Pressespiegel vom 29. Januar 2009
Christoph Werz | 29. Januar 2009 | 09:52 Uhr
Das haut hin
Im respektvollen Miteinander Umgehen ergaben sich auch Anfang dieser Woche wieder ganz neue Perspektiven für den Freistaat, die Mitwirkungsgremien und ganz konkret für sie, liebe „Spiegel Leserinnen und Leser“.
Ausbau des Spiegelteams und weitere Vertiefung der sehr guten Zusammenarbeit zwischen den Thüringer Eltern und Schülern war und ist Konsens des Arbeitstreffens in Windischholzhausen am vergangenen Montag.
Das einmütige Resümee bei der originellen „Pizza“ (sehr „nudelig“) war das gemeinsame Engagement zur Unterstützung einer gelingenden Bildung im Rahmen individueller Förderung unter dem Aspekt der gestiegenen, gesellschaftlichen Anforderungen unserer Zeit.
Lassen sie uns auch weiterhin voneinander lernen,
Ihre GST/LSV
Wort zum Tag
Die Ehrfurcht vor der Vergangenheit und die Verantwortung gegenüber der Zukunft geben fürs Leben die richtige Haltung.
Dietrich Bonhoeffer (1906-1945), evangelischer Theologe (aus EKD – Newsletter, 27.1.2009)
Stattliche Investitionen
Quelle: FW, 29.1.2009
Rhön-Gymnasium
Spannende Experimente und interessante Präsentationen zum Tag der offenen Tür
Kaltensundheim – Spannende Experimente, knifflige Rätsel, interessante Präsentationen und sogar selbstgemachte Bonbons gab es beim Tag der offenen Tür im Thüringischen Rhön-Gymnasium Kaltensundheim. Die Vielseitigkeit des Unterrichts und des außerschulischen Angebotes wurde an zahlreichen Ständen entlang der Flure und in den Klassenräumen präsentiert.
Unter Anleitung von Fachlehrer Bernd Baumann etwa stellte eine Schülergruppe aus Klasse 9b ihre Belegarbeit aus dem fächerübergreifenden, projektorientierten naturwissenschaftlichen Unterricht vor. Darin beschäftigen sich die Schüler mit dem Thema „Streuobstwiesen in der Rhön“. Im Rahmen der Projektarbeit kartierten sie die Apfelsorten auf ausgewählten Wiesen bei Dörrensolz und Seeba sowie auf dem Gelände der Kaltensundheimer Agrarhöfe. Infos dazu holten sich die jungen Naturforscher auf regionalen Apfelmessen. Auch die Herstellung von Apfelsaft und -wein in Eigenregie ließen sich die Jugendlichen nicht entgehen, wobei die Destillation des Weines im Chemiekabinett der Schule erfolgte.
Eine weitere Belegarbeit der Klassenstufe 9 beschäftigte sich mit Erosionsschutzmatten aus Schafwolle. In Zusammenarbeit mit der Dermbacher Firma Geotex wurden drei Versuchsflächen auf dem Agrarhöfe-Areal mit unterschiedlichen Arten von Schutzmatten bedeckt. Im ersten Fall brachten die Schüler eine Zwischensaat mit Grassamen zwischen den Wollzöpfen auf. In weitere Matten arbeitete man Mähweide ein und beim dritten Testlauf standen Kokosmatten unter Dauerbeobachtung. Frank Reuber demonstrierte zusammen mit einigen seiner Schüler die Untersuchung geeigneter Präparate unter modernen Schülermikroskopen und stellte bei dieser Gelegenheit auch eine Reihe von älteren Mikroskopgenerationen vor.
Mit Unterstützung von Siegrid Morzeck führten einige Schüler den Gästen verblüffende Experimente aus der Chemie vor, und auch die Mathematik kam nicht zu kurz. Denn die Fachlehrer zeigten Beispiele für tägliche mathematische Übungen und stellten Lernmaterialien für den Mathematikunterrricht vor. Spiele zur Teilbarkeit, mathematische Rätsel, eine Geo-Olympiade sowie eine Darstellung zum Klimawandel bereicherten das Programm. Geschichtliche Hintergründe zur Herrschaft Stalins und zur Zeit der Industrialisierung erfuhren die Besucher anhand eines Projektes, das die Gymnasiasten mit ihren Lehrern Matthias Bott und Bettina Hitzke vorbereitet hatten. In einer Ausstellung gaben zahlreiche Schüler Einblick in die Inhalte des Sprachunterrichtes am Rhön-Gymnasium und boten dazu passend französische Snacks an. An Gedichten und Leserollen konnte man sich in der Bibliothek versuchen. In einer Galerie waren von Schülerhand gefertigte Arbeiten zu sehen, und wem speziell die Musik am Herzen lag, der konnte seine Sangeskünste unter Anleitung von Musiklehrer Waldemar Thomas beim „Karaoke für alle“ unter Beweis stellen.
Ganz begeistert berichteten die Schüler von den alljährlich in Südtirol stattfindenden Skikursen der Klassenstufe 7. „Ziel dieses ausgelagerten Sportunterrichtes ist es, allen unseren Schülern das alpine Skifahren nahezubringen. Die Ergebnisse fließen dann auch in die Benotung mit ein. Doch nicht nur die Leistung zählt, denn die Kinder lernen während des mehrtägigen Ausfluges auch, Verantwortung füreinander zu übernehmen, mit eventuellem Heimweh umzugehen und sich in die Gruppe zu integrieren. Die Skireisen sind deshalb nicht nur ein gutes sportliches Training, sondern ebenso hervorragend zur Stärkung des Sozialgefüges geeignet“, sagte Sportlehrer Thomas Ketzer, der mit einem Schülerteam Videoaufnahmen von vergangenen Skifahrten zeigte.
Spiele und Tänze waren in der Turnhalle angesagt. Außerdem wurden Themen wie der Wandertourismus in der Rhön oder das Betriebspraktikum behandelt. Darüber hinaus gab es Hinweise zur Berufs- und Leistungsberatung sowie zur Schullaufbahn am Rhön-Gymnasium. Schulleiter Ulrich Schramm lud zu einem Vortrag mit anschließender Diskussion über die Besonderheiten und die perspektivische Entwicklung der Schule ein und beantwortete dabei auch zahlreiche Elternfragen. Ein anderer Punkt war die Vorstellung des Jahrgangsteams, bestehend aus dem Schulleiter sowie einigen Klassen-, Beratungs- und Fachlehrern, die es sich unter anderem zur Aufgabe gemacht haben, optimale Startbedingungen für Schüler am Gymnasium zu schaffen, effektive Lernmethoden zu vermitteln sowie auch die Eltern in das Klassen- und Schulleben miteinzubeziehen. Besonders enge Zusammenarbeit wird mit den Grundschulen der Region gepflegt. Zudem stellten während der Info-Veranstaltung Mitglieder des Fördervereins ihre ehrenamtliche Tätigkeit vor. Lange Schlangen bildeten sich an den Tischen des Kuchenbasars, wo emsige Schüler damit beschäftigt waren, die Gäste mit Kaffee und Kuchen zu versorgen. cf
Wie viel Geld gibt es wofür?
Quelle: FW, 29.1.2009
Kaisergarten könnte von Konjunkturpaketen profitieren
Von Heike Jenzewski
Zella-Mehlis – Bürgermeister Karl-Uwe Panse ist noch immer nicht davon überzeugt, dass Kommunen jetzt schon möglichst fertige Projekte vorliegen haben sollten, um von den beiden Konjunkturpaketen der Bundesregierung zu profitieren. Noch sei gar nicht klar, wofür es wie viel Geld gibt.
Im Hauptausschuss am Dienstag widmete sich trotzdem ein Tagesordnungspunkt auf Antrag der Freien Wähler diesem Thema. „Bis jetzt befriedigt mich die Situation nicht, trotz einiger Schreiben aus dem Ministerium und vom Gemeinde- und Städtebund“, betonte Panse. Er fühle sich nur unzureichend informiert, es gäbe weder Förderkriterien noch Rahmenbedingungen. Lediglich die Verschrottungsprämie sei bisher klar geregelt.
Fest steht auch, dass 65 Prozent des Konjunkturpaketes II in die Bildung fließen sollen – für den Ausbau von Kindergärten, Schulen und Hochschulen, 35 Prozent in Infrastrukturmaßnahmen außer Straßenbau. Sein Favorit bei der Verteilung der Milliarden sei eine Invest-Pauschale auf der Grundlage der Einwohnerzahlen. Wahrscheinlicher sei aber eine Förderung von finanzschwachen Kommunen. „Die, die ordnungsgemäß gewirtschaftet haben, sind wieder die Verlierer“, vermutet er. Landkreise und kreisfreie Städte als Bildungsträger von Schulen und Hochschulen hätten bereits eine Aufforderung erhalten, ihren Investitionsbedarf zu melden, führte Panse aus. Kleinere Städte wie Zella-Mehlis, die lediglich Träger von Kindertagesstätten sind, noch nicht.
„Wir haben uns trotzdem Gedanken in der Verwaltung gemacht, welche Projekte wir einreichen könnten.“ Der Bürgermeister nannte unter anderem das zur Zeit ruhende Vorhaben Umgestaltung Kaisergarten zum großen Festplatz. Auch die Dachsanierung des Freizeittreffs in der Jacobi-Schule, gerade aus dem Haushalt 2009 gestrichen, sei denkbar.
Michael Regal, Fraktionschef der Freien Wähler, beharrte auf einer langfristigen Vorbereitung. So könnte über das Konjunkturpaket I energetische Gebäudesanierung gefördert werden. Der Freizeittreff und vielleicht auch der Kindergarten Rodebachstraße sollten unter diesem Aspekt überprüft werden, schlug Regal vor. Auch müsse sich die Kommune bemühen, private Bauherren über mögliche Förderregularien zu informieren. Das bekräftigte Freie Wählerin Christine Neumann. Es gäbe in der Stadt einen großen Nachholebedarf in Sachen Energieberatung.
„Wir sollten keine Luftschlösser bauen“, stellte sich CDU-Fraktionschef Torsten Widder erneut auf die Seite Panses. Er denkt, dass auf Bundesebene wohl noch zwei, drei Monate ins Land gehen, bevor überhaupt klar ist, welches Geld in den Kommunen wofür ankommt. Er persönlich halte übrigens nichts von der deutlich höheren Verschuldung des Staates durch die Konjunkturpakete, so Widder.
Zeugnis gibts im Ratssaal
Quelle: FW, 29.1.2009
Umzug
Zinkschule in hunderten Kisten
Ilmenau – Zum letzten Mal schallte gestern die Klingel über den Schulhof der Karl-Zink-Grundschule eineinhalb Jahre. Als die 180 Schüler zum Mittag nach der großen Hofpause noch einmal in die Klassenräume stürmen, sind die bereits fast besenrein. Kaum noch Stühle oder Bänke; Tafeln hängen schon seit Tagen nicht mehr, mitunter wurde auf die Wand geschrieben. Schränke werden von Möbelpackern auf Umzugslaster geladen, die im Schulhof bereitstehen. Die große Sanierung steht an.
Im ersten Stock hängt der rote „Kummerkasten“ fast ein bisschen verloren neben dem Zimmer von Schulleiterin Ines Frey. Sie ist längst eine Etage tiefer gezogen, ihr Zimmer ausgeräumt. „Der ganze Umzug ist perfekt durchorganisiert“, freut sich Frey über die logistische Vorbereitung von Wolfgang Bachofner vom Schulverwaltungsamt. 1 400 Kartons wurden bereitgestellt, werden das gesamte Schulinventar aufnehmen und für die Zeit der Sanierung im Goethegymnasium einlagern oder an die vorübergehende Ausbildungsstätte in Ilmenaus Deubel-Straße umsetzen. Morgen und übermorgen verbringen die Schüler dann an ausgewählten Einrichtungen außerhalb der Schule zum „Lernen am anderen Ort“. So gab es heute auch nicht etwa vorgezogen schon Halbjahreszeugnisse. Die werden, wie überall in Thüringen, erst am Freitag für die Zinkschüler ausgereicht, je nachdem, wo die Kinder da gerade lernen: bei der Feuerwehr, in der Bibliothek oder eben auch im städtischen Rathaussaal. Und dann kann die Kur für die über 20 Räume der Zink-Schule richtig starten. tom
Arbeitgeberpräsident für beitragsfreien Kindergartenbesuch
Quelle: web.de, 29.1.2009
Als Konsequenz aus der Studie zu Integrationsdefiziten von Zuwanderern in Deutschland hat Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt einen kostenlosen Kindergartenbesuch für alle Familien verlangt. “Der Kindergarten muss als erste Stufe des Bildungssystems für ein Jahr obligatorisch werden und beitragsfrei sein”, sagte Hundt dem “Hamburger Abendblatt”. “Wir brauchen eine frühzeitige, intensive und kontinuierliche Sprachförderung mit einer regelmäßigen Feststellung der Fähigkeiten”, sagte der Präsident der Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände.
Lehrer müssten in ihrer Ausbildung auf die individuellen Förderbedürfnisse der Schüler vorbereitet werden, sagte Hundt. Außerdem müssten die Schulen “eine zielgruppengenaue Berufsorientierung in enger Zusammenarbeit mit den Betrieben” gewährleisten, um junge Menschen besser auf die Berufswelt vorzubereiten. “Die Studie zeigt einmal mehr, dass Bildung die zentrale Voraussetzung für Integration ist”, sagte Hundt.
In der am Montag veröffentlichten Studie des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung schneiden die in Deutschland lebenden türkischstämmigen Migranten besonders schlecht ab. 30 Prozent von ihnen haben demnach keinen Bildungsabschluss.
“Koma-Saufen”: Mehr Jugendliche mit Alkoholvergiftung
Quelle: web.de, 29.1.2009
Berlin (dpa) – Immer mehr Kinder und Jugendliche landen nach Alkoholexzessen im Krankenhaus. Erstmals betrinken sich dabei mehr junge Mädchen als Jungen besinnungslos, wie die Drogenbeauftragte Sabine Bätzing (SPD) am Mittwoch (28.1.) in Berlin berichtete.
Mit 23 165 jungen Leuten zwischen 10 und 20 Jahren wurden 2007 so viele wie nie zuvor in Deutschland mit Alkoholvergiftung stationär im Krankenhaus behandelt. Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Zahl um 20 Prozent zu. Seit der ersten Erhebung im Jahr 2000 ist es ein Anstieg um 143 Prozent.
“Eine wirklich erschreckende Entwicklung ist der rasante Anstieg bei den Mädchen”, so Bätzing. Fast 2000 Mädchen und mehr als 1800 Jungen zwischen 10 und 15 Jahren waren so stark betrunken, dass sie im Krankenhaus behandelt werden mussten. Die Zahl der betroffenen Mädchen habe sich seit dem Jahr 2000 verdoppelt.
Bätzing kritisierte, der Jugendschutz werde nicht genug beachtet. Der Verkauf von Alkohol unter 16-Jährige ist verboten. “Die Selbstkontrolle der Alkoholwerbung muss deutlich verbessert werden und Verstöße müssen hart sanktioniert werden.” Vor allem forderte sie ein strenges Vorgehen bei Werbung, die sich gezielt an Jugendliche richtet – “wie bei einigen Biermischgetränken”.
Die Drogenbeauftragte rief die Bundesländer dazu auf, nach dem Beispiel Niedersachsens unter Federführung der Polizei flächendeckende Testkäufe zu machen. Bei Testkäufen besorgen Jugendliche unter Aufsicht der Behörden Alkohol, um Verstöße von Händlern oder Gastronomen aufzudecken.
Immer mehr Jugendliche mit Alkoholvergiftung im Krankenhaus
Quelle: OTZ, 28.1.2009
Berlin (AFP) – Immer mehr Kinder und Jugendliche kommen mit Alkoholvergiftungen ins Krankenhaus. Darunter waren bei den Jüngeren zuletzt erstmals mehr Mädchen als Jungen, wie die Bundesdrogenbeauftragte Sabine Bätzing (SPD) mitteilte. Sie bezeichnete die Entwicklung als “erschreckend”. Die deutliche Zunahme der Alkoholvergiftungen bei den Zehn- bis 20-Jährigen insgesamt illustriere, “dass wir gefährliche neue Trinkmuster unter jungen Menschen haben”.
Den Angaben zufolge landeten 2007 so viele Kinder und Jugendliche nach Alkoholexzessen in deutschen Krankenhäusern wie nie zuvor: 23.165 mussten deswegen stationär behandelt werden – 20 Prozent mehr als im Vorjahr. Seit der Ersterhebung im Jahr 2000 mit 9500 Fällen habe sich die Zahl um 143 Prozent gesteigert.
Besondere Sorge bereiteten ihr die 3779 betroffenen Kinder im Alter von zehn bis 15 Jahren, erklärte Bätzing. Auch in dieser jungen Altersgruppe, an die der Verkauf von Alkohol generell verboten ist, sei die Zahl der Alkoholvergiftungen um 15 Prozent angestiegen – und zwar besonders rasant bei den Mädchen. Binnen sieben Jahren habe sich bei ihnen die Fallzahl auf nunmehr 1942 verdoppelt. Bei den Jungen stieg sie im gleichen Zeitraum um rund die Hälfte auf zuletzt 1837.
Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung forderte zum einen eine bessere Selbstkontrolle der Alkoholwerbung sowie harte Sanktionen, wenn sich Werbung “wie bei einigen Biermischgetränken” gezielt an Kinder und Jugendliche richte. Zudem appellierte sie an die Länder, dem Beispiel von Niedersachsen zu folgen und unter Federführung der Polizei flächendeckende Testkäufe durchzuführen. “Dies ist ein wirksamer Jugendschutz”, fügte Bätzing hinzu.
28.01.2009
Straßenbau und Schul-Umbau geplant
Quelle: OTZ, 28.1.2009
Der innerörtliche Teil der Mühltalsstraße soll 2009/2010 in zwei Bauabschnitten ausgebaut werden. Fördermittel sind beantragt, der Zuwendungsbescheid liegt vor.
Der erste Abschnitt wird ca. 185 000 Euro kosten, davon werden 108 000 Euro Förderung erwartet.
Auch die Kreisstraße Eisenberger Straße im Ort soll 2009 grundhaft ausgebaut werden. Bauherr ist das Landratsamt, die Gemeinde saniert die Nebenanlagen. Fördermittel sind beantragt, außerdem hat die Gemeinde einen vorzeitigen Maßnahmebeginn beantragt, wurde mitgeteilt.
Der größte Investitionsbrocken wird die Schule und ihr Umbau zum “Gemeinde- und Bildungszentrum”. Hier sind von den 1,6 Millionen Euro Gesamtkosten (über drei Jahre) für 2009 ca. 672 000 Euro eingeplant (davon 338 000 Euro Fördermittel).
Für 2010 sind im Finanzplan weitere 654 000 Euro vorgesehen (davon 328 000 Euro Fördermittel), für 2011 und den 3. Bauabschnitt “nur” noch 288 000 Euro (145 100 Euro Fördermittel).
Zur Finanzierung der Investitionen sollen u. a. auch 120 000 Euro aus der Rücklage entnommen werden.
Der vorgesehene 330 000-Euro-Kredit mit einer Laufzeit von zehn Jahren und jährlicher Tilgung von 33 000 Euro wird voraussichtlich im 3. Quartal aufgenommen.
Ende 2009 hätte Weißenborn dann 556 425 Euro Schulden.
Die Pro-Kopf-Verschuldung wird dann voraussichtlich bei 430 Euro liegen. Ende 2008 waren es noch 222 Euro (Schuldenstand: 287 000 Euro).
28.01.2009
Dramatische Zahlen
Quelle: OTZ, 25.1.2009
Von OTZ-Redakteur Oliver Will Alleinerziehende leben in Thüringen mit einem hohen Risiko, in Armut zu geraten.
Einer Studie der Universität Jena zufolge ist im Freistaat mit 50,3 Prozent inzwischen mehr als jeder zweite dieser Personengruppe gefährdet, während es bundesweit 39 Prozent sind.
“Die Werte in den anderen neuen Bundesländern sind ähnlich hoch wie in Thüringen”, betonte Prof. Dr. Roland Merten von der Universität Jena gestern.
Seine Zusammenfassung von Daten aus dem Mikrozensus 2007 des Bundes konzentriere sich jedoch auf den Freistaat, da sie Teil des Kindersozialberichts für die Landtagsfraktion der SPD sei.
Auch für die unter 14-Jährigen zeige sich eine dramatische Entwicklung: Rund 25 Prozent von ihnen seien in Thüringen auf Sozialgeld angewiesen.
“Dabei gibt es besondere regionale Brandherde”, sagte Merten. Dies seien neben Erfurt und dem Kyffhäuserkreis insbesondere Gera und das Altenburger Land.
In diesen Regionen erhalten über 30 Prozent der Kinder Sozialgeld. “Dabei leben wir in einem Land mit ausgesprochen geringen Geburtenrate und können es uns nicht leisten, auch nur ein einziges Kind zurückzulassen”, meint der Sozialpädagoge.
Die Landesregierung müsse dringend reagieren, zumal eine Untersuchung gezeigt habe, dass im Bereich der frühkindlichen Erziehung über 2000 Stellen für Fachkräfte fehlen.
Vor wenigen Tagen hatte die SPD-Familienexpertin Birgit Pelke der Landesregierung in der Kinderpolitk eine “Verzögerungsstrategie” vorgeworfen.
Der Landes- und Fraktionschef der Sozialdemokraten, Christoph Matschie, forderte nun eine Anpassung der Ost-Löhne an das West-Niveau.
Er sprach sich zudem für eine Erhöhung der Freibeträge für die Altersvorsorge und eine Renten-Angleichung bis 2015 aus.
Als arm gilt der Studie zufolge, wer weniger als 60 Prozent des durchschnittlichen Nettoeinkommens zur Verfügung hat.
In den neuen Ländern liege die Gefahr, arm zu werden, bei 20,1 Prozent, bundesweit bei 14,3 Prozent.
Zitat: Die Zahlen sind dramatisch, weil schon jedes vierte Kind von Armut betroffen ist.
Prof. Dr. Roland Merten
25.01.2009
Jugend-Seminar zum Widerstand in der DDR
Quelle: OTZ, 26.1.2009
Junge Thüringer treffen sich mit Zeitzeugen
Erfurt (OTZ).
Wie reagierte das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) der DDR, wenn Jugendliche Widerstand gegen den SED-Staat leisteten? Was steht in den MfS-Ermittlungsakten?
Diesen Fragen widmet sich ein Seminar für Schüler und Zivildienstleistende, das mit dem Titel “Widerstehen in der DDR vom Bund Evangelischer Jugend, der Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen sowie dem Beauftragten für Friedensarbeit der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland veranstaltet wird.
Die 26 Teilnehmer können nach einer Einführung in das Archiv der Staatssicherheit in Erfurt ausgewählte Akten lesen. Anschließend können sie mit den Personen sprechen, deren Akten sie studiert haben, darunter der TV-Journalist Alexander Kobylinski. “Durch die Quellenarbeit und die Zeitzeugengespräche kommen die Jugendlichen sehr direkt in Kontakt mit der DDR-Vergangenheit.
Das soll im Jubiläumsjahr der friedlichen Revolution einen differenzierten Blick auf die DDR ermöglichen, sagte Wolfgang Geffe, Friedensbeauftragter der EKM.
26.01.2009
Absoluter Schutz unmöglich
Quelle: OTZ, 26.1.2009
Amoklauf in Belgien kein Anlass für verschärfte Sicherheitsmaßnahmen in Thüringer Kindereinrichtungen
Von OTZ-Redakteur Oliver Will Der Amoklauf in einer Kinderkrippe im belgischen Dendermonde ist kein Anlass für verschärfte Sicherheitsmaßnahmen in Thüringer Einrichtungen.
Sozialministerin Christine Lieberknecht (CDU) sagte gestern in Erfurt: “Etwas Schrecklicheres als die Tötung von Kindern gibt es nicht, aber auch keinen absoluten Schutz davor.” Der Kinderschutz, für den ihr Ressort zuständig ist, sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. “Jeder hat im Alltag darauf zu achten, dass den Kleinen nichts passiert.” Das Land habe unter anderem mit der Erhöhung der Mittel für Schutzdienste für günstige Rahmenbedingungen gesorgt.
Im Freistaat sei noch nie eine Drohung gegen eine Kindereinrichtung ausgesprochen worden, betonte Dr. Detlef Baer, Pressesprecher des Kultusministeriums, das für die Tagesstätten verantwortlich ist. “Ohne etwas herunterspielen zu wollen, sollten wir trotz allem Normalität leben”, so Baer. Träger und Personal seien sensibilisiert, Verhaltensmaßregeln gebe es aber nicht. Ebensowenig sei ein Polizeischutz vorgesehen.
“Solche Taten können leider immer und überall geschehen”, meint Volker Küster, Landesvorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter. Ein erhöhter Schutz für Kindergärten sei aber nicht realisierbar – schon allein, weil die Kleinen oft im Freien spielen. Auch Sicherheitsschleusen böten keine Garantie, da theoretisch selbst Eltern zu Tätern werden könnten. Zudem sei gerade das Verhalten psychisch gestörter Täter nicht kalkulierbar.
Für Marita Leyh, Referentin Kindertagesstätten des Diakonischen Werkes Evangelischer Kirchen in Mitteldeutschland, steht die Freiheit der Kinder im Mittelpunkt. “Es ist schon problematisch, wenn sie verschlossene Türen vorfinden.” Sie müssten vielmehr lernen, Grenzen zu respektieren und Risiken zu minimieren. Auch Dirk Gersdorf, Pressesprecher der Arbeiterwohlfahrt in Thüringen, hält nichts von überzogenen Sicherheitsmaßnahmen. “Niemand kann wollen, dass Stacheldrahtzäune errichtet werden.”
Ein 20-Jähriger hatte in Belgien drei Menschen getötet und zwölf verletzt.
Zitat: “Kindertagesstätten dürfen nicht zu Hoch- sicherheitstrakten werden.”
Marita Leyh, Diakonie
26.01.2009
Mehr Plätze für unter Dreijährige nötig
Quelle: OTZ, 27.1.2009
Statistiker erwarten bis 2020 wachsenden Betreuungsbedarf trotz sinkender Kinderzahl
Wiesbaden/Erfurt (AP/OTZ). Trotz der sinkenden Kinderzahl in Deutschland wächst der Betreuungsbedarf für die unter Dreijährigen bis zum Jahr 2020 noch deutlich weiter.
Das teilten das Statistische Bundesamt und die Statistischen Landesämter gestern nach gemeinsamer Berechnung mit. Danach dürfte sich die Gesamtzahl der Kinder und Jugendlichen unter 19 Jahren in Deutschland bis 2020 zwar um 15 Prozent reduzieren.
Die der Kinder unter drei Jahren in öffentlich geförderter Kindertagesbetreuung wird dagegen voraussichtlich um rund 400 000 oder 12,4 Prozent steigen. Dieser Zuwachs tritt ein, wenn in den alten Ländern die Betreuungsquote auf 35 Prozent der unter Dreijährigen und in den neuen Ländern auf über 50 Prozent ansteigt.
Der Rückgang der Kinderzahl wirke sich unmittelbar auf die Schülerzahlen und die vorschulische Betreuung von Kindern über drei Jahren aus. So könnte sich in den Kindergärten ein Rückgang um 14 Prozent ergeben. Die Schülerzahl an allgemeinbildenden Schulen dürfte im Jahr 2020 sogar um rund 1,8 Millionen oder gut 20 Prozent niedriger liegen als im Vergleichsjahr 2006. Würde in Thüringen die Betreuungsquote bei den unter Dreijährigen von 37,5 Prozent im Jahr 2007 auf 52 Prozent im Jahr 2020 steigen, so wären dann rund 2000 Kinder mehr in der Kindertagesbetreuung.
2007 besuchten etwa 19 000 Kinder eine Kindertageseinrichtung oder nahmen eine Kindertagespflege in Anspruch.
Die Zahl der Schüler in den 1. bis 4. Klassen sinkt in Thüringen im genannten Zeitraum den Berechnungen zufolge um fünf Prozent beziehungsweise 3000 Kinder. In den Jahrgangsstufen 5 bis 9 sei dagegen aufgrund des Geburtenanstiegs ab Mitte der 1990er Jahre eine Zunahme um 2 Prozent oder 2000 Kinder zu erwarten. Einen besonders starken Rückgang von 42 Prozent erwarten die Statistiker in den Jahrgangstufen 10 bis 12.
Der Ausbau der Kinderbetreuung wird von den Experten dennoch als richtig eingeschätzt. Zum einen gebe es dafür eine wachsende Nachfrage. Zum anderen sprächen auch pädagogische und Bildungsaspekte für den Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung auch für die unter Dreijährigen.
Zitat: “Ich bin sicher, dass der Trend zu einem familienfreundlicherem Deutschland auch 2009 anhält.”
Ursula von der Leyen, Bundesfamilienministerin
27.01.2009
Hartz-IV-Satz für Kinder womöglich unzureichend
Quelle: OTZ, 27.1.2009
Bundessozialgericht legt Klagen dem Bundesverfassungsgericht vor – Unterstützung aus Thüringen
Kassel/Erfurt (AFP/OTZ). Die Hartz-IV-Leistungen für Kinder von heute 211 Euro im Monat sind möglicherweise unzureichend.
Das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel legte am Dienstag zwei Klagen gegen die Höhe der Regelleistung für Kinder dem Bundesverfassungsgericht vor. Der Gesetzgeber habe nicht begründet, warum Kinder lediglich 60 Prozent der Leistung für alleinstehende Erwachsene bekommen, erklärte das BSG zur Begründung. Dies verstoße gegen das Gleichheitsgebot und das Willkürverbot des Grundgesetzes. (Az: B 14/11b AS 9/07 R und B 14 AS 5/08 R)
Die fünf Kläger hatten geltend gemacht, das so genannte Sozialgeld von 211 Euro für Kinder bis einschließlich 13 Jahren decke das Existenzminimum nicht. Das BSG ließ diese Frage in seinem Beschluss ausdrücklich offen. Der Gesetzgeber hätte aber den Bedarf von Kindern eigenständig ermitteln müssen.
Der sozialpolitische Sprecher der Thüringer CDU-Landtagsfraktion, Michael Panse, hat den Bundesgesetzgeber umgehend aufgefordert, eigenständige Regelleistungen fur Kinder und Jugendliche im Sozialrecht festzusetzen. Der Fraktionschef von PDS/Die Linke, Dieter Hausold, forderte, die Hartz-IV-Regelungen einer grundlegenden Revision zu unterziehen.
27.01.2009
Kein Geld
Quelle: TA, 28.1.2009
In Thüringen lebt jedes fünfte Kind in Familien, die als arm gelten.
Das sind 60 000 und Besserung ist kaum in Sicht, auch wenn das Bundessozialgericht gestern feststellte, dass Kinder wohl zu wenig Hartz IV bekommen und die Verfassungsrichter in Karlsruhe nun endgültig entscheiden sollen.
Das kann dauern, und so fragt man sich weiter, wer es verantworten will, dass es ein solches Stigma gibt. Armut, die sich vererbt.
ERFURT. Beide waren im Heim. Beide sagen, dass sie dem Heim alles verdanken.
Zu Hause hatten sie es nicht so gut.
Sein Stiefvater schlägt bei jeder Kleinigkeit.
Fünf Minuten zu spät, das gibt eine Tracht Prügel.
Er steckt das weg, wird nur immer aggressiver, irgendwann fällt sein geschwollenes Gesicht den Lehrern auf. Da ist er zwölf und versteht nicht, warum er ins Heim soll.
Dann kommt sie, und jeder Tag wird ein bisschen besser. …
Mehr dazu lesen Sie in der Thüringer Allgemeine.
28.01.2009 Von Antje-Maria LOCHTHOFEN
Knöllchen für Fehltage
Quelle: TA, 26.1.2009
Von den 16 762 Schülern der staatlichen Schulen Erfurts schwänzten im letzten Schuljahr 1498 mindestens einen Tag.
Damit stieg deren Anteil von 8,3 Prozent im Zeitraum 2006/07 auf 8,9 Prozent an.
ERFURT. Das gönnt man sich einfach, mal einen Tag abzuhängen. Viele gönnen sich das auch öfter.
289 Schüler, das sind 1,7 Prozent, fehlten im vergangenen Schuljahr mehr als 20 Tage unentschuldigt. Im Unterrichtsjahr davor waren es 227, beziehungsweise 1,3 Prozent.
Schuld an dieser negativen Entwicklung sind vor allem die Berufsbildenden Schulen. Hier versäumten 31,3 Prozent der Lernenden einen Tag unentschuldigt den Unterricht, acht Prozent mehr als im Schuljahr zuvor.
Die mit Abstand höchsten Quoten treten in den Bildungsgängen Berufsvorbereitendes Jahr 1 und 2 auf.
Hier haben nur zehn Prozent der Teilnehmer noch nie geschwänzt. Am Problematischsten ist es im BVJ 2.
Hier fehlten drei Viertel aller Schüler mehr als zehn Tage unentschuldigt. . . .
Angelika HAUBNER Den vollständigen Text lesen Sie in der Druckausgabe.
26.01.2009
Außerhalb der Klassenräume
Quelle: TA, 26.1.2009
Physik in einer spektakulären Show vermitteln die “Physikanten”, hinter denen sich Wissenschaftler und Künstler aus Dortmund verbergen.
Das Amt für Bildung holt sie für Schulveranstaltungen am 10. Februar nach Erfurt. TA sprach mit Amtsleiter Dr. Werner Ungewiß.
Sie nehmen Geld in die Hand für eine zugegebenermaßen spektakuläre Physikshow. Unterricht als Abenteuer, ist das der neue Trend?
Bei der Finanzierung helfen uns Sponsoren, allen voran die Stadtwerke. Aber wir wollen schon deutlich machen, dass Bildung nicht nur in Klassenzimmern stattfinden muss.
Wo sonst?
Im Zoopark, in Museen, auf der Fuchsfarm im Steiger. In Krankenhäusern, Betrieben, bei der Feuerwehr. Bei uns im Amt arbeitet eine Projektgruppe Bildungsförderung, die die neue Reihe konzipiert. Das große Thema heißt “Bildung mal anders.”
Die Physikanten sind aber schon eine besondere Nummer.
Das sind sie. Drei Vorstellungen für Schulen sind geplant, eine davon komplett für das Albert-Schweitzer-Gymnasium. Der Abend in den Stadtwerken ist dann offen für alle Interessierten. Er dürfte auch zahlreiche Anregungen für Studenten der Universität und der Fachhochschule bieten, wir wollen deshalb die Studentenwerke im Vorfeld einbeziehen. Die “Physikanten” beginnen 20 Uhr im Atrium in der Magdeburger Allee. Wir wollen künftig einmal im Jahr ein solches Highlight bieten, das sich mit Unterrichtsstoff verknüpfen lässt. Das kann auch ein Musical sein. Außerdem empfehlen wir den Schulen ausdrücklich, solche Veranstaltungen wie die Lange Nacht der Wissenschaft oder die Lange Nacht der Museen wahrzunehmen. Oder Lesenächte in Bibliotheken.
Sprechen Sie vor allem die Grundschulen an, die ja jetzt Ganztagsschulen sind?
Natürlich sind die Ganztagsschulen der Schwerpunkt. Aber die eben genannten Veranstaltungen eignen sich für Schüler aller Schularten, auch Regelschulen oder Gymnasien.
Gespräch: Birgit KUMMER Karten für den 10. Februar gibt es im Pressehaus Meyfartstraße 19 und an der Abendkasse.
26.01.2009
Thüringer Wald soll ein Winterspielplatz werden
Quelle: TLZ, 28.1.2009
Jena. (tlz) “Was willst du denn in Oberhof??? Am Lift anstehen??
Komm nach Heubach!!!!! Lets fetz!!!!!”
Im Gästebuch der Website www.welovesnow.de gibt es einen regen Austausch über die jüngsten gemeinsamen Schnee-Erlebnisse und die besten Pisten im Thüringer Wald. Kein Langlauf mit Oma und Opa, keine Wanderung mit Einkehr in der nächsten Gaststätte. Hier dreht sich alles ums Snowboarden und um Freeski.
Der Thüringer Wald hat junge Fans, die das Potenzial des winterlichen Thüringens entdeckt haben. Einer von ihnen ist Christoph Voigt. Der leidenschaftliche Snowboarder ist sich sicher, dem Thüringer Wald stünde ein Imagewandel gut zu Gesicht: Neben dem Wandertourismus für die 50-Plus-Generation sollte das Augenmerk auch auf die lifestyle- und funorientierte 15-Plus-Generation gelegt werden. “Die Tourismusbranche verschenkt da wirklich Potenzial”, sagt der 28-jährige.
Christoph Voigt entwickelte deshalb gemeinsam mit seinem Freund Christian Felsmann welovesnow.de, die den Thüringer Wald vor allem in seiner eigenen Generation bekannter machen soll. Auf der Webside können sich Schneesüchtige über Wetterlage, Schneehöhe, ausgewählte Liftanlagen und aktuelle Veranstaltungen im Thüringer Wald informieren. Da findet sich auch eine Verbindung zum Regionalverbund Thüringer Wald. “Die haben bei mir angefragt, ob sie mich verlinken könnten”, sagt Christoph Voigt nicht ganz ohne Stolz. Denn anscheinend hat er eine Lücke in der Tourismusbranche entdeckt, die nur geschlossen werden kann, wenn sich die alten Hasen der Branche auf die neuen Ideen von engagierten, jungen Leuten einlassen.
“Pro Tag schauen etwa 200 Besucher auf meine Seite, das ist schon eine ganze Menge.” Es gebe Zugriffe aus ganz Deutschland, aber auch aus Österreich, der Schweiz und Skandinavien. Auch wenn die Masse der Besucher aus der näheren Umgebung komme: Die Seite helfe, den Thüringer Wald bei den jungen Schneefans bekannter zu machen.
“Natürlich haben wir hier nicht die langen Abfahrtspisten wie in den Alpen. Aber die brauchen wir auch nicht.” Christoph Voigt weiß, dass junge Wintersportler nicht einfach eine lange Piste hinunter fahren wollen. “Wir wollen spielen”, sagt er strahlend. “Wir wollen was zum drüberspringen, Bodenwellen und Schanzen. Wir wollen uns kreativ austoben. Dazu braucht man nicht viel Platz. Die vorhandene Piste muss nur richtig hergerichtet werden. Mit einer Ski- und Boardercross-Strecke kann jeder Hang an Attraktivität gewinnen.” Ein positives Beispiel dafür, wie der Platz für die junge Wintersportgeneration intelligent gestaltet werden kann, sei der Funpark in Heubach. Hier treffen sich mittlerweile junge Schneeliebhaber aus ganz Deutschland und darüber hinaus.
Als eine der wichtigen Aufgaben der Thüringer Wintertourismus-Branche im alpinen Bereich sieht Christoph Voigt den Ausbau der Liftkapazitäten, sowie Investitionen in weitere Beschneiungstechnik. Für alle, die Lust haben den Thüringer Wald selbst mit dem Snowboard zu erobern, bietet sich am 7. Februar eine gute Gelegenheit. Im Funpark Heubach zeigen Fahrer beim “Chill and Destroy” ihr Können. Am Abend gibt es eine Party.
@ Mehr dazu unter www.welovesnow.de
28.01.2009 Von Jördis Bachmann
Rasch mehr Geld für arme Kinder
Quelle: TLZ, 27.1.2009
Erfurt. (tlz) Eine drastische Erhöhung der Hartz-IV-Regelsätze für Kinder hat der Caritas-Verband nach dem Urteil des Bundesssozialgerichts verlangt. Die Organisation schlägt nach einer ersten Auswertung statistischer Daten folgende Sätze vor: Für Kinder unter sechs Jahren 250Euro (plus 39 Euro), für Kinder zwischen sechs und 13 Jahren 265 Euro (plus 54 Euro), für Kinder über 13 Jahre 302 Euro (plus 21 Euro). Außerdem sollten die Regelsätze jährlich an die Preissteigerungen lebenswichtiger Güter angepasst werden.
Das Urteil der Kasseler Sozialrichter stieß nicht nur bei Sozialverbänden, sondern auch in der Politik parteiübergreifend auf Zustimmung. Die Richter hatten den momentanen Regelsatz für Kinder von 211 Euro für verfassungswidrig erklärt und das Verfahren zur endgültigen Entscheidung an das Bundesverfassungsgericht abgetreten.
Der Geschäftsführer des Paritätischen, Reinhard Müller, forderte die Politik auf, jetzt zügig zu handeln. “Die 60000 Thüringer Kinder, die in Armut leben, haben einen Anspruch auf Chancengleichheit”, sagte Müller. Thüringen hatte sich schon vor Monaten im Bundesrat für eine bedarfsgerechte Überprüfung der Regelsätze für Kinder eingesetzt.
Die bisherige pauschale Ermittlung des Kinderregelsatzes hatten die Richter verworfen. Lesen Sie mehr zu diesem Thema in der aktuellen TLZ-Printausgabe vom Mittwoch – siehe Kommentar/Klar!
27.01.2009 Von Hartmut Kaczmarek
Hühner neben der Schulbank
Quelle: TLZ, 27.1.2009
Kati/Erfurt. (tlz) Wenn Lehrerin Woro Korotimi Eunice morgens aufwacht, hat sie ihre Schüler gleich in ihrer Nähe. Sie schlafen nur wenige Meter von ihr entfernt in hölzernen Doppelstockbetten.
Woro Eunice arbeitet in einem Kinderheim in Kati, etwa 30 Gehminuten vom Stadtzentrum entfernt. In den vergangenen Monaten ist auf freiem Feld ein quaderförmiges Gebäude gemauert worden, im Hof streiten sich Ziegen und Hühner um das bisschen Schatten in der Mittagshitze, zwei Frauen kochen bei offener Flamme eine Mahlzeit aus Hirse und Gemüse.
Einige der Jungen und Mädchen haben ihre Eltern verloren. Andere sind von ihren Familien ins Heim gebracht worden: Hier sollen sie ausreichend ernährt werden sowie Schreiben und Lesen lernen.
Zwischen fünf und acht Jahren sind die Kinder alt, um die sich Woro Eunice 24 Stunden am Tag kümmert. Nach dem Frühstück geht es ins Klassenzimmer: eine Ecke im Hof, die mit Ästen, Stroh und Blättern überdacht ist. An vier Tischen sitzen die Kinder und beobachten, wie die Lehrerin französische Vokabeln an die Tafel schreibt.
Stifte, Hefte und Kreide sind knapp. Dementsprechend groß war die Freude über das Schulmaterial, das die Erfurter Delegation um Oberbürgermeister Andreas Bausewein gestern in mehreren Schulen und Kindergärten Katis verteilt hat. Eine Überraschung gab es in einem Gymnasium: Mit einem deutschen Wanderlied haben die Schüler die Thüringer begrüßt. “Mehr als die Hälfte unserer Schüler lernt deutsch”, so Lehrer Drissa Keita, der in Bremen und Chemnitz studiert hat. An die Unterrichtsbedingungen in Mali hat er sich inzwischen gewöhnt. Bei seinem Sprachunterricht sitzen meist 50 Schüler auf den Holzbänken.
Die meisten Kinder Katis besuchen jedoch weder Kindergarten noch Schule, so der Beigeordnete für Bildung, Lahaye Crissé. “Zur Schule können nur Kinder mit Geburtsurkunde. Weil sie Geld kostet, haben sie nicht alle Bürger.” Bei einem Durchschnittslohn von etwa 50 Euro im Monat müssten viele Menschen auf das Dokument verzichten – und damit auf den Schulbesuch der Kinder.
Täglich neue Bilder aus Mali im Internet unter:
www.TLZ.de /erfurt
27.01.2009 Von Martin Moll
Stoy-Schule jetzt mit eigener Bibliothek
Quelle: TLZ, 25.1.2009
Jena. (tlz) Die Stoy-Schule hat jetzt offiziell eine Schul-Bibliothek. Sie wurde zum Tag der offenen Tür am Samstag eröffnet. Gleichzeitig wurde eine Kooperationsvereinbarung mit der Ernst-Abbe-Bücherei geschlossen. Schulleiter Richard Brömel und Annett Kasper, Leiterin der EAB, unterzeichneten den Vertrag. Damit ist die Karl-Volkmar-Stoy-Schule die erste Berufsschule, die mit der Städtischen Bibliothek offiziell zusammenarbeiten wird. Für die EAB ist es allerdings schon die 17. Zusammenarbeit mit einer Schule.
“Wir hatten bisher zwar einen Raum, in dem Bücher gelagert wurden. Doch die Bezeichnung Bibliothek verdiente dieser Raum nicht”, so Brömel. In der Schulbibliothek befinden sich überwiegend Fachbücher, zudem gibt es sechs PC-Arbeitsplätze. “Wir möchten erreichen, dass die Bibliothek als Unterrichtsort von Schülern und Lehrern genutzt wird”, so der Schulleiter. Jetzt fehle nur noch Fachpersonal. Das solle sich die Stadt leisten und ebenso ein Budget für Schulbibliotheken zur Verfügung stellen, sind Kasper und Brömel überzeugt. “Eine Bibliotheksassistentin kann dies hervorragend leisten”, so Kasper. Momentan gibt es in der Stoy-Schulbibliothek lediglich eine von Jenarbeit zur Verfügung gestellte MAE-Kraft, die während der Öffnungszeiten die Aufsicht führt.
Was die Schule – noch – nicht leisten kann, das soll die Erst-Abbe-Bücherei übernehmen. Sie wird beispielsweise zu Beginn die Schülerinnen und Schüler an praktische Recherche heranführen. “Die Frage: Wo finde ich was? ist dabei die Gretchenfrage”, so Annett Kasper. “In unserem Lesesaal stehen mit den neuen Internetarbeitsplätzen, den Tages- und Wochenzeitungen, Zeitschriften und Büchern eine Menge an Möglichkeiten zur Verfügung.”
Brömels Traum: “Ich möchte es schaffen, dass wir in den nächsten Jahren in unseren Kellerräumen eine richtige Bibliothek einrichten können. Doch bis jetzt nutzen wir alle unsere Räume als Klassenzimmer. Wir haben einfach keinen Platz.” An der Stoy-Schule gibt es 1396 Schülerinnen und Schüler in insgesamt 70 Klassen. “Von diesen Klassen sind 37 immer im Haus. Wir verfügen allerdings lediglich über 34 Klassenräume.” Unterrichtet werden die jungen Leute von 77 fest angestellten Lehrern. Hinzu kommen einige wenige “abgeordnete” Fachlehrer aus anderen Schulen.
Als fassbare Ziele für das Jahr 2009 nennt der Schulleiter als erstes, den Titel “Europaschule” auf Dauer tragen zu können. Bisher konnte die Stoy-Schule sich zwei Mal für je drei Jahre “Europaschule” nennen. “Beim dritten Mal ist der Titel dauerhaft.”
Außerdem möchte Richard Brömel noch in diesem Schuljahr die Kontakte nach Polen und Tschechien intensivieren. “Ich fahre dazu mit zwei Kollegen zunächst nach Pilsen, um dort Möglichketen für eine Zusammenarbeit zu erkunden.” Zudem möchte er die Kooperationen mit Schulen in Frankreich ausbauen.
25.01.2009 Von Lioba Knipping
Volksbegehren „Pro Reli“ war erfolgreich
Quelle: EKD – Newsletter, 27.1.2009
Mehr als 307.000 Stimmen für Wahlfreiheit
Vor Weihnachten schien noch alles offen, nun steht das Ergebnis fest: Das Volksbegehren „Pro Reli“ in Berlin war erfolgreich. Die bisherige Prüfung der abgegebenen Unterschriften ergab bereits 181.854 gültige Stimmen, erforderlich waren 170.000. Nach Angaben der Organisatoren der Initiative „Pro Reli“ sind insgesamt mehr als 307.000 Stimmen für die freie Wahl zwischen Religions- und Ethikunterricht gesammelt worden. Anders als in nahezu allen Bundesländern ist derzeit in Berlin Ethik von der 7. bis zur 10. Klasse Pflicht, konfessioneller Religionsunterricht dagegen ein freiwilliges Angebot. Der Staat habe kein Recht, religiöse Inhalte zu bestimmen, sagte der Berliner Bischof und EKD-Ratsvorsitzende Wolfgang Huber gegenüber der Tageszeitung „Die Welt“. „Deshalb kann Ethik kein staatliches Einheitsfach sein, das für sich beansprucht, die jüdisch-christliche Perspektive oder die muslimische zu vertreten.“ Der Staat könne keine Deutungshoheit über den religiösen Bereich beanspruchen. Huber erinnerte daran, dass der Gesetzentwurf von „Pro Reli“ in der Fächergruppe aus Ethik und konfessionellem Religionsunterricht Kooperationsphasen vorsehe. Die nächste Stufe des Verfahrens wird in den kommenden Monaten ein Volksentscheid sein, bei dem sich mindestens 610.000 Berliner für das Anliegen von „Pro Reli“ aussprechen müssen.
Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus: „Eltern und Schule in der Pflicht“
Quelle: CDU Newsletter, 25.1.2009
Sonntag, 25. Januar 2009 09:24
Zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus erklärt Thüringens Kultusminister Bernward Müller: „Der 27. Januar ist für uns Deutsche Anlass, öffentlich, aber auch jeweils persönlich zurückzublicken auf eine Phase unserer jüngeren Geschichte, auf ein Geschehen, das noch immer alle Vorstellungskraft sprengt. Gerade deshalb ist es unverzichtbar, im Erinnern zugleich die Aufgaben der Gegenwart und Zukunft ins Auge zu fassen. Auschwitz darf sich niemals wiederholen, forderte Adorno. Und insbesondere das stets präsente Konzentrationslager Buchenwald erinnert uns daran, dass dies die Aufgabe eines jeden Einzelnen von uns ist.“Bei den Eltern liege die Hauptverantwortung für die Erziehung ihrer Kinder und die Vermittlung von Werten, so Minister Müller weiter. Aber auch die Schule sei in der Pflicht, die Schülerinnen und Schüler über dieses grausame Kapitel der deutschen Geschichte aufzuklären. Dabei sollte man die Offenheit der jungen Menschen für den Blick in die Vergangenheit nutzen und ihnen die Chance bieten, mit zu gestalten und aktiv am Gespräch teilzunehmen. Die Möglichkeiten der Erinnerung seien vielfältig, wie der Besuch einer Gedenkstätte, Lesungen oder Ausstellungen sowie Gespräche mit Vertretern der Jüdischen Gemeinde, Zeitzeugen oder Autoren.„Nur mit dem Wissen über das millionenfache Leid, das die nationalsozialistische Gewaltherrschaft mit ihrem menschenverachtenden Rassenwahn über Europa und andere Teile der Welt gebracht hat, kann man bereits den kleinsten Anfängen jeder Wiederholungsgefahr des Holocaust entschieden entgegen treten“, so Minister Müller abschließend.Seit 1996 ist der 27. Januar der „Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus“. Der damalige Bundespräsident Roman Herzog wollte mit der Ausrufung dieses Tages die nachhaltige Bedeutung der Erinnerung an das Grauen des Dritten Reiches markieren. Am 27. Januar 1945 erreichte die Rote Armee das Konzentrationslager Auschwitz und befreite die wenigen überlebenden Häftlinge. An diesem Tag gilt Trauerbeflaggung.
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