Pressespiegel vom 28. November 2007
Axel Hoppe | 28. November 2007 | 06:18 Uhr
Thüringer Landeszeitung vom 27. November
Jugendliche lernen den Alltag im Job kennen
Leinefelde-Worbis. (tlz/ot) Installateur möchte Thomas Herwig einmal werden. Der 15-Jährige besucht derzeit die 9. Klasse der Regelschule Worbis, die für die Neuntklässler in dieser Woche vier Berufsorientierungstage anbietet. Seit Montag sind die 35 Schüler bei Unternehmern in der Einheitsstadt unterwegs. Wie Thomas Herwig bei Gas-, Wasser- und Heizungsinstallationsmeister Ralf Juch sahen sich auch die anderen Schüler in den Betrieben um. Ob ihnen ihr künftiger Arbeitsplatz gefällt oder nicht, das konnten sie in drei Stunden am Montagmorgen schon einmal in Erfahrung bringen. Thomas Herwig durfte dem Installationsmeister bei der Reparatur einer Gastherme zusehen und auch selbst mit Hand anlegen, eine Arbeit, die ihm viel Spaß bereitete. Gestern fuhren die Worbiser Regelschüler mit ihrer Beratungslehrerin und einem Betreuer von der Arbeitsagentur nach Nordhausen ins Berufsinformationszentrum (BIZ). Dort informierten sie sich über Möglichkeiten der Berufswahl und erledigten kleine Forschungsaufträge.
Heute und morgen sind in der Regelschule fachkundige Beratungen und ein umfangreiches Bewerbungstraining angesagt, das von den Deutschlehrern und den örtlichen Krankenkassen unterstützt wird. “Bisher dauerten die Berufsorientierungstage an unserer Schule nur drei Tage”, sagt Schulleiter Lutz Thieme. “In diesem Jahr sind es vier Tage. Die Unternehmer kommen nicht mehr in die Schule, sondern die Schüler gehen in die Betriebe, wo den Jugendlichen vor Ort wesentlich mehr beigebracht werden kann”, so der Schulleiter. Die Berufsorientierungstage sind seit mehreren Jahren Tradition an der Regelschule, das nächste Praktikum wird den Schülern vor Ostern angeboten.
Thüringer Landeszeitung vom 27. November
Manege frei am Zoopark
Roter Berg. (tlz/heax) Bunt ist es geworden im Förderzentrum am Zoopark. Bunter, als es ohnehin dort immer zugeht. Die Schule mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung hat sich in dieser Woche eine Menge Besuch eingeladen.
Zum Zirkusprojekt André Sperlich gesellen sich die Gymnasiasten vom benachbarten Heinrich-Hertz-Gymnasium. Auch kleine Gäste sind gekommen: Die Knirpse aus dem Kindergarten in Schwerborn wollen ebenfalls Zirkusluft schnuppern und kleine Artisten werden. Im ganzen Hause herrscht Hochbetrieb, das Familienunternehmen ist mit seinen Artisten in vielen Zimmern aktiv. In elf Einzelgruppen werden die Kunststücke einstudiert. Hier heißt es Arme hoch, dort auf einem Bein stehen. Das Zelt des Mitmachzirkusses steht bereits fertig aufgebaut auf dem Schulhof, ist beheizt und innen bunt beleuchtet. Abwechselnd proben die Gruppen, in der Turnhalle die Akrobaten. Benni ist stolz, weil er die Nummer mit den Schwertern einüben kann, die in eine Box gestochen werden, in der sich einer zusammenkauert.
“Das ist überhaupt nicht gefährlich, wir lernen das ganz schnell”, ist er begeistert. Die sechs Euro pro Kind Projektgeld wurden auf Initiative der CDU-Landtagsabgeordneten Marion Walsmann aus Lottomitteln bereit gestellt. Den Bescheid von 1584 Euro übergibt Justizminister Harald Schliemann am Donnerstag.
i Vorstellungen: Do, 29., Fr., 30. November, jeweils um 17 Uhr. Samstag, 1. Dezember, 10 und 14 Uhr
Thüringer Landeszeitung vom 27. November
Internationale Grundschulstudie wird in Berlin vorgestellt
Berlin (dpa) – Die neue weltweite IGLU-Studie über die Lesekenntnisse zehnjähriger Grundschüler wird heute in Berlin vorgestellt. Beim ersten Test 2001 hatten die deutschen Grundschüler im internationalem Leistungsvergleich den elften Platz von 30 Teilnehmer-Staaten belegt. Mit Spannung werden bei IGLU Aussagen über die Chancengleichheit erwartet. Der erste Test hatte gezeigt, dass in Deutschland ein Kind aus der Oberschicht eine größere Chance hat, aufs Gymnasium zu gehen, als ein Kind aus einfachen Verhältnissen.
28.11.2007 dpa
Die Studie
Quelle Wikipedia
Mit PIRLS (Progress in International Reading Literacy Study) / IGLU (Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung) 2006 wird das Leseverständnis von Schülerinnen und Schülern der vierten Jahrgangsstufe international vergleichend getestet. IGLU-E 2006 ist dazu eine nationale Erweiterungsstudie, an der sich alle deutschen Bundesländer beteiligen. IGLU-E 2006 wird vertiefende Erkenntnisse zu der neuen Schuleingangsphase, zu Ganztagsschulangeboten und der Nutzung der neuen Medien in der Schule und im Fachunterricht „Deutsch“, den soziokulturellen Hintergründen der Schülerinnen und Schüler und ihrem Leseselbstkonzept sowie zu spezifischen Förderangeboten im Lesen für Jungen erbringen.
PIRLS ist eine Studie der International Association for the Evaluation of Educational Achievement (IEA). Die IEA hat die Gesamtverantwortung für die internationale Organisation von PIRLS 2006 an das Boston College Chestnut Hill, MA, USA delegiert. Die Aufbereitung des internationalen Datensatzes erfolgt am IEA Data Processing Center (DPC) in Hamburg.
In Deutschland werden IGLU 2006 und IGLU-E 2006 unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Wilfried Bos vom Institut für Schulentwicklungsforschung (IFS), Technische Universität Dortmund durchgeführt. Mit der Projektleitung und -koordination ist Dr. Sabine Hornberg betraut. Deutschland hat sich, ebenfalls unter der Leitung von Prof. Dr. Wilfried Bos bereits 2001 an PIRLS / IGLU beteiligt.
IGLU 2006 wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung und durch die Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland maßgeblich gefördert. IGLU-E 2006 wird durch die Kultusminister der Länder gefördert.
Freies Wort vom 28. November
Konzert
Musikschulen im Einklang
Heute Abend musizieren die Schüler dreier Musikschulen gemeinsam in Suhl
Von Peter Lauterbach
Suhl – Einklang – das ist das symbolische Schlüsselwort zu einem großen Konzert mit jungen Musikern, das heute Abend um 19.30 Uhr in der Suhler St. Marienkirche stattfinden und in seiner Art eine Südthüringer Premiere sein wird. Sicherlich, der Titel „Musica, du edle Kunst“ mag heutzutage etwas antiquiert erscheinen. Der Gedanke, der dahinter steht, ist es nicht: Die drei Musikschulen in Suhl, Meiningen und Schmalkalden wollen einmal als Partner auf dem Gebiet der musischen Bildung von Kindern und Jugendlichen öffentlich in Erscheinung treten. Fernab der hin und wieder geführten Strukturdiskussionen um Einzugsbereiche und Finanzzuweisungen der Musikschulen. Keine Konkurrenten, die um ihre Schüler buhlen, sondern Partner wolle man sein, sagt Siegfried Landgraf, der ehemalige Leiter der Suhler Musikschule und Initiator dieses Konzerts.
Trotz solcher Symbolik steht für die Organisatoren – Viola Bornscheuer von der Suhler Musikschule, sowie ihren Kollegen Matthias Brettschneider aus Meiningen und Johannes Eberlein aus Schmalkalden natürlich der konkrete Nutzen im Vordergrund. Und der ist hinsichtlich seiner Bedeutung nicht zu unterschätzen. Die drei Musikschulen wollen den hoffentlich zahlreichen Zuhörern nicht nur demonstrieren, was Kinder und Jugendliche in Südthüringen musikalisch drauf haben. Die jungen Musiker haben umgekehrt auch einmal die Möglichkeit, vor größerem Publikum zu spielen. Viele der Mädchen und Jungen, die wir in den letzten Tagen auf dieser Seite vorgestellt haben (siehe nebenstehenden Beitrag „Ich spiele mit“), sprachen davon, dass sie sich insbesondere auf das gemeinsame Spiel m it ihren Altersgenossen aus den jeweils anderen Musikschulen freuen.
Möglich wurde dieses Konzert übrigens erst durch die Unterstützung der Rhön-Rennsteig-Sparkasse. Nicht zuletzt wegen der im Januar erfolgreichen Spendengala zugunsten der Äthiopienhilfe von Karlheinz Böhm, habe sich die Sparkasse entschlossen, so Vorstandschefin Marina Heller, auch weiterhin künstlerisch besonders wertvolle Veranstaltungen in Südthüringen zu unterstützen. „Wir wollen ein Zeichen setzen für die verlässliche Partnerschaft mit den Musikschulen in der Region“, sagte Heller.
So ist es möglich als Höhepunkt des Konzerts auch die junge Geigerin Sarah Spitzer zu verpflichten, die zu Pfingsten bereits den Schauspieler Armin Mueller-Stahl bei einer Lesung in Suhl begleitete. Zusammen mit dem Pianisten Mike Jin wird sie die „Carmen-Fantasie“ von Pablo Sarasate und den vierten Satz aus der d-Moll-Sonate von Johannes Brahms spielen. Im Programm der Musikschüler selbst werden viele unterschiedliche Musikstile und Instrumente berücksichtigt. Höhepunkt hier ist der Auftritt des Südthüringer Schülerorchesters am Schluss des Konzerts mit Musik aus „Polar Express“ oder Paul Mc Cartneys „Liverpool Suite“. Es gibt u.a. zwei Orgel-Solo, den Auftritt des Blockflötenensembles, ein Klaviersolo, Kombinationen aus Flöte, Gesang und Klavier, ein Blechbläserquintett, den Auftritt einer Percussiongruppe, ein Gesangsduo und natürlich auch Chorgesang. Auch thematisch wird es quer durch die Musikliteratur gehen – von Michael Praetorius bis zum berühmten „La vie en rose“ von Edith Piaf.
Karten gibt es an der Abendkasse zum Preis von 5 Euro (ermäßigt 3 Euro)
Freies Wort vom 28. November
Rodel-WM
Frankreich-Experten für Schlittensport
Heinrichser gut vorbereitet
Suhl-Heinrichs – Wie es sich auf einer Rodelbahn anfühlt, das können sich die Kinder der Grundschule Heinrichs jetzt schon ganz gut
vorstellen. Um sich auf die Rennrodel-Weltmeisterschaft, die im Januar in Oberhof stattfindet, vorzubereiten, haben sie kürzlich eine Schulrodelmeisterschaft ausgetragen. Dafür sind die Schüler der dritten und vierten Klasse nach Ilmenau auf die dortige Rennschlittenbahn gefahren. „Wer sich getraut hat, durfte starten, alle anderen haben angefeuert. Ungefähr die Hälfte der Kinder ist dann tatsächlich gerodelt“, berichtet Edith Müller, die Klassenlehrerin der 4a. Sie betreut die Patenschaft der Schule mit Thomas Girod, dem einzigen französischen Vertreter bei der Weltmeisterschaft.
„Als nach der Auslosung feststand, dass wir die Paten von Frankreich sind, haben sich die Kinder gleich in die Arbeit gestürzt“, berichtet Edith Müller. Gemeinsam haben sie Ideen entwickelt, wie man sich dem Thema annähern könnte. Einiges setzen jetzt alle Klassen um, beispielsweise die Ausstattung zum Jubeln an der Strecke, anderes gestalten nur bestimmte Altersgruppen individuell.
Die Idee, nach Ilmenau zum Rodeln zu fahren, entstand in Zusammenarbeit mit dem Rodelteam Suhl, bei dem auch eine Lehrerin, Evelyn Weiss, Mitglied ist. So übernahm dann auch Uwe Theisinger vom Vorstand des Rodelteams die Siegerehrung.
Eine andere Klasse hat sich auf ganz besondere Weise über das Patenland kundig gemacht: Mit Vincent Monier aus Pierrefort in der Provence war ein „echter“ Franzose da, der über seine Heimat berichtete und alle Fragen beantwortete. Dass der Eiffelturm 300,5 Meter hoch ist und wie die Kinder in Frankreich lernen, erfuhren die Kinder und lernten einige Wörter auf Französisch.
Ein Rodler war bei den Kindern der 1a und b zu Gast. Andreas Kunze, der Vater von Eva, war da und brachte seine Ausrüstung und die errungenen Medaillen mit. Rodel, Helm, Handschuhe, alles durften die Kinder ausprobieren und erfuhren auch viel von dem amtierenden Thüringen-Meister seiner Altersklasse. Nun, da alle Kinder solche Rodel- und Frankreich-Experten sind, können sie kaum noch Ende Januar abwarten. Dann wollen sie an der Bahn stehen und Thomas Girod zujubeln. Av
Ostthüringer Zeitung vom 28. November
Grummeln vor dem Kreistag
Vorsitzende der Fraktionen halten vorliegenden Schulnetzplanentwurf für unausgereift
Von OTZ-Redakteur Uli Drescher Schleiz. Aus den Fraktionen des Kreistages des Saale-Orla-Kreises dringt ein unüberhörbares Grummeln. Grund des Unbehagens ist die Tagesordnung der Kreistagssitzung am kommenden Montag. In öffentlicher Sitzung soll da beraten werden “über den Schulnetzplan des Saale-Orla-Kreises 2008/09 bis 2012/2013 und über die Haushaltssatzung mit Haushaltsplan des Saale-Orla-Kreises für die Haushaltsjahre 2008/2009 sowie den Finanzplan des Saale-Orla-Kreises mit Investitionsprogramm für die Jahre 2007 bis 2012″. In den vergangenen Tagen hatte sich in den betroffenen Schulen und Gemeinden Protest geregt (OTZ berichtete). Um die Wogen zu glätten, hat Landrat Frank Roßner (SPD) die Fraktionschefs am Donnerstag zu einem Gespräch eingeladen.
Für die CDU als größte Fraktion des Kreistages ist der vorliegende Schulnetzplanentwurf noch nicht beschlussfähig. Das sagte gestern Fraktionsvorsitzender Thomas Fügmann der OTZ. “Wir sollten darüber beraten, aber beschließen kann man noch nichts”, so Fügmann. Er sieht als Beschlusstermin den 19. Dezember, an dem eine Sonderkreistagssitzung bereits in Aussicht gestellt ist. “Der Landrat will ein 15-Millionen-Euro-Programm auf den Weg bringen. Da ist aber vorher noch einiges zu klären”, meint der CDU-Fraktionschef. Zunächst müsse mit den betroffenen Schulen und zwischen den Fraktionen geklärt werden, wo die Knackpunkte liegen. Erst dann könne man ein abschließendes Votum abgeben.
Für die Linke/PDS räumte Fraktionsvorsitzender Dr. Dieter Rebelein ein, dass der Bildungsausschuss die Anhörung der Schulen nicht wie geplant bis zum 3. Dezember schaffe. Und ohne ein Stellungnahme der Schulen zu den vorgesehenen Änderungen sei ein Beschluss nicht denkbar. “Ich gehe davon aus, dass wir die Vorlagen wieder in die Ausschüsse verweisen”, so der Fraktionschef der Linken.
Ähnlich sieht das auch der Fraktionsvorsitzende der SPD, Hermann Weiße. “Es sind noch so viele Fragen offen, da kann man nicht entscheiden”, sagt Weiße. Er nennt als Beispiele den geplanten Umzug des Berufsbildungszentrums Pößneck und die Aufhebung der Grundschule Mitte in Pößneck, die dort seiner Meinung nach verbleiben sollte. “Ich halte es für tödlich, mit so vielen Ungereimtheiten in den Kreistag zu gehen. Die Themen sollten runter von der Tagesordnung”, meint Hermann Weiße.
Andreas Scheffczyk, Vorsitzender der UBV-Fraktion, sieht das nicht anders. “Es brennt die Luft”, sagt der UBV-Mann. “Seit Jahren sagen wir, dass es ohne Schuleinzugsbereiche nicht möglich ist zu planen, welche Schule geschlossen wird und welche nicht”, reitet Andreas Scheffczyk das Steckenpferd der UBV. Und da der Schulnetzplan so nicht beschlossen werden könne, sei auch der Haushalt nicht diskutierbar und beschlussfähig. Zusätzlich verweist Scheffzyk auf ungeklärte Transportprobleme der Schüler von Ganztagsschulen, die von den vertraglich gebundenen Unternehmen nicht mitgenommen werden. Nach wie vor gäbe es außerdem keine Prioritätenliste, nach der Schulen saniert werden. “Auch wenn immer wieder behauptet wird, es gibt so eine Liste, der Kreistag hat keine beschlossen.” Scheffczyk beklagt, dass immer “mit Hauruck-Einsätzen” gearbeitet werde, die mit einer vielleicht im Amt vorliegende Liste nichts zu tun haben. “Hier soll wieder mal aus der Hüfte geschossen werden, aber da machen wir nicht mit”, so der UBV-Fraktionschef.
Für die Fraktion der FDP hält Klaus Wippert das Thema für “sehr schwierig”. Die Debatte zu den geplanten Veränderungen im Schulnetz habe er erwartet, so Wippert, denn “es wird kein Ort seine Schule ohne Diskussion aufgeben”. Für ihn gibt es allerdings “keine vernünftige Alternative zu Schließungen, wenn die Schülerzahlen sinken”. “Der Schulnetzplan ist aber kein Dogma. Man kann sich immer auf Veränderungen verständigen”, so Wippert. Eine Verschiebung des Haushaltsbeschlusses wegen des Schulnetzplanes halte er jedoch für falsch. “Wir würden uns damit keinen Gefallen tun, denn dann müssten wir lange Zeit wieder ohne Haushalt arbeiten und das hätte Folgen für die Wirtschaft, denn Aufträge können nicht ausgelöst werden.”Wir sollten über Schulnetz und Haushalt beraten, aber beschließen kann man noch nichts.
Thüringer Allgemeine vom 28. November
Noten für Lehrer
Lehrer dürfen von Schülern zensiert werden. Das Oberlandesgericht Köln wies gestern das Begehren einer Lehrerin ab, die eine einstweilige Verfügung gegen Lehrer-Noten im Internet anstrebte. Ein Sieg für die Schüler?
KÖLN/ERFURT. Frau Hemmling und Herr Volk sind die Besten. Sie haben die Note 1,1. Andere Lehrer, wie jene Kollegin, die vor Gericht, klagte, bekam nur eine Vier.
Kein Wunder, dass sie unzufrieden war. 150 000 Lehrer wurden bisher bundesweit von 400 000 Schülern auf der Internet-Seite spickmich.de benotet.
Da kam nicht nur Schmeichelhaftes zur Sprache. “Du bist doof genug, du brauchst kein Buch”, wird ein Lehrer zitiert oder “Vergesst, was ich euch die letzten zwei Wochen beigebracht habe, wir machen was anderes”, so ein anderer. Das Oberlandesgericht Köln meinte nun, dies gehöre zum Recht auf freie Meinungsäußerung und verletze die Persönlichkeitsrechte der Lehrer nicht. Zudem gibt es bei spickmich.de durchaus Kriterien für die Lehrernoten: Man muss mindestens zehn Jahre alt sein, Beschimpfungen sind tabu, nur eine Anmeldung ist erlaubt.
In Thüringen sehen alle Beteiligten die Sache ganz cool. Das Kultusministerium verweist sogar kühl lächelnd auf eine von ihm initiierte Lehrer-Beurteilung via Internet mit dem Titel “Schüler als Experten für Unterricht”. Der Jenaer Psychologie-Professor Christof Nachtigall entwickelte dazu einen Interviewbogen mit 35 Fragen, so zum Unterricht, gerechten Noten, dem Klima in der Stunde. Leider werde es kaum von Schülern wahrgenommen, bedauert Nachtigall. Kein Wunder. Man darf getrost skeptisch sein, denn der Lehrer muss sich für die Beurteilung durch die Schüler anmelden, es quasi erlauben und nur er selbst kennt die Auswertung. Auch wenn kein direkter Rückschluss auf das Votum des Einzelnen möglich ist, der Lehrer wird seine Schüler wohl erkennen.
Die Lehrergewerkschaft GEW sieht die Angelegenheit ziemlich distanziert. Lehrer heißt es da, seien gegenüber Kritik doch sehr empfindlich. Sie fürchteten rasch um ihre Autorität. Dazu werde die Schule dauernd für irgendwelche Missstände verantwortlich gemacht. So gebe es an vielen Schulen keine Kultur im Umgang mit Kritik.
Manuel Biermann, Gymnasiast aus Eisenach und Mitglied der Landesschülervertretung, kann allerdings seine Altersgefährten sehr gut verstehen, die sich dann doch mal Luft machen, aber erst in der Abitur-Zeitung. “Das ist aber viel zu spät und hift dann auch nichts mehr”, er muss es wissen, er ist in der zwölften Klasse.
27.11.2007 Von Angelika REISER-FISCHER
Thüringer Allgemeine vom 28. November
Die Schulzeit naht
Der Dezember ist der Monat, in dem die Schulen die Anmeldung für die künftigen Erstklässler entgegennehmen. Viele verbinden mittlerweile den Termin mit einer ersten Informationsveranstaltung für die Eltern.
LANDKREIS (ah). Das hat auch ganz praktische Gründe. “Früher haben wir am Anmeldetag fünf bis sechs Stunden gebraucht, weil alles individuell besprochen wurde. Und manchmal habe ich Dinge auch mehrmals erzählen müssen, weil Eltern die gleichen Fragen hatten”, denkt Walsch-lebens Grundschulleiterin Christa Bärwolf drei Jahre zurück. Man habe dann nach einer effektiven Lösung gesucht – und sie gefunden: Eine gemeinsame Informationsveranstaltung für alle Eltern der künftigen Erstklässler am Anmeldetag, wo allgemeine Dinge geklärt werden und die Schule vorgestellt wird. Im Anschluss bleibt noch Zeit für individuelle Fragen. So oder ähnlich halten es unter anderem die Lindenschule in Sömmerda und die Sophienschule in Buttstädt.Kontakte der künftigen ABC-Schützen zu den Schulen werden zeitig aufgebaut. Beratungslehrer arbeiten mit den Kindergärtnerinnen zusammen. Es gibt Schnuppertage für die “angehenden” Erstklässler und wie z. B. in der Lindenschule gemeinsame Projekte oder einmal pro Woche Sport für die ältesten Gruppen in der Schul-Turnhalle. “Wir überlegen, ob wir eventuell auch schon die mittleren Gruppen in die gute Kooperation mit einbeziehen”, so Schulleiter Klaus Günther.Mit etwa 600 künftigen Erstklässlern und damit einer ähnlichen Zahl wie in den vergangenen drei Jahren im Landkreis rechnet Adelheid Schill, Grundschulreferentin im Schulamt Artern. “Es werden immer mehr Kinder angemeldet als dann kommen”, weiß sie aus Erfahrung. Umzüge oder auch vereinzelt Rückstellungen von Kindern auf Wunsch der Eltern würden die Gesamtzahl immer noch einmal verändern. Wobei Rückstellungen eigentlich durch die veränderte Schuleingangsphase kein Dauerthema mehr sein sollten. Was die Zahl der Rückstellungen angehe, sei diese im Landkreis Sömmerda niedriger als im Kyffhäuserkreis, der ebenfalls zum Schulamtsbereich gehört.Andererseits gebe es aber auch vorzeitige Einschulungen von Kindern.
Folgende Termine stehen für die Anmeldung in den Grundschulen:
? Buttstädt: 12.12., 17 Uhr ?Gebesee: 11.12., 17-19 Uhr ?Großrudestedt: 10.12., 8-14 Uhr u. 11.12., 8-18 Uhr ?Guthmanshausen: 10.12., 17-19 Uhr ?Haßleben: 17.1.2, 19 Uhr ?Kindelbrück: 12.12., 13-18 Uhr ?Kölleda: 3.12., 13-16 Uhr; 4.12., 14-18 Uhr; 5.12., 13-15 Uhr ? Diesterweg-Grundschule Sömmerda: 10.12., 7-18 Uhr ?Lindenschule Sömmerda: 5.12., 7-17 Uhr ?Rastenberg: 11.12., 16-18 Uhr ?Straußfurt: 13.12., 17 Uhr ?Udestedt: 10.12., 18-20 Uhr ?Vogelsberg: 10.12., 18 Uhr ?Walschleben: 4.12., 19 Uhr ?Weißensee: 10.12., 8-15 Uhr ?FÖZ Sömmerda: 5.12., 8-13 Uhr
27.11.2007
Thüringer Allgemeine vom 27. November
Das wird teuer
ROSSLEBEN. Dass man auch ein Schulgebäude kaputt sparen kann, beweist der Kreis derzeit bei der Gerhart-Hauptmann-Schule in Roßleben. Während anderswo Prachtsanierungen finanziert wurden, fehlt es im Schulhaus am Nötigsten. Weil jahrelang nicht mal Geld für kleine Reparaturen da war, regnet es jetzt in der Turnhalle munter auf das Parkett. Dachdeckermeister Manfred Weise aus Roßleben und Schulleiter Jürgen Weilepp kennen sich mittlerweile bestens aus auf dem Dach der Turnhalle. Schließlich standen sie hier schon einmal vor über zwei Jahren mit einem Mitarbeiter des Kreis-Bauamtes und präsentierten ihm die tiefen Risse in der Dachpappe. Einen Zentimeter breit sind die Schäden, zusammen mindestens sechs bis acht Meter lang. “Der Mitarbeiter fotografierte alles, versprach, sich zu kümmern”, erinnerte sich Weilepp im Gespräch mit dieser Zeitung.Dann tat sich exakt gar nichts. Bis Montag, als man nach dem Wochenende bemerkte, dass das Parkett in der Turnhalle einer Berg- und Talbahn glich. Nach all der Zeit hatte das Wasser einen Weg durch die Risse gefunden, tropfte munter auf den Holzfußboden, der erwartungsgemäß allergisch reagierte. “Jetzt ist nur eine Notreparatur möglich”, meinte Dachdeckermeister Weise. Im kommenden Jahr, daran ließ er keinen Zweifel aufkommen, müsse das Dach aber grundlegend repariert werden.Das wird man beim Kreis gar nicht gerne hören, denn die Sanierung der Regelschule ist im kommenden Jahr nicht vorgesehen. Auch wenn Bürgermeister Rainer Heuchel (SPD) bereits im Stadtrat ankündigte, dass demnächst 1,5 Millionen Euro investiert werden sollen.”Das ist ganz bestimmt nicht so”, sagte der Pressesprecher der Kreisverwaltung in Sondershausen, Dr. Ulrich Thiele. Erstens betrage der Sanierungsbedarf nach seinem Kenntnisstand rund 2,8 Millionen Euro, zweitens habe der Kreis dafür derzeit kein Geld.”Derzeit ist vorgesehen, in den Haushalt 2009 hunderttausend Euro einzustellen – für neue Brandschutztüren im Gebäude und die Planungskosten der Schulsanierung”, so Thiele weiter. “Wir stehen da mit dem Rücken an der Wand, kennen den Zustand des 40 Jahre alten Schulgebäudes”, setzte er hinzu. Im neuen Schulentwicklungskonzept ist festgeschrieben, dass der Standort langfristig erhalten bleiben soll. Daher muss auch in das Gebäude investiert werden. Nur woher das Geld kommen soll, weiß zurzeit niemand so richtig.So bleibt es bis auf Weiteres alles bei den berüchtigten Kleinstreparaturen. “Im Raum 54 ist der steinalte Estrich eingebrochen. Doch statt wenigstens den Boden im ganzen Raum zu reparieren und neuen Belag zu verlegen, genehmigte der Kreis allen Ernstes nur das Flicken einer Zwei-Quadratmeter großen Fläche. Wie lange das halten soll, weiß wohl nur der Amtsschimmel, der so etwas vorschreibt. Sebastian TAUCHNITZ
27.11.2007
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