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Pressespiegel vom 14. Dezember 2007

Mario Thiel | 14. Dezember 2007 | 10:32 Uhr
Vorlesen mit webReader

“Leben hat Gewicht”

Bundesministerium für Bildung und Forschung

Bundesministerinnen Schmidt, von der Leyen und Schavan stellten Initiative gemeinsam mit Persönlichkeiten aus Mode, Werbung, Kultur, Sport vor

Heute wurde von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, Bundesjugendministerin Ursula von der Leyen und Bundesforschungsministerin Annette Schavan die Initiative “Leben hat Gewicht – gemeinsam gegen den Schlankheitswahn” in Berlin vorgestellt.

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt: “Essstörungen wie Magersucht und Bulimie sind keine Bagatelle, sondern ein ernstzunehmendes Problem. Mit der Initiative wollen wir uns im Schulterschluss mit den gesellschaftlichen Gruppen für die Prävention von Essstörungen einsetzen. Besonders junge Mädchen, aber auch Jungen orientieren sich stark an dem Schönheitsideal, das sie in der Werbung, in der Mode, in Journalen und in Fernsehspots häufig vorgelebt bekommen. Wir müssen die (Vor-)Bilder ändern und ein realistisches Maß finden. Mit der Mode- und Werbebranche werden Gespräche mit dem Ziel geführt, mittelfristig konkrete Vereinbarungen bis hin zu Selbstverpflichtungen zu treffen.”

Bundesministerin Ursula von der Leyen: “Essstörungen betreffen vor allem Frauen und Mädchen. Sie beginnen oft schon im Kindesalter und sind ein verzweifelter Ausdruck für Ablehnung der eigenen körperlichen Entwicklung und Rolle im Übergang von Pubertät zum Erwachsenenalter. Deswegen kommt es entscheidend auf Prävention an. Erziehende, Ärztinnen und Ärzte, aber vor allem die Eltern müssen in der Lage sein, Warnsignale zu deuten und so früh wie möglich gezielt gegenzusteuern. Dabei helfen leicht zugängliche Informationen über das Krankheitsbild ebenso wie passgenaue Angebote der Kinder- und Jugendhilfe. Parallel gilt es, die Medienkompetenz der Kinder und Jugendlichen zu stärken und rigoros gegen Propagandisten des Schlankheitswahns vorzugehen – zum Beispiel durch Verbote extremer Internetseiten.”

Bundesforschungsministerin Annette Schavan: “Wir müssen alles dafür tun, um die Ursachen und Folgen von Essstörungen zu bekämpfen. Sie sind ein großes Problem für Betroffene und Angehörige. Wir setzen vor allem auf wirksame Prävention und Aufklärung, damit Kinder oder Erwachsene gar nicht erst falsche Körperideale entwickeln. Außerdem brauchen wir sichere Verfahren zur Diagnose und gezielte therapeutische Maßnahmen. Hierzu schafft die Forschung die wesentlichen Grundlagen. Daher werden wir unser Engagement in den nächsten Jahren noch einmal deutlich ausbauen.”

Mehr als jedes fünfte Kind zwischen 11 und 17 Jahren leidet nach den jüngsten Daten des Kinder- und Jugend-Gesundheitssurveys (KIGGS) unter Symptomen einer Essstörung. Das sind 1,4 Millionen junge Menschen. 56% Prozent der 13- bis 14Jährigen wollen nach einer Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung dünner sein. 63% Prozent sagen, dass sie gerne besser aussehen würden. Diese Zahlen beunruhigen (http://www.kiggs.de/).

Die beteiligten Ministerien sehen folgende Maßnahmen vor:

Essstörungen werden im Rahmen des Nationalen Aktionsplans der Bundesregierung zur Prävention von Fehlernährung, Bewegungsmangel, Übergewicht und damit zusammenhängenden Krankheiten thematisiert. Er wird gemeinsam mit den Ländern und Kommunen erarbeitet und im Frühjahr 2008 beschlossen.

Der 13. Kinder- und Jugendbericht, der bis Ende 2008 im Auftrag der Bundesregierung erstellt wird, rückt das Thema Gesundheit erstmals in den Mittelpunkt der Kinder- und Jugendpolitik. Er soll Erkenntnisse und konkrete Handlungsempfehlungen liefern zur Vermittlung gesunder Essgewohnheiten und der selbstbewussten Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper, zu Maßnahmen gegen Essstörungen und neue Angebote der Kinder und Jugendhilfe im Bereich gesundheitsbezogener Prävention, aber auch Vorschläge für passgenauere Beratungs- und Unterstützung für Familien, in denen Kinder schon von der Krankheit betroffen sind.

Essstörungen haben verschiedene Ursachen. Mit der Mode- und Werbebranche werden Gespräche mit dem Ziel geführt, mittelfristig konkrete Vereinbarungen bis hin zu Selbstverpflichtungen zu treffen. Essstörungen “Magermodels” gehören weder auf den Laufsteg noch in die Werbung. Wir appellieren an die Verbände, sich an der Initiative zu beteiligen.

Wir wollen die jungen Menschen in ihrem Alltag erreichen. Im Mittelpunkt aller Bemühungen steht die Aufklärung. Prävention von Essstörungen wie Magersucht oder Bulimie gehört in die Schule, in die Jugendarbeit, in die Sportvereine, in die Gespräche zwischen Arzt bzw. Ärztin und Patientin bzw. Patient. Die Entwicklung eines positiven Körpergefühls als ein wichtiger Schutzfaktor vor Essstörungen ist ein integraler Bestandteil unserer Maßnahmen zur Sexualaufklärung für Jugendliche, Eltern und Multiplikatoren. Zur Unterstützung hat die BZgA umfangreiches Informationsmaterial entwickelt (http://www.bzga-essstoerungen.de/) und ein Beratungstelefon eingerichtet (0221 – 802031).

Dem Sport kommt ebenfalls eine wichtige Rolle zu, wenn es darum geht, junge Menschen zu erreichen. Er bietet in einem bundesweiten Netz von über 90.000 Sportvereinen, Kindern und Heranwachsenden Bewegungs- und Sportangebote, die die ganzheitliche Entwicklung der Persönlichkeit und die Gesundheit in physischer, psychischer und sozialer Hinsicht fördern. Das Bundesgesundheitsministerium und der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) werden hier zusammenarbeiten.

Das Bundesgesundheitsministerium wird 2008 die Selbsthilfe bei Essstörungen durch ein Modellprojekt stärken. Ziel ist, die Selbsthilfepotentiale der Betroffenen zu fördern und Handlungsempfehlungen für die Zusammenarbeit der Beratungseinrichtungen mit der Selbsthilfe modellhaft zu erarbeiten. Dafür werden in den kommenden drei Jahren rund eine Viertel Million Euro zur Verfügung gestellt.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung wird in Zusammenarbeit mit dem Bundesfachverband Essstörungen und der Barmer Ersatzkasse bundesweit die verschiedenen Beratungsangebote bewerten und damit den Betroffenen eine Entscheidungsgrundlage geben. Diese Informationen stehen Ende 2008 im Internet zur Verfügung.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung finanziert derzeit Forschungsprojekte zum Thema Essstörungen mit mehr als 7 Millionen Euro. Ziel ist eine schnelle Anwendung der Forschungsergebnisse in der Praxis. Beispiele für geförderte und anlaufende Projekte:

Im Bereich Psychotherapie arbeitet der Forschungsverbund EDNET (Eating Disorders Diagnostic and Treatment Network). Die Forscher optimieren Verhaltenstherapien und entwickeln Methoden gegen Rückfälle. Gemeinsam mit anderen Experten haben die Mitglieder des EDNET im März 2006 die Deutsche Gesellschaft für Essstörungen (DGESS) gegründet.

Im Bereich Präventionsforschung arbeitet in Jena das Projekt “PriMa – Primärprävention Magersucht”: Mädchen ab der sechsten Klasse bearbeiten am Beispiel von Barbie-Puppen typische Situationen einer Magersucht. Sie lernen dabei, die Dynamik aus idealisierter Schlankheit, Sehnsucht nach Anerkennung und rücksichtsloser Instrumentalisierung des eigenen Körpers zu durchbrechen.

Im Bereich der “Ernährungsbildung” leistet das BMBF im Ganztagsschulprogramm einen wichtigen Beitrag, dass Kinder und Jugendliche ein gesundes Essverhalten entwickeln.

Kurz vor dem Start steht das krankheitsbezogene Kompetenznetz Adipositas, für das in den nächsten Jahren 50 Millionen Euro zur Verfügung stehen. Adipositas und Magersucht stellen die beiden Extreme dar, zu denen Essstörungen führen können. Aus der Adipositas-Forschung ergeben sich deswegen vielfältige Erkenntnisse für das Verständnis der Magersucht.

Eine Qualitätsoffensive von Bund und Ländern in der Kindertagesbetreuung will den Kindergarten als Lernort auch für gesunde Ernährung und ein positives Körpergefühl etablieren. Sie soll Grundregeln ausgewogener Ernährung vermitteln, Kindern Wege zum Umgang mit Stress aufzeigen und ihnen Hilfestellung zur Entwicklung ihrer Persönlichkeit geben.

Das Bundesfamilienministerium wird in Kooperation mit den Ländern, Kontrollinstanzen und Verbänden die Medienkompetenz von Eltern und Kindern stärken und darauf drängen, dass auf allen zuständigen Ebenen rigoros gegen den “Schlankheitswahn” fördernde Medien und Inhalte vorgegangen wird. Hinweise nehmen beispielsweise entgegen: jugendschutz.net, internetbeschwerdestelle.de, bundespruefstelle.de.

Ein Expertengremium mit den relevanten Akteuren der Fachverbände und den beteiligten Ministerien wird in den nächsten Monaten unter Federführung des Bundesgesundheitsministeriums konkrete Maßnahmen erarbeiten. Ziel ist die Bündelung von Aktivitäten. Die Ergebnisse werden auf einem Kongress vorgestellt.

Weitere Informationen zu Essstörungen, zu der Initiative, was die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sagen finden Sie unter: www.bmg.bund.de, www.bmfsfj.de, www.rki.de sowie www.bzga-essstörungen.de.

Der ideale Ort

Thüringer Allgemeine

Wie sollte ein Kindergarten sein? Was wünschen sich Eltern für ihre Kleinen? Die Liga der freien Wohlfahrtspflege und die Fachhochschule Erfurt erforschten das in einer Studie, die sie gestern vorstellten.

ERFURT. 1535 Eltern und 235 Erzieherinnen aus 50 Kindergärten der freien Träger hatten zum Jahresanfang 2006 auf Fragen der Erfurter Wissenschaftler geantwortet. Zu den Öffnungszeiten, ab wann es einen Rechtsanspruch auf die Kinderbetreuung geben sollte und ob die Kleinen dort auf die Schule vorbereitet werden sollen.

Als wichtigste Kriterien für die Wahl der Tagesstätte nannten die Eltern auf Platz 1 die Wohnortnähe, gefolgt von pädagogischem Konzept und den Öffnungszeiten auf Platz 3.

61 Prozent der Eltern wünschen sich, dass der Kindergarten von 6 Uhr morgens ab geöffnet ist, nach 19 Uhr brauchen nur 4,9 Prozent der Eltern für ihre Kinder Betreuungsmöglichkeiten, bis 19 Uhr waren das immerhin noch elf Prozent. Mehr als ein Drittel der Eltern sprachen sich für den Rechtsanspruch auf Betreuung bereits im ersten Lebensjahr aus, 54 Prozent ab Beginn des zweiten Lebensjahres.

Selbstverständlich ist es für die meisten Väter und Mütter, dass der Kindergarten nicht nur betreut, sondern bildet. Für 79,8 Prozent ist die Tagesstätte eine Bildungsstätte, für 62 Prozent ist es eine Spielstätte.

Allerdings wurde die Erhebung vor Inkrafttreten der Thüringer Familienoffensive vorgenommen. Die Autoren räumen jedoch selbst ein, dass die 2006 eingeführte Prämie von 150 Euro, die Eltern behalten können, wenn sie ihr Kleinkind daheim betreuen, kaum davon abhält, den Nachwuchs in die Tagesstätte zu bringen.

Interessant sind die Ergebnisse dennoch. Schon vor drei Jahren, so das Fazit der Wissenschaftler, gab es Defizite bei der Betreuung. Besser dürfte es seitdem kaum geworden sein.

Das Kultusministerium weist indes sämtliche Kritik strikt von sich. Die Erhebung sei mit nur 50 Kindergärten nicht repräsentativ – bei 1349 Kindergärten im Land. Auch inhaltlich sei gegen Thüringens Kindergärten nichts zu sagen: sie seien wohnortnah, es gebe einen Anspruch ab dem 2. Geburtstag und bedarfsgerechte Öffnungszeiten, hieß es.

Angeregt hatten die Wissenschaftler, die Untersuchung zu wiederholen. Doch es gibt wenig Interesse im Hause Goebel.

Wer weiß, welche Wahrheiten dann ans Licht kämen.

13.12.2007 Von Angelika REISER-FISCHER

Technik für die Harthknirpse

Kaum war der Weihnachtsmann aus der Tür, wurden die Knirpse der Tagesstätte “Harthknirpse” in Grumbach erneut beschert. Vereine aus dem Ort hatten sich zusammengeschlossen, um ihnen eine nagelneue Spielkiste zu schenken.Wenn es um ihre Kinder geht, sind die Grumbacher großzügig. “Wir sind froh, dass es unsere Tagesstätte noch gibt. Für Orte unserer Größe ist das nicht selbstverständlich”, betonte Beatrice Pietsch, Vorstandsmitglied im Kulturverein. Wenn der städtische Kindergarten “Harthknirpse” etwas braucht, sind die Vereine meist bereit, etwas zu spenden. “Diesmal haben wir uns aber erstmals alle zusammengetan”, verriet Beatrice Pietsch. Kulturverein, Landfrauen, Laubgenossenschaft “Die Holzberechtigten” und die Gemeindeverwaltungen von Grumbach und Wiegleben legten zusammen und kauften für den Kindergarten eine Spielkiste.

Begeistert öffneten die Knirpse das Präsent und inspizierten die darin enthaltenen Bausätze. Sie sollen das Technikinteresse der Kleinen wecken und ihre manuellen Fähigkeiten fördern. Dass “Thüringer Allgemeine” und IHK Unternehmer dazu auffordern, diese Technik-Kisten zu verschenken, hat einen ernsten Hintergrund: Für Firmen aus dem handwerklich-technischen Bereich wird es immer schwieriger, geeigneten Berufsnachwuchs zu finden. Mit frühzeitiger Förderung, hoffen die Experten, lässt sich dieses Problem lösen.

Was den 21 Kindern, die aus Grumbach und den umliegenden Orten stammen, glänzende Augen bescherte, freute die Erzieherinnen. Schon die Bücherkisten-Aktion, die vor einigen Jahren lief, sei sehr gut angekommen. Und auch das Spielzeug sei sehr willkommen, betonten sie.

Die Vereine kündigten unterdessen an, auch künftig den Kindergarten, die Schule in Aschara oder die Kirche unterstützen zu wollen. Denn das fördere den Gemeinschaftssinn.

Unternehmer, die ebenfalls eine Spielkiste im Wert von 298 Euro spenden wollen, melden sich bitte bei der TA unter Tel. 03603/880311 oder bei der IHK unter Tel. 03601/48700.

Nützliche Lernhilfe für blinde Schüler

13.12.2007
Thüringer Landeszeitung

Stadtroda. (tlz) Über ein vorweihnachtliches Geschenk der besonderen Art können sich die Schülerinnen und Schüler der Weimarer Diesterwegschule freuen. Der Geschäftsführer des Asklepios Fachklinikums Stadtroda, Björn Pestinger, übergab an Schulleiterin Angelika Türpe eine BrailleZeile zur Unterstützung des praktischen Unterrichts blinder Schüler.

Durch die Umstellung der Telefonanlage im Fachklinikum ist die bisher genutzte Prelltastatur zur Blindenschrift nicht mehr nutzbar. Das Klinikum suchte nach einer gemeinnützigen Einrichtung, der das Gerät zur weiteren Nutzung übergeben werden sollte. Das staatliche überregionale Förderzentrum mit dem Förderschwerpunkt Sehen erhielt die voll funktionsfähige BrailleZeile, die einen Anschaffungswert von ca. 16 000 Euro hatte, zu Unterrichtszwecken.

Die Zeile ist ein Ausgabegerät für Computer. Sie stellt die Zeichen, die sich auf dem Bildschirm befinden, in Brailleschrift dar. Auf diese Weise können Blinde selbstständig am Computer arbeiten. Gegenüber Sprachausgaben, von denen sich Blinde den Bildschirminhalt vorlesen lassen können, sind Braille-Zeilen genauer und geben ihn Wort für Wort wieder. Somit kann die Rechtschreibung effizient überprüft werden, während bei der Sprachausgabe das Wort mühsam buchstabiert werden muss.

Mühlhausen ist Pilotkommune “Neue Lernkultur”

13.12.2007

MÜHLHAUSEN. Wenn in drei Jahren Mühlhausen mit dem Stichwort Bildung in Verbindung gebracht wird, dann war das Modell “Neue Lernkultur in Kommunen” erfolgreich. Diesen Anspruch formulierte Barbara Windorf. Die Projektleiterin im Institut für Lehrerfortbildung stellte jetzt in Mühlhausen das Modell der Öffentlichkeit vor. Die Stadt ist eine der vier Regionen in Thüringen, die am März 2008 dafür Fördermittel aus dem Europäischen Sozialfonds bekommen.

“Zufall ist das nicht”, sagte Frau Windorf. In der Mühlhäuser Bildungslandschaft gebe es schon ausgeprägte Strukturen und vielfältige Aktivitäten. Ziel des Projekts sei es, die noch besser als bisher untereinander zu verknüpfen, um Kindern und Jugendlichen noch mehr Chancen zu geben beim “Erlernen, Ausprobieren und Fördern positiver Eigenschaften”. Im Endeffekt soll das die soziale Kompetenz verbessern, den Fachkräftebedarf in der Region sichern und so die Abwanderung junger Leute stoppen.

Die Bereitschaft der Vereine und Verbände zur Mitarbeit sei groß, berichtete Sozialdezernent Johannes Bruns (SPD). Mehr als 20 hätten bereits im Antragsverfahren Interesse gezeigt, daran mitzuwirken. Aufgebaut werden könne etwa auf der Kooperation zwischen Schulen und Kindergärten bei der Fortbildung von Lehrern und Erziehern, so im “Kinderland am Wendwehr” und in der Margareten-Grundschule. Genauso gut würden die Träger der beruflichen Weiterbildung in der Stadt zusammenarbeiten. Im Kultursektor setze die Theaterwerkstatt 3 K Akzente, und die Mühlhäuser Museen seien ein wichtiger Partner bei Bildung und Lernen.

In den nächsten Wochen soll eine Steuerungsgruppe gebildet werden. Der wird ein professioneller Trainer, bezahlt aus den EU-Fördermitteln, zur Seite gestellt. In der Folge sollen dann die Ideen zu Papier gebracht werden, wie die Angebote zur Bildung der verschiedenen Vereine und Verbände miteinander vernetzt werden können. Matthias SCHENKE

Gemeinderat Dünwald für Schulentwicklungsplan

13.12.2007

ZAUNRÖDEN (er). Auf Empfehlung des Finanzausschusses hat der Gemeinderat Dünwald auf seiner Sitzung am Mittwochabend in Zaunröden den Haushaltsplänen 2008 der Kindertagesstätten in Beberstedt und Hüpstedt einstimmig zugestimmt. Danach zahlt die Gemeinde im kommenden Jahr an die Integrative Kindertagesstätte “St. Josef” Beberstedt 106 000 Euro und an die Kindertagesstätte “St. Christopherus” in Hüpstedt 188 400 Euro.

In ihrer Stellungnahme stimmt die Gemeinde dem Entwurf über die Fortschreibung der Schulentwicklung im Unstrut-Hainich-Kreis zu, insbesondere in den Punkten Aufhebung der Schulbezirke der Staatlichen Grund- und Regelschulen und Bildung je eines Grund- und Regelschulbereichs sowie Aufhebung des Berufsschulstandortes der Fachschule für Technik in Mühlhausen. Der Änderung der Thüringer Verordnung über den Landesentwicklungsplan stimmte der Rat ebenso zu und begrüßte die darin festgeschriebene Umweltprüfung und Höhenbegrenzung bei Windkraftanlagen.

Seit dem Bekanntwerden der Zwangsmitgliedschaft im Altlastenzweckverband Nord-/Ostthüringen wurde die Rechtmäßigkeit bezweifelt. Der Gemeinderat beschloss daher den Austritt aus diesem Verband. Anstatt eines Haushaltsnachtrages beschloss das Parlament überplanmäßige Ausgaben in drei Positionen: Für die erhöhte Kreisumlage rund 70 000 Euro, für die Werterhaltung an Fahrzeugen des Bauhofs 7000 Euro und für die Kindertagesstätte 12 000 Euro.

Der Rat beauftragte schließlich die Verwaltung, für die Aufforstung eines Gemeindegrundstücks in Beberstedt eine Förderung zu beantragen. Bürgermeisterin Sylvia Geißler (CDU) informierte die Abgeordneten, dass die Gemeinde im Wettbewerb “Familienfreundliche Kommune” eine Spielplatz-Sitzgarnitur gewonnen hat.

Weniger sparen – mehr investieren

13.12.2007

Erfurt. (tlz) Weniger sparen – dafür mehr investieren, und zwar in Bildung und Sozialpolitik. Das verlangen die Thüringer Gewerkschaften von der Landesregierung. “Konsolidieren und investieren, das ist der richtige Weg”, sagte Thüringens DGB-Vorsitzender Steffen Lemme der TLZ. Er kritisierte massiv den Etat des Landes, über den das Parlament gestern beriet. Als “unsozial” und “beschäftigungspolitische Konjunkturbremse” prangerte Lemme den Haushalt an.

Besonders kritisiert er, dass sich das Land weitgehend aus der aktiven Arbeitsmarktpolitik und der Förderung von Arbeitslosen zurückzieht. – und das trotz weiter anhaltender Massenarbeitslosigkeit und dem hohen Anteil von Langzeitarbeitslosen in Höhe von 40 Prozent. Mit Verweis auf die EU-Förderung und die Arbeitsagentur hat das Land seit 1990 die Mittel für die Arbeitsförderung um etwa 90 Prozent gekürzt. Lemme fürchtet, dass Bundesprogramme mit dem Haushaltsansatz von 13,5 Millionen Euro nicht gegenfinanziert werden könnten.

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der Freitagausgabe der TLZ

13.12.2007 Von Hartmut Kaczmarek

Koalition beschließt Kinderschutz-Programm – Streit um Kinderrechte im Grundgesetz

Spiegel

37 Punkte gegen Misshandlung und Verwahrlosung: Einmütig hat die Koalition im Bundestag ein Programm für besseren Kinderschutz verabschiedet. Der Streit über die Verankerung von Kinderrechten im Grundgesetz schwelt zwischen Union und SPD weiter.

Berlin – Trotz der jüngsten Schockwellen wegen ermordeter, misshandelter und verwahrloster Kinder ist die Koalition beim Thema Kinderschutz weiter uneinig. Der Bundestag beschloss heute zwar das 37-Punkte-Programm der Koalition für verbesserten Kinderschutz. Dieses sieht mit Rücksicht auf die Union die Aufnahme von Kinderrechten ins Grundgesetz allerdings nicht vor. SPD-Chef Kurt Beck und Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) forderten aber genau dies.

In der Plenumsdebatte forderte die Linken-Politikerin Diana Golze SPD, FDP, Grüne und ihre eigene Partei zur Bildung einer Zweidrittelmehrheit im Bundestag auf, um die Absicherung der Kinderrechte in der Verfassung gegen die Union durchzusetzen.

Dieter Steinecke von der SPD kritisierte Bundeskanzlerin Angela Merkel, die die Blockade der Unionsfraktion nicht brechen wolle oder könne, während Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) für den Verfassungsrang des Kinderschutzes sei. Er sagte, es könne doch nicht angehen, dass der Tierschutz in Artikel 20 des Grundgesetzes stehe, während die Schutzwürdigkeit von Kinderrechten weiterhin umstritten sei.

Demgegenüber erklärte der CSU-Familienpolitiker Johannes Singhammer, ein Kernpunkt des verbesserten Kinderschutzes sei die verpflichtende vorbeugende Untersuchung von Kindern. Prävention, Vorbeugung und Früherkennung seien notwendig. Die Forderung Becks nach Aufnahme von Kinderrechten ins Grundgesetz sei nicht praktikabel: “Das Problem lösen wir dadurch, dass wir die Jugendämter gut ausstatten.”

Warnung vor Grundgesetz als “Neckermann-Katalog”

Der rechtspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Jürgen Gehb (CDU), lehnte in der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” die SPD-Forderung als absurd ab. Er warnte davor, das Grundgesetz zu einem “Neckermann-Katalog” zu machen, in dem nach Tieren und Kindern demnächst noch der Schutz von “Dicken, Dünnen und Greisen” als Ziel aufgenommen werde.

Zypries stimmte Singhammer insofern zu, als konkrete Schutzgesetze und -regeln Vorrang hätten. Allerdings wäre “bei allen verfassungsrechtlichen Vorbehalten ein solches verfassungspolitisches Signal sicherlich nicht schlecht”, sagte die SPD-Politikerin.

Die Sozialdemokraten planen einen neuen Absatz in Artikel 6 des Grundgesetzes, der sich mit den Themen Ehe und Familie sowie nichteheliche Kinder befasst. Darin soll das Recht eines jeden Kindes auf eine positive Entwicklung und Entfaltung festgeschrieben werden.

Zypries forderte auch die Jugendämter auf, Gerichte schneller als bisher einzuschalten. “Leider werden die Familiengerichte häufig sehr spät angerufen”, sagte die SPD-Politikerin im Gespräch mit der “Nordwest-Zeitung” aus Oldenburg. Meist sei die Situation für die Kinder dann schon so schlimm, dass sie aus der Familie herausgenommen werden müssten.

Schon im Sommer hatte sie einen Gesetzentwurf zur Erleichterung familiengerichtlicher Maßnahmen vorgelegt – mit weit reichenden Konsequenzen für Eltern, die ihre Kinder vernachlässigen oder misshandeln. “Schon beim Verdacht einer Kindeswohlgefährdung soll das Gericht die Eltern zu einem Gespräch laden. Dieses Gespräch hat eine Warnfunktion”, sagte sie.

phw/AP

Aus Horten werden offene Ganztagsschulen

Ostthüringer Zeitung
Landkreis beteiligt sich an Modellprojekt

Saalfeld (OTZ/sb). Als einer von vier Landkreisen, die sich gemeinsam mit der Stadt Erfurt am Modellprojekt des Freistaats “Weiterentwicklung der Thüringer Grundschule” beteiligen, wird Saalfeld-Rudolstadt alle Grundschulen ab 1. Februar sukzessive in offene Ganztagsschulen umwandeln. Dem stimmte der Kreistag am Dienstag bei einer Enthaltung zu und legte fest, dass über das bis 2012 angelegte Verschwinden der Horte mindestens drei Mal jährlich im Ausschuss für Bildung und Kultur und im Jugendhilfeausschuss zu berichten sei.

Mit dieser erst vor einer Woche unterschriebenen Vereinbarung mit dem Freistaat stelle sich der Landkreis der von ihr immer wieder angemahnten Einheit von Bildung und Betreuung, sagte Landrätin Marion Philipp (SPD). “Eine Schule im Ort zu haben ist heute keine Selbstverständlichkeit mehr”, forderte sie die Bürgermeister auf, die Konzepte der Grundschulen zu unterstützen und mit den örtlichen Gegebenheiten zu vernetzen.

Die Ganztagsangebote der Schulen, die alle als Plan vorlägen, würden nun mit dem Staatlichen Schulamt inhaltlich bewertet, kündigte sie weitere Schritte und eine Zusammenkunft der Schulleiterinnen im Januar an. Außerdem wolle sie ” Info-Defiziten” die von Andreas Krauße (CDU) “in der Fläche” und von Bärbel Weihrauch (PDS/Linke) bei den Betreuungszeiten ausgemacht wurden, nachgehen. Petra Rottschalk (SPD) hob als Vorteil des Modellprojekts seine wissenschaftliche Begleitung hervor. Die Eltern hätten jedoch nach wie vor die Möglichkeit, ihre Kinder am Nachmittag zu Hause zu betreuen, fügte Philipp an.

Großes Interesse an frühkindlicher Bildung

13.12.2007

Studie der Fachhochschule Erfurt an Kindertagesstätten vorgestellt

Erfurt (OTZ/Johr). Der frühkindlichen Bildung messen Eltern in Thüringen einen hohen Stellenwert bei.

Für 80 Prozent der Mütter und Väter sind Kindertagesstätten (Kita) zuerst für die Bildung und danach für die Betreuung, das Spielen oder die Erziehung da, sagte Professor Hans-Dieter Will gestern in Landeshauptstadt bei der Vorstellung einer Umfrage der Fachhochschule Erfurt in Kindergärten der Liga der Freien Wohlfahrtspflege im Freistaat. Das jeweilige pädagogische Konzept ist nach der Wohnortnähe ausschlaggebendes Kriterium für die Wahl der Kita. Will sieht großen Diskussionsbedarf beim Bildungsauftrag der Tagesstätten. Die Forschung orientiere auf die Eigenaktivität der Kinder und auf spielerisches Lernen. Im Gegensatz zu den Erzieherinnen würden die Hälfte der Eltern dagegen besonders vor dem Wechsel zur Grundschule lieber schulische Lernformen berücksichtigt haben. Auch seien die Erzieherinnen nicht immer auf dem neuesten pädagogischen Stand.

Flexible Öffnungszeiten sind für die Eltern ebenfalls von großer Bedeutung. Die Studie ergab, dass für die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie Öffnungszeiten zwischen 6 und 19 Uhr erforderlich wären. Das Thüringer Tagesstättengesetz schreibt dagegen nur eine durchschnittliche Betreuungszeit von neun Stunden vor. Die rund 700 Tagesstätten der Liga haben jetzt bereits als Reaktion auf Elternwünsche in der Regel zwischen 6 und 17 Uhr geöffnet, sagte Hartmut Reiter von DRK-Landesverband, der Mitglied der Liga ist.

Professor Will bedauerte, dass sich die Landesregierung nicht an der Studie beteiligt hat. So konnten bei der empirischen Untersuchung nur 50 Einrichtungen der Liga berücksichtigt werden.

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