiskirchenrat weit von sich: “Es gehört zum Grundverständnis an kirchlichen Schulen, dass denjenigen, die mit Einschränkungen und Nachteilen leben müssen, Entfaltungsmöglichkeiten geschaffen werden.” Eine christliche Schule müsse zwar Schulgeld erheben, was aber nicht gleichzeitig bedeute, Kindern könne der Zugang aus finanziellen Gründen ohne Weiteres verwehrt bleiben.
“Kirchliche Schulangebote haben in Gotha eine Tradition, die über Jahrhunderte zurückreicht”, heißt es weiter. Erst zu DDR-Zeiten sei die Kirche aus der Bildungsverantwortung gedrängt worden, um pädagogisches Arbeiten mit Kindern zu zentralisieren und zu vereinheitlichen. Eine christliche Regelschule sei als Anknüpfungspunkt an die erfolgreiche Bildungsgeschichte der Stadt zu sehen.
Ärger öffentlich machen
Quelle: TLZ vom 10.03.2009
Gotha. (tlz/mm) Ihren Unmut über die Entwicklungen hinsichtlich der neuen Evangelischen Reformschule wollen heute die Elternvertreter der vier staatlichen Gothaer Regelschulen zum Ausdruck bringen.
Von 16 bis 18 Uhr haben sie eine Demonstration mit bis zu 100 Teilnehmern vor dem Rathaus angemeldet. “Unsere Angst ist, dass unsere Kinder durch die neue Reformschule Nachteile haben könnten”, sagt Kreiselternsprecher Jens Rose. “Meiner Meinung nach funktionieren zwei Schulen in einem Gebäude nicht.”
Liane Römhildt, Schulelternsprecherin der Myconiusschule, sieht das genauso. Zum einen würden es die Räumlichkeiten der staatlichen Regelschulen nicht hergeben, die Evangelische Reformschule unterzubringen. Aber auch aus andere Gründen könne es nicht funktionieren: “Es wäre eine Selektierung da, wenn Schüler, die Gebühren bezahlen müssen neben den staatlichen Regelschülern lernen”, sagt Liana Römhildt. Außerdem seien auch Fördermittel in die Myconiusschule geflossen, von denen die Reformschule mit profitieren würde.
Einen “Kleinkrieg” wollen sie nicht anzetteln, betonen die Organisatoren der heutigen Demonstration und weisen darauf hin, dass sie generell nichts gegen eine evangelische Schule in der Residenzstadt einzuwenden haben. “Die Probleme, die durch zwei Schulen in einem Gebäude entstehen können, sollten aber vorher genau überlegt werden”, sagt Jens Rose und würde es gut heißen, wenn alle Parteien gemeinsam über die Planungen diskutieren würden.
Mit der Demo wollen die Elternvertretern deutlich machen, dass sie so nicht einverstanden sind. Aufgerufen sind Eltern und Klassensprecher, nicht aber die Schüler, sagt Liane Römhildt.
Müller und Eberhardt debattieren im Schülerparlament
Quelle: Pressestelle TKM vom 10.03.2009
Am morgigen Mittwoch und am kommenden Donnerstag werden Thüringens Kultusstaatssekretär Kjell Eberhardt und Thüringens Kultusminister Bernward Müller (beide CDU) im Schülerparlament des Thüringer Landtags mitdebattieren. Dabei stehen sie Schülern aus ganz Thüringen zu aktuellen bildungspolitischen Themen Rede und Antwort.
Das Schülerparlament beginnt im Plenum mit der Wahl des Landtagspräsidenten und der zwei Stellvertreter. In Ausschusssitzungen wird die Plenarsitzung inhaltlich vorbereitet. Auch bei den Nachwuchspolitikern gibt es drei Fraktionen: Die Fraktion „Team Junges Thüringen“ sowie die Fraktionen „Willy Brandts Enkel“ und „Die Rotkehlchen“. Themen des diesjährigen Schülerparlaments sind u. a. männliches Personal in Kindertageseinrichtungen und Grundschulen, Stärkung der Medienkompetenz von Jugendlichen oder Verbesserung des Klimaschutzes an Thüringer Schulen. Kultusstaatssekretär Eberhardt wird zur fairen gegenseitigen Bewertung von Lehrerinnen und Lehrern sowie Schülerinnen und Schülern sprechen. Der Minister setzt sich für eine Stärkung der musikalischen Bildung ein.
Staatssekretär Eberhardt im Schülerparlament
Zeit: Mittwoch, 11. März 2009, 15.00Uhr
Ort: Erfurt, Thüringer Landtag, Jürgen-Fuchs-Straße 1
Minister Müller im Schülerparlament
Zeit: Donnerstag, 12. März 2009, 15.00Uhr
Ort: Erfurt, Thüringer Landtag, Jürgen-Fuchs-Straße 1
Im Vorfeld sagte Minister Müller: „Das Schülerparlament ist eine tolle Möglichkeit für Schülerinnen und Schüler unsere parlamentarische Demokratie hautnah kennenzulernen. Ich freue mich gerade im Jahr der Demokratie über das große Interesse. Und vielleicht ist das Schülerparlament für einige der Beginn einer späteren Berufung.“
Dr. Detlef Baer
Pressesprecher
Ein weiterer wichtiger Schritt in die Zukunft
Quelle: PS-Redaktion vom 10.03.2009 von M.Oeltermann
Im staatlichen Schulamt Schmalkalden unterzeichneten heute Schulamtsleiter Wolfgang Diez und Staatssekretär Kjell Eberhardt die Zielvereinbarung zwischen Schulamt und Kultusministerium.
Den anwesenden Gästen aus allen Partnerebenen von Schule, zeigte Wolfgang Diez in seinem Rückblick zur Entstehung des Projektes, wie intensiv und zielorientiert die Umsetzung von allen Beteiligten vorangetrieben wurde.
Beginnend mit der Umstrukturierung des Schulamtes in 2005, die zur Neugliederung in drei effiziente Arbeitsbereiche führen sollte, nahm man in 2007 die Herausforderung an, die Zielvereinbarung zur Eigenverantwortlichen Schule mit dem Kultusministerium zu erreichen.
Eine enorme Teamleistung steht hinter dieser aufwendigen Arbeit, betonte Diez und dankte allen an dem Projekt Beteiligten.
„Wer sich auf den Weg macht braucht gute Ziele“, führte Conny Genßler, Leiterin der Projektgruppe, zu Beginn der inhaltlichen Präsentation der formulierten Ziele aus. Von professionellerer und effizienterer Arbeit innerhalb des Amtes, zielgerichteter und partnerschaftlicher Unterstützung der Schulen als Berater, sprach sie. Dazu gehört auch, sich selbst und die eigenen Konzeptionen immer wieder zu hinterfragen. Alle Partner, die mit Schule zu tun haben, sollen sich auf gleicher Augenhöhe begegnen, um Schule besser und intensiver zu gestalten.
Staatssekretär Kjell Eberhardt betonte ausdrücklich in seinem Grußwort die Bedeutung dieser Zielvereinbarung. Eigenverantwortung bedeutet loslassen können und den Schulen mehr Freiheiten zu geben, damit die Entwicklung unserer Schulen in Zukunft schneller voranschreiten kann. So müssen Ergebnisse wie z.B. aus den Kompetenztests stärker in die Strategien einbezogen werden, um Änderungen konsequenter vollziehen zu können.
Ein klares Bekenntnis zur derzeitigen Struktur der staatlichen Schulämter lies Eberhardt folgen, denn durch die Vernetzung in der jeweiligen Region sei ein schnelles und gezieltes Handeln besser möglich als durch ein zentral geleitetes Amt.
Die Inhalte zur Zielvereinbarung sind unter folgender Webadresse zu finden:
www.schulportal-thueringen.de/web/guest/schulentwicklung/entwicklungsvorhaben
Kurzinterview mit Staatssekretär Kjell Eberhardt
Quelle: PS-Redaktion vom 10.03.2009 von M.Oeltermann
PS: Herr Eberhardt, wo sehen Sie in der nächsten Zeit den Hauptschwerpunkt Ihrer Arbeit?
Eberhardt: Hauptziel ist es innerhalb der nächsten zwei Jahre ein ausgewogenes Verhältnis zwischen ausscheidenden Lehrern und Neueinstellungen zu schaffen. Wir brauchen dringend eine jüngere Pädagogengeneration an unseren Schulen, um die Weiterentwicklung unseres Schulsystems gewährleisten zu können.
PS: Welchen Stellenwert hat für Sie die Elternarbeit an den Schulen?
Eberhardt: Es steht außer Frage wie entscheidend eine partnerschaftliche Arbeit mit den Eltern an den Schulen ist. Wichtig ist hierbei die Eltern über die Ämter, die Schulen und Mitwirkungsgremien in die Planungen konkret einzubeziehen und eine gemeinsame Kommunikationsebene zu haben. Die Elternvertretungen müssen auch weiterhin gestärkt werden und es muss in diesem Zusammenhang darüber nachgedacht werden, wie wir die Eltern, die bisher unbeteiligt am Rande stehen, bei diesem Prozess mitnehmen können. Dem immer stärker werdenden Eindruck, dass die Schule die Haupterziehungsarbeit übernimmt, muss geeignet begegnet werden.
PS: Wie soll das konzeptionell und personell untersetzt werden?
Eberhardt: Hier müssen wir die in Planung befindlichen Konzepte langfristig so gestalten, dass wir einerseits den Eltern bei der Umstrukturierung der Förderzentren, als auch den Lehrkräften im täglichen Unterrichtsablauf die Ängste nehmen, in dem wir Ihnen das nötige Knowhow und Infrastruktur zur Verfügung stellen. Wir beabsichtigen keine abrupten Brüche. Sicherlich müssen wir in diesen Punkten auch weiter an einer eindeutigen Kommunikation nach außen arbeiten.
PS: Ist das gemeinsame Lernen bis in höhere Klassenstufen ein probates Mittel, um den bestehenden Schwierigkeiten zu begegnen?
Eberhardt: Dadurch können wir das integrative Element sicherlich besser einbinden. Auch erreichen wir hier langfristig eine Planungssicherheit für die jeweiligen Schulen, um im Sinne ihrer Eigenverantwortlichkeit zu handeln. Aber dazu gehört es, dass alle Partner die Schule hat, vom Lehrer über die Eltern und alle weiteren Partner gemeinsam daran mitarbeiten.
PS: Herr Eberhardt, vielen Dank für das Gespräch.
Presseausschnitte von Lesern
Position beziehen, Offener Brief der Oststadtschule an den Oberbürgermeister
25.02.2009 – Gotha
Lesermeinungen, Braucht Gotha eine Reformschule
25.02.2009 – Gotha
Lesermeinungen, Faktische Konkurrenz
26.02.2009 – Gotha, TLZ
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gut gelungen,
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