Pressespiegel vom 29. Mai 2008
Axel Hoppe | 29. Mai 2008 | 06:12 Uhr
Stämme stoppen kleine Stürmer
Quelle: Thüringer Allgemeine, Lokalredaktion Weimar
Sind spielende Kinder etwas, worüber man sich freuen sollte, oder nur eine Lärmquelle, die Nachbarn stört? An der Sackpfeife stellt sich diese Frage immer drastischer – und die Stadt sich bisher auf die Seite “geplagter” Erwachsener.
WEIMAR (se). Seit einigen Wochen ist die Fußballwelt für Esther (8), Felix (9), Fabian (13) und ihre mehr als zehn gleichaltrigen Freunde an der Sackpfeife nicht mehr in Ordnung. Wo sie bisher auf dem Spielplatz gebolzt haben, liegen seither sechs fest verankerte und miteinander verbundene Baumstämme. Der Rasenplatz an der Paul-Klee-Straße war zwar reichlich klein für die fußballgeisterten Kinder. Aber: Mit Neubauten in der Nachbarschaft ging der eigentliche Bolzplatz verloren, so dass die jungen Anwohner mit der Mini-Fläche vornehmen mussten. Seit Monatsbeginn mit dem riesigen Handicap, dass durch die Bäume eigentlich nur noch Fußball mit Balance- und Sprungeinlagen möglich sind, weil sie das Ende des Jahres frisch angelegte Stück mit Rollrasen zweifach zerteilen.Auf Nachfrage bei der Stadt, was es mit den Stämmen auf sich habe, hörten die Eltern der kleinen Kicker mit Verwunderung: Dies gehe auf massive Beschwerden aus der Nachbarschaft zurück. Und die Erwachsenen sind sich sicher, dass zu letzterer ein Anwohner gehört, der erst weit nach dem Bau des Spielplatzes an die Sackpfeife gezogen ist und schon zwei Mal wegen Ruhestörung die Polizei alarmierte. Diese fiel indes etwa am vergangenen Sonntag so “massiv” auf, dass die Beamten nicht einmal eine Aktennotiz zu ihrem Einsatz verfasst haben.Fußball gehörte bisher zum Alltag der Kinder: wochentags meist zwischen 17 und 20 Uhr, an den Wochenenden am liebsten von morgens bis abends – wobei aber die Eltern das Versprechen erhielten, dass in der Mittagspause “Abpfiff” ist. So möchten sie es auch künftig wieder halten und haben daher eine Unterschriftensammlung gestartet, der sich seit Montag bereits über 100 Kinder und Erwachsene angeschlossen haben. Ihr Ziel: Ein Brief an den Oberbürgermeister, in dem sie den Bau eines neuen Bolzplatzes fordern und bis dahin den Abtransport der störenden Stämme. Denn auf dem Spielplatz ist es laut Schild am Eingang (eigentlich) nicht verboten, Fußball zu spielen.”Der Bolzplatz ist das Revier der sechs- bis zehnjährigen Jungs, hier sind sie die beste Fußballmannschaft der Welt!” Was beim Film über die “Wilden Kerle” noch nach Abenteuer klingt, hat für die Sackpfeifen-Kinder seinen spielerischen Zauber verloren.
28.05.2008
Zwei weitere Grundschulen in freier Trägerschaft
Quelle: Thüringer Allgemeine, Lokalredaktion Erfurt
ERFURT (vd). Die staatlichen Grundschulen bekommen immer mehr Konkurrenz. Während sie ohnehin schon über sinkende Kinderzahlen klagen, eröffnen freie Träger neue Schulen mit anspruchsvollen Lehrkonzepten. Emleben im Kreis Gotha ist keine Metropole mit viertelstündiger Busanbindung. Dennoch steigen Jahr für Jahr die Schülerzahlen in der Aktivschule im Dorf. Der reformpädagogische Ansatz des Schulkonzeptes überzeugt viele Eltern, dafür nehmen sie und ihre Sprösslinge teils zweitaufwändige Anfahrtswege in Kauf. Selbst Kinder aus Erfurt und Ilmenau lernen in Emleben. Die Aktivschule mit Montessori-Prägung wurde 1999 gegründet, integriert u.a. besonders begabte Kinder und erteilt ab Klasse eins zusätzlich Englisch-, Kreativitäts- und wahlweise Französischunterricht. Sie ist eine Ganztagsschule und erzielte überdurchschnittliche Ergebnisse bei thüringenweiten Kompetenztests. Zwei Mal im Jahr wird eingeschult, es gibt also auch im Februar Zuckertüten. Angeboten werden Früh- und Späthort sowie Ferienbetreuung.
Was in Emleben funktioniert, dürfte auch in der Landeshauptstadt klappen, ist Schulleiter Udo Balasch optimistisch und kündigt an, ab dem nächsten Schuljahr die Erfurter Bildungslandschaft bereichern zu wollen. Die Aktivschule aus dem Kreis Gotha möchte dasBuchenberg-Gymnasium am Urbicher Kreuz, das geschlossen wird, für seine Expansionspläne nutzen. Das Konzept wird eins zu eins von Emleben übernommen. Wesentlicher Aspekt ist die Förderung verschiedener Begabungen bei den Kindern. Dass dies gelingt, belegen Zahlen: Mindestens drei Viertel aller Schulabgänger besuchen nach der Aktivschulzeit ein Gymnasium, die Schule schaffte es 2007 mit ihrer Arbeit in die Vorauswahl zum Deutschen Schulpreis.
“Wir wollen in Erfurt auf das Potenzial aus der Stammschule zurück greifen”, sagt Udo Balasch. Große Zukunftspläne gibt außerdem es für die Landeshauptstadt: “Sobald der erste Schülerjahrgang die Grundschule absolviert hat, soll sich am Buchenberg ein freies Gymnasium anschließen. Aktuell wartet Udo Balasch erst einmal auf den letzten Genehmigungsbescheid für die Grundschule. Konkurrenz ist immer gut, sagt Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD). Die staatlichen Grundschulen müssten sich diesem Wettbewerb stellen.
Zwei freie Grundschulen – die Montessori-Integrationsschule und die Schule Regenbogen – haben bereits in Erfurt Fuß gefasst. Auch die evangelische Kirche will ihre Bildungsangebote erweitern. In der Landeshautstadt befinden sich 17 Kindergärten in ihrer Trägerschaft, es gibt zwei konfessionelle Gymnasien. Eine Elterninitiative möchte zum Schuljahr 2009/10 die erste evangelische Grundschule ins Leben rufen.
Beim Tag der offenen Tür am 14. Juni in der Aktivschule Emleben und unter Tel. (0 36 21) 42 31 81 bzw. www.aktivschule.de können sich Eltern informieren.
28.05.2008
Trinkwasser mit Geschmack
Quelle: Thüringer Allgemeine, Lokalredaktion Apolda
Es gibt zu wenig Kinder – diese Behauptung kam zumindest gestern niemandem über die Lippen. Angesichts von weit über 500 Knirpsen im Hans-Geupel-Stadion wäre dies fehl am Platz gewesen. Gekommen war der Nachwuchs zum Kinderfest im Rahmen des Parkfestes.
APOLDA. Wasser war gestern Labsal. Gut war es deswegen, dass rund 30 Mitarbeiter der Apoldaer Wasser GmbH mit im Stadion anwesend waren. Die verstehen erstens was vom kostbaren Nass, zweitens boten sie es in verschiedenen Farben zum Trinken an. Und das, weil Birgit Theuerkauf vom Kundenservice und ihre Kolleginnen an der wunderbaren Wasserbar von Waldmeister- über Himbeer- bis Erdbeergeschmack fast alles parat hatten. Kohlensäure dazu – und schon waren die Durstlöscher für die Knirpse fertig. Der Andrang war entsprechend, weil sich weit über 500 Kindergartenkinder aus Apolda und dem Kreis bei sommerlichen Temperaturen mit viel Freude sportlich betätigten.
Organisiert wurde die Veranstaltung, bei der die Wasser GmbH die Öffentlichkeit zugleich für Umweltthemen sensibilisieren will, zum zweiten Mal gemeinsam durch die Apoldaer Firma sowie den Kreissportbund des Weimarer Landes.
Während die Knirpse aus Ulrichshalben unterm Baldachin am Glücksrad drehten, vergnügten sich die sechsjährige Theresa und ihre Freunde vom Kindergarten Ernst-Thälmann-Straße beim Zielwerfen in einen Kasten. Dafür zogen sie, um es schwieriger zu machen, Handschuhe an. Tatsächlich wurde bei etlichen Spielangeboten darauf geachtet, diese möglichst einfach zu gestalten. Das heißt, eine teure Ausrüstung ist dafür nicht erforderlich. So können die Kinder diese zu Hause mit ihren Eltern oder im Kindergarten mit den Erzieherinnen leicht nachmachen, sagte Elke Elling vom Kreissportbund der TA. Letztere konnte auf viele ehrenamtliche Helfer zurückgreifen, die dafür sorgten, dass alle Stationen besetzt waren. Zum Beispiel das Tauziehen, das erstmals angeboten wurde.
Elke Elling und Jens Baumbach, Geschäftsführer der Wasser GmbH, meinten unisono, dass es im Kern darum geht, den Kindern Bewegungsangebote zu unterbreiten, die Spaß machen. Um den Ehrgeiz der Kleinen anzustacheln und sie für den Wettstreit zu motivieren, gab es Urkunden – etwa beim Bambinilauf – und kleine Preise. Für Abwechslung in den Pausen sorgte Clown Ebs, den die Wasser GmbH genauso wie die E-Autos und das Paddeln auf dem Lohteich organisiert hatte. Dirk LORENZ-BAUER
28.05.2008
500 000 Kinder mit Aufmerksamkeitsdefiziten
Quelle: Thüringer Allgemeine
Berlin (dpa) – Rund 500 000 Kinder und Jugendliche leiden in Deutschland an Aufmerksamkeitsdefiziten und Hyperaktivität. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung bietet gegen das im Volksmund »Zappelphilipp« genannte ADHS-Syndrom nun ein neues Konzept, das sie heute in Berlin vorstellen will. Nach dpa-Informationen setzen die Ärzte verstärkt auf eine Behandlung ohne Medikamente. Eltern sollen Beratungsangebote erhalten und an speziellen Trainingsangeboten teilnehmen.
29.05.2008 dpa
122 Einsendungen beim Schreibwettbewerb
Quelle: Thüringer Allgemeine, Lokalredaktion Sömmerda
SÖMMERDA (km). Die eigentlich jetzt zum Kindertag geplante Auswertung des Schreibwettbewerbes von Stadt- und Kreisbibliothek und dieser Zeitung wird verschoben. Und das ist eine richtig gute Nachricht! Denn die Organisatoren wurden bei dieser Premiere von einer regelrechten “Schreibwut” der Schüler positiv überrascht.Auf dem Schreibtisch in der Stadt- und Kreisbibliothek im Dreyse-Haus stapeln sich Briefumschläge, ganze Mappen, mit Handschrift und per Computer beschriebene Seiten. Die bislang 122 Einsendungen von Schülern (und manchmal gleich ganzen Schulklassen) auf die Anregung “Schreib´ eine Geschichte” lösen bei der Leiterin der Kinder-Bibo, Annette Hesse, positive Reaktionen aus. Und sorgen für eine Verschiebung der Auswertung. “Dass sich so viele beteiligten, ist wunderschön. Doch wir benötigen nun noch etwas mehr Zeit, um alle Geschichten aufmerksam zu lesen und zu bewerten. Denn sie sind es alle wert.” Bereits beim Sichten und Durchblättern der Einsendungen sei der große Fantasie- und Spannungsbogen aufgefallen. “Und uns ging es ja nicht vordergründig um Rechtschreibung und Ausdruck, sondern um die Fähigkeit, eine Idee zu entwickeln und zu Papier zu bringen.” Schon die leseanreizenden Titel wie “Ben, der tapfere Held”, “Entführung in Sömmerda”, “Die 3L” oder “Sechs elende Tage voller Angst” sorgen vorab für Spannung beim Lese-Team um Annette Hesse. Manche Sujets, wenn es etwa um Computerdiebstähle in Schulen geht, sind wie aus dem tatsächlichen Leben gegriffen. Andere Geschichten wurden sogar mit Polizei-Fotos bestückt. Und bei vielen erweisen sich “erschreckliche” Ereignisse zum guten Schluss als böser Traum.Schön finden die Bibliotheksmitarbeiter zudem die Tatsache, dass sich Schüler und Schulklassen aus dem ganzen Landkreis beteiligt haben. Und dass Post mit Lesestoff aus Gymnasien wie aus Förderzentren gleichsam kam. Der gemeinsame Schreibwettbewerb von Stadt- und Kreisbibliothek und der TA war ganz offensichtlich auch eine willkommene Bereicherung des Deutsch-Unterrichtes. Gemeinsam wurden Ideen entwickelt und zu Papier gebracht. In einer Schule konnte man sich mit einer tollen Story sogar die Note aufbessern. Und die Rothenbachschule möchte nach der Preisverleihung (der Termin wird später bekanntgegeben) die Geschichten für eine kleine Ausstellung in der Schule wieder bekommen. Die besten drei Geschichten werden in dieser Zeitung veröffentlicht. Für die jungen Top-Autoren gibt es fünf tolle vom Compay-Computer Handel Sömmerda gestiftete Preise.
28.05.2008
Schülern, Eltern und Lehrer gegen Kopfnoten
Quelle: Thüringer Allgemeine
Düsseldorf (dpa/lnw) – Lehrer-, Schüler- und Elternverbände machen weiter mobil gegen »Kopfnoten« für das Arbeits- und Sozialverhalten. Sie forderten die nordrhein-westfälische Landesregierung am Mittwoch in Düsseldorf erneut auf, die Noten abzuschaffen. Die Landesschülervertretung NRW rief zu einer landesweiten Demonstration am 20. Juni in der Landeshauptstadt auf. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) rechnet mit Gerichtsverfahren. Die Kopfnoten seien schon allein wegen schulrechtlicher Verfahrensfragen bedenklich, sagte der GEW-Landesvorsitzende Andreas Meyer-Lauber. Viele Schulen vergäben Standardnoten oder verzichteten auf die Noten.
28.05.2008 dpa
Lehrreiche Aufgaben und schlafen im Heu
Quelle: Ostthüringer Zeitung, Lokalredaktion Eisenberg
Besondere Wanderung für Schulanfänger
Eisenberg (OTZ). Eine ganz besondere Wanderung erlebten die Schulanfänger des Eisenberger Kneipp-Kindergartens mit ihren Erzieherinnen am Wochenende im Rothvorwerk bei Weißbach.
David Böhme und Cornelia Göbel brachten die Kinder mit Fahrzeugen nach Ottendorf, dem Ausgangspunkt der erlebnisreichen Wanderung durch den Wald. Die Erzieherinnen Marie Göbel und Anke Hausknecht, hatten sich eine Menge lustige, aber auch lehrreiche Aufgaben einfallen lassen. Ob beim Zapfenweitwurf, beim Bestimmen von Bäumen oder beim Suchen von Wald- und Wiesenkräutern – alle hatten unheimlich viel Spaß, und jedes Kind erhielt am Ende einen “Schulanfängerpass .
Ein besonderer Höhepunkt war das Übernachten im Heu. Herr Backer, der Herbergsvater, hatte ein Lagerfeuer hergerichtet, an dem sich die Kinder wärmen und leckeren Stockkuchen braten konnten. Nach dem erlebnisreichen Tag krochen alle zufrieden und müde in ihre Schlafsäcke, kuschelten sich ins warme Heu und wünschten sich noch viel mehr solcher schönen Tage.
Im Namen aller Kinder, Eltern und Erzieherinnen geht ein herzliches Dankeschön an das Herbergs-Ehepaar Backer für die freundliche Aufnahme und Unterbringung.
28.05.2008
Tag der offenen Tür in Keilhauer Fröbelschule
Quelle: Ostthüringer Zeitung
Keilhau (OTZ). Zu einem Tag der offenen Tür lädt die Freie Fröbelschule Keilhau (Landkreis Saalfeld-Rudolstadt) am Sonnabend, dem 31. Mai, ein. Von 13 bis 15 Uhr können sich Eltern und Interessierte über die vielfältigen Angebote des sprachheilpädagogischen Zentrums mit Wohnheim informieren und die pädagogische Arbeit der Fröbeleinrichtung in Trägerschaft des Jugendsozialwerkes Nordhausen kennenlernen. Die Schule bietet eine intensive Sprachförderung für sprachbehinderte Kinder, Training zur Persönlichkeitsentwicklung und Elternberatung bei sprachlichen Auffälligkeiten.
Am Vormittag können Besucher die Feierlichkeiten zum 130. Jubiläum des Baropturmes nahe der Schule besuchen.
28.05.2008
Rohrstock und Sütterlin
Quelle: Thüringer Landeszeitung, Lokalredaktion Eisenach
Wie vor 100 Jahren: Schule mit Griffel, Ranzen, Schiefertafel- die Grundschüler der Scharfenbergschule in Thal spüren in dieser Woche ihrer Vergangenheit auf. Unterstützt werden sie dabei von Ortschronistin Adelheid Schulze.
Thal. (ep) In diesem Jahr kann die heutige staatliche Grundschule, die “Scharfenbergschule” auf 100 Jahre Bestehen zurückblicken. In Vorbereitung des Jubiläums, das in der Woche vom 16. bis 21. Juni 2008 feierlich begangenen werden soll, befassen sich derzeit die Jungen und Mädchen in einer Projektwoche mit der Geschichte des Hauses.
Schon zum 90-jährigen Jubiläum der Schule 1998 hatten Eltern und Lehrer ein Fest organisiert. Chronistin Adelheid Schulze stellte eine Sonderausstellung in der Heimatstube zusammen. Da diese aber derzeit wegen Bauarbeiten geschlossen ist, begab sie sich mit all ihren gesammelten Exponaten und mit ihrem Wissen in die Grundschule, um dort gemeinsam mit den Kindern an einer Ausstellung zum 100-jährigen Geburtstag zu arbeiten. Unter dem Motto: “Gestern und heute” können interessierte Gäste sich in der Jubiläumswoche im gesamten Haus umsehen. Da gibt es eine alte Schulbank, Fibeln, Schiefertafeln und Griffel, alte Schulranzen und Lehrmaterial zu sehen, aber auch aktuelle Zeichnungen vom Schulgebäude, die die Kinder angefertigt haben, die Geschichte des Hauses in Wort und Bild und sogar ein kleines Theaterstück. An einem Tag in der Woche begab sich die dritte und an einem anderen Tag die vierte Klasse ins Lutherhaus nach Eisenach und erlebte dort zwei historische Unterrichtsstunden.
Da hießen Jennifer, Doreen und Pascal eben mal Martha, Amalie und Karl, und wenn sie nicht auf ihren Bänken still saßen, gab es auch schon mal eins mit dem Rohrstock auf die Finger, Letzteres allerdings eher symbolisch. Wie die Uromas und Opas früher mit Griffel und Schiefertafel hantierten, das zeigte ihnen Adelheid Schulze bei einer weiteren Unterrichtsstunde. Buchstaben in “deutscher Schrift” auf die Schiefertafel zu bekommen, das war gar nicht so einfach und für Schulleiterin Dagmar Groß ebenso interessant wie für ihre Schüler.
Wie alles begann
Wie Heimatforscherin Adelheid Schulze belegen kann, wurde das Schulgebäude erstmals in einer Beschreibung der beiden Gothaer Historiker, Johann Georg Brückner und Johann Heinrich Gelbke erwähnt. “Seit Jahrhunderten wurden die Kinder von Thal und der damals selbständigen Gemeinde Weißenborn/Heiligenstein gemeinsam unterrichtet. Die Gemeinde Weißenborn/Heiligenstein, die auf dem Territorium des GHZT Sachsen-Weimar-Eisenach lag und somit auch Bestandteil desselben war, hatte 1835 ca. 50 Einwohner”, schreibt sie in einer Aufzeichnung.
Der Anstieg des Fremdenverkehrs um die Jahrhundertwende und der damit verbundene Bevölkerungszuwachs verlangte nach einer Verbessrung des Schulsystems. Doch die Gemeinde Heiligenstein war nicht bereit, einen höheren Beitrag an die Schulkasse Thal zu zahlen. So wurde die seit vielen Jahren bestehende Schulgemeinschaft gekündigt. 1907 beschloss die Gemeindevertretung in Thal, eine eigene Schule zu bauen. Denn auch die zum Gemeindebezirk Farnroda gehörende Häuser schicken ihre Kinder dorthin.
Zum Zwecke des Neubaus erwarb die Gemeinde von der herzoglichen Hofkammer zwei Grundstückparzellen in der Wiesenstraße und verpflichtete sich gleichzeitig, die Straße in ihrer Länge auf Kosten der Gemeinde ausbauen zu lassen. Am 18. Oktober wurde das neue Schulgebäude mit drei Lehrerwohnungen und vier Schulsälen unter großer Beteiligung der Thaler Bevölkerung eingeweiht.
“Einen starken Zuwachs nahm die Schülerzahl nach 1945 durch den Zuzug von Flüchtlingen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten”, schreibt Chronistin Schulze weiter. Es fehlte jedoch an Lehrkräften, weshalb der für seine humanitäre Gesinnung bekannte Oberlehrer Reinhold Küttner mit dem Aufbau des neuen Schulunterrichts beauftragt wurde. Die Schülerzahl nahm nun ständig zu. Bis 1949 stieg sie von 249 auf 358 an. Aufgrund fehlender Schulräume besuchten später mit Einführung des polytechnischen Unterrichts auch Schüler der 7. und 8. Klassen aus Kittelsthal und Seebach das Grundschulgebäude in Thal, und zwar in der oberen Etage des sogenannten Lehrerwohnhauses. Ab dem Schuljahr 1963/64 wurde die Schule in Thal 10-klassige Polytechnische Oberschule. Sie erhielt 1986 den Namen ” Ernst-Knieling-Oberschule”.
1990 hielt in Thüringen ein neues Schulsystem Einzug mit Grundschule, Regelschule und Gymnasium. Die Schule in Thal wurde Grundschule, die derzeit von 64 Schülern besucht wird.
Die Festwoche wird am 16. Juni um 9 Uhr eröffnet. Die Schüler und Lehrer präsentieren sich ihrem Publikum in Kleidung wie vor 100 Jahren und stellen ein kleines Programm vor. Die dritte und vierte Klasse führt durch das Haus mit seinen Ausstellungen. Am Dienstag findet von 14 bis 16 Uhr ein “Tag der offenen Tür” statt und am darauffolgenden Tag ein Lesewettbewerb auf der Scharfenburg. Offen steht die Schule erneut am Donnerstag von 16 bis 20 Uhr. Freitag, 20. Juni, steigt ein Kinderfest ab 15 Uhr.Eine Festveranstaltung mit geladenen Gästen rundet das Jubiläum am Sonnabend im Hotel “Thalfried” ab.
28.05.2008 Von Susanne Reinhardt
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