Pressespiegel vom 27. Mai 2008
Christoph Werz | 27. Mai 2008 | 11:19 Uhr
Kinder in Deutschland mit immer unterschiedlicheren Startchancen
Quelle: web.de
Berlin (dpa) – Kinder in Deutschland haben immer unterschiedlichere Startchancen. 35 bis 40 Prozent der Kinder allein erziehender Eltern wachsen in relativer Armut auf.
Das steht im UNICEF-Bericht zur Lage von Kindern, der in Berlin vorgestellt wurde. Demnach nimmt die Kluft zu zwischen Kindern, die gesund und behütet aufwachsen und denen, deren Alltag durch Hoffnungslosigkeit, Mangel und Ausgrenzung geprägt ist. Eltern mit Arbeit seien die beste Armutsverhinderung, sagte Familienministerin Ursula von der Leyen.
Kinder in Deutschland laut Studie häufiger arm als Erwachsene
Quelle: web.de
Kinder sind in Deutschland häufiger arm als Erwachsene. Dies geht aus dem neuen UNICEF-Bericht zur Lage der Kinder hierzulande hervor, den die deutsche Sektion des UN-Kinderhilfswerks am Montag in Berlin vorlegte. Demnach wachsen 35 bis 40 Prozent der Kinder in Ein-Eltern-Familien in relativer Armut auf. Als weitere Probleme nennt der Bericht unter anderem unzureichende Betreuungsmöglichkeiten für unter Dreijährige sowie die ausgeprägte Abhängigkeit der Bildungschancen von der sozialen Herkunft. Vor diesem Hintergrund sei ein “Perspektivwechsel” nötig – weg vom Blick auf den Nutzwert von Kindern hin zur Umsetzung ihrer Rechte und der Verbesserung ihrer individuellen Zukunftschancen.
Immer mehr Jugendliche polieren ihr Sexleben mit Drogen auf
Quelle: web.de
Cannabis, Alkohol und Pillen: Alles ist erlaubt für eine gesteigerte Erregung und längeren Spaß im Bett. Eine neue Studie wirft kein gutes Licht auf die Jugend.
Immer mehr junge Menschen nutzen Alkohol und Drogen als Strategie, um mehr Spaß im Bett zu haben. Doch auf das lustvolle Vergnügen folgt prompt der Katzenjammer. Das hat eine europaweite Studie mit 1200 jungen Menschen im Alter zwischen 16 und 35 Jahren ergeben. Wissenschaftler aus verschiedenen Fachrichtungen und Ländern haben die finsteren Daten erhoben und nun in der Internetzeitschrift BMC-Public Health veröffentlicht.
Ein gutes Drittel der befragten Männer und ein Viertel der Frauen gaben an, sich alkoholische Drinks zu genehmigen, um ihre Chancen beim anderen Geschlecht zu verbessern und die Kontaktaufnahme zu erleichtern. Wenn es dann soweit ist und es zur Sache geht, sollen Kokain, Cannabis, Ecstasy und Co. die Erregung steigern und das lustvolle Schäferstündchen in die Länge ziehen.
Lehrerverband: Internet-Mobbing nimmt zu
Quelle: web.de
Berlin (dpa) – Immer mehr Pädagogen werden nach Erkenntnissen des Deutschen Philologenverbandes im Internet durch Schüler diffamiert und bloßgestellt. Vom sogenannten Internet-Mobbing seien an deutschen Schulen rund 60 000 Lehrer betroffen.
Der Verband warnte in einer Mitteilung vor einer stark steigenden Tendenz dieser Computer-Attacken. Nach einer Studie der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sind rund 15 000 in der GEW organisierte Lehrer Opfer von “Cyber-Mobbing” und werden im Internet oder mit SMS fortgesetzt belästigt, bedroht oder verleumdet.
Die Leiterin des GEW-Vorstandsbereichs Schule, Marianne Demmer, warnte aber vor einer Dramatisierung dieses Phänomens. Erforderlich sei ein professioneller Umgang mit dem Problem und eine Unterstützung der Betroffenen. Die repräsentative Studie basiert auf Angaben von rund 500 Lehrern. Acht Prozent davon gaben an, direkt von “Cyber-Mobbing” betroffen zu sein. In der GEW sind 200 000 Lehrer an allgemeinen Schulen sowie Berufsschulen organisiert. Insgesamt gibt es rund 700 000 Lehrer in Deutschland.
Demmer plädierte für einen gemeinsam von Lehrern, Eltern und Schülern erarbeiteten Verhaltenskodex an den Schulen. Dazu gehöre auch, dass während des Unterrichts Handys und Handykameras ausgeschaltet blieben, mit denen oft ohne Wissen des Betroffenen kompromittierende Filmsequenzen aufgenommen und ins Internet gestellt würden. Dies sei ein klarer Verstoß gegen die Persönlichkeitsrechte. Mobiltelefone seien ein gravierendes Problem für einen ungestörten Unterricht, sagte Demmer. Schüler mobbten sich mit SMS oder in Chat- Rooms häufig auch gegenseitig. In einem Drittel der Fälle sind laut der GEW-Untersuchung Schüler die Opfer.
Der Lehrerverband kritisierte zahlreiche Bundesländer wegen angeblicher Untätigkeit in diesem sensiblen Bereich. Nur die Behörden in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen hätten bisher ein Netz von Ansprechpartnern und Hilfeleistungen für attackierte Pädagogen installiert. Die diffamierende und oft in persönliche Bereiche gehende Kritik von Schülern an Lehrern werde besonders in Internet- Plattformen, Videobörsen und Chat-Foren verbreitet. Nach Angaben des Verbandsvorsitzenden Heinz-Peter Meidinger seien diese Vorfälle inzwischen “an fast jeder weiterführenden Schule” zu beobachten.
Es sei bisher nicht gelungen, eine wirksame Vorbeugung zu schaffen. “Einem Teil der Schülerschaft ist nicht klar, dass das Internet kein rechtsfreier Raum ist”, sagte Meidinger. Demmer mahnte, Medienpädagogik müsse erst genommen werden. Schüler wüssten oft gar nicht, welche Folgen es habe, wenn E-Mail-Adressen einfach in Chat- Foren eingestellt würden. Meidinger betonte, in den meisten Fällen gehe Internet-Mobbing von einer “verschwindenden Minderheit von Schülern”. Gegen deren Aktivitäten würden die meisten Bundesländer ihrer Fürsorgepflicht für Lehrer jedoch nicht nachkommen.
An Schulen: Weg mit den Zäunen!
Quelle: TLZ
Jena. (tlz) Jenas Schulen müssen mehr für Anwohner-Jugend und Bürger geöffnet werden – und zwar im besten räumlichen Sinne. Diese Forderung hat gestern im TLZ-Gespräch der Ortsbürgermeister von Jena-Nord Siegfried Ferge aufgemacht. Nach wie vor seien insbesondere die Möglichkeiten für eine Fitness-Betätigung wegen fehlender Sportplätze stark eingeschränkt. Freilich bedürfe es klarer Regelungen zwischen den Schulen und dem städtischen Eigenbetrieb Kommunale Immobilien KIJ. Als Erholungsstätten müssten aber auch die Freianlagen der Schulen besser nutzbar sein. “Weg mit den hässlichen Zäunen”, fordert Ferge, damit zum Beispiel Senioren sich auf Bänken im Schulgelände ausruhen können.
KIJ-Chef Thomas Dirkes betonte zwar gestern, dass nicht der Eigenbetrieb als Dienstleister, sondern die Stadt als Schulträger derlei Entscheidungen zu treffen habe. Doch könne er Siegfried Ferges Forderung nachvollziehen, zumal in allen anderen Bundesländern die öffentliche Nutzung der Areale an den Schulen “völlig normal” sei. Immerhin komme auch in Jena einiges in Bewegung, denke man etwa an den öffentlich nutzbaren DFB-Mini-Fußballplatz bei der Montessorischule (früher Gutenberg). Auch sei zum Beispiel geplant, dass das künftige Jugendzentrum Nord Flächen der Montessorischule mitnutzt.
Aber grundlegend: Er wisse, Schulleitern bereite der Gedanke Sorgen, dass Flächen von der Allgemeinheit genutzt werden. “Ich denke, das müssen wir überwinden”, sagte Thomas Dirkes. Ein Schritt in die richtige Richtung sei zum Beispiel die Öffnung des vorderen Schulhofs der Norschule für die Allgemeinheit.
Oder: Bei den Schulen in der Karl-Marx-Allee in Lobeda-West könne man mit allen Vor- und Nachteilen sehen, was die vollständige Öffnung eines jeden Schulgeländes bewirkt. Und weil Jenas neuer Sportentwicklungsplan demnächst fertiggestellt sein soll: Denkbar sei, dass pro Stadtteil eine Sportanlage offengehalten werde.
Bürgermeister Frank Schenker (CDU) gab gestern zu bedenken, dass hier auch ein Kommunikationsproblem mitschwinge. “Wenn Bedarf besteht, muss man darüber reden.” Auch dieser Angelegenheit gelte: Wo kein Kläger ist, ist kein Richter.
26.05.2008 von Thomas Stridde
Bildungschancen gut da
Quelle: web.de
Kinder aus niedrigen sozialen Schichten haben in Deutschland im EU-Vergleich die besten Chancen auf eine gute Schulbildung – das geht zumindest aus dem Sozialbericht für 2007 hervor, den die EU-Kommission am Donnerstag in Brüssel vorstellte.
Deutschland belegt darin überraschend den ersten Platz vor Finnland und Großbritannien. Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) führte dies auf die inzwischen “größere Durchlässigkeit” im Schulsystem zurück.
Der aktuelle Sozialbericht der Europäischen Kommission untersucht die Chancengleichheit in 25 EU-Staaten ohne die Neumitglieder Bulgarien und Rumänien. Danach ist es zwar statistisch immer noch doppelt so wahrscheinlich, dass ein Deutscher aus einem gebildeten Elternhaus einen Abschluss an einer Universität oder Fachhochschule macht als jemand aus bildungsfernen Schichten. In allen anderen untersuchten EU-Ländern war es um die Bildungschancen aber schlechter bestellt.
Bundesbildungsministerin Schavan sieht darin einen Erfolg der Bemühungen der großen Koalition, aber auch der rot-grünen Vorgängerregierung. In den vergangenen fünf Jahren sei das System von Berufsausbildung oder Studium durchlässiger geworden, sagte sie anlässlich einer Forschungsveranstaltung in Brüssel. Die Regierung setze dabei schon bei den Jüngsten an: “Für die frühkindliche Bildung haben wir in den letzten fünf Jahren sehr viel getan”, sagte Schavan. © AFP
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