Pressespiegel vom 28. Februar 2008
Axel Hoppe | 28. Februar 2008 | 06:28 Uhr
Schulflüchtlinge
Bessere Bildung – Westdeutsche Schüler pauken im Osten
Quelle: Welt Online
25. Februar 2008, 17:30 Uhr
Von Nina Mareen Spranz
Jeden Morgen begeben sich hunderte hessische Schüler auf ihren Schulweg – nach Thüringen. Chaotische Zustände im eigenen Bundesland und die Aussicht auf ein schnelles Abitur lassen die Schüler über die Landesgrenze pendeln. Unter den zugereisten Gymnasiasten sind die Hessen mittlerweile die größte Gruppe.
Foto: dpa

Tägliches Pendeln: Hunderte von hessischen Schülern gehen in Thüringen zur Schule und nehmen dafür weite Wege in Kauf
Annalena und Anna-Lena sind zehn Jahre alt und wollen Reporterinnen werden, später, nach dem Schulabschluss. Seit vergangenem Sommer drücken die beiden die gleiche Schulbank in einem kleinen Ort in Thüringen, einen Steinwurf entfernt von der Grenze zu Hessen. Wenn alles so läuft, wie die beiden Mädchen sich das vorstellen, machen sie 2015 am Philipp-Melanchthon-Gymnasium (PMG) in Gerstungen ihr Abitur – in acht Jahren, wie es dort üblich ist. Für Annalena war das schon immer klar – sie ist eine waschechte Thüringerin. Anna-Lena hingegen ist das, was man bei ihr zu Hause hinter vorgehaltener Hand einen “Schulflüchtling” nennt. Sie kommt aus Hönebach – in Hessen.
Die kleine Anna-Lena wollte nach der Grundschule nicht wie ihre Klassenkameraden in die hessische Förderstufe, sondern ins ostdeutsche Turbo-Gymnasium, gleichsam “rübermachen” für die Bildung. Leicht war das nicht. “Meine Mutti war dagegen, sie dachte, das ist zu schwer und dass ich keine Freizeit mehr habe”, sagt Anna-Lena. “Aber ich hab sie überzeugt. Meine Cousine ist auch hier an der Schule und hat mir erzählt, wie toll es ist. Viel besser als zu Hause.”
Im gleichen Gebäude, in dem früher Einheiten der Stasi Telefone abhörten, herrscht heute die emsige Eintracht deutsch-deutschen Lerneifers. Man verfolgt ein gemeinsames Ziel. Etwas mehr als die Hälfte der 729 Schüler des Thüringer Gymnasiums stammt aus Hessen. Nach Angaben des Kultusministeriums Thüringen stellen die Nachbarn aus dem westdeutschen Bundesland mit 1125 Schülern die drittgrößte Gruppe der Bildungsgrenzgänger, nach Schülern aus Sachsen-Anhalt und Sachsen. Unter den nicht thüringischen Gymnasiasten repräsentieren die Hessen sogar die größte Gruppe. Und das, obwohl im eigenen Bundesland der Streit über das verkürzte Abitur in vollem Gange ist, viele Eltern, Schüler und Lehrer lieber heute als morgen zum Abitur in neun Jahren zurückkehren würden.
Turbo-Abi in zwölf Jahren als Anreiz
“Es gab und gibt drei Gründe für hessische Schüler, auf Thüringer Gymnasien zu wechseln”, sagt Ralf-Gerhard Köthe, Vorsitzender des Philologenverbandes des Landes und selbst Schulleiter eines Gymnasiums in Grenznähe. Zum einen sei der Ruf der Schule ausschlaggebend, zum anderen spiele die Verkehrsanbindung eine Rolle. “Der wichtigste Grund ist aber sicherlich, dass Schüler hier ihr Abitur in zwölf statt 13 Jahren ablegen.” Organisiert und in wohldurchdachten Bahnen. Die Hessen profitieren dabei von der Erfahrung Thüringens mit dem schnellen Abitur (G8) und der Qualität der Ausbildung. Im landesweiten Pisa-Vergleich liegt das ostdeutsche Bundesland mit dem Turbo-Abitur im oberen Tabellenviertel nur knapp hinter Bayern. Was Köthe aber betonen will: “Thüringer Schüler sind weder klüger noch leistungsfähiger als andere Kinder und Jugendliche.” Sie dienten eben aber auch nicht als Versuchskaninchen der Bildungspolitiker und müssten deswegen auch nicht auf Freizeit, Freunde oder Spaß verzichten.
Gerald Taubert nickt. Der Schulleiter des Philipp-Melanchthon-Gymnasiums (PMG) koordiniert ein Heer von 65 Lehrern, die von Klasse fünf bis zwölf die drei- bis fünfzügigen Stufen unterrichten. Neben dem Unterricht können die Schüler am Nachmittag, in ihrer Freizeit, aus einem reichhaltigen Aktivitätenprogramm wählen: Musik, Kunst, Sport, Naturwissenschaften, Fremdsprachen oder Schach. “Es ist alles da”, sagt Taubert, “und es wird viel und gern genutzt.” Belastungen von 35 und mehr Wochenstunden, die von besorgten Eltern aus Hessen und anderen Bundesländern gemeldet werden, gibt es in Gerstungen nicht. Überhaupt fängt erst ab der Klassenstufe sieben der Nachmittagsunterricht an, einmal in der Woche. Vorher sind Tage mit sechs Schulstunden Standard. Das erfordere Disziplin und Engagement von Schülern, Lehrern und auch Planern. “Es gibt hier keinen Unterrichtsausfall”, sagt Taubert. “Unsere Schule ist kein Spaziergang, das ist eine Leistungsschule.” Aufstehen zur Begrüßung des Lehrers am Beginn jeder Unterrichtsstunde gehört am PMG genauso dazu wie ein Anzug in der Abiturprüfung. Dennoch sollen sich die Schüler wohlfühlen – und offensichtlich tun sie das auch: Das Gymnasium genießt über Kreis- und Landesgrenzen hinweg einen sehr guten Ruf – auch und gerade bei den Schülern.
Vorzeigengymnasium sollte fast geschlossen werden
Mit diesem Wissen im Rücken kann sich Schulleiter Taubert über vieles nur wundern: Darüber, dass vor der Einführung des verkürzten Abiturs in Hessen niemand kam, sich das Thüringer Modell anzuschauen. Darüber, dass die hessischen Schüler in ihrem Bundesland schräg angeschaut und öfter mal als “Streber” bezeichnet werden, weil sie als Wessis unerhörterweise den Osten und sein Bildungssystem vorziehen. Am meisten wundert sich Taubert aber immer noch darüber, dass sein Vorzeigegymnasium vor drei Jahren vom Land Thüringen geschlossen werden sollte. Schuld war die Invasion der Nachbarn: Zu viele hessische Bildungsflüchtlinge mit zu viel Bildungshunger, doch zu wenig Geld, um ihn zu stillen. Der Kreis hatte Angst, finanziell auszubluten. Denn: “Die Schüler zahlen keine Gastschulbeiträge, Geld fließt höchstens über den Länderfinanzausgleich”, erklärt Taubert. Während die Betroffenen des PMG angesichts der drohenden Schließung zunächst in Entsetzen erstarrten, frohlockten Politiker in Ost und West seinerzeit in ungekannter Eintracht. Die einen, weil sie die anderen nicht mehr hätten finanzieren müssen. Die anderen, weil sie dem ureigenen Nachwuchs nicht länger tagtäglich ungehindert beim Rübermachen hätten zusehen müssen.
“Ihr seid Hessen, ihr geht in Hessen zur Schule”, das sei häufiger zu hören gewesen, erzählt Tim Becker, 15 Jahre alt, Schüler der neunten Klasse, Hesse. Nachdem sein älterer Cousin von “chaotischen Zuständen” in der heimischen Förderstufe berichtet hatte, wurde auch Tim Wahl-Turbo-Schüler und ist sehr dankbar, dass Gerstungen schließlich durch die massiven Proteste von Lehrern, Eltern und Schülern gerettet wurde. Doch weil die Schule nach wie vor vielen ein Ärgernis ist, hagelt es Auflagen.
Drängeln im Zug für bessere Bildung
Pro Jahrgang darf die Schule nur noch 90 Schüler aufnehmen, die Hälfte davon muss aus Thüringen stammen. “Bei der hessischen Hälfte wird gelost, falls sich zu viele qualifizierte Schüler anmelden wollen. Das tut ganz schön weh”, klagt Björn Becker. Er ist der Schülersprecher des PMG und – na klar, ein Hesse. Kostenzuschüsse zu den Fahrkarten bekommen die Hessen fast nie, morgens ist in den Zügen dicke Luft. Die Verkehrsgesellschaft Cantus, die die Strecke zwischen Bad Hersfeld und Gerstungen bedient, setzt nur drei statt der für die knapp 400 Schüler benötigten vier Waggons ein. Unangenehm, sicher, aber vielleicht schult es das Durchhaltevermögen, das die Schüler brauchen. “In einem Gymnasium sollte ein gewisser Anspruch herrschen. Daran muss man sich als Schüler gewöhnen, ein bisschen mehr zu machen. Wir bekommen hier die allgemeine Hochschulreife, das soll auch etwas wert sein”, sagt Björn.
Beim Blick nach Hessen geht Schulleiter Taubert einer seiner Lieblingsbeschäftigungen nach: Er wundert sich, sehr. “Darf Schule denn heutzutage überhaupt noch leisten, was sie leisten soll?” Vorbereitung auf den Job, auf die Leistungsgesellschaft, auf das Leben? Fragend schaut er auf Günter Breitbart, seinen langjährigen Elternsprecher aus Hessen. Dessen Sohn Philipp hat am PMG mit 17 Jahren und einem Einser-Schnitt Abitur gemacht, heute studiert er Medizin in Tübingen. “Er kommt dort sehr gut klar, das macht mich stolz”, sagt Breitbart. Das schnelle Abitur und der Leistungssport, den sein Sohn betrieben hat, hätten ihn gelehrt, sich gut zu organisieren. Ein Riesenvorteil sei das gewesen, sagt Breitbart, weil es seinen Jungen schnell selbstständig gemacht hat. Breitbart war früher für die Lehrerausbildung zuständig und ein glühender Verfechter der Gesamtschule.
Aber Philipp begann sich dort zu langweilen, deshalb wechselte er in der siebten Klasse nach Gerstungen. “Das war für ihn das Richtige”, sagt er. “Sein alter Schulleiter wollte ihn aber zunächst nicht gehen lassen.” Ein Schlüsselerlebnis für Breitbart, der heute sagt, dass vor allem die fehlende Kooperation zwischen den Schulformen und Bundesländern die Schüler kaputt macht. “Wenn es keine Alternative gibt, ist der Absturz der Schüler doch vorprogrammiert”, sagt er und bezieht das sowohl auf die Kinder, die es am Gymnasium in Thüringen nicht schaffen, als auch auf solche, die sich in der integrierten Gesamtschule in Hessen zu Tode langweilen. “Kinder dürfen nicht das Opfer mangelnder Kooperation sein”, sagt er und blickt zurück zu Direktor Taubert.
Der nickt zwar, zuckt aber gleichzeitig ein wenig resignierend mit den Achseln. Denn trotz des G8-Debakels im Nachbarland – den Anruf eines Schulleiters aus Hessen, den hat er bis heute nicht bekommen. “Man kann sich eben nur wundern”, sagt Taubert.
Schulplatz per Losentscheid?
Quelle: TLZ Eisenach
25.02.2008 Von Peter Rossbach
Eisenach/Wartburgkreis. (ep) So ein bisschen demotivierend muss das für das Kollegium um Schulleiter Gerald Taubert schon sein. Da sorgen die dort geleistete gute Arbeit und die Lage dafür, dass der Zulauf an Schülern am Gerstunger Gymnasium so groß ist wie sonst an keinem anderen Gymnasium der Region, den Erfolg feiern können die Gerstunger dennoch nicht. Mit 119 Anmeldungen für die kommenden 5. Klassen schießt die Schule wieder deutlich über die vom Kreistag festgeschriebene Höchstgrenze von 90 Schülern hinaus. Lässt sich der Kreistag nicht erweichen, ausnahmsweise vier statt der vorgegebenen drei 5. Klassen zu gestatten, müssen die Gymnasiumsplätze wohl wieder gelost werden. Das gab es vor zwei Jahren schon einmal, keine angenehme Erinnerung für Taubert und sein Team. Er selbst will sich den “sehr positiven” Zahlen nicht äußern, verweist aber darauf, dass es bei den Anmeldungen keine Überzahl aus dem Hessischen gibt. 66 Anmeldungen aus Thüringen stehen 53 aus Hessen gegenüber, so dass das Gymnasium seinem Namen als “Schule der Einheit” alle Ehre macht.
“Diese Debatte haben wir bereits geführt, der Kreistag hat die Obergrenze von 90 neuen Schülern in den fünften Klassen verbindlich festgeschrieben. Da hat der Landrat keinen Spielraum für Ausnahmen”, so Schuldezernentin Claudia Döring auf TLZ/EP-Anfrage. Auch mit dem Blick auf die räumliche Situation sei diese Entscheidung des Kreistages so gefallen. Döring: “Ich kenne auch keinen Antrag der Schule, hier eine Ausnahme zu machen.” Dabei gelte es auch zu bedenken, dass diese vier Klassen ja dann über die gesamte Gymnasiums-Zeit erhalten blieben. Aus ihrer Sicht sind “Schule und Schulamt gefragt, ein Auswahlverfahren zu finden, um auf die 90 Schüler zu kommen”.
Anders beim Gymnasium Bad Salzungen, auch dort gibt Anmeldezahlen, die mit 99 vier 5. Klassen in den Bereich des Nötigen rutschen lassen. Diesem Gymnasium hat der Kreistag aber zugebilligt, dies auf Antrag auch tun zu dürfen. “Da gibt es auch die räumlichen Kapazitäten dafür”, so Döring.
Hochzufrieden ist natürlich Klaus Rindschwentner, der im Gymnasium Ruhla 78 Anmeldungen verbuchen kann und so der im Sommer anstehenden vom Kreistag beschlossenen Überprüfung der Schülerzahlen gelassener entgegen sehen kann. Vor allem die Ausstrahlung der Schule ist weiter gewachsen. So kommen die Schüler nicht nur aus dem Erbstromtal und teilweise aus dem Landkreis Gotha, sondern gerade der Raum Schweina/Bad Liebenstein ist gut vertreten. Zusätzlich kommen erstmals 13 Anmeldungen aus dem Landkreis Schmalkalden-Meiningen dazu. Die KVG hat zugesagt, diese Schüler aus dem Bereich Trusetal/Brotteroda mit einer neuen Buslinie zu befördern. Das Gymnasium Vacha kann ebenso auf 78 Anmeldungen verweisen.
In der Stadt Eisenach sind alle Schulleiter der Gymnasien mit den Anmeldezahlen zufrieden. Am Luther-Gymnasium können diesmal alle 52 Schüler angenommen werden, ein Auswahlverfahren ist überflüssig. Am Abbe-Gymnasium haben sich 64 Schülerinnen und Schüler für die neuen fünften Klassen angemeldet. Das heißt, dass dort drei neue fünfte Klassen gebildet werden können. Das wird auch am Elisabeth-Gymnasium so sein, dort liegen sogar 83 Anmeldungen vor. Was diese Zahlen allerdings aussagen, vor dem Hintergrund der Forderung der Stadt, die beiden städtischen Gymnasien müssten stärker zusammenarbeiten, muss abgewartet werden, bis die Stadt ihre Vorstellungen zum neuen Schulnetz auf den Tisch legt.
Lehrer für die Jüngsten studieren kürzer
Quelle: Thüringer Landeszeitung
Thüringen bildet anders aus als Sachsen
Erfurt (OTZ/pa). Die Hierarchie unter Lehrern wird in Thüringen schon beim Studium festgeschrieben. Gymnasiallehrer werden weiter zehn Semester bis zum Abschluss brauchen, Regelschullehrer neun und Lehrer für die Grundschule nur acht. Gegen die Stimmen von PDS/Linke und SPD verabschiedete der Landtag gestern das neue Lehrerbildungsgesetz.
Kürzungen sind beim anschließenden Vorbereitungsdienst, dem Referendariat, geplant. Es soll von 24 auf 18 Monate reduziert werden, bei Lehrermangel sogar noch deutlicher. Die Opposition warnte vor “Billiglehrern”. Die Möglichkeit, dass Grundschullehrer während ihres Referendariats die fehlenden Leistungspunkte zum Gymnasialniveau aufholen können, nannte Susanne Hennig (PDS) unrealistisch. 1800 Theoriestunden neben dem Dienst zu belegen, sei nicht zu leisten.
Hans-Jürgen Döring (SPD) verwies noch einmal darauf, dass andere Länder wie Sachsen die Lehrerausbildung für alle Schularten angeglichen haben. Die Thüringer Reform sei unzeitgemäß, da sie der als wichtig erkannten Grundschulpädagogik nicht gerecht werde. Ein Bachelorabschluss dürfe hier nicht ausreichen.
Die Kultusministerkonferenz war sich einig, das Lehrerstudium nicht unnötig in die Länge zu ziehen, sagte Thüringens Ressortchef Jens Goebel (CDU). Die Neuausrichtung der Ausbildung lege neben Studium und Referendariat mehr Wert auf Praxis und berufsbegleitende Fortbildungen. Die Erstausbildung sei nur der Einstieg in den pädagogischen Beruf, der lebenslanges Lernen erfordere.Auch ein Lehrer ist erst gut, wenn er lebenslang lernt.
27.02.2008
Voller Einsatz für den Lieblingslehrer
Quelle: Thüringer Landeszeitung
Schüler können wieder ihren Favoriten küren – Im Juli Ehrung in der Staatskanzlei
Gera/Erfurt (OTZ/M.Kasper). Ihr lernt bei einem tollen Lehrer oder einer Super-Lehrerin nicht nur schwierige Formeln oder Grammatik-Regeln wie im Spiel, sondern zudem auch viel von dem, was man fürs Leben braucht?
Jetzt habt Ihr Gelegenheit, Euch auf besondere Weise bei ihnen zu bedanken. Landesweit suchen die Landesschülervertretung und die “Ostthüringer Zeitung” den “Tollsten Lehrer” oder die “Tollste Lehrerin”. Partner sind die “Thüringer Allgemeine”, der mdr, die IHK Gera, die Landeselternvertretung und der Thüringer Lehrerverband. Schülerinnen und Schüler jeden Alters und aller Schularten können jetzt Vorschläge einsenden.
Ihr freut Euch über Lehrer, die Schüler begeistern, bei denen Lernen Spaß macht, die zuhören und bereit sind, zu helfen, die Talente wie auch schwächere Schüler fördern, denen auch für die Klassenfahrt Spannendes einfällt oder anderes. Gleich, was an Eurem Lehrer fasziniert – Ihr solltet nun nicht zögern, sondern vollen Einsatz zeigen. Für Eure Vorschläge könnt Ihr den Coupon nutzen.
Aber um Erfolg zu haben, wird das allein nicht reichen. Ihr solltet ganzen Ehrgeiz entfalten und auf besondere, vielleicht auch originelle Weise sehr gut begründen, warum gerade dieser Lehrer/diese Lehrerin die Ehrung verdienen. Es winken wertvolle Preise. Die 15 Lehrer, die in die engere Auswahl kommen, werden zum Teil mit ihren Schülern am 2. Juli 2008 zur Auszeichnung in die Thüringer Staatskanzlei eingeladen.
Einsendeschluss: 9. Mai 2008. Sendet Eure Vorschläge mit den Begründungen an die OTZ, Kennwort: Thüringens tollster Lehrer, Alte Straße 3, 04626 Löbichau oder auch per E-Mail an: aktion@otz.de
27.02.2008
Koalition einigt sich beim Betreuungsgeld
Quelle: Thüringer Allgemeine
Drei junge Mütter schieben ihre Babys im Kinderwagen. Die Koalition hat sich im monatelangem Streit über ein Betreuungsgeld geeinigt.
Berlin (dpa) – Nach monatelangem Streit hat die Koalition einen Kompromiss beim Betreuungsgeld gefunden. Die umstrittene Zahlung an Eltern, die ihre Kinder nicht in eine Krippe schicken, wird gesetzlich von 2013 an in Aussicht gestellt.
Darauf einigten sich Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) und Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) am Mittwoch. Der nächste Bundestag ist aber nicht daran gebunden. Der vor allem von der SPD verlangte Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz von 2013 an wird dagegen im Gesetz für den Krippenausbau festgeschrieben. Die Einigung beim Betreuungsgeld war die Voraussetzung für die Verdreifachung der Krippenplätze in den kommenden Jahren.
»Das Veto des Finanzministers ist weg«, verkündete von der Leyen bei einer Veranstaltung in Berlin. Sie sei »mit großer Fairness« getroffen worden. »Die Forderungen von CDU/CSU sind erfüllt.« Auch Steinbrück sprach von einem »vernünftigen Kompromiss«. CSU-Chef Erwin Huber begrüßte die Einigung: »Das ist ein guter Tag für die Familien in Deutschland.« Mit der »festen Verankerung« des Betreuungsgeldes im Gesetz habe sich die Beharrlichkeit der CSU ausgezahlt. Die CSU ist Hauptverfechter einer monatlichen Zahlung von etwa 150 Euro an die Familien.
Der Kompromiss sieht im einzelnen vor, dass im Sozialgesetzbuch ein neuer Absatz eingefügt wird, wonach »ab 2013 für diejenigen Eltern, die ihre Kinder von ein bis drei Jahren nicht in Einrichtungen betreuen lassen wollen oder können, eine monatliche Zahlung (zum Beispiel Betreuungsgeld) eingeführt werden soll«. In der Begründung des Gesetzes heißt es dann ausdrücklich: »Die konkrete Ausgestaltung soll zum Jahre 2013 geklärt werden. Der Gesetzgeber ist dabei in seiner Entscheidung frei.«
Der Krippenausbau soll in den nächsten Jahren so vorangetrieben werden, dass bis 2013 für jedes dritte Kleinkind ein Betreuungsplatz zur Verfügung steht. Der Bund beteiligt sich mit vier Milliarden Euro daran und übernimmt damit ein Drittel der Gesamtkosten. Die restlichen Kosten teilen sich die Länder und die Kommunen.
Die Familienexpertin der FDP-Fraktion, Ina Lenke, sprach von einem »Salto rückwärts« der Ministerin. Ihre Fraktion lehne ein Betreuungsgeld weiter ab. Diana Golze von der Linken sieht einen »Kniefall vor der CSU«. Grünen-Chefin Claudia Roth nannte die Übereinkunft »bildungspolitischen Unsinn«. Das Betreuungsgeld sei kostspielig und setze falsche Anreize. CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla sagte, für die CDU sei klar: »Die Eltern haben das Recht und die Pflicht zur Erziehung ihrer Kinder.
27.02.2008 dpa
Eltern drohen Nachzahlungen
Quelle: Thüringer Allgemeine
Erfurt. (tlz/fk) Von 245 auf 380 Euro monatlich soll die Höchstgebühr für den Ganztagskrippenplatz steigen, von 148 auf 200 Euro die für einen Ganztagskindergartenplatz. Dies würde zu Nachforderungen von 2430 Euro für ein Krippenkind oder 936 Euro für ein Kindergartenkind für die letzten achtzehn Monate führen. Das geht laut Stadtrat Michael Panse aus einer Vorlage des Oberbürgermeisters für die nächste Stadtratssitzung hervor.
Die neue Kita-Gebührensatzung könnte auch rückwirkend für eine erhebliche finanzielle Belastung der Eltern sorgen. Denn die bisherige Satzung war im Sommer 2006 per Gerichtsurteil für unwirksam erklärt worden. Seit November 2006 erhalten Eltern daher nur noch vorläufige Gebührenmitteilungen.
“Die Verwaltungsspitze im Rathaus trägt die Schuld an diesem schier endlosen Trauerspiel. Dies nun auf die Eltern abzuwälzen ist unredlich und wird von der CDU-Fraktion keinesfalls mitgetragen”, so Panse.
Aufgabe der Verwaltung wäre es vielmehr gewesen, für Rechtssicherheit zu sorgen, so dass weder für Eltern noch die Stadt ein finanzieller Schaden überhaupt erst entstanden wäre.
27.02.2008
Thüringer wollen Kindergartenpflicht
Quelle: Thüringer Landeszeitung
Erfurt. (tlz) Bei der Kinderziehung setzen die Thüringer auf eine Kombination aus Kita und elterlicher Obhut. Fast zwei Drittel plädieren dafür. Die große Mehrheit ist für ein verbindliches Kindergartenjahr: “Neun von zehn Thüringern stimmen dem Vorschlag zu, vor der Schule ein Jahr in der Kindertagesstätte für alle Kinder zur Pflicht zu machen”, heißt es im neuen “Thüringen-Monitor”.
Schulen und Schulstrukturen in Thüringen erhalten von den Thüringern mehrheitlich “gute Noten”. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie der Friedrich-Schiller-Universität Jena im Auftrag der Landesregierung.
Der “Thüringen-Monitor”, der der TLZ bereits vorliegt und erst heute offiziell vorgestellt wird, kommt zu dem Schluss: “Die Schule wird inhaltlich gut bewertet, sie vermittelt nach Ansicht von zwei Dritteln der Thüringer den Kindern das Wissen, das sie für die Zukunft brauchen.” Allerdings teilt immerhin jeder dritte Bürger im Freistaat diese Meinung offenbar nicht. Und: “Zwei von drei Befragten vertreten die Auffassung, dass der Schulerfolg stark oder sehr stark von der sozialen Herkunft abhängt”, so die Jenaer Wissenschaftler.
Der “Thüringen-Monitor 2007″ befasste sich als Schwerpunkt mit “Bildung in einer sich wandelnden Gesellschaft”. Die Untersuchung wird seit 2000 jedes Jahr erstellt. Ihr liegt eine repräsentative Telefonbefragung zu Grunde.
27.02.2008 Von Elmar Otto
Koalition einigt sich beim Betreuungsgeld
Quelle: Thüringer Landeszeitung
Drei junge Mütter schieben ihre Babys im Kinderwagen. Die Koalition hat sich im monatelangem Streit über ein Betreuungsgeld geeinigt.
Berlin (dpa) – Nach monatelangem Streit hat die Koalition einen Kompromiss beim Betreuungsgeld gefunden. Die umstrittene Zahlung an Eltern, die ihre Kinder nicht in eine Krippe schicken, wird gesetzlich von 2013 an in Aussicht gestellt.
Darauf einigten sich Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) und Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) am Mittwoch. Der nächste Bundestag ist aber nicht daran gebunden. Der vor allem von der SPD verlangte Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz von 2013 an wird dagegen im Gesetz für den Krippenausbau festgeschrieben. Die Einigung beim Betreuungsgeld war die Voraussetzung für die Verdreifachung der Krippenplätze in den kommenden Jahren.
»Das Veto des Finanzministers ist weg«, verkündete von der Leyen bei einer Veranstaltung in Berlin. Sie sei »mit großer Fairness« getroffen worden. »Die Forderungen von CDU/CSU sind erfüllt.« Auch Steinbrück sprach von einem »vernünftigen Kompromiss«. CSU-Chef Erwin Huber begrüßte die Einigung: »Das ist ein guter Tag für die Familien in Deutschland.« Mit der »festen Verankerung« des Betreuungsgeldes im Gesetz habe sich die Beharrlichkeit der CSU ausgezahlt. Die CSU ist Hauptverfechter einer monatlichen Zahlung von etwa 150 Euro an die Familien.
Der Kompromiss sieht im einzelnen vor, dass im Sozialgesetzbuch ein neuer Absatz eingefügt wird, wonach »ab 2013 für diejenigen Eltern, die ihre Kinder von ein bis drei Jahren nicht in Einrichtungen betreuen lassen wollen oder können, eine monatliche Zahlung (zum Beispiel Betreuungsgeld) eingeführt werden soll«. In der Begründung des Gesetzes heißt es dann ausdrücklich: »Die konkrete Ausgestaltung soll zum Jahre 2013 geklärt werden. Der Gesetzgeber ist dabei in seiner Entscheidung frei.«
Der Krippenausbau soll in den nächsten Jahren so vorangetrieben werden, dass bis 2013 für jedes dritte Kleinkind ein Betreuungsplatz zur Verfügung steht. Der Bund beteiligt sich mit vier Milliarden Euro daran und übernimmt damit ein Drittel der Gesamtkosten. Die restlichen Kosten teilen sich die Länder und die Kommunen.
Die Familienexpertin der FDP-Fraktion, Ina Lenke, sprach von einem »Salto rückwärts« der Ministerin. Ihre Fraktion lehne ein Betreuungsgeld weiter ab. Diana Golze von der Linken sieht einen »Kniefall vor der CSU«. Grünen-Chefin Claudia Roth nannte die Übereinkunft »bildungspolitischen Unsinn«. Das Betreuungsgeld sei kostspielig und setze falsche Anreize. CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla sagte, für die CDU sei klar: »Die Eltern haben das Recht und die Pflicht zur Erziehung ihrer Kinder.
27.02.2008 dpa
Im Stich gelassen
Quelle: Thüringer Allgemeine
HELDRUNGEN. Sanierungsmäßig ist die Heldrunger Grundschule, in der 220 Kinder aus zehn Orten lernen, Stiefkind im Landkreis. Schlechter statt besser und gefährlich wurden die Bedingungen in der städtischen Turnhalle und auf der “Kleinsportanlage”. Die Probleme, die Heldrungens Staatliche Grundschule plagen, sind alles andere als neu. Und haben mit inhaltlicher Arbeit der Lehrer und Horterzieher dort nichts zu tun. Es geht um die Sicherheit der Kinder. Das machten Schulleiterin Cornelia Landes und Elternsprecher Gerhard Rönnecke mit einem Schreiben im Stadtrat klar. In der Hoffnung auf Antwort, wann welches der dringenden Probleme wie geklärt wird. Die Eltern sagten bei allem Unterstützung zu. Bisherige Absprachen mit der Stadt verliefen im Sande. Zum Bekenntnis zum Grundschulstandort Heldrungen für die Schmücke-Gemeinden gehören aber nun mal mehr als Worte. Miserable Toilettenanlagen in der Turnhalle der Stadt, Sicherheitsmängel von fehlendem Aufprallschutz bis zu den Matten kamen aufs Klärungs-Papier. Dass es mit der Heizung in der Halle weiter nicht hinhaut, ist eine andere Sache, dass der Toilettenschlüssel drei Wochen im Januar überhaupt nicht aufzutreiben war, noch eine andere. Auf der “Kleinsportanlage” an der Steinstraße bleibt vom Thüringer Lehrplan einiges auf der Strecke. Die Laufbahn ist schlecht, Sand in der Sprunggrube fehlt (meist gestohlen), im Anlauf wuchert das Gras. Da Jugendliche mit Mopeds und Autos abends dort feten, auch schon Feuer machten, bleiben oft Unrat und Scherben zurück. Und Hundekot.Der Radfahrlehrgang in der Verkehrserziehung der Viertklässler muss gar flach fallen, obwohl er im Thüringer Lehrplan steht. Auf dem Schulhof reicht der Platz nicht, das Bauhofgelände genügt den Vorgaben nicht. Von der Jugendverkehrsschule der Arterner Polizei wird eine Beschulung dort inzwischen abgelehnt.Die immer wieder verschobene Sanierung vor allem des Schulteils II ist überfällig. Zuständig ist der Kreis als Schulträger für ordentliche räumlich-sächliche Bedingungen, damit der Lehrplan erfüllt werden kann. Reagiert wurde auf gravierende Mängel mit dem Nötigsten. Jetzt scheint aber zumindest Bewegung in die Sache zu kommen. Dienstag gab es ein erstes Gespräch mit VG-Chef, Bürgermeister und Schulverwaltungsamtsleiter, um zusammen was möglich zu machen. Im Haushaltsentwurf des Kreises stünden Mittel für Heldrungen, bestätigt Schulverwaltungschef Andreas Räuber auf TA-Anfrage. Jedoch sei es letztlich eine Entscheidung des Kreistages, hängen Schulinvestitionen dabei auch vom letzten Wort zur Kreisumlage ab. Petra HELLNER
Hort rettet Kindergarten – jedenfalls in Altenfeld
Quelle: Thüringer Allgemeine
Billig ist das nicht: Etwa 100 Euro im Monat kostet die Gemeinden ein Hortplatz. Altenfeld, Böhlen und Neustadt bieten solche trotzdem an – als Rettungsanker für ihre Kindergärten ist der Hort ihnen das wert.
ILMKREIS. Von wegen Mittagsruhe: Es ist kurz vor zwölf, die Kleinen im Böhlener Kindergarten schlafen für zwei Stunden – für Erzieherin Gesine Jahn geht die Arbeit weiter: “Gleich kommen die Hortkinder, nach dem Mittagessen geht´s an die Hausaufgaben.”Dass die Kindergartenleiterin froh über diese zusätzliche Arbeit ist, versteht derjenige, der weiß: Ohne das Hortangebot wäre der Kindergarten heute kaum noch überlebensfähig – denn es braucht eine Mindestkinderzahl, um so eine Einrichtung vernünftig betreiben zu können. Bei heute 33 Kindern – davon etwa ein Viertel im Hort – sind drei Erzieherinnen 32 Stunden pro Woche im Dienst. Dadurch kann gewährleistet werden, dass immer mindestens zwei Erzieherinnen anwesend sind, erläutert Kindergartenchefin Jahn.Vor einem Jahrzehnt war bei der Hort-Einrichtung in Böhlen noch ausschlaggebend, den Grundschülern des Ortes überhaupt eine Betreuung zu bieten – heute ist mit dem Hort eng die Zukunft des Kindergartens verknüpft, weiß auch Bürgermeister Reinhard Krannich (CDU). Die Zahl der Neugeborenen ist klein, seit Einführung der Thüringer Familienoffensive locken zudem auch andere Orte mit ihren Kindergartenplätzen: Aus Böhlen besuchen drei Knirpse den Kindergarten in Mellenbach-Glasbach, eines das Integrationszentrum Ilmenau. Demgegenüber kommt nur ein Kind aus Meuselbach-Schwarzmühle in die Böhlener Einrichtung. Jährlich kostet dieses Kita-Wahlrecht die Gemeinde 3700 Euro pro Kind. Dennoch: Böhlen will weiter seinen Kindergarten samt Hort weiter vorhalten. Letzteren lässt sich die Gemeinde einiges kosten – der Elternbeitrag von 30 Euro sowie die 50 Euro Landeszuschuss decken die monatlichen Kosten von 185 Euro pro Platz nicht.Auch die Gemeinde Neustadt hat mit dem Hort im Kindergarten gute Erfahrungen gesammelt, zehn Grundschüler besuchen diesen und lassen die Auslastung des Hauses so auf etwa 70 Prozent steigen. Altenfeld geht seit September diesen Weg, jeder dritte Kindergartenplatz war damals unbesetzt. Neben den 24 Kindergartenkindern besuchen inzwischen fünf Erstklässler das Haus, sechs der acht in diesem Jahr in die Schule Kommenden hätten bei einer Befragung schon Interesse gezeigt, so Erzieherin Antje Grimm. Punkt zwölf würden die Kinder vom Bus abgeholt, bis 16 Uhr könnten sie bleiben. In Böhlen ist der Kindergarten sogar noch eine halbe Stunde länger offen: “So können die Kinder gehen, wann sie wollen bzw. wann Eltern oder Großeltern Zeit haben”, meint Ortschef Krannich.Großbreitenbachs Grundschulleiterin Petra Möller erkennt diesen Vorteil neidlos an – vom dortigen Hort startet nur um 15 Uhr ein Bus auf die Dörfer der VG. Deshalb will sie auch nicht von einer “Konkurrenz” sprechen, lieber von einem ergänzenden Angebot. In Bedrängnis käme der Schulhort deshalb nicht: “Mit 42 Mädchen und Jungen haben wir ausreichend Kinder, die beiden in Teilzeit beschäftigten Erzieherinnen haben mehr als genug zu tun, gerade in der Mittagszeit ist es relativ eng.” Stundenweise helfen deshalb Lehrer der benachbarten Regelschule aus. Vorteil des Schulhorts sei, dass sich Horterzieher und Lehrer immer absprechen können. Zudem müssten die Kinder nicht das Gebäude wechseln. Wie lange ein Dorf-Kindergarten mithilfe des Horts bestehen bleiben kann, ist offen. Altenfelds Bürgermeister Peter Grimm sagt: “Wir werden eine Schließung so lange es geht hinausschieben. Letztlich steht und fällt aber alles mit der Kinderzahl im Ort.” Denn wo kaum Neugeborene, sind sieben Jahre später auch kaum Hortkinder.
Kein Rundum-Sorglos-Paket
Quelle: Thüringer Allgemeine
Dem ab April geplanten Wegfall der Kita-Beiträge für zweijährige Kinder gab der Jugendhilfeausschuss gestern grünes Licht. Bei Trägern und Eltern stößt das Vorhaben jedoch nicht auf ungeteilte Zustimmung.
WEIMAR (jl). Im ersten Lebensjahr eines Kindes zahlt der Bund Elterngeld, ab dem dritten Jahr gibt es Erziehungsgeld vom Land. Die Lücke, die Familien bleibt, will nun die Stadt schließen. Ab April sollen zweijährige Kinder, die hier gemeldet sind, beitragsfrei Weimars Kindergärten besuchen können.Nachdem der Jugendhilfeausschuss gestern dafür votierte, entscheidet am 12. März der Stadtrat. So, wie die Beschlussvorlage lautet, findet sie bei den Adressaten jedoch nicht nur Zustimmung. So begrüßt der Stadtelternrat zwar ein beitragsfreies Kita-Jahr. Allerdings kritisiert der Stakkie, dass einige Familien mit zweijährigen Kindern von vornherein von der Begünstigung ausgeschlossen sind. Die Stadt bindet die Betragsfreiheit ans achte Sozialgesetzbuch. Danach haben nur Kinder Anspruch auf Kita-Betreuung – und mithin auf den Gratis-Besuch – deren Eltern berufstätig bzw. arbeitssuchend sind oder in Ausbildung stehen. Hausfrauen oder -männer mit Kindern würden nicht von der Neuregelung profitieren.Als Alternative sieht der Stakkie zusätzliche Investitionen in die frühkindliche Bildung und Betreuung. Ein vergleichbarer Betrag, wie er zur Finanzierung des beitragsfreien Jahres 2009 notwendig wäre, ermögliche etwa 22 800 Betreuungsstunden mehr für Weimars Kinder.Ähnliche Bedenken hegt die “AG § 78″ der freien Träger. Nach deren Meinung sollen alle zweijährigen Weimarer von der Beitragsfreiheit profitieren. Wäre die AG frühzeitiger in die Entscheidungsfindung einbezogen worden, hätte auch sie andere Varianten zur Diskussion gestellt: das beitragsfreie Vorschuljahr, ein erstes Gratis-Jahr auch für Kinder, die erst mit drei oder vier Jahren in den Kindergarten kommen, kostenlose Mahlzeiten in der Kita und eine bessere Personalausstattung.
Eltern sollten den »Stinkefinger« nicht akzeptieren
Quelle: Thüringer Allgemeine
Fürth (dpa/tmn) – Kinder bringen immer wieder Neuigkeiten aus der Schule mit – leider auch Verhaltensweisen, die Eltern nicht gefallen. Stolz präsentieren Grundschüler die neuesten Schimpfwörter oder zeigen den Stinkefinger.
Das kann in Richtung Eltern und Geschwister gehen, manchmal ist aber auch die Oma oder anderer Besuch dran. »Kein Grund zur Panik!«, sagt Diplom-Psychologe Ulrich Gerth, Vorsitzender der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke) in Fürth. Es sei normal, dass Kinder ausprobieren, wie die Familie auf so etwas reagiert. Außerdem erfahren die Eltern so, was auf dem Schulhof zur Zeit üblich ist. Das sollte allerdings kein Modell für zu Hause sein.
Gerth rät Eltern, solche Verhaltensweisen zu unterbinden. Kinder müssten lernen, dass es in unterschiedlichen Situationen auch unterschiedliche Regeln und Normen gibt: »Was in der Pause unter Mitschülern üblich ist, ist zu Hause noch lange nicht angebracht.«
27.02.2008 dpa
Verwaltungsgericht bestätigt Kopftuchverbot gegen Lehrerin
Quelle: Thüringer Allgemeine
Gelsenkirchen (dpa/lnw) – Das Verwaltungsgericht in Gelsenkirchen hat am Mittwoch ein Kopftuchverbot der Bezirksregierung Münster gegen eine Lehrerin für rechtmäßig erklärt. Das Gericht wies damit eine Klage der beamteten Lehrerin ab, die als muslimische Glaubensangehörige seit Jahren auch in der Schule ein Kopftuch trägt (AZ: 1 K 1466/07). Grundlage sei die im Sommer 2006 in Kraft getretene Neuregelung des Schulgesetzes, nach der Lehrer in der Schule keine religiöse Bekundung abgeben dürfen, hieß es in der Begründung. Mit dem Tragen eines Kopftuchs verstoße die Frau gegen diese Vorschrift. Einen Verstoß gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz habe das Gericht dagegen nicht feststellen können.
27.02.2008 dpa
16-Jähriger aus Hessen zeigte Hitler-Gruß in Buchenwald
Quelle: Thüringer Allgemeine
Weimar/Jena (dpa/th) – Ein 16-jähriger Schüler aus Hessen hat am Mittwoch am Eingang des ehemaligen NS-Konzentrationslagers Buchenwald bei Weimar den Hitler-Gruß gezeigt. Der Jugendliche hatte mit seiner Schülergruppe aus Oberursel im Taunus die Mahn- und Gedenkstätte auf dem Ettersberg besichtigt. Bei einem Gruppenfoto der Klasse zum Abschluss des Rundgangs habe der 16-Jährige den rechten Arm zu dem Gruß erhoben, teilte die Polizei Jena mit. Dies habe ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes beobachtet. Der Junge wurde zeitweise festgenommen. Es wurde Anzeige wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen erstattet.
27.02.2008 dpa
37 Millionen Euro für Schulsanierungen nötig
Quelle: Thüringer Allgemeine
Die Schulgebäude lasten auch künftig schwer auf dem Landkreis: Auf 37,2 Millionen Euro beziffert die Kreisverwaltung den Investitionsbedarf. Zum Vergleich: Dieses Jahr können für Schulsanierungen drei Millionen Euro ausgegeben werden.
ILMKREIS (kk). Für den ersten Bauabschnitt im Ilmenauer Berufsschulzentrum werden 800 000 Euro bereitstehen, die Martinrodaer Turnhalle der Grundschule wird für 410 000 Euro saniert, die Gehrener Grundschule bekommt für 150 000 Euro neue WC´s – weitere ähnlich große Vorhaben sind für dieses Jahr für den südlichen Ilmkreis nicht vorgesehen. Dabei wäre Bedarf da, weiß Landrat Benno Kaufhold (CDU): “An der Zinkschule zum Beispiel bräuchte es 1,5 Millionen Euro.” Doch kann er keine Hoffnung machen – sämtliche dort nötige Maßnahmen haben im Plan des Kreises Priorität zwei oder drei. Würde man all die nötigen Sanierungen oberster Priorität durchführen wollen, wären 10,4 Millionen Euro nötig. Für Reparaturen bleibt den 40 Schulen ein so genanntes “Havariekonto” mit knapp einer Million Euro.
27.02.2008
Förderkurse für Vorschulkinder bringen oft wenig nötig
Quelle: Ostthüringer Zeitung
Göttingen/München (dpa/tmn) – Eltern sollten die frühkindliche Förderung ihrer Sprösslinge nicht übertreiben: Spezielle Kurse für Vorschulkinder sind Experten zufolge oft überflüssig.
So sei es eine »Frühförder-Hysterie«, die nichts bringe, wenn Eltern ihre Kinder schon im Vorschulalter von einem Kurs zum nächsten fahren, sagte der Neurobiologe Gerald Hüther aus Göttingen dem Magazin »Focus-Schule«. Noch so ausgeklügeltes Lernmaterial und pädagogisch wertvolles Spielzeug könnten echte, mit allen Sinnen gemachte Erfahrungen nicht ersetzen.
Auch ein Fremdsprachenkurs im Kindergartenalter bringe wenig, sagte die Lernforscherin Elsbeth Stern aus Zürich der Zeitschrift. »Die Effekte sind minimal.« Sie stünden zudem in keinem Verhältnis zum Aufwand. »Der winzige Vorsprung, den Kinder aus früheren Fremdsprachenkursen mitbringen, ist in null Komma nix aufgebraucht, wenn der Unterricht in der Schule beginnt.« Eltern täten genug, wenn sie ihren Kindern im Vorschulalter öfters vorlesen, viel mit ihnen reden und ihre Fragen beantworten.
27.02.2008 dpa
Goebel beauftragt neue Schulamtsleiter in Erfurt und Weimar
Quelle: Pressemitteilung TKM
Rigobert Krug und Wolfram Abbe übernehmen ab März die Geschäfte.
Thüringens Kultusminister Prof. Dr. Jens Goebel (CDU) hat ab März 2008 neue Schulamtsleiter in Erfurt und Weimar mit der Wahrnehmung der Geschäfte beauftragt. Rigobert Krug, bisher Referatsleiter im Thüringer Kultusministerium, wird das Staatliche Schulamt Erfurt leiten. Dem Staatlichen Schulamt Weimar wird Wolfram Abbe vorstehen. Er leitete bisher das Schulamt der Landeshauptstadt. Der bisherige Leiter des Schulamtes Weimar, Helmut Ilk, wechselt ins Thüringer Kultusministerium. Der Wechsel gilt zunächst für die Dauer von zwei Jahren.
Kultusminister Goebel dazu: „Herr Krug, Herr Abbe und Herr Ilk sind für ihre Aufgaben fachlich hoch qualifiziert. Bei der Bewältigung der vielseitigen Herausforderungen wünsche ich viel Erfolg.”
Die Leitlinie PERMANET der Landesregierung sieht die Personalrotation zur Personalentwicklung und somit zur Erweiterung der Erfahrung der Mitarbeiter vor. Das Thüringer Kultusministerium hat in diesem Zusammenhang beschlossen, u. a. Schulamtsleiter in diese Personalentwicklungsmaßnahme einzubeziehen.
Dr. Detlef Baer
Pressesprecher
Qualitätssiegel “Berufswahlfreundliche Schule” in Thüringen
Per Mail
Sehr geehrte Schulleiterinnen und Schulleiter,
seit dem 17. Januar 2008 sind die Bewerbungsunterlagen für die 4. Ausschreibungsrunde des Qualitätssiegels “Berufswahlfreundliche Schule” unter http://www.schule-wirtschaft-thueringen.de – Qualitätsmanagement – Q-Siegel veröffentlicht.
Sie können Ihre schriftlichen Bewerbungsunterlagen bis zum 25.04.2008 per E-Mail an folgende Adresse einsenden: qsiegel@bwtw.de.
Ihre Rückfragen stellen Sie bitte per E-Mail unter qsiegel@bwtw.de oder telefonisch unter 03641 637592.
Wir möchten Sie zur Bewerbung um das Qualitätssiegel “Berufswahlfreundliche Schule” ermutigen und wünschen Ihnen viel Erfolg.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Sigrid Heinecke
Projektleiterin
Q-Siegel
Bildungswerk der Thüringer Wirtschaft e.V.
Außenstelle Jena
Steinweg 24
07743 JenaTel: 03641 637592
Fax: 03641 637599
E-Mail: qsiegel@bwtw.de
Internet: www. schule-wirtschaft-thueringen.deDas BWTW ist zertifiziert nach LQW II (der lernorientierten Qualitätstestierung in der Weiterbildung) sowie nach der AZWV (Anerkennungs- und Zulassungsverordnung Weiterbildung) zugelassener Träger für die Förderung der beruflichen Weiterbildung.
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